29.09.2010

Zum Seitensprung verführt

Männer in wirtschaftlicher Abhängigkeit sind eher untreu

Der Seitensprung oder eine dauerhafte Affaire kommt häufiger dann vor, wenn der Mann weniger verdient als seine Partnerin. Money makes the World go round und no Money makes the Untreue go round. Diesen Eindruck erwecken zumindest die Ergebnisse einer Studie der New York Times, die das alte Klischee bestätigen, dass Beziehungen, in denen Sie mehr verdient als Er, zum Scheitern verurteilt scheinen.

Einkommen als Auslöser für Seitensprung

Seitensprung: Männer, die sich finanziell zu abhängig fühlen, gehen schneller fremd ...
Seitensprung: Männer, die sich finanziell zu abhängig fühlen, gehen schneller fremd ...

Männer reagieren einer US-Studie zufolge auf die finanzielle Überlegenheit ihrer Ehefrau häufig mit Seitensprüngen. Je stärker die Abhängigkeit vom Einkommen der Ehefrau, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit der Untreue, fand die Soziologin Christin L. Munsch von der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York). Ihre Studie "The Effect of Relative Income Disparity on Infidelity for Men and Women" (in etwa: Die Folge unterschiedlicher Einkommen auf die Untreue von Männern und Frauen) wurde in der "New York Times" vom Sonntag vorgestellt. Finanziell unabhängigen Männern ist der Seitensprung peinlicher als Steuerbetrug.

Seitensprung bei finanzieller Abhängigkeit

Sie stützt sich auf Daten einer fortlaufenden Untersuchung von Amerikanern im Alter von 18 bis 28 Jahren, National Longitudinal Survey of Youth. Demzufolge haben Männer, die kein eigenes Gehalt beziehen und finanziell komplett abhängig sind, fünf Mal so häufig eine außereheliche Affäre wie Männer mit dem gleichen Einkommen wie ihre Frau. Das gelte auch für junge Väter, die sich bereit erklären, für eine begrenzte Zeit zur Babypflege oder Kindererziehung zu Hause zu bleiben.

Untreue kompensiert Gefühl der Unzulänglichkeit

"Untreue ist vermutlich der Versuch, Gefühle der Unzulänglichkeit zu kompensieren", heißt es in dem Papier, das Munsch kürzlich auch auf der Jahrestagung der Amerikanischen Soziologen-Vereinigung ansprach. Allerdings neigen auch jene Ehemänner zu Seitensprüngen, die wesentlich mehr verdienen als ihre Frauen. Das "sicherste" Einkommensverhältnis liege bei 100 Prozent (Männer) zu 75 Prozent (Frauen), was laut Munsch in etwa auch den Tatsachen entspricht. Vielleicht seien außereheliche Affären auch deshalb relativ selten, entwarnt die Soziologin: Im Durchschnitt nur in drei bis vier Prozent aller (US-)Ehen.

dpa

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Kommentare


Wenn bei Deutschen Studien von 40-50% Fremdgehen geredet wird. Oder sind wir Europäer so viel untreuer?

nee...deutschland ist einfach viel dichter besiedelt....da ist der weg zum seitensprung viel näher*lach*...

aber jetzt ohne scherz: auch in deutschland ist es so, dass die großstadt-kinder später heiraten und viel mehr auswahl an partnern haben...auf dem ländle ist es nicht ganz so einfach

außerdem kann in amerika der geschiedene nicht verdienende part, dem verdienenden im wahrsten sinne die letzten schuhe ausziehen...
weiß zwar nicht mehr wo, aber neulich gelesen, dass ehefrau in den usa ihren mann sogar auf unterhalt von hund und katzen verklagt und diesen auch bekommen hat..
in deutschland ist es nicht so einfach....

Untersucht wurden Leute im Alter von 18-28 Jahren. In dem Alter sind Europaer meist noch gar nicht verheiratet und wechseln halt die Beziehung, wenn's nicht mehr passt (und das ist in der Altersspanne meist mehrfach der Fall) - anstaendige Amerikaner heiraten, bevor sie Sex haben und muessen dann eben fremdgehen. Dass das bei rundumversorgten, gelangweilten Jungs eher der Fall ist (zum Zweck der Bestaetigung ihrer Maennlichkeit), ist auch nicht wirklich eine Untersuchung wert.

Kann nicht repräsentativ sein:
Vielleicht seien außereheliche Affären auch deshalb relativ selten, entwarnt die Soziologin: Im Durchschnitt nur in drei bis vier Prozent aller (US-)Ehen.
Wenn bei Deutschen Studien von 40-50% Fremdgehen geredet wird. Oder sind wir Europäer so viel untreuer? Dann kann die Studie aber auch nicht auf uns übertragen werden.

Da die These oder Untersuchung laut TE von den Amis kommt - schwappt das Ganze 5 - 10 Jahre später frontal zu uns rüber.

In Folge davon müssten die Folgen noch viel gravierender sein.

stimme ich zu ... es ist hauptsächlich der untreue Partner betroffen.

Wobei es glaube ich eher die Unzufriedenheit mit sich selbst und der Lebenssituation im Wechselspiel (Ursache <-> Wirkung) mit dem Selbstbewusstsein ist welche die Wahrscheinlichkeit für die Untreue erhöht.

Der/die mit dem man Untreu ist, ist kein Teil dieses "nicht zufriedenstellenden" Lebens/der Situation. Und gibt so Bestätigung
das man attraktiv ist bzw. einfach aus dieser Sitaution ausbrechen kann.

@Jackprince

Ich habe ja auch gar keine These formuliert und schon gar keine Schuldfrage hier aufkommen lassen wollen.

Deshalb schrieb ich: SOLLTE die Korrelation stimmen ;), was mir persönlich ebenfalls zu sehr verallgemeinert ist.

Hier werden mir allgemein zu viele Scheinkorrelationen aufgestellt.
gutverdienende Frau = attraktive Frau = selbstbewusste Frau =...usw. usw....

Wobei ich durchaus glaube (und nein, ich hab´s nicht empirisch erforscht :P) ist, dass es zwischem Selbstbewusstsein (oder dessen aktueller Stand) und Fremdgehen durchaus einen Zusammenhang geben KANN. Dabei halte ich aber eher das Selbstbewusstsein des Fremdgehenden für relevanter und nicht das des Betrogenen. Von Schuld war da nie die Rede. Meistens sind es eben bestimmte Bedingungen, die auf beiden Seiten zusammen kommen und dann zu einem möglicherweise unerwünschten Ergebnis führen.

Überspitzt: "Leiden (Anpassung) oder Erlösung"

Oder aber man gewöhnt sich daran respektive arbeitet daran.
Sind aber im Moment noch die erwähnten Ausnahmen.
Meine These lautet:

Es muss nicht unbedingt ein Seitensprung sein - denn auf Dauer - wohlgemerkt, wenn sich diese Diskrepanz über Jahre hinwegzieht - gehen viele solcher Beziehung sowieso von ganz alleine auseinander.

Für jede Regel gilt immer die Ausnahme!

Wer was wann was mit wem tut oder sich anderweitig orientiert, ist eigentlich irrelevant.
Denn das Ergebnis ist entscheidend: Zusammenraufen oder Trennung!
Überspitzt: "Leiden (Anpassung) oder Erlösung"

Ich stimme voll und ganz zu das es keine direkte verbdinung zwischen Einkommen und Attraktivität gibt. Ausser der Fähigkeit das man mehr Geld für Kleidung und Style hat.

aber ...

Und Stichwort Selbstbewusstsein: Sollte die Korrelation Gutverdienende Frau - untreuer Mann tatsächlich stimmen, dann ist das Selbstbewusstsein der FRAU wohl kaum das Problem.

Es ist nicht "gut verdienende Frau = untreuer Mann". Das ist zu sehr verallgemeinert.

Es ist wie aufgezeigt ein höhere Wahrscheinlichkeit nachweisbar
wenn

  • a) gut verdienende Frau und weniger bis gar nicht verdienender Mann
  • b) Mann sehr viel besser verdienend als die Frau


Wie schon in vorangehenden Beiträgen beschrieben, ist hier aber nicht Ursache = Wirkung. Es ist so das eine bzw. mehrere Ursachen begünstigen das es zum untersuchten Umstand kommt.

Auch geht es hier nicht darum wer in irgend einer Form schuld ist und/oder ein Problem hat. Wenn dann kann man das nur für jeden
Fall individuell bestimmen. Man kann dem Individuum seine Sozialisierung nicht zum Vorwurf machen. Und wie auch schon in vorher gehenden Beiträgen knapp umrissen, ist es eine Sache etwas per Gesetz gleichzustellen (was auch richtig ist) aber eine andere Sache hunderte bis tausende Jahre alt Verhaltensweisen & Sozialstrukturen zu ändern. Das braucht seine Zeit.

Einige Menschen glauben immer noch das die Welt vor 6000 Jahren erschaffen wurde und wir alle das Produkt von genau zwei Menschen sind. Nun rational und logisch betrachtet würden wir alle schwer krank sein da unsere genetische diversität hin wäre und damit unser Immunsystem zu angreifbar. Auch sprechen noch manigfaltig andere Dinge dagegen und kein einziges dafür.
Trotzdem glauben noch Menschen an so etwas weil es über hunderte und tausende Jahre immer und immer wieder so gelebt wurde, weil die Gesellschaft dies verinnerlicht hatte. Und es brauchte schon fast 300 Jahre bis wir in einer Zeit sind wo sich die Moral so sehr gewandelt hat das wir eher Kants kategorischen Imperativ ( Links nur für Mitglieder ) und die Aufklärung als Grundlage für ein Miteinander nehmen statt zehn Fragen aus dem Ägyptischen Buch der Toten (bzw. leicht verändert später die zehn Gebote).

So ist der Mensch.

Ich nehme mal an, dass es daran liegen könnte, dass gutverdienende Frauen i.d.R. auch attraktiver sind und zudem mit Sicherheit über ein hohes Selbstbewusstsein verfügen.

Äh...Angela Merkel schon mal aus der Nähe angeguckt...?

Ich glaub, das kann man mal getrost in der Klischeekiste wegschließen.
Was stimmen mag, wäre die These, dass gut verdienende Frauen sich auf auf entsprechendem Parkett bewegen und schon aufgrund eines gewissen, dort herrschenden Dresscodes mehr aus sich machen (müssen).

Und Stichwort Selbstbewusstsein: Sollte die Korrelation Gutverdienende Frau - untreuer Mann tatsächlich stimmen, dann ist das Selbstbewusstsein der FRAU wohl kaum das Problem.

  • Neu hier? Kein Problem!
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