Thema AIDS aktuell

"Vergiss AIDS nicht" sorgt mit frecher Kampagne für neue Aufmerksamkeit

Jährlich stecken sich in Deutschland etwa 3.000 Menschen mit dem HI-Virus an. Noch immer gibt es keine Heilung und der einzige wirksame Schutz ist Aufklärung und die Benutzung von Kondomen. Pünktlich zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember spricht der Verein "Vergiss AIDS nicht" mit dem Online-Spiel "Cock out" besonders männliche Jugendliche an, denn der HI-Virus verbreitet sich besonders unter homosexuell aktiven Männern. Auf der Seite www.cock-out.de kämpft der Spieler mithilfe seines körpereigenen Joysticks gegen den HI-Virus. JOYclub.de unterstützt die Kampagne und hat gemeinsam mit "Vergiss AIDS nicht" eine umfangreiche Umfrage unter 7.000 JOYclub-Mitgliedern durchgeführt. Das Ergebnis ist überraschend. Obwohl die meisten ihr Sexleben verantwortungsvoll gestalten, offenbart die Umfrage bei einer Minderheit Wissenslücken und Verunsicherung.

Immer noch einige Gedankenlose

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass das Interesse an dem Thema nach den umfangreichen Präventionskampagnen in den 90er-Jahren nachgelassen habe, zeigen sich die Befragten sehr informiert. HIV/AIDS wird sowohl bei Männern, als auch bei Frauen sehr ernst genommen: 76 Prozent schützen sich mit Kondomen gegen den Erreger und 16 Prozent reduzieren das Ansteckungsrisiko durch feste Sex-Partner. Dennoch gibt jeder Hundertste an, sich noch keine Gedanken über den Schutz vor HIV gemacht zu haben.

Was wissen die Deutschen über HIV und AIDS?
Was wissen die Deutschen über HIV und AIDS?
 

Keine Entwarnung in Sachen AIDS

Trotz umfangreicher Studien und Medikamententests gibt es kein wirkungsvolles Mittel gegen den HI-Virus. Der Großteil der Befragten ist deshalb der Meinung, dass der HIV/AIDS auch heute genauso gefährlich ist wie vor 20 Jahren. Beunruhigende zwei Prozent halten den Virus fälschlicherweise für heilbar.

Berührungsängste sind groß

Die Angst vor einer Infektion ist groß: Sex mit einem HIV-infizierten Menschen kommt für 71 Prozent nicht infrage. Diejenigen, die den sexuellen Kontakt nicht ausschließen, legen aber auf Kondome wert. Kein einziger Befragter gab hingegen an, bedenkenlos beim Geschlechtsverkehr mit HIV-Infizierten zu sein.

Der kleine Unterschied

Die Haltung von Männern und Frauen unterscheidet sich in Bezug auf HIV/AIDS wenig. Lediglich bei der Offenheit im Umgang damit klaffen nennenswerte Lücken. So vertrauten sich 42 Prozent der weiblichen Befragten auf der Suche nach Informationen einem Arzt an. Hingegen suchten nur 34 Prozent der Männer in der Vergangenheit Rat bei einem Mediziner. Wesentlich beliebter beim starken Geschlecht sind anonyme Quellen, wie das Internet oder Zeitungen und Zeitschriften. Im Übrigen hat sich gut ein Drittel in der Schulzeit besonders mit der Infektionskrankheit auseinandergesetzt.

Frauen reden offener

Nachholbedarf gibt es von männlicher Seite bei Gesprächen. Elf Prozent erklären, dass sie über HIV mit niemandem reden. Zum Vergleich: Bei den Frauen sind gerade mal sechs Prozent derartig verschwiegen. 18 Prozent der Männer sprechen wenigstens mit ihrem Partner darüber, aber mit keinem anderen. Und im Freundeskreis meinen nur 67 Prozent der männlichen Befragten, darüber reden zu können. Unter den Frauen sind es 78 Prozent.

HIV/AIDS: Kein Grund zum Verstecken

In letzter Zeit sind nicht nur einige Prominente mit ihrer HIV-Infektion an die Öffentlichkeit getreten, generell scheinen sich viele Menschen mit Bekannten und Verwandten über ihre Krankheit auszusprechen. So kennen insgesamt 13 Prozent der Befragten in ihrem näheren Umfeld einen HIV/AIDS-Erkrankten. Eine erstaunliche Zahl, liegt doch die Infektionsrate in Deutschland bei rund 0,07 Prozent.

30. November 2010

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