Alice im Wunderland des Pornos. So könnte man "Malice in Lalaland" kurz und knapp zusammenfassen. Würde allerdings auch ein wenig zu kurz greifen, denn die Umwandlung der Vorlage von Lewis Carroll in einen Porno wartet mit erstaunlich vielen eigenen Ideen auf und deutet die Story um persönliche Identität und Erwachsenwerden zu einem Road Movie in Amerikas optisch reichen Hinterland um.
Wir stellen euch den optisch ungemein interessanten Porno mit dem ehemaligen amerikanischen Pornosuperstar Sasha Grey in der Rolle der Malice genauer vor …
- Inhaltsverzeichnis
- "Malice in Lalaland"
- Trailer zu "Malice in Lalaland"
- Sex im Kaninchenbau?
- Alice wird zu Malice
- Porno wird zu Film und wieder zurück
- Der Sex in "Malice in Lalaland"
- Sasha Grey im Pornoland
- Fazit: Technisch perfekter, grotesker, wahnwitziger Pornotrip
- Die DVD zu "Malice in Lalaland"
- Kommentare
"Malice in Lalaland"
Originaltitel: Malice in Lalaland
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Lew Xypher
Darsteller: Sasha Grey, Dirty Fred, Stephen Powers, Andy San Dimas, Keni Styles, Ron Jeremy, Danny Mountain, Chayse Evans, Chris Johnson, Alan Stafford, Kagney Linn Karter, Kristina Rose, Phoenix Marie
Freigabe: XXX
Laufzeit: 98 Minuten
Bild: 2,35:1 (anamorph)
Ton: Englisch
Format: NTSC
Ländercode: 0 (Codefree)
Extras: Produktionstagebuch Keni Styles, Non-Sex Version, Sex-Only Version, Produktionsfotos, Sexfotos, Trailer zu “Hell is where the party is”
Verpackung: Mediabook
Studio: Miss Lucifer im Vertrieb von Vivid-Entertainment
Trailer zu "Malice in Lalaland"
Sex im Kaninchenbau?
Malice ist Insassin einer abgefuckten psychiatrischen Einrichtung, in der sie tagtäglich mit Elektroschocks malträtiert wird. Eines Tages taucht ein Kaninchen in ihrer Zelle auf und befreit sie von ihren Fesseln. Malice nutzt die Gelegenheit zur Flucht und folgt dem Kaninchen.
Die Chefin der Psychiatrie schickt ihren besten Wärter Jabbowski los, um Malice wieder dingfest zu machen. Diese wird von dem Kaninchen durch eine Wüstenlandschaft zu dessen Kaninchenbau geführt, wo ihr der kleine Rammler die Klamotten "klaut" und sie fortan nackt durch Amerikas Hinterland irren lässt.
Auf ihrer Reise kreuzt sie die Wege der verschiedensten Charaktere. Chester Catz, der sie nach einem Fotoshooting ausgiebig fickt, wird zu einem ständigen Begleiter und führt sie zu seltsamen Gestalten und Orten, wie Cater Pillz Stripschuppen oder Matt Hadders stark SM- und fetischlastige Räumlichkeiten. Immer ganz nah an Malice dran: Jabbowski, der in der Wahl seiner Mittel immer rigoroser und wahnsinniger wird …
Alice wird zu Malice
Was man "Malice in Lalaland" absolut zugute halten muss, ist, dass der Film der Versuchung widersteht, einfach nur Lewis Carrolls Vorlage in ein Erwachsenenmärchen umzudeuten. Stattdessen übernimmt man nur einige Elemente der literarischen Vorlage und deutet sie so um, dass sie zum eigentlichen Grundaufbau des Filmes, der stark an ein typisch amerikanisches Road Movie erinnert, passen.
So gemahnt die Leiterin der Psychiatrie an die boshafte Rote Königin der Originalvorlage, Chester Catz setzt nicht umsonst mitten im Liebesspiel eine großvolumige Grinsekatze Maske auf, Cater Pillz steht wie die Raupe (Caterpillar) aus "Alice im Wunderland" auf Wasserpfeifen und ist von fetter Gestalt (köstlich gespielt von Ron Jeremy), Matt Hadder (mad hat??!!) steht natürlich für den verrückten Hutmacher und dass Malice irgendwann im Original Outfit von Alice aus der Walt Disney Zeichentrickverfilmung ein Aktshooting durchzieht, verwundert dann sicherlich keinen mehr.
Diese Einbindungen des Originals funktionieren hervorragend, sind teils sogar richtig schlitzohrig und entbehren nicht einer gewissen Ironie. Problematisch ist, dass wie bei vielen anderen "normalen" Road Movies, die eigentliche Grundgeschichte den Film nicht trägt. Zu Beginn wird man noch sehr gut unterhalten von der Wärter-jagt-Entflohene-Grundgeschichte, doch mit der Zeit merkt man, dass dies das einzige echte Handlungselement ist, das die Sexepisoden zusammenhält. Das lässt "Malice in Lalaland" vor allem gegen Ende doch ziemlich gestreckt wirken.
Porno wird zu Film und wieder zurück
Was weit mehr als die Geschichte von Malice zu überzeugen weiß, ist die technische Umsetzung des Pornos. Unglaublicherweise gedreht auf echtem 35 mm Filmmaterial (in Zeiten, in denen so gut wie alle Pornos mit hochauflösenden Digitalkameras gedreht werden, fast wieder ein Novum!) und im ultrabreiten Kinoformat präsentiert, fühlt sich der Film von Beginn an ungemein wertig an und stellte natürlich ganz spezielle Anforderungen an die Bildgestaltung.
Regisseur Lew Xypher stellte sich der Herausforderung und gewinnt auf ganzer Linie. Die Bilder der amerikanischen Wüstenlandschaften pumpen eine Atmosphäre in den Film, die man von einem Porno niemals erwartet hätte. Die Schauplätze sind hochwertig, die Lichtsetzung reicht von interessant bis experimentell und sogar Animationssequenzen fanden ihren Weg in den erstaunlich schnell geschnittenen, sehr lebendigen und wahrlich knallbunten Film.
Optisch erinnert der Film somit immer wieder an die jüngeren Vivid Entertainment Werke wie "King Cobra" und Co., was nicht von ungefähr kommt, da Vivid den Weltvertrieb für das Label Miss Lucifer übernommen hat, welches federführend bei Malice war.
Bei "Malice in Lalaland" bekommt man garantiert keinen 0815 Pornosoundtrack geboten! Die Musikstücke stammen von belgischen Heavy Metal Gruppen wie Aguardente. An dieser dürften sich allerdings die Geister scheiden. Dem einen wird gefallen, dass die Musik prinzipiell großartig zu dem Film und den immer wieder heraufbeschworenen Rocker- und Bikerklischees in Malice passt. Andere werden sich daran stören, dass die Musik teils sehr – also wirklich SEHR – eintönig daherkommt und ab und an in Tempo und Rhythmus nicht so recht zu den Sexszenen passen will.
Der Sex in "Malice in Lalaland"
Und damit wären wir beim Thema, immerhin haben wir es hier mit einem Porno zu tun. Gleich zu Beginn des Streifens setzt es dann auch einen MMFF, der die Marschrichtung für Malice gut vorgibt. Schnell geschnitten, stellungsverliebt, untermalt mit Heavy Metal, dargeboten von größtenteils sehr hübschen, teils aber ziemlich derb silikonbestückten Mädels, die alles geben, um eine gewisse Rockchick Attitüde zu transportieren: Lederarmbänder, Nietengürtel, Lack- und Lederklamotten, Ketten, Tattoos, Piercings in allen Intimteilen.
Gepimpert werden sie von ausschließlich durchtrainierten, ganz ansehnlich geratenen und amtlich bestückten Darstellern, die sich sichtlich bemühen, nicht den Klischeegorillahabitus in den Sexszenen zu bedienen. So versucht sich der Film auch ein wenig in den paartauglichen Gefilden des Pornos, hat aufgrund von Popogeklatsche mitten beim Sex bis zum ausschließlichen Abspritzen ins Gesicht aber noch genügend Pornounarten im Gepäck, die man entweder nicht ablegen kann oder will.
Die Sexszenen schwanken dabei durchaus in der Qualität. Auf richtig gute folgen subjektiv richtig schwache (Eine fürchterlich langweilige Lesbenszene in einem Stripschuppen wird beispielsweise von einer wirklich erotischen Dreierlesbenszene mit Strap-On Action gefolgt und in vielerlei Hinsicht getopt!). Die Highlights bilden die einzige Sexszene mit Analverkehr gegen Ende des Filmes, die auch in optischer Hinsicht ein echtes Schmuckstück geworden ist, und die Sexeinlagen von Sasha Grey … natürlich!
Sasha Grey im Pornoland
Sasha Grey, die in Malice die Hauptrolle inne hat, wurde in den letzten Jahren mehr und mehr zum Pornosuperstar in den Staaten aufgebaut, der irgendwann sogar den Mainstream eroberte, mit Regisseuren wie Steven Soderbergh ("Oceans 11-13") drehte und dafür sogar ordentliche Kritikerstimmen einfuhr. Sogar in dem TV Hit Entourage war sie ab Staffel 7 dabei - als Pornodarstellerin Sasha Grey!!!
Von der Verve, mit der sie ihre Pornokarriere vorantrieb, färbte bei "Malice in Lalaland" allerdings nicht viel auf ihr Schauspiel ab. Sie wirkt regelrecht steif und überfordert von ihrer Rolle. Einzig in den Sexszenen weiß sie zu gefallen. Erstaunlich ist allerdings, dass die Analspezialistin hier ihre Paradedisziplin komplett außen vor lässt! Eigentlich eine Schande bei dem Knackarsch … Und bedenkt man dann noch, dass Sasha im April 2011 ihren Rückzug aus dem Pornogeschäft erklärte, kann man diese verpasste Gelegenheit nur noch mehr betrauern. Zum Glück sind unter den über 200 Filmen aus ihrer Karriere noch genügend scharfe Auftritte, um diesen Malus zu verkraften …
An die Wand gespielt werden sie und viele ihrer Co-Stars durch zwei Nebendarsteller. Zum einen wäre da der spaßige Auftritt von Ron Jeremy, der über die Jahre gelernt hat, dass Selbstironie immer ein guter Schauspielratgeber ist, und zum anderen Dirty Fred als Jabbowski. Dirty Fred zieht hierbei so eine geniale One Man Show ab, dass man teils aus dem Feiern gar nicht mehr herauskommt. Umso schockierender ist es dann, wenn seine Figur gegen Ende immer brutaler und rücksichtsloser agiert und wahrlich manische Züge annimmt. Ganz großes Pornokino.
Fazit: Technisch perfekter, grotesker, wahnwitziger Pornotrip
Was bleibt ist ein Porno, der alleine schon aufgrund seiner technischen Umsetzung Staunen macht. Die Kameraarbeit ist formidabel, die Arbeit mit allen möglichen Farben des bekannten Farbspektrums sorgt für teils groteske Bilder, der flotte Schnitt pumpt ordentlich Tempo in die Chose und einen Porno im Kinoformat sieht man wahrlich nicht alle Tage. Zudem bieten die gebotenen Schauplätze von Psychiatrie bis Wüstenlandschaften Atmosphäre pur.
Viele der Sexszenen machen Laune, haben durchaus ordentlich Druck und Härte unterm Pornopony, finden in den unterschiedlichsten Szenerien statt und auch die ständige Einbindung von Fetischelementen weiß zu gefallen. Doch ganz vergessen machen können sie einige langweilige Standardnummern nicht. Auch die in manchen Sexszenen unpassend (weil rhythmisch nicht passend) wirkende Heavy Metal Musik stört den positiven Eindruck. Die Darstellerinnen und Darsteller sind derweil mit Spaß bei der Sexsache, auch wenn etwas weniger Silikon bei den Damendarstellerinnen nicht geschadet hätte.
Eine kleine Enttäuschung ist die zunehmend dünner werdende Geschichte, während die eingeflochtenen "Alice im Wunderland" Elemente aufgrund ihres Einfallsreichtums immer wieder zu begeistern wissen (Auch das an Johnny Depps Charakter in "Fear and Loathing in Las Vegas" erinnernde Outfit von Keny Stiles ist ein echter Brüller!). Das macht "Malice in Lalaland" zu einem Streifen, der vielleicht nicht ganz der große Pornowurf geworden ist, der aber definitiv ein Porno ist, bei dem es sich lohnt, einen prüfenden Blick zu riskieren und sich in eine groteske, bunte, pornöse Parallelwelt entführen zu lassen.
Die DVD zu "Malice in Lalaland"
Die DVD präsentiert den Film in bestechender Bild- und Tonqualität, die gerade im Bildbereich dank ihrem Detailgrad fast an HD Material glauben lässt! Der Film kommt ausschließlich im englischen Originalton, ist aber zum einen leicht verständlich und zum anderen auch deutsch untertitelt, so man diese Option auswählt.
In Sachen Extras bekommt man hier eine volle Packung: Da wäre zum einen das sehr ausführliche Produktionstagebuch des Grinsekatzedarstellers Keni Styles, das mit Interviews, Impressionen vom Set, vielen Hintergrundinformationen und alternativen Einstellungen der Sexszenen aufwartet. Bei 52 Minuten Laufzeit bekommt man hier einiges geboten.
Dann kann man wählen, ob man nur die Geschichte oder nur die Pornoszenen am Stück sehen möchte. Des Weiteren ist das Material enthalten, dass Sasha Grey vom abschließenden Dreier als Kamerafrau gedreht hat … Analaction massiv
. Dazu kommt ein volles Fotoalbum mit Bildern vom Dreh und eines nur von den Pornoszenen. Ein Trailer zu "Hell is where the Party is" rundet das Extramaterial ab.
Ein weiteres Highlight ist die Verpackung der DVD. Diese erinnert an die gerade so populären Mediabooks, besteht aus hochwertiger Hartkartonkartonage und hat neben der DVD ein umfangreiches, wie ein Comic gestaltetes und fest mit der Verpackung verbundenes Booklet zu bieten, in das man durchaus einige Zeit eintauchen kann …
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In diesem Sinne:
freeman


























