Gute Parodien auf erfolgreiche Serien und Filme sind im Pornobereich eher selten anzufinden. Viele Parodien genügen sich darin, Darsteller zu suchen, die den Originalcharakteren der Blockbustervorbilder halbwegs ähnlich sehen, kopieren ein paar wesentliche Handlungsinhalte und hüllen dann diese Zutaten in ein Gewand aus mehr oder weniger guten Pornoszenen.
Dabei wird aktuell fast alles parodiert, was Rang und Namen hat. Avatar, Star Wars, The Big Lebowski, Drei Engel für Charlie oder Twilight. Man könnte fast von einem Parodienhype sprechen, der die Pornolandschaft aktuell in seinem geilen Griff hält. Doch hin und wieder schaffen es richtige kleine Perlen in den heimischen DVD Player. Eine davon hört auf den Namen Batman XXX und begeistert mit ungeahnter Detailverliebtheit.
Heiliges Fledermausohr!
Originaltitel: Batman XXX - A Porn Parody
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Axel Braun
Darsteller: Lexi Belle, Tori Black, Alexis Texas, Kimberly Kane, Dale DaBone, James Deen
Freigabe: XXX
Laufzeit: 120 Minuten
Bild: 16:9 (anamorph)
Ton: Englisch
Format: NTSC
Ländercode: 0 (Codefree)
Extras: Behind the Scenes, Non-Sex Version, Trailer, Casting Calls
Verpackung: Amaray
Studio: Vivid
Heiliger jugendfreier Einblick in Batman XXX
Heiliger Porno Batman!
Lisa Carson, Spross wohlhabender Eltern und die Geliebte von Millionär Bruce Wayne, wird vom fiesen Rätselgenie The Riddler entführt. Commissioner Gordon ruft Batman, den Vigilanten Gothamer Nächte, zu Hilfe, nicht ahnend, dass dieser Bruce Wayne ist und darum ein ganz privates Interesse hat, Miss Carson zu befreien. Darum macht er sich mit seinem potenten Partner Robin auf, Lisa zu befreien. Diese leckt derweil den Zauberstab des Riddlers und lässt sich anal verwöhnen. Vermutlich eine weiterführende Version des Stockholm Syndroms. Doch so geil, wie sie vögelt, glaubt man gerne, dass Bruce sie gerne zurück hätte.
Die ersten Indizien führen das dynamische Duo auf eine Party von Ron Jeremy! Erstaunlicherweise kennen beide den Pornosuperstar und lassen eine ungefähre Ahnung von dem aufkommen, was die beiden Gesetzeshüter sonst so treiben, wenn sie nicht gerade Schach spielen. Auf jeden Fall wird Batman auf der Party von Sexbombe Molly betäubt und muss ihr als Sexsklave dienen. Was er auch willenlos hervorragend schafft.
Robin, nun auf sich allein gestellt, braucht dringend Hilfe. Zum Glück ist da ja noch Barbara Gordon, die Tochter von Commissioner Gordon. Diese verwandelt sich des Nächtens nämlich in Batgirl und stellt den Bösewichtern dieser Welt nach. Gemeinsam können Batgirl und Robin das Versteck des Jokers ausmachen und erfahren hier, dass der Riddler, Joker und Catwoman eine unheilvolle Allianz geschmiedet haben, um Batman und Co. umzubringen.
Um sich die Zeit zu vertreiben, treibt es kurz darauf der Joker mit zwei willigen Gespiellinnen, was Robin und Batgirl so scharf macht, dass sie auch übereinander herfallen. In diesen Momenten der Unachtsamkeit ist es für die Bösewichter ein Leichtes, auch die Beiden gefangen zu nehmen. So haben die Bösewichter alle Gesetzeshüter der Stadt auf dem Präsentierteller und schicken sich an, kurzen Prozess mit ihnen zu machen. Ob Catwoman noch eine Double Penetration verpasst bekommt, dem Joker das Lachen vergeht und der Riddler ein unlösbares Rätsel vorgesetzt bekommt, erfährt, wer diesen Film zu Ende schaut …
Heilige detailverliebte Pornoparodie
Wer in seinen jungen Jahren auch nur ein oder zwei Folgen der insgesamt 120teiligen Batmanserie aus den seligen 60er Jahren gesehen hat, wird bei Batman XXX aus dem Schmunzeln nicht mehr herauskommen. Alle an der Serie lieb gewonnen Zutaten bekommt man in der Pornoparodie zu sehen und zu hören. Sei es die augenkrebserregende Kostümierung der Helden, das Batlogo als Überblendung, das musikalische Batmanthema, der kultige Vorspann mit dem dahinrasenden Batmobil, das bekannte Figureninterieur, die seltsamen Rätsel des Riddlers, die dummen Sprüche von Robin, das steife Gehabe von Bruce Wayne, die herrliche 60's Mucke, die seltsame Kleidung und diverse Frisurenverfehlungen, Batman XXX hat all das und noch viel mehr.
Selbst die absolut genialen, sicherlich jedem bekannten Kletterszenen (diese gingen als Batclimb in die Seriengeschichte ein), in denen die Darsteller in gebückter Haltung an einem Seil entlangliefen und die Kamera so gedreht wurde, dass es schien, als kletterten sie in etwas unkonventioneller Kletterhaltung (nicht wenige Zuschauer sagten, die Charaktere sahen immer aus, als säßen sie auf dem Lokus) eine Mauer hoch, findet man hier. Von den *Kaboom* *Slosh* *Kabow* Schrifteinblendungen bei brachialen Prügeleien ganz zu schweigen.
Und wer die Originalserie kennt, der weiß, dass sich Jokerdarsteller Cesar Romero für keine Serienrolle der Welt seinen Bart abrasieren wollte. Dieser musste dann immer überschminkt werden, was in der Originalserie schon immer herrlich Panne aussah. Selbst DERARTIGE Kleinigkeiten rettet Batman XXX aus der Originalserie herüber und präsentiert einen Joker mit überschminktem Bartwuchs! Das unterstreicht nur, mit welcher Liebe zum Original die Macher hier am Werke waren.
Heilig’s Blechle, das macht richtig Spaß
Die Story von Batman XXX ähnelt in ihrem Ablauf ebenfalls denen der Serie. Eine holde Maid wird entführt, das dynamische Duo bricht auf, um sie zu retten, lässt ein paar sehr dumme Sprüche ab, bringt ein ganzes Arsenal an Batman Spezialwaffen zum Einsatz und gerät gegen Ende in eine große Keilerei, die in einen kreuzgefährlichen Cliffhanger mündet. Eine Auflösung bleibt uns Batman XXX im Übrigen schuldig, aber vielleicht kommt ja irgendwann ein zweiter Teil nach.
Bis dahin kann man festhalten, dass in diesem Porno sogar die darstellerischen Leistungen stimmen. Alle waren mit sichtlichem Spaß bei der Sache und overacten sich um Kopf und Kragen, was im Rahmen des zu parodierenden Objekts aber ganz hervorragend passt, nahm selbiges sich doch schon nicht sonderlich ernst.
Besonderes Lob gebührt dabei dem Batman Darsteller Dale DaBone, der die extrem steifen Manierismen von Urbatman Darsteller Adam West auf den Punkt imitiert. Der Darsteller des Robin, der auf den salbungsvollen Namen James Deen hört, tut es ihm gleich und lässt einen dämlichen Robin Spruch nach dem anderen vom Stapel. Von "Heiliger Dreier" bis "Heiliges Viagra" reichend geht es dabei naturgemäß recht schlüpfrig zu.
Die Darstellerinnen rekrutieren sich durchweg aus der Creme de la Creme des Vivid Pornolabels. Tori Black, Lexi Belle (beide spielten bereits zusammen in An Eternal Love), Alexis Texas und Kimberly Kane (spielte unter anderem in Private World Cup) überzeugen rundweg mit vollem Körpereinsatz, können aber darstellerisch nicht so sehr glänzen wie ihre männlichen Kollegen.
Sie wurden vornehmlich für den offensiveren Pornopart des Unternehmens Batman XXX engagiert und haben insgesamt fünf, teils ziemlich lange Sexszenen zu bestreiten, die von Vaginal- über Oral- bis zu Analverkehr alle Pornostandards bedienen und bei denen vor allem die Nummern von Alexis Texas und Kimberly Kane in Erinnerung bleiben, da die schon sehr heiß geraten sind. Feministische Frauenpornostatements (so es diese denn wirklich gibt) braucht man sich hier allerdings nicht zu erwarten. Die ganze Ausgestaltung der Sexszenen ist quasi Porno pur und richtet sich vornehmlich an den Pornoallesgucker und der ist ja meist männlich … *hüstel*
Heilige Beschwerdepunkte
Etwas langweilig ist die Bebilderung der Sexszenen ausgefallen. Regisseur Axel Braun verharrt häufig in ein und derselben Einstellung und lässt im Grunde seine Darsteller die ganze Arbeit verrichten. Close Ups, Schwenks, Zooms, all das findet man eher selten in den Sexnummern und eine zweite Kamera (und damit weitere Einstellungen des Geschehens) sucht man komplett vergebens.
Und ein weiterer Kritikpunkt an Batman XXX wird in den Sexnummern offensichtlich: Sobald sich die Darsteller ihrer Kostümierung entledigt haben, was teils herrlich putzig anzusehen ist, vor allem, wenn sich Batman aus seinen engen Beinkleidern schält, hat der Film nicht mehr viel 60's Style und wirkt wie ein ganz normaler Porno. Die Optik ist viel zu geleckt, die Tattoos der Darstellerinnen wirken zu modern und vor allem die Hintergründe, in denen die Nummern stattfinden, sind teils arg detailarm. Auch ist die Ausleuchtung der Sexszenen sehr steril geraten. Hier hätte man sich wirklich mal ein paar Anregungen aus den Anfängen der Sexfilmzeit holen und beispielsweise ein paar Kratzer aufs Filmmaterial zaubern können.
Heiliges fazitatorisches Pornoparodiefazit
Batman XXX erweist sich als wirklich liebevolle Parodie auf das kultige Vorbild. Bis ins kleinste Detail wird die Batman Fernsehserie aus den 60er Jahren kopiert und deren Funktionsweisen – freilich um saftige Sexszenen ergänzt – ins Pornogenre übertragen. Die Darsteller sind mit dem gleichen Spaß bei der Sache wie die Kostümbildner und so manch dämlicher Gag lässt einen unvermittelt auflachen. Hätte man die Optik des ganzen ebenfalls an die 60er angepasst, die Sexszenen ein wenig mehr dynamisiert und dem ganzen Unterfangen den klinischen Pornolook genommen, man hätte Batman XXX sogar als richtig guten Porno betitulieren können. So ist er zumindest ein rarer Lichtblick im Genre der Pornoparodien.
Heilige Porno DVD
Die Batman XXX DVD von dem Label Vivid kommt in ausgesprochen guter Bild- und Tonqualität, hat aber leider neben der Originaltonspur keinerlei Synchronspuren an Bord. Allerdings versteht man die Story und die Gags auch so. Ausstattungstechnisch gibt es eine 35minütige Behind the Scenes Dokumentation, die diverse Interviews mit den Darstellern und Filmschaffenden enthält. Dazu kommen einige Trailer aus dem Vivid Backprogramm und Aufnahmen vom Casting der Darsteller, die schon da mit viel Verve in ihre Rollen schlüpften.
Als witziges Gimmick erweist sich eine 25minütige Filmzusammenfassung, die ausschließlich aus den Handlungsszenen besteht und keinerlei Form von nacktem Fleisch beinhaltet. Im Übrigen gingen die Episoden der Fernsehserie auch nie viel länger als 20 Minuten … vielleicht läuft diese Kurzfilmfassung ja irgendwann mal als Teil 121? ;). Als eher nerviges Gimmick erweisen sich die selbst ablaufenden Vividwerbetrailer, von denen bei jedem Neueinlegen der DVD ca. 10 Stück starten und die einzeln weggedrückt werden wollen.
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In diesem Sinne:
freeman























