24.04.2007

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Neunzig Minuten vom "Helmut Newton" unter den Pornofilm-Regisseuren

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Andrew Blake's "Feel the Heat" (2004) ist eine DVD, die aus sieben anderen eigenen Werken zusammengeschnitten wurde. Blake gilt als der "Helmut Newton" unter den Pornofilm-Regisseuren mit dem Faible für Fetisch, das er in vielfältiger Art und Weise umsetzt. Primär mit Lesbensex, aber auch einzelne Heteroszenen stellt er hier in anderthalb Stunden Bildmaterial dar.

Die DVD gewährt Einblicke in die Arbeit Blake's von 1992 bis 2003 und zeigt seine Vielfältigkeit der Umsetzung, aber auch seiner Entwicklung auf. Nichts wirkt anstößig oder brutal, alles ist harmonisch in Szene gesetzt und wirkt durch die Verlangsamung sehr verschieden ausgeleuchtet. Die Musik passt häufig zum Dargestellten und wirkt ergänzend. Vereinzelt arbeitet Blake Lustschreie und geäußertes Verlangen ein. Geht damit aber sparsam um.

Szenenvorstellung

1. Ava Vincent Centerfold (2001) aus "Blond & Brunettes"

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Langsam bewegende Bilder, in schwarz-weiß oder gefiltert in braun oder blau werden in kurzen Sequenzen zusammengeschnitten. Sie zeigen eindeutige und schöne Detailbilder des weiblichen Körpers und seiner intimen Stellen.

Dieses ästhetische Spiel bringt die weiblichen Lust zum Vorschein, untermalt mit einer minimalistischen Musik-/Tonspur, die mystisch begleitet. Die Frau steht meist im Vordergrund. Wie sie sich berührt oder wie sie von einem Mann genommen wird. Der Mann ist selten im Bild und wenn, dann nur abseits des Oberkörpers. Diese Art der Langsamkeit in seiner Darstellung ist unheimlich erotisch.

2. Leg Fantasy featuring April (2001) aus "Girlfriends"

Mit einer etwas anderen Perspektive richtet die Kamera ihren Blick auf April, die lasziv ihren Köper auf einer stilechten Couch präsentiert. Mit ihren langen Beinen, die durch Pumps (ca. 20 cm) atemberaubend in der bekannten Langsamkeit zur Geltung gebracht werden.

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Ein fast schwereloses Gefühl wird vermittelt, tiefe Einblicke nicht gemieden. Erotik pur.

In einer zweiten Szene spielt der Regisseur ebenfalls mit einer Überblendung im Hintergrund, die durch den Farbkontrast der Darstellerin noch mehr Blicke auf Beine, Po und dem Intimbereich zieht.

Nichts wirkt irgendwie anstößig, alles ist harmonisch im Einklang. Eine fabelhafte Kombination aus Licht, Ton, Kameraführung und Schnitt. Dazu das kesse Spiel der Darstellerin mit der Kamera ergibt einen sehenswerten Einblick in die hohe Kunst der Erotik.

3. Leg Fetisch featuring Michelle-Marie (2001) aus "Exhibitionists"

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Edeleinblicke de Luxe, die durch die Berührungskünste des Mannes oder vielmehr seiner Hände noch tiefer blicken lassen. Aber auch ihr leichtes und sinnliches Spiel mit seinem besten Stück wirkt schon beinah faszinierend. Immer wieder werden die Einstellungen durch Detailaufnahmen von ihrem Po und ihren langen Beinen unterbrochen. Der Akt an sich wird nur ab und an dazwischen geschnitten. Ästhetik pur!

4. Ice Dildo featuring Janina & Julia (1992) aus "Hidden Obsessions"

Er unterbricht den bisherigen Trancezustand und führt in eine andere Welt. Am Pool liegend erzählt sie ihren Traum.

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Zwei Frauen in Latexkleidern ergeben sich dem gemeinsamen Spiel mit einem Glasdildo. Parallel dazu wird immer wieder die Frau vom Pool eingeblendet, die sich erregt bis zum Orgasmus streichelt. Ganz im Malibu-Style wirkt die Musik belebend durch den Gitarrenpop, der durch die weiblichen Lustgeräusche nur schwer die Oberhand gewinnen kann.

5. Beauty Shots featuring Dahlia Grey (2002) aus "Hidden Obsessions"

...zeigt ein anderes Bild für zweieinhalb Minuten. Die rassige Frau räkelt sich im Bett und zeigt spielerisch neben all dem Tüll und Kissen ihren (behaarten!) Intimbereich.

6. Faith & Julian (2003) aus "Hard Edge"

Faith kommt in den Raum und legt sich lustvoll über seinen Schoß. Er widmet sich ihrem Po und legt damit direkte Einblicke für die Zuschauer frei. Er spielt mit ihr und lässt seine Finger in sie gleiten. Ein paar leichte Klatscher auf den Po, werden durch die kurz darauf eingeblendeten Details ihres Gesichtes und ihrer empfundenen Lust abwechselnd gezeigt.

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Julian berührt danach mit seinem Penis ihren Körper (besonders ihre Beine) und lässt sich von ihr "verwöhnen". Kurz darauf erhält sein bestes Stück einen Pumps verpasst, dem Sie sich hingebungsvoll zuwendet. Sie leckt und "füsselt" ihn kurz danach. Trotz der verlangsamten Bilder kommt der Akt zwischen beiden kraftvoll und sinnlich zugleich rüber. Wenig später wird sein Orgasmus auf ihren Füßen stilvoll beendet.

7. Selena, Lea & Brunno (1996) aus "Unleashed"

Hier experimentiert Blake mit fantasievollen und farbenfrohen Kostümen, die jeweils tiefe Einblicke in das jeweilige weibliche Spiel mit sich selbst in Szene setzt. Während die eine Frau und ihre Lustschreie dargestellt werden, wird die andere Frau von einem Mann hingebungsvoll geleckt und im Stillen berührt. Sie revangiert sich daraufhin und es kommt zum kurzen Eindringen im Stehen und dem Abspritzen über ihrem Gesicht durch ihre Führung.

8. Selena, Shelby & Misty (1996) aus "Unleashed"

Voyeurin trifft auf Latex-Domina, die sich mit ihrem Zimmermädchen vergnügt und deren Innerstes mit Latexhandschuhen erkundet. Anschließend leckt diese ihre Beine und Pumps. Die Voyeurin bringt sich in das Spiel ein. Ihre Lustschreie hallen der orientalischen Musik nach. Kurz darauf widmen sich beide dem angeschnallten Penis, der wenig später mit in einer der Frauen seine Anwendung findet.

  • Andrew Blake's "Feel the Heat"
  • Andrew Blake's "Feel the Heat"
  • Andrew Blake's "Feel the Heat"
  • Andrew Blake's "Feel the Heat"

9. Julia & Randy (1993) aus "Les femmes erotiques"

Im prunkvollen und zugleich leeren Haus schreitet sie die Treppe herab. In einem erotisch pompösen Kleid mit großem Hut wird sie von einem Mann im Anzug empfangen in den großen Saal begleitet und von ihm verführt.

10. Leather Bikini featuring Justine (2001) aus "Exhibitionists"

Minimalistischer schwarzer Latexbikini kombiniert Blake mit einer roten Couch. Passend dazu die schwarzen Pumps. Sie spielt mit sich selbst und hantiert kurz mit einem Glasdildo.

Ein Produzent mit Liebe zum Detail

Blake scheint von 1996 bis 2001 einen großen Sprung in seiner Entwicklung gemacht zu haben. Dies betrifft nicht nur die Darsteller selbst sondern auch ihre Ausstattung, Licht- und Tontechnik, Musik, und Lokalitäten. Einfach alles wird minimalistisch faszinierend aus jeglichen Blickwinkeln in Szene gesetzt. Eine wunderbare Inszenierung des weiblichen Körpers. Die dabei filmisch eingesetzte Langsamkeit scheint eine Hommage an die Weiblichkeit und den Fetisch zu sein.

Shopping-Tipp

Andrew Blake's "Feel the Heat"

Die deutsche DVD von "Feel the Heat" könnt ihr in diesem Online-Shop bestellen:

Zum Angebot im ORGAZMIK Shop

Weitere Themen

Viennese
Das Regie-Debüt von Renee Pornero. Der niveau- und stimmungsvolle Hardcore-Streifen überzeugt mit Wiener Flair und phantastischen Bildern. Endlich wieder ein hochwertiger Porno-Film, den man getrost als stilvoll bezeichnen darf.

Erection Services
Julian eröffnet einen Verwöhn-Service für Frauen. Denn er hat das Gefühl zu wissen, wie man eine Frau glücklich machen kann. Ein Porno für Frauen, die Männer lieben.

Lars von Trier's "Constance"
Der erotische und pornografische Spielfilm "Constance" von Regisseur Lars von Trier wirkt durch die innere Stimme von Constance (Anais) sehr nah und ansprechend.

Kommentare

@strandkoerbchen

Keine Ursache! War mir ein Vergnügen *zwinker* ...

dominante Grüße
Sir Marc
vielen dank

für die infos! sollte übrigens kein persönlicher angriff werden, also..; nix für ungut *zwinker*
Andrew Blake vs. Ernest Greene

@Exxon:
Das stimmt schon: sämtliche Filme von A. B., die mir bekannt sind, werden irgendwie hauptsächlich von - ästhetisch schönen- Lesben-Szenen dominiert.
Es gibt aber irgendwo im Netz ein A. Blake Archiv! Müßtest du eventuell mal googeln...!

@Strandkoerbchen:

extra für dich hab' ich mich nochmal schlau gemacht; ich hoffe, du weißt es zu schätzen *zwinker* ...!
"Strictly for pleasure" sowie z.B. "Contract for service" waren zwei Machwerke von Meister Greene. Allesamt wohl mit etwas mehr Bondage-Bezug/Ausstattung, aber ebenso nett anzusehenden Darstellerinnen. Und ähnlich hochwertig produziert...

dominante Grüße
Sir Marc

Hallo,

ich hab noch nie ein Blake Film gesehen, da ich gelesen habe das viele Lesbenszenen vorkommen, dieses Reizt uns -meine frau und mir- leider nicht.
Gibt es ein Film von Ihm wo wenige Lesbenszenen vorkommen? Stöhnen die auch richtig im Film oder hört man nur Musik im Hintergrund -was ich schrecklich finde-???
Vielen Dank im Voraus.
LG
@strandkoerbchen

Wertes Strandkoerbchen,

bleib' mal gelassen *zwinker* !
Dir sollte es bei genauerer Lektüre meines Beitrages nicht entgangen sein, daß ich die Werke von Ernest Greene nur beiläufig erwähne- ohne mir übrigens ein Urteil darüber anzumaßen!
Wie geschrieben, kenne ich die Filme ja gar nicht...
Mir wurden sie in diesem Zusammenhang lediglich empfohlen, und aufgrund einiger vielversprechender Trailer davon auf besagten Andrew Blake- Videos (ja, es waren in den 90ern noch Videos) fühlte ich mich hier veranlaßt, den Tipp auszusprechen...
Kann aber sein, daß die Dinger mittlerweile ebenso schwer zu bekommen sind wie die guten frühen Streifen von A. B. . Ich hab' keine Ahnung!
Nix für ungut!

dominante Grüße
Sir Marc
bevor man

sich eine meinung aneignet sollte man aber schon überprüfen, ob es auch der eigenen entspricht, denn diese bleibt ja letztlich subjektiv... also wer ist dieser herr Greene?
Ich habe jetzt nicht sooo...

..viele Vergleichsmöglichkeiten *zwinker* , ich mag persönlich aber besonders die etwas älteren Filme ( Mitte der 90er). Die waren, wie ich finde, noch etwas Handlungs- lastiger (Fetish/Bondage) und weniger steril. Die neueren Streifen setzen hinsichtlich Hyper-Ästetik sicherlich Maßstäbe, sind aber bisweilen etwas langatmig...
Alternativ vielleicht mal Werke von Ernest Greene in Erwägung ziehen...?! Kenne ich persönlich zwar (noch) nicht, sollen aber recht hochwertig und interessant sein *zwinker*

dominante Grüße
Sir Marc
Blakes Ästhetik

Kein Zweifel seine Filme kann man nur genießen, wenn ein gewisser Zeitrahmen vorhanden ist, also nicht schnell mal schauen, wie sich Erektionen aufbauen.
Und seine Darstellerinnen sind durchweg im oberen Schönheitsbereich, wenn er auch so mancher zu oft Raum gibt.
Doch leben diese Streifen von Gesten derer, die stummfilmähnlich dirigiert in Posen sich verbiegen, ohne freilich den Mund zum Sprechen zu benutzen.
Was mit der Zeit schon langweilen kann, dennoch besseres als die Mehrzahl der Pornoschinken.
*schock*

ganz klar halten sndrew blake filme für eine der besten und hochwertigisten pronos die es gibt
ganz deiner meinung....

sind wir da mit dir; ein sehr sachlicher kommentar *zwinker*

leider kennen wir hauptsächlich älteres material von blake, können das also sicher nur begrenzt beurteilen, stimmen aber in puncto softporno und teilweise lästiger musik bei neueren filmen mit dir überein..
.
wenn du (oder jemand, der das hier liest) mit aktuellen und/oder neuen filmtiteln auftrumpfen kannst (oder könnt) wären wir sehr dankbar und würden das in unsere weiteren beurteilungen mit einfließen lassen .

servus
  • Neu hier? Kein Problem!
Shopping-Tipp
Andrew Blake's "Feel the Heat"
Die deutsche DVD von "Feel the Heat" könnt ihr im Online-Shop von ORGAZMIK bestellen:
Die Autorin
Andrew Blake's "Feel the Heat"
Wir bedanken uns bei Esther_28 für diesen Beitrag.