Swingen … was in unserer Community sehr gerne praktiziert wird, fristet in Pornokreisen eher ein Nischendasein. Mit vielen Klischees angereichert wird jedem Pärchentauschporno das Swingersiegel angepappt und die Filme selbst entpuppen sich meist als der übliche Gonzopornoausstoß, bei dem einem meist nach den ersten Minuten schon jegliche Lust am Rest des Filmes vergeht. In Deutschland versucht zumindest das Magma swingt Projekt das Clubleben halbwegs realistisch abzubilden. Ansonsten gibt es eigentlich kaum ernstzunehmende bzw. nennenswerte Pornoprojekte zum Thema.
Diesen Missstand hat das Pornolabel Private erkannt und nimmt sich in seinem etwas umständlich betitelten Streifen An Open Invitation: A Real Swingers Party In San Francisco den Themen Partnertausch und Swingen an! Und das auf erstaunliche Art und Weise, entpuppt sich der Streifen doch als höchst pärchentaugliches Unterfangen – was nicht unbedingt von einer Private Produktion zu erwarten war.

An Open Invitation

Originaltitel: An Open Invitation: A Real Swingers Party in San Francisco
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Ilana Rothman
Darsteller: India Summer, James Deen, Lorelei Lee, Mark Davis, Tara Lynn Fox, Tia Ling, Seda, Skylar Price, Bella Rossi
Freigabe: XXX
Laufzeit: 150 Minuten
Bild: 16:9 (anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch, Spanisch, Holländisch, Italienisch
Format: PAL
Ländercode: 0 (Codefree)
Extras: Behind the Scenes, Trailer, Exraszene aus "Pornolympics: The Anal Games"
Verpackung: Amaray
Studio: Private Independent
Der FSK 16 Trailer
Filmwebseite
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Worum geht’s?
Darf ich vorstellen? Will und Alison Bloom. Ein verheiratetes Pärchen, das zwar glücklich miteinander zusammenlebt, aber nur noch nach Fahrplan vögelt. Zweimal Sex in der Woche? Undenkbar und wenn, dann bitte vorher weiträumig angekündigt. Aus ihrem Sex ist inzwischen jeglicher Spaß gewichen und das daraus resultierende, langweilige Rumgestocher macht weder sie noch ihn wirklich glücklich.
Ganz anders sieht es da bei Vivian und Adam aus. Sie sind noch nicht lange zusammen und scheinen auch nicht verheiratet zu sein (der genaue Beziehungsstatus wird leider nie geklärt). Zwischen ihnen fliegen die Funken. Ihr Sex ist animalisch, wild, bedient sich aller weiblichen Öffnungen und lässt auch nebenbei eingesetzte Sexspielzeuge nicht missen.
Und wie das so ist in Filmen (auch in denen ohne Pornoszenen!), finden diese beiden Pärchen irgendwann zusammen. In einem Restaurant lernt man sich kennen, findet sich sofort sympathisch und verbringt einen heiteren Abend bei gutem Essen und viel Wein. Als Vivian und Adam vorschlagen, bei einem befreundeten Pärchen einzukehren, sagen die Blooms unbedacht zu und landen in einem sexuellen Sodom und Gomorrha, denn die Freunde von Vivian und Adam betreiben nur zu gerne den Partnertausch. Und genau der findet dann in dem Haus auch statt.
Und die Blooms, zunächst erschrocken, lassen sich von der erotischen Atmosphäre anstecken und haben unter den paartauschenden Anwesenden gemeinsam ihren Spaß - noch ohne Partnertausch.
Alleine das gegenseitige Schildern der Eindrücke von diesem Abend heizt am nächsten Morgen das private Sexleben der beiden enorm an und man beschließt, beim Thema Paartausch am Ball zu bleiben.
Man besucht einschlägige Internetseiten (der JOYclub ist nicht dabei
) und versucht Vivian und Adam wieder zu kontaktieren. Deren Kontaktdaten sind nämlich verloren gegangen. Doch wieder hilft Freund Zufall. Man trifft sich erneut und Vivian und Will laden die Blooms zu einer Swingerparty ein. Ohne großes Zögern sagen diese zu und erleben eine wilde Nacht, bei der auch sie munter die Partner tauschen.
Die Kritik zum wilden Treiben
Natürlich haben wir es hier mit einem Porno zu tun und nicht mit einer tiefenpsychologischen Abhandlung zum Thema alternative Beziehungsformen. Und so werden diverse heikle Swingerthemen wie die immer wieder bedrohlich um die Ecke lugende Eifersucht mit ziemlichen Allgemeinplätzen abgebügelt. Doch wer will das einem Porno schon übel nehmen?
Viel mehr überrascht, dass der Film auf seinem Weg zur großen Swingerparty einige Stationen abklappert, die vor allem Swingern nur zu bekannt vorkommen werden. Da ist ein Pärchen, das aus der sexuellen Tristesse ausbrechen will, welches das Abenteuer sucht und dabei auf ein Pärchen trifft, das für derartige Beziehungssackgassen bereits einen Ausweg gefunden hat und das neugierige Pärchen an die Hand nimmt und unvermittelt in eine neue Welt entführt.
Vom Partnertausch im kleinen Rahmen über die Informationssuche zur Szene im Internet bis hin zum schlussendlichen ersten Clubbesuch ist der Film gar nicht so weit weg von diversen Erlebnisberichten heute begeistert swingender Menschen, auch hier im JOYclub. Diese Nähe zur Realität wird zwar mit einfachsten und häufig stark klischierten Mitteln erreicht, aber wie zu Beginn bereits erwähnt, geht es bei dem Film natürlich auch und vor allem darum, dem Zuschauer ordentlich erregendes Material auf die Augen zu geben.
Und hier überrascht die Private Produktion dann endgültig, beweist sie doch, dass die aktuellen Entwicklungen in der Pornoszene nicht spurlos an dem Riesenpornoproduzenten Private vorbei gegangen sind. Als Frauenporno kann man den Film zwar noch nicht bezeichnen, auch wenn er von einer Dame inszeniert wurde, aber zumindest als sehr partnertaugliches Vergnügen, das diverse Pornounsitten auf ein halbwegs annehmbares Minimum herunterstutzt.
Und so wird eher selten in Gesichter abgespritzt, die Kerle gebärden sich nicht, wie vom Planet der Affen geflohen und sehen obendrein wirklich menschlich und irgendwie gar wie der Nachbar von nebenan aus, die Sexnummern sind durchweg sehr sexy anzusehen, die Gynäkologenkamera kommt erstaunlich selten zum Einsatz, selbst heftigere Double Penetrationszenen werden nicht weiter ausgeschlachtet und erstaunlicherweise endet nicht jede Kopulationsszene im verlängerten Rücken der Darstellerinnen. Ein Novum fast, schaut man sich die letzten Private Produktionen einmal genauer an.
Zudem bemüht man sich bei den Sexszenen um einen weniger klinischen als vielmehr einen hübsch atmosphärischen Look, was durch simple Mittel wie eine weiche und warme Lichtsetzung in jedem Porno möglich WÄRE. Auch die gebotenen Blickwinkel machen Spaß und wechseln gekonnt zwischen sehr freizügigen und eher zurückhaltenden Ansichten hin und her (mit sehr wenigen Schnitten könnte der Film mühelos im Nachtprogramm der Privaten laufen!). Zudem überrascht die unter den Sexszenen laufende Musik mit Abwechslungsreichtum und gelungen arrangierten Songs, die mit dem Standardpornogedudel so gar nichts gemein haben und zwischen poppig und leicht elektronisch angehaucht hin und herwechseln. Auch die aufgefahrene Farbpalette, die sich vor allem erdiger und warmer Sepiafarben bedient, weiß absolut zu gefallen und hebt den Porno mühelos aus dem Wust vergleichbarer Produktionen heraus.
Auch die Darsteller sind mit sichtlichem Engagement bei der Sache. Zwar kitzeln so manche "Schauspieleinlagen" von vor allem India Summer die Lachmuskeln gar köstlich (wenn sie bemerkt, dass sie mit ihrem Mann in einen Pärchentausch geraten ist, ist ihre Mimik schlichtweg Comedygold wert!), aber wenn die Darsteller wirklich Schauspielern könnten, würden sie vermutlich nicht hier mitspielen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen sie das Beste aus der Situation und den doch sehr klischeehaften Figuren. Im Übrigen wurden alle Darsteller kaum auf Perfektion getrimmt. Das Make Up wirkt größtenteils sehr natürlich und sogar die Unsitte, diverse "Makel" wie Leberflecke wegzuschminken, bleibt aus!
In den Sexszenen zeigen die Darsteller dann aber, was sie wirklich können. Dabei hat es dem Rezensenten vor allem die etwas schlampenhaft angelegte Figur der Vivian angetan, da sie von Lorelei Lee mit ganzem Körpereinsatz und sichtlichem Spaß an der sexuellen Freude gegeben wird. Sie setzt damit in ihren Sexszenen auch die Highlights des Filmes und bedient von Analsex über Double Penetration bis zu einer Fistszene "light" alle denkbaren Facetten des Mainstreampornos. Doch auch ihre Co-Stars sind durchweg hübsch anzuschauen und definitiv Könner ihres Fachs …
Kurzum, alles könnte so schön sein. Doch Moment, da war ja noch was. Genau, die große Swingerszene, die Private selbst schon auf dem Cover groß bewirbt mit "realem Filmmaterial von 127 echten Amateurswingern aus der Swingerszene San Franciscos". Je nachdem, was man sich von dieser Szene erwartet, wird diese entweder den Film ganz treffend abrunden oder ihn ziemlich abstürzen lassen.
Das Problem an dieser Szene und den gemachten Versprechungen ist, dass da zwar 127 Amateure in den Kulissen herumstehen … aber eben auch nur das! Während also die Pornostars im Vordergrund ihre "Swingeraction" abziehen, also nicht mehr als eine bessere Gruppensexszene abliefern, stehen die Swinger teilweise vollkommen unbeteiligt im Hintergrund, trinken Champagner, unterhalten sich mit anderen Gästen und schauen nur ab und an teils vollkommen uninteressiert zur Action. Dieses Verhalten bzw. diese Anlage der Szene lassen die fast 60 Minuten lange Sexszene ordentlich an Wirkung verlieren.
Beständig wünscht man sich, dass die Swinger in das Geschehen eingreifen mögen und das in dieser Szene doch ein wenig affektierte Pornogeficke der Stars aufwerten, aber entweder heizte sie die Situation so gar nicht an oder sie durften gar nicht mitmischen. Auch wirkt die Location für einen Swingerclub recht belanglos. Ein großer Raum, irgendwo eine Tanzstange angebracht, diverse Wandteppiche hier und da, ein paar wertige Sitzmöbel … da ist man vor allem auch in Deutschland dann doch ein anderes Ambiente gewöhnt.
Die Einladung annehmen oder nicht?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Zum einen ist "An Open Invitation" bis Minute 90 ein erstaunlich guter, obendrein pärchentauglicher Porno, der eine in Swingerkreisen sicherlich alles andere als unbekannte Geschichte erzählt, sexy Darstellerinnen auffährt, diverse Pornounsitten weitgehend ausblendet und sich bemüht, seinen Sexszenen einen atmosphärischen, ja erotischen Anstrich zu geben. Sogar um Realität bemüht man sich und lässt die Pornostars nur mit Gummi den Partner tauschen.
Andererseits ist das Highlight des Filmes eine ziemliche Enttäuschung. Großmundig als Sexszene aus Swingerkreisen angepriesen, ist selbige eine der üblichen Gruppensexszenen (in der ausschließlich die Pornodarsteller zum Zuge kommen), die man schon aus diversen anderen Pornoproduktionen kennt und in denen sich so mancher Swinger sicher nicht wieder erkennen wird oder will. Schade. Erdet man seine Erwartungen an diesen Höhepunkt bereits im Vorfeld, zum Beispiel durch diese Kritik, bekommt man eine durchaus gelungene Pornoproduktion, die, von stilsicherer Frauenhand inszeniert, deutlich aus dem Wust diverser Private Gonzos, Filmspoofs und mehr oder weniger sinnvollen Handlungspornoeigenproduktionen herausragt und manch heißen Moment aufzufahren versteht.
Die DVD
Die DVD von "An Open Invitation" kommt in guter Bild- und Tonqualität und hat - wie von Private gewohnt - neben der Originaltonspur auch diverse Synchronspuren anzubieten. Dabei gilt: Um Himmels Willen die Hände weg von der deutschen Synchronisation! Diese ist so grauenerregend schlecht und in den Sexszenen gar abtörnend, dass man sich schon fragt, wie diese Tonspur jemals eine Qualitätskontrolle passieren konnte.
An Extras haben sich ein paar Trailer zum Private Backkatalog und ein nichts aussagendes "Hinter den Kulissen" Video auf die DVD verirrt. Des Weiteren findet man eine Gruppensexszene aus dem Private Hit "Pornolympics: The Anal Games" auf dem Silberling. Eine nette, wenn auch überflüssige Dreingabe …
In diesem Sinne:
freeman
























