Gonzo? Ist das nicht das Viech mit der Pimmelnase aus der Muppetshow? Auch. Im Rahmen unserer Pornovorstellungen verstehen wir unter Gonzo aber etwas anderes. Gonzos sind Pornofilme, die vollkommen ohne Handlung auskommen (außer man begreift "Wieso liegt da Stroh?", "Wieso hast du eine Maske auf?", "Willst du mir einen blasen?" als Handlung) und einfach nur wahllos Sexszene an Sexszene reihen.
Diese Filme entstehen ohne großes Budget und nicht selten ist der Regisseur auch der Hauptdarsteller, der, während er ein Pornostarlet nagelt, gleich noch mitfilmt. Auch wird bei Gonzos gerne und häufig direkt in die Kamera gestarrt, um eine unmittelbarere Atmosphäre zu kreieren. In besonders billigen Gonzos unterhält sich der Regisseur mittendrin auch einmal mit seinen Darstellern oder schreit weithin hörbar Anweisungen übers Set.
Kurzum, Gonzos sind letztendlich die Filme, die aktuell alle Videotheken überschwemmen und in ihrer Profanität doch tatsächlich dafür sorgen, dass Handlungspornos wie "Pirates" und Co. als große Kunst begriffen werden (was sie freilich NICHT sind!). Wir wollen euch heute mit "Amazonian Dreams" einmal ein eher rühmliches Beispiel vorstellen.
Amazonian Dreams

Originaltitel: Amazonian Dreams
Regie: Pierre Woodman
Produktionsjahr: 2007
Herstellungsland: Spanien
Darsteller:
Caylian Curtis,
Roxy Panther,
Zafira,
Barbie Banks,
Druuna Diva,
Mona Liza
Worum geht’s? Achja, Porno
Wie gesagt, wir haben es mit einem Gonzo zu tun! Eine Rahmenhandlung, die die Sexszenen vereint, gibt es dementsprechend nicht. Das einzig verbindende Element bei den Sexnummern ist im Grunde der Schauplatz. Und das sind im weitesten Sinne Brasilien und der Amazonas. Und diese Tatsache nutzt man auch voll aus, weswegen es folgende Nummern an Stränden, Flussläufen usw. zu bestaunen gibt:
- Eine junge Maid trifft am Strand einen gut bestückten Mann und wird im Sand genagelt. Eine zweite Maid kommt hinzu (sicher eine Touristin oder so
) und führt sich vor lauter Erregtheit eine Gurke ein … soll’s ja geben … - Ein junges Pärchen läuft an einem Flussarm entlang, irgendwann sind beide nackt und liegen ineinander verknotet in der Gegend rum.
- In und um einen Swimming Pool begatten sich zwei Pärchen. Irgendwann verirrt sich der Schniedel des einen Mannes in den Popo der einen, bereits von ihrem Kerl genommenen Dame, woraufhin sie doppelt penetriert ist. Die andere Dame, jetzt chronisch unterbeschäftigt, beschwert sich über diesen Missstand, weswegen auch sie doppelt penetriert wird … So sieht Gerechtigkeit im Porno aus …
- Schauplatz ist eine große Wiese mit einer Minipalme in der Mitte. Hier gibt es heißen Analsex … ganz klar! Wiese und Palme laden dazu ja förmlich ein …
- Eine dralle Maid läuft ihres Weges und begegnet zwei Fischern, die daraufhin gemeinsam mit ihren langen Angeln im Trüben fischen …
- In einer idyllischen Fischerhütte wird eine junge Maid doppelt penetriert, während sich eine zweite Dame einen baumdicken Dildo einführt …
Dabei gibt es alles, was dem Pornofilmfan Spaß macht: Anal, Double Penetration, Vaginal, Oral, Masturbation, Interracial, Outdoor …
Pierre Woodmans Pornos und deren Merkmale
"Amazonian Dreams" stammt von dem in Pornokreisen nicht unbekannten Regisseur Pierre Woodman, der durch seine Arbeiten für die Label "Private" und "Hustler" ein nicht zu verachtendes Vermögen anhäufen konnte und dies vor Jahren einsetzte, um ein eigenes Label zu begründen - "Woodman Entertainment". "Amazonian Dreams" war das erste Projekt dieses neuen Labels.
Und es trägt als solches alle Insignien eines Pierre Woodman Filmes, denn wo Pierre Woodman draufsteht, ist normalerweise immer folgendes drin: Sehr hübsche und vor allem unverbrauchte Darstellerinnen, die sich meist aus dem osteuropäischen Raum rekrutieren (auch in "Amazonian Dreams" gibt es einige Darstellerinnen aus osteuropäischen Gefilden, neben einer nicht unerheblichen Anzahl wirklich hübscher Brasilianerinnen).
Dabei stolpert man eher selten über große Namen oder allseits bekannte Gesichter, auch wenn man das Gefühl hat, dass Woodman nach Xcalibur - The Lords of Sex dessen Hauptdarstellerin Caylian Curtis zur Galionsfigur seines Labels machen möchte, weswegen auch "Amazonian Dreams" nicht ohne sie auskommt. Ansonsten ist aber genau dieser spürbare Drang, immer neue Darstellerinnen ins Pornobusiness einzuführen, eines seiner bekanntesten Markenzeichen.

Die subjektiv beste Szene des Streifens ist dahingehend die letzte, da Woodman hier in mehrfacher Hinsicht zugeschlagen hat. Denn während die sich selbst liebende Dame von dem wirklich ausnehmend hübschen Petter Hegre Model Zafira gegeben wird, ist die doppelt geliebte Dame gleich einmal des Autors Lieblingspornostar namens Mona Liza! Da kommt doch echte Freude auf.
Und während also im Darstellerinnenbereich bei Woodman das Frischfleisch regiert, setzt der Regisseur bei seinen männlichen Darstellern fast immer auf bewährte Gesichter, eben echte Steher!
Ein weiterer wichtiger Punkt für Pierre Woodman Filme ist der obligatorische, von wirklich jeder Darstellerin eingeforderte Analverkehr. In der Branche machte angeblich auch einmal ein Spruch von Woodman die Runde, der da lautete: No Anal, No Cash! Dementsprechend kann sich der geneigte Leser nun auch sicher denken, wo fast jede Nummer in "Amazonian Dreams" endet. Genau, im verlängerten Rücken.
Damit haben wir zwei Punkte von "Amazonian Dreams" abgehandelt. Erstens, die Mädels sehen einfach fantastisch aus und zweitens, Woodmans liebste Sexvariation wird ausführlich gewürdigt. Wie schaut es mit dem Rest aus? Nun, dahingehend hat man echt schon schlimmere Pornos ohne Handlung gesehen. Vor allem die sonnendurchfluteten Settings der Pimperszenen lassen durchweg Urlaubsstimmung aufkommen und wissen durchweg zu begeistern, was "Amazonian Dreams" von den üblichen Hinterzimmerstechereien meilenweit abhebt.
"Amazonian Dreams" verwehrt sich vielen Gonzountugenden
Woodmans Film ist insofern etwas untypisch für das Gonzogenre, dass er im Gegensatz zu vielen Standardgonzos eben nicht nur in einer endlos langen, ungeschnittenen Einstellung ein Pärchen abfilmt, das sich 25 Minuten einander hingibt und dabei vielleicht dreimal die Stellung wechselt – was im normalen Gonzo auch immer haarklein mitgefilmt und nicht einmal in der ohnehin eher selten stattfindenden Nachbearbeitung herausgeschnitten wird!
Ganz im Gegenteil! Woodman arbeitet mit verschiedenen Perspektiven und Einstellungen, schneidet unwichtige Elmente heraus, leuchtet die Szenerien absolut professionell aus, setzt auf Kamerabewegungen und –fahrten, ergeht sich nicht in endlos langen Nahaufnahmen der Geschlechtsteile und verpasst seinen Gonzonummern so die Anmutung von Handlungspornosexszenen, die sich zumindest in meinem Empfinden durch bedeutend weniger Monotonie und Langatmigkeit von den handelsüblichen Gonzos abheben. Kurzum: Wenn schon Gonzo, dann bitte so, denn hier hat man das Gefühl professioneller Pornofilm"kunst", die sich wohltuend vom teils arg amateurhaft anmutenden Genrerest abhebt!
Die "Amazonian Dreams" DVD
Absolut zu begeistern weiß vor allem das Bonusmaterial der "Amazonian Dreams" DVD, bei dem man in teils zermürbenden Sequenzen von den Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten erfährt. Vor Hitze kollabierende Darsteller, Standprobleme selbst bei den professionellsten Mimen aufgrund der alles weichkochenden brasilianischen Sonne und eben unser hellster Himmelskörper als beständiger Feind der Ausleuchter usw. machen fast schon am eigenen Körper spürbar, dass der Mythos vom Schlaraffenland Pornodreh so wohl kaum aufrechterhalten werden kann. Hier lohnt sich der Blick ins Extramaterial absolut, zumal es, wie bei Woodman gewohnt, diverse alternative Einstellungen verschiedener Sexszenen zu betrachten gibt.
Die Settings & professionelle Inszenierung werten den Porno auf.
Irgendwo war es schon ein wenig enttäuschend, wie ideenlos Woodman mit seinem neuen Label durchstartete. Ein Gonzowidergänger als Köder für die Käufer? Da hat der Regisseur weitaus mehr auf der Pfanne. Schaut man sich das Ergebnis einigermaßen vorbehaltlos an, wird man letztlich ziemlich zufrieden gestellt (um es mal so zu sagen). Denn Woodmans Gonzo hebt sich schon deutlich vom handelsüblichen, handlungsfreien Rammelporno der Güteklasse C-Z ab und punktet vor allem mit wirklich netten Settings, professioneller Inszenierung und wunderschönen Darstellerinnen.
Und dennoch, es geht nichts über die saudämlichen Dialoge echter Handlungspornos! Die fehlen den Gonzos einfach …
Den Film könnt ihr im ORGAZMIK Online Shop bestellen:
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In diesem Sinne:
freeman















