Unterhaltsam, horizonterweiternd, lustig, schamlos, verblüffend und sexy! Während draußen der Winter naht, wird es vom 22. bis 25. Oktober im Berliner Moviemento Kino wieder heiß. Denn dann findet dort das inzwischen "4. Pornfilmfestival Berlin" statt.
Pornoland in Frauenhand
In diesem Jahr ist das Pornfilmfestival eine Art "Pornoland in Frauenhand". Zum ersten Mal machen Frauen- bzw. Lesbenpornos fast die Hälfte des Programms aus. "Das Kreative kommt im Moment von den Frauen", sagt Jürgen Brüning vom Pornfilmfestival, selbst Filmemacher in Berlin.
"Frauen haben oftmals keine großen Firmen hinter sich stehen und müssen vieles aus eigener Kraft heraus schaffen." Das Pornfilmfestival ist daher auch eines der wichtigen Foren für die Filmkünstlerinnen und -künstler, die außerhalb des Big Porn Business ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen wollen.
Ausgerechnet "feministisch" als Gütesiegel für Pornografie scheint angesichts des eher lustfeindlichen und angestaubten Images des deutschen Feminismus wie ein geschäftsschädigendes Oxymoron. "Im Gegenteil", sagt Laura Meritt, eine der Initiatorinnen der sogenannten PorYes-Kampagne, "Feminismus ist sexy, eben weil alle etwas davon haben."

Der Bedarf an Alternativen zur herkömmlichen Pornografie ist also vorhanden und das Interesse groß. Während auf der Venus-Sexmesse eine Woche vorher wieder auf hohem Niveau über Umsatzverluste durch das Internet, Preiskriege und Qualitätsabfall gejammert wird, gibt man sich im Bermudadreieck Pornfilmfestival-PorYes-Erophil optimistisch, weil hier zukunftsweisende Ideen umgesetzt werden.
Im Gegensatz zu den Vorjahren wird das Filmfest in einem Kino, dem Moviemento, stattfinden. Lange Wege zwischen den Veranstaltungsorten fallen daher in diesem Jahr weg. Und für den Besucher bedeutet das auch eine praktische Laufnähe zum "Erophil", dem erstmalig und zeitgleich stattfindenden Festival für erotische Literatur.
Retrospektive

Mehr über die Idee des Pornfilmfestivals findet ihr in unserer Ankündigung zum letztjährigen Festival, als auch in dem ausführlichen Bericht unseres Users freeman, der live vor Ort war und nicht nur das damalige Programm sondern auch das interessante und aufregende Rahmenprogramm würdigte.
Das Programm

- Wo im letzten Jahr noch Überschneidungen der Filmgenres Porno und Splatter gesucht wurden, versucht man dieses Jahr Überlappungen zwischen den Filmgenres Porno und Science Fiction aufzuzeigen. Die simple wie einleuchtende Grundthese ist dabei: Jeder Porno ist Utopie … Führt er doch "Zuschauerinnen und Zuschauern eine mögliche Welt vor, in der Sexualität frei ausgelebt werden kann." Dass es nicht nur bei dieser Aussage bleiben wird, versprechen Filmtitel wie: "Der große Knall", "Hung Wankenstein", "Programmed for Pleasure" oder "Ultra Flesh", die das Programmspecial filmisch unterstreichen werden.
- Die ausführliche Würdigung des Frauenpornos wird – der Einleitung entsprechend – wie in den letzten Jahren auch, einen großen Teil des Programms ausmachen. Es werden Frauenpornos gezeigt werden und Diskussionen zum Thema sind ebenso geplant wie Begegnungen mit den Filmschaffenden.

- Der Internationale Kurzfilmwettbewerb bietet kleine, aber nicht minder schmackhafte Häppchen aus der weiten Welt des Pornos.
- Wie gewohnt erwartet euch des Weiteren ein buntes Programm an Pornofilmen, Dokumentationen zum Thema und und und …
Specials

Der Veranstaltungsort selbst wurde diesmal zum Kunstraum ernannt, in dem diverse Künstler ihre Werke ausstellen werden. Workshops zu den Themen "Der G-Punkt bei Männern", "How to shoot your own adult video", "Bondage – Japanische Bondage/Shibari" und "Fun in Bed" bedienen den "Wieder was gelernt Anspruch" des Festivals.
Die Berliner Galerie Bongout präsentiert vom 23. September bis 25. Oktober den japanischen Fotografen Daikichi Amano und am Samstag steigt eine Party im Monster Ronson’s, wo die erste Performance der sensationellen Gruppe Hungry Hearts aus Norwegen stattfinden wird und ein Airsex-Wettbewerb für Spaß sorgen soll. Kurzum: Auch fernab der Kinoleinwand wird es beim Pornfilmfestival heiß …
Veranstaltungsort
Moviemento Filmtheater
Kottbusser Damm 22
10967 Berlin
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