In unserer Reihe "Porno in Deutschland" versuchen wir, euch einen Einblick in die deutsche Pornoszene zu geben. Dort durften wir bereits erfahren, dass das Starsystem in Deutschland seit dem Aufkommen der Internetpornographie mehr oder weniger abgeschafft wurde und vornehmlich Amateure in den Markt drängten.
Nur wenige, wie etwa Vivian Schmitt, können sich rühmen, mit einem Pornolabel einen Vertrag geschlossen zu haben und von ihrer Pornoprofession leben zu können. Lena Nitro gelang nun ein ähnlicher Coup. Sie gilt als aufstrebender Star des "Videorama" Labels und stand uns für ein Interview Rede und Antwort. Im Anschluss besprechen wir einen ihrer ersten Filme für "Videorama" mit dem Titel "Heiße Träume". Doch zunächst äußert sich Lena über ihre Karriere, ihren Förderer Harry S. Morgan und Frauenpornos …
Pornostar Lena Nitro im Interview + "Heiße Träume"
- Lena Nitros Weg zum Porno
- "Videoramas" neuer Pornostar und ein neuer Name muss her
- Der Porno und die private Lena
- Lena vor der Pornokamera: Tabus, Vorlieben, Fans
- Lena über das Pornobusiness
- Vorbilder aus der Pornobranche und ihr Förderer Harry S. Morgan
- Von den Vorzügen eines Vertrages mit einem großen Pornolabel
- Lena über den Sex vor der Kamera
- Die Zukunft von Lena Nitro
- Einige Fragen, die garantiert gar nichts mit Porno zu tun haben
Heiße Träume
- Lena Nitros "Heiße Träume" im Detail
- Von feuchten und heißen Träumen …
- Ein Handlungsporno mit äußerst dürftiger Handlung
- Dynamische Sexszenen stehen im Mittelpunkt des Pornos
- Harry S. Morgan inszeniert seinen Porno sehr souverän
- Ein Porno alter Schule als Sprungbrett für einen kommenden Star
- Die DVD von Videorama
- Kommentare
Lena Nitros Weg zum Porno
Erzähl uns doch ein wenig von dir. Wie sah dein Leben vor deiner Pornokarriere aus?
Eigentlich fast ganz normal. Ich habe eine Lehre zur MFA (Medizinische Fachangestellte) gemacht und zwischenzeitlich auch mal beim Goldenen M (McDonalds) gejobbt. Außerdem habe ich eine ganze Weile Erotikpartys - die so genannten Youngsterpartys von Intim_Events - in Berlin und Frankfurt veranstaltet, bin also schon eine ganze Weile auch hier im JOYclub unterwegs.
Wie bist du dann zum Porno gekommen?
Mein Freund ist schon eine ganze Weile in diesem Business zu Haus und hat mich irgendwann gefragt, ob ich nicht auch Lust dazu habe. Das habe ich allerdings zuerst abgelehnt, obwohl ich schon neugierig war.
Was hat dich letztlich dazu bewegt, dranzubleiben und weiter in Porno zu machen?
Das war eigentlich eine Retourkutsche *schmunzelt*. Mein Freund hatte mal einen Dreh mit Vivian Schmitt. Und da ich Vivi sehr geil finde, habe ich dann spontan zugegriffen, als ein Kollege von meinem Freund Aaron mich mal zufällig über eine Modelseite für einen Vivan Schmitt Dreh angefragt hatte.
"Videoramas" neuer Pornostar und ein neuer Name muss her
Wie kam es dann, dass "Videorama" dich entdeckte?
Harte Arbeit und ein Quäntchen Glück würde ich sagen. Mein Freund und ich haben eine ganze Weile die Amateurszene aufgemischt und ganz vorne mitgespielt, allerdings haben wir uns Arroganz und Prinzessinnenverhalten gespart.
Das hat ganz besonders unserem leider inzwischen verstorbenen Pornopaps Harry S. Morgan gefallen, so dass er mich immer wieder zu Drehs eingeladen hat. Ein paar interne Konferenzen bei "Videorama" später kam dann das Angebot, mit Vivan Schmitt zusammen "Videorama" und "Happy Weekend" zu repräsentieren.
Woher stammt dein Künstlername bzw. die Idee dafür?
In meiner Amateurzeit bin ich unter dem Namen Sherly-N aufgetreten, allerdings meinte Aaron irgendwann, dass es schon gut sei, auch einen Nachnamen im Biz zu haben. Und da ich ab und an sehr direkt bin und auch mal unvermittelt hochgehen kann, sind wir auf "Nitro" gekommen.
Der Vorschlag "Lena" kam dann nach reichlichen Überlegungen und vielen eigentümlichen Vorschlägen von "Videorama". Und so wurde aus Sherly-N Lena Nitro. Gut verständlich für ein deutsches und internationales Publikum.
Der Porno und die private Lena
Wissen deine Familie, deine Freunde und dein Bekanntenkreis von deiner Tätigkeit?
Meine Familie unterstützt mich sehr. Klar war das anfangs ein sensibles Thema, gerade meinem Vater gegenüber. Allerdings haben meine Eltern bald gesehen, dass wir das Ganze sehr professionell und korrekt angehen. Und da Angst oft aus Unwissenheit entsteht, hat sich das von selber erledigt. Ich habe alle selber aufgeklärt. Verändert hat sich kurz das Verhalten von meinem Bruder mir gegenüber, allerdings passt das auch alles wieder.
In jedem Fall kostet der Beruf viele oberflächliche Freunde und man sollte seine Freunde gut auswählen.
Wie sieht dein privates Sexleben aus? Inspirieren die Drehs zu wilden privaten Stellungskriegen?
Es ist eher umgekehrt. Ich bin ja nicht zum Porno, um dort zu lernen, wie abgefahrener Sex läuft. Ich bin durch die Partys und nicht zuletzt auch durch den JOYclub sehr aktiv gewesen.
Allerdings gibt es schon einen großen Unterschied. Im Porno muss das Produkt hinterher stimmen und das geht in der Regel etwas auf die Performance. Im Idealfall passt natürlich alles, aber es ist schon anders, wenn man privat Sex hat. Da ist weniger, auf das man achten muss.
Ist eine Beziehung in deinem Beruf schwierig?
Es ist sehr schwer, wenn beide Partner in diesem Job arbeiten. Einer ist immer eifersüchtig. In unserem Fall bin ich es. Aaron macht es nichts aus, solange die Kerle sich normal verhalten und einen guten Job machen. Er ist da eher abgeklärt.
Lena vor der Pornokamera: Tabus, Vorlieben, Fans
Gibt es Sachen, die du vor der Kamera nie machen würdest? Tabus oder Spiele, die du dir zum Beispiel fürs Privatleben vorbehältst?
Ja, die gibt es. Ich habe eine genaue Vorstellung davon, wie ich rüberkommen möchte und das widerspricht einigen Pornoarten komplett. Ich mag es mit etwas Stil. Daher kommen so totale Wegfickfilme / Massenbegattungen nicht in Frage. Ich bin eine Pornoprinzessin und so möchte ich auch behandelt werden *zwinkert*. Eines meiner Tabus ist, andere Männer auf den Mund zu küssen…

Und was macht dir richtig viel Spaß vor der Kamera? Was gefällt dir überhaupt am Sex vor der Kamera?
Ich mag guten, sportlichen Sex. Die Girlfriend Nummer ist nicht so meins. Ich mag es gerne mit zwei Kerlen gleichzeitig und ich mag es, beobachtet zu werden, das heizt mich total an.
Warst du schon immer so ein freizügiger Mensch?
Ja, ich denke, das geht schon etwas in Richtung Exhibitionismus.
Wie begegnen dir die Leute/Fans, die dir live auf den Messen usw. über den Weg laufen und dich erkennen?
Das erste, was immer kommt, ist: Hm, ich dachte, du bist viel größer *lacht*. Meine Erlebnisse bisher sind durchweg positiv. Klar gibt es auch mal einen Spruch in meinem Gästebuch, aber ich muss ja auch nicht Everybody’s Darling sein.
Lena über das Pornobusiness
Auf deiner Webseite widmest du dich vor allem amateuriger Erotik, in deinen "Videorama" Produktionen aufwändiger produzierten Handlungspornos. Was macht dir mehr Spaß und was soll auf lange Sicht deine Zukunft sein?
Beide Varianten haben ihren Reiz. Amateurporno heißt totale Eigenregie und Freiheit, aber auch einen riesigen Haufen Arbeit. Bei Profidrehs gibt es eben ein Budget und viele Menschen, die den Film realisieren. Wir haben einen guten Weg gefunden, beides unter einen Hut zu bekommen.
Momentan habe ich die direkte Interaktion mit den Fans etwas reduziert, da das Amateurgeschäft im Moment eher inflationär ist und die User eher zu Maulhelden und Nichterscheinern geworden sind. Ich mache nur, was mir Spaß macht. Aber vielleicht kickt es mich bald wieder, dann gibt’s auch wieder mehr Fankontakt.
Was sagst du zu der aktuell starken Orientierung des Pornobusiness in Richtung Frauen- und Paarpornos? Planst du dahingehend auch Projekte?
Diese Orientierung ist eine Luftblase meiner Meinung nach. Ein Großteil der Amateure arbeitet wie auch wir im Team, also sind es ja automatisch Paarclips. Frauenpornos sind so eine Werbesache, die etwas überbewertet wird, weil es extra hervorgehoben werden muss, dass es ein Frauenfilm ist.
Das macht die Filme allerdings nicht automatisch zu einem guten Porno. Ich selber habe jetzt angefangen, eine DVD Reihe umzusetzen, in der ich auch die tonnenschwere Kamera von Aaron eigenhändig führe und sowohl meine Ideen in Eigenregie umsetze als auch die Talente dafür aussuche.
Vorbilder aus der Pornobranche und ihr Förderer Harry S. Morgan
Hast du Vorbilder im Pornobusiness?
So richtig eigentlich nicht. Vorbildfunktion haben natürlich Stars wie Jenna Jane, Rocco Siffredi etc. Allerdings habe ich meinen eigenen Kopf. In Dino Baumberger habe ich so etwas wie einen väterlichen Freund gefunden. Und Sexy Cora, mit der ich ein Stück meines Weges zusammen gegangen bin, ist auch eine Art Vorbild. Wenn schon Vorbilder, dann die ganz oben.
Gibt es Leute in der Branche, mit denen du noch nicht gearbeitet hast, es aber gerne einmal tun würdest?
Rocco Siffredi dürfte mich gerne mal buchen *lacht*.
Wie sieht es mit der Konkurrenz im Porno-Biz aus?
Freundschaften halten sich echt in Grenzen. Oberflächlich ist das schon eine BussiBussi-Gesellschaft, aber in Wirklichkeit ist es ein Haifischbecken der Eitelkeiten. Da gönnt einem kaum jemand was. Eine Handvoll Menschen sind mir ans Herz gewachsen und die halte ich fest. Der Rest kann machen, was er will. Allerdings haben sich schon einige "Freunde" selbst aussortiert, was sehr traurig ist. Neid ist ein riesiges Thema …
Du hattest eine sehr gute Verbindung zu dem deutschen Pornourgestein Harry S. Morgan. Kannst du uns etwas über die Zusammenarbeit mit ihm und zu ihm als Mensch sagen?
Michael Schey ist mein Förderer gewesen. Ein leicht schräger, aber sehr besonnener, ruhiger Mensch. Wir haben das Reiten als gemeinsames Hobby gehabt und konnten viel lachen, aber auch hart arbeiten. Sein früher Tod hat ein großes Loch gerissen und ich vermisse ihn sehr. Als Freund wie auch als Produzent.
Von den Vorzügen eines Vertrages mit einem großen Pornolabel
Wie ist es, von einem Label als Star aufgebaut zu werden?
Es erleichtert einem das Leben schon ein Stück, ein großes Label im Rücken zu haben. Allerdings haben wir im Vorfeld viel gemacht, so dass ich sagen kann, dass es sich die Waage hält mit dem Aufbauen. Vertragliche Pflichten sind natürlich intern. Es ist nichts Wildes, aber eben intern. Grob geht es um sechs Filme pro Jahr und Promotionsarbeit für die eigene Internetseite.
Erotikmessen und Auftritte dort liegen in meinem eigenen Ermessen. Da lässt mir "Videorama" freie Hand und leitet die Anfragen an mich weiter. Über Geld zu reden, überlasse ich anderen. Man setzt sich damit immer nur in die Nesseln. Es ist nicht schlecht, gemessen am Arbeitszeitaufwand, aber reich wird man definitiv nicht mehr.
Es gibt für mich auch keinen Unterschied zwischen früher und heute, da ich von Anfang an nie nur eine Sparte bedient habe. Ich habe meine erste Szene im Profibereich gehabt und parallel die Amateurschiene abgedeckt. Ein Mitspracherecht bei den Darstellern habe ich insofern, dass ich die Darsteller von unserem Produktionsleiter vorgeschlagen bekomme und alleine entscheiden kann, mit wem ich drehen will und mit wem nicht.
Lena über den Sex vor der Kamera
Gibt es Momente, wo der Sex vor der Kamera den Punkt der Inszenierung überschreitet und du dich richtig fallen lassen kannst?
Ja, allerdings. Zumindest bei mir ist es so, dass ich bei einem "CUT!" nicht abbreche, wenn ich kurz vorm Kommen bin. Und je echter das alles ist, umso eher wird's gekauft. *schmunzelt*
Inszeniert wird eigentlich nur die Handlung und nicht der Sex an sich. Gute Darsteller ficken automatisch, so dass der Kameramann eine Chance hat, gute Ansichten des Treibens einzufangen.
Wie steht es um das Thema Sicherheit? Krankheiten und Ansteckungsgefahr mit HIV, Hepatitis B und Co. - Beschäftigt dich das?
Das ist gerade für mich, die ich aus dem Gesundheitswesen komme, ein großes Thema, das unter den Profis schon gut, aber unter den Amateuren sehr lasch gehandhabt wird. Nutzt Gummis! Immer, alles andere ist nicht mehr zeitgemäß! Klar geht das nicht in allen Produktionen, aber wenn ich Zweifel an irgendetwas habe in Sachen Gesundheit oder Umtriebigkeit der Darsteller und Darstellerinnen, lehne ich ab.
Die Zukunft von Lena Nitro
Wie sehen deine beruflichen Zukunftspläne aus?
Von der Pornoprinzessin zur Queen werden.
Wie soll dein Leben nach dem Porno aussehen? Und wie schaltet Lena Nitro nach Drehs eigentlich ab?
Keine Ahnung wie das Leben danach aussieht. Ich habe mir vorgenommen, jetzt Vollgas zu geben. Ich bin seit September 2010 unter Vertrag, da ist es zu früh, um sich über "danach" zu unterhalten.
Abschalten kann ich nur Zuhause. Am liebsten mit meiner Hundedame Zehra und Aaron. Nach einem anstrengenden Dreh gibt's nix besseres als einen Berliner Döner von Balli. Ansonsten eine heiße Dusche. *lacht*
Einige Fragen, die garantiert gar nichts mit Porno zu tun haben
| Dein Lieblingsfilm (nicht pornös)? |
| Ich liebe Jigsaw. Also SAW. Ich habe mal in Prag in der Location von "Hostel 2" gedreht, das war gruselig *schmunzelt*. |
| Deine Lieblingsmusik? |
| SIDO |
| Dein Lieblingsessen und dein verhasstestes Essen? |
| Muttis Essen und Fastfood, auch wenn Aaron dann die Krise bekommt. Solange die Figur hält, futtere ich weiter gerne bei "McDonalds" und "Burger King". Blutiges und zu viel Fleisch sind nicht meine Welt. |
| Dein Lieblingsdrink (alkoholisch und nicht alkoholisch)? |
| Vodka/Cola, Sprite |
| Eine durchzechte Nacht. Dein Rezept für den Kater danach? |
| Durchschlafen bis der Kater weg ist. |
| Wofür gibst du das meiste Geld aus? |
| Klamotten, was sonst, ich bin ein Mädchen. |
| Das Sinnloseste, für das du je Geld ausgegeben hast? |
| Ich bereue nix! *lacht* |
| Dein liebstes Urlaubsziel? |
| Momentan bin ich am liebsten Zuhause, da ich beruflich aktuell sehr viel unterwegs bin. |
| Deine Stärken im Haushalt? |
| Aaron sagt, ich koche sehr gut. Fürs Grobe leiste ich mir eine Haushaltshilfe. |
| In welchem Sport bist du gut? |
| Reiten und Kartfahren |
| Welcher Typ bist du: Morgenmuffel oder früher Vogel fängt den Wurm? |
| Natural Born Morgenmuffel 2.0 |
Vielen Dank für das Gespräch!
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- 1. Teil: Pornostar Lena Nitro im Interview + "Heiße Träume"
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