18.01.2007

Attraktivität wirkt ansteckend

Frauen kopieren Verhalten der Geschlechtsgenossinnen bei der Partnerwahl

Attraktivität wirkt ansteckend

Die attraktivsten Männer sind jene, die auch andere Frauen attraktiv finden. Das Anlächeln eines Mannes von einer Frau, hebt nämlich interessanterweise die Sympathiewerte des Angelächelten bei den anderen Frauen an. Das erklärt auch, warum es den typischen "Schwarm" der Mädchen auf dem Schulhof gibt, behaupten Forscher der University of Aberdeen in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the Royal Society B. Sie haben zumindest deutliche Hinweise darauf gefunden, warum es einen Schwarmeffekt gibt.

Der Schwarmeffekt

Offensichtlich gilt das, was für weibliche Guppys, Finken und Wachteln gilt, auch für den Homo sapiens: Der Schwarmeffekt macht den Interessenten auch für die Konkurrenz höchst attraktiv. Das Verhalten der Geschlechtsgenossinnen wird nämlich bei der Partnerwahl kopiert. Das spart Zeit und Energie bei der Wahl des richtigen Geschlechtspartners, glauben die Forscher. Schließlich koste die Partnerwahl viel Zeit, Geduld und Energie. Und das was für andere gut ist, kann auch für sich selbst nur gut sein. Bisher gab es keinerlei Beweise, dass dieses Verhalten auch beim Menschen auftritt. Das Forscherteam um Ben Jones und Lisa deBruine vom Face Research Laboratory an der School of Psychology in Aberdeen hat in Untersuchungen allerdings bestätigt, dass es so ist.

Attraktivität von Männern

Sie haben 28 Männer und 28 Frauen die Attraktivität von Männern anhand von Fotos beurteilen lassen. Die Fotos wurden zuvor allerdings bereits von 40 Frauen als relativ gleichwertig hinsichtlich der Attraktivität selektiert. In weiterer Folge haben die Forscher dann eine Frau in Profilansicht ins Bild gebracht - die abwechselnd das männliche Gesicht anlächelte bzw. neutral oder abschätzend blickte. Die Probanden wurden danach erneut angehalten, die Bilder zu betrachten und zu beurteilen.

Das Ergebnis war verblüffend: Frauen fanden jene Männer, die von anderen Frauen angelächelt wurden, plötzlich wesentlich attraktiver. Umgekehrt verloren jene Männer, die von Frauen am Foto angelächelt wurden, bei den Männern deutlich an Sympathien.

Sexuelle Konkurrenz

"Sexuelle Konkurrenz schafft bei Männern eine negative Haltung gegenüber anderen Männern, die das Ziel der weiblichen Attraktion sind", subsumieren die Forscher. Es werde offensichtlich, dass ein freundliches Lächeln ansteckend wirkt und über den Gesichtsausdruck transportiert werde. Es setze allerdings eine gewisse grundlegende Attraktivität voraus. (pte)

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Kommentare

Kinners,

lassen wir doch bitte mal die Kirche im Dorf. Wer von uns aufgeklärten Mitteleuropäern glaubt eine Attraktivitäts-Umfrage, die ausgerechnet von Schotten durchgeführt wurde? Also: Aberdeen ist wirklich ein nettes mittelgroßes Nest irgendwo in Schottland, wie ich mich bei der letzten Reise in dortig Gefilde überzeugen konnte. Aber es wird doch wohl niemand ernsthaft glauben, daß von dortigen Universitäten irgendwelche Impulse für den normalen europäischen Durchschnittsmann kommen könnten, wo der Dur(st)chschnittschote erwiesenermaßen nicht mehr als 2x pro Woche die Unerwäsche wechselt. Das wäre ja ungefähr so, als würden wir allen Ernstes behaupten, daß Elvis tot ist. Oder so ähnlich. In diesem Sinne: Ich finde Schottland wirklich klasse, aber es wird deshalb doch niemand behaupten, daß wir die Schotten mit ihrem Umfragen-Gedöns deshalb ernst nehmen müßten, oder?

Lg, MCJohn
Tja,..

.... meist nur dem Anschein nach.
Und der zweite Eindruck sorgt dann doch für ernüchternde Klarheit.

LG
aus Bielefeld
*kuss2*

Ich passe da wohl auch nicht so ganz rein, bei mir ist es immer umgekehrt. Mir gefallen Männer meist aufgrund irgendwelcher Kleinigkeiten, mal die Augen, mal das Lächeln, mal die Art zu sprechen. Irgendwie wird plötzlich der ganze Mann schön. Meine objektiven Freunde allerdings schütteln regelmäßig den Kopf, meist höre ich ich würde unter völliger Geschmacksverirrung leiden. *blabla* Der Liebling der Massen hat mich dagegen noch nie begeistert.
eroskuenstler

hat total recht!
Ausstrahlung

Ist doch genau das was ich immer sage. Die Ausstrahlung macht´s. Jemand der (auch mit sich selbst) zufrieden ist hat eine Ausstrahlung die auch auf andere Anziehend wirkt. Und das trifft auf Männlein und Weiblein zu.

Im übrigen bin ich sowieso der Meinung, dass die Seele kein Geschlecht kennt und wir uns daher von der physischen Erscheinung in die Irre führen, d. h., beeinflussen lassen.
So ist also unsere Erziehung dafür verantwortlich, dass die Geschlechter sich rollenspezifisch verhalten, und nur wer authentisch genug ist, lebt seine männlichen UND weiblichen Aspekte aus ...

Sehr schöne Sichtweise, die ich sofort unterschreiben würde!

Wer sich seiner selbst bewusst ist, braucht kein Konkurenzverhalten, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Ausstrahlung und Anziehung ist automatisch da! Vielleicht ist es eben das, was einen Schwarm zu einem Schwarm macht? Egal welches Geschlecht er hat?
Vermutlich fühlen wir uns alle, von Menschen mit Selbstbewusstsein angezogen. Aber nicht jedermans/jederfraus Selbstbewußtsein ist echt, also was tun? Wir produzieren sie, in dem wir ein Bild von uns verkaufen, was den Anschein von Selbstbewußtsein, von Stärke und Potenzfähigkeit erweckt. Das gibt unseren Gegenüber zu verstehen, ich habe alles im Griff. Nach dem Motto: schau nur ich bin DJ, Moderator, Barkeeper usw. sie liegen mir alle zu Füssen, ich kann sie alle haben. Doch hinter der Fassade, ist es ein verunsicherter Mensch wie du und ich. Doch das ist nicht auf Anhieb erkennbar. Die Reaktion der Menschen um uns herum, auf diesen Menschen, beeinflusst unsere Wahrnehmung.
Wir treten ins Konkurenzverhalten, weil wir alle (neben unbewussten biologischen Auswahlkriterien) im Grunde ein echtes, um sich selbst wissendes Wesen suchen, was nicht nur weis was es will, sondern es auch wie selbstverständlich lebt und zeigt. Was gibt es Anzieherendes, als jemanden, der authentisch ist? Siehe Zitat oben!

Was aber nicht heissen soll, dass es nicht auch Menschen geben kann, die diese Tätigkeiten ausüben und ein echtes Selbstbewußtsein besitzen. Doch diese Menschen gehen der Tätigkeit, um der Tätigkeit willen nach, nicht um zu beeindrucken.


liebe Grüße
Eleana
@DaToerna

... ich habe nicht DICH als oberflächlich eingestuft, sondern das Pochen auf der besonderen Stellung.
Trotzdem eine Entschuldigung, falls du dich auf den Schlips getreten fühlen haben solltest.

Im Übrigen heiße ich Matthias und möchte auch so angeschrieben werden.

Danke.
@ Matze

Mich als oberflächlich zu klassifizieren ist vielleicht ein bisschen voreingenommen. Du kennst mich ja gar nicht, Punkt eins. Punkt zwei, ich poche NICHT auf irgendeine Stellung. Ich hab nämlich doch ein weing mehr Tiefgang *ggg* .

Und das zu einer Beziehung mehr gehört das weiss ich selber. Und wenn man in einem Club arbeitet kommt man nicht drumherum mit weiblichen Gästen zu shakern *baeh* .

Zum Abschluss möchte ich sagen: hic rhodos, hic salta.

Greez
@DaToerna

... also ich überzeuge die holde Weiblichkeit lieber mit meinem Wesen und den dazugehörigen Vorzügen als einer Stellung als Barkeeper/Kistenschlepper/Snowboardlehrer (beeindruckt auf Dauer auch nachhaltiger).

Das Pochen auf eine "Stellung" und deren vermeintliche Vorteile ist im Übrigen genauso oberflächlich wie das Präsentieren de Brüste, oder irre ich mich da? *schmunzel*

Meine Erfahrung ist, dass Frauen, die größer sind als ich, und sich "trotzdem" für mich interessiert haben, charakterlich meistens angenehmer (um es mal so höflich auszudrücken) waren.

Wie auch immer, ist man auf puren Sex aus, kann das ja relativ egal sein, aber für eine Partnerschaft gehören für mich auch noch ein paar substanzielle Dinge dazu.

Andernfalls, Schwarmeffekt hin oder her: sic transit gloria mundi!

*zwinker*
@DaToerna

Vergiss es: Eine Frau, die optisch verhältnismäßig genauso ebenmäßig gebaut ist wie Du und das auch noch unverhüllt zeigt, bekommt mindestens das Dreißigfache an Klicks... (zum einen liegt es an der Mitgliederstruktur und zum anderen sind die Männer wohl echt noch einen Tick oberflächlicher)

In einer meiner - immer mal wieder auftauchenden - Sinnkrisen, was die Tätigkeit im Team angeht, kam ich zu der Vermutung, dass ich Reaktionen des weiblichen Geschlechts fast nur noch genau aus diesem Grund erführe. Der Moderatorenjob als Anziehungsgrund wie beim Barkeeper.
Und daher fühlte ich mich unglaublich erleichtert, als ich nach einem Auftritt mit einem Zweitprofil als Normalo dort wenigstens auch ein paar Reaktionen verbuchen konnte... die Sonderstellung hilft, ist aber nicht alles. Vor allem dann, wenn man nicht bloß ein "Abschuss" sein will.

  • Neu hier? Kein Problem!