Eigene Poly-Texte


ICH WEISS SCHON ZU WEM ICH GEHÖRE
PolyPoet Tom nach (Robert Liebmann/ Friedrich Hollaender, 1932)

Sprechen die Frauen von Treue,
lächle ich nur vor mich hin.
Liebe ist ewig das Neue,
„Treue“ hat gar keinen Sinn!
Heute schon ist mir entschwunden,
was ich noch gestern besaß,
Liebe macht selige Stunden,
Treue macht mir so viel Spaß.

Ich weiß schon, zu wem ich gehöre,
doch bin ich zu schade für eine allein.
Wenn ich jetzt grad` dir „Treue“ schwöre,
wird wieder eine and’re ganz unglücklich sein.
Ja soll denn etwas so Schönes nur einer gefallen?
Die Sonne, die Sterne gehörn doch auch allen!
Ich weiß schon zu wem ich gehöre,
doch ich glaub`, ich gehöre nur mir ganz allein!

Eine hat zärtliche Hände,
eine packt kräftiger zu.
Wenn ich die Richtige fände,
hätte ich auch keine Ruh!
Bin ich bei einer geborgen,
glücklich, zufrieden und still,
lockt mich eine andere morgen,
nie hab` ich das, was ich will.

Ich weiß schon, zu wem ich gehöre,
ich bin doch zu schade für eine allein.
Wenn ich nur einer „Treue“ schwöre
würden die and’ren ganz unglücklich sein
Darum bin ich nicht „treu“ nur der Einen
Treue ist, bei Euch zu sein



exzess

fort ihr sorgen
verschont mich mit gram
heute ist nicht morgen.
fort mit falschen fesseln
alten furzen in den sesseln
wozu die scham?

schlürfen will ich
trinken, saufen
geiler weiber brüste
und in ihren haaren raufen
untergehn im strom der lüste…
ich will ihren grund erkunden
ihre hüften heiß umrunden
mich an unsren qualen laben
den kopf in ihren schoß vergraben
will sie ficken, vögeln, blasen
mitten in den irrsinn rasen
will sie lieben wie ein zecher
taumelnd leben wie im sturm
trunken immer wieder leeren
übervolle becher
bis ich im rausch
über meine grenzen steige
bis zur bittersüßen neige

lass einander uns verführen
zärtlich wild und alle tage neu
mehr als nur die haut berühren
völlig frei einander immer wieder treu



Dich begehr’ ich

Dich begehr’ ich
grenzen-, und bedingungslos
lass’ Dich immer wieder los
in Deine eig’nen Wände,
und and’re Männerhände,
Dich will ich
als Schöne und als Biest
Dich will ich
genau so, wie Du bist.



Keine kann ich besser teilen

Eines fühl’ ich ganz bestimmt:
Keine kann ich besser teilen
als die, die ich am meisten liebe.
Lass' mich in Deinem Herz verweilen
wenn Du Dich verschenkst im Triebe,
während Dich ein and’rer nimmt



Liebe ist doch frei (Song)

Ich krieg von dir jetzt nicht genug
ich will dich ganz mit Haut und Haar
und irgendwann denk’ ich daran
wie schön das alles war…

Denn irgendwann kommt ER daher
Du willst ihn ganz mit Haut und Haar
uns loszulassen fällt nicht schwer
weil es so schön mit uns war…

Refr.

Ich sag’ ihm herzlich guten Tag
und dir liebevoll Bye-Bye?
Weil ich Euch beide mag
was ist denn schon dabei?

Doch was wär’ denn schon dabei,
Wenn wir uns lieben alle drei?
Liebe ist doch frei…

Refr.

Ich will dich teilen ganz und gar
ich will Euch mit Haut und Haar
Was ist denn schon dabei
Liebe ist doch frei…!

Selbst wenn du für immer gehst,
unter Tränen und mit Küssen
aus meinem Leben wehst
Lieb’ ich weiter, leb’ ich weiter
Mit Gaby und Marie
In Polyamorie...

Refr.:
Ich will nicht dich oder sie
Will kein jetzt oder nie
Willst du dich mehr als einem schenken
Warum sollst du dich beschränken?
Liebe wen du willst – mit Haut und Haar
Nichts ist wie es war
In Polyamory
Was ist denn schon dabei?
Liebe ist doch frei...



Wenn das Glück am schönsten ist

Wenn das Glück am schönsten ist
freue ich mich still,
schaue, wo der Schatten ist,
und was er mir sagen will.
Wenn wir ganz nah beisammen sind,
bleiben wir der Freiheit Kind
gleich, wie wir uns gestalten.
Auch wenn sich uns’re Wege trennen,
und wir in unser Unglück rennen
Wir hatten uns als Lohn
Uns’re Hände können uns nicht halten -
uns’re Liebe schon…



Un-Liebesgedicht

Je näher wir beisammen sind,
desto weiter geh’ ich weg.
Und wenn wir auseinander sind,
dann kümmert’s mich `nen Dreck.
Liebe ist der Freiheit Kind
und wenn sie weg ist, ist sie weg…



Ich will Dich (Song)

Refr.:
Gib mir alles, gib dich hin
und tu das, was Liebe tut:
schenk mir Tränen und Dein Blut
Deinen Saft und Deinen Schweiß
gib mir alles, gib Dich hin,
denn ich weiß:
Will Deinen Arsch, den herrlich geilen
will so viel mit Dir teilen
nur nicht Bett und nur nicht Tisch -
ich will nur Dich, will nur Dich, nur Dich!

Ich krieg von Dir nicht genug
mit jedem kleinen Atemzug
zieh ich Dich tief in mich rein
Deine Luft,
Deinen Duft
mit allem sollst Du in mir sein.

Ich will immer mehr von Dir
machst mich gnadenlos zum Tier
ich sauge Dich in mich ein
will Dich schmecken
will Dich lecken
mit allem sollst Du in mir sein.

Ich will Dich, will Dich hören
auch wenn wir die Nachbarn stören,
schraube mich in Dich rein
abgrundtief in Deine Möse -
lass es raus, Dein Lustgetöse
mit allem will ich in Dir sein...

Ich will Dich ganz tief in mir
Greif mir an mein hartes Horn
sieh mich an, und zwar von vorn
ich mach Dir jetzt gleich den Stier
ich will den Fick
mit Deinem Blick…

Ich will Dich immer wieder spüren
will Dich ganz mit Haut und Haar
mehr als nur die Haut berühren,
will was ist
und das was war
ich will Dich, wie Du bist!

Doch jetzt bild’ Dir bloß nix ein,
ich will Dich nicht nur allein
will auch Anne und Marie
ich will Dich genau wie sie
Und wenn es Dir so ähnlich geht,
will ich auch Ingo und den Fred…



In Gedanken werd’ ich bei Euch sein

In Gedanken werd' ich bei Euch sein -
ihr seid zusammen, ich allein
Er gibt Dir dann und wann
was ich nicht kann…
Deine Liebe gilt uns beiden –
und dadurch wird sie mehr
brauchst Dich auch nicht entscheiden
wir beide lieben Dich dafür doch viel zu sehr…



Eins und zwei
(PolyPoet Tom nach einem Text von Hildegard Knef)

Eins und zwei, das macht drei,
Drum küss und denk nicht dabei
Denn denken schadet der Illusion.
Alles dreht sich, dreht sich im Kreis
Und kommst du mal aus dem Gleis,
War's eben Erfahrung anstatt Offenbarung,
Was macht das schon?

Der Mensch an sich ist einsam
Und bleibt verlassen zurück.
Sucht man sich nicht gemeinsam
Ein kleines Stück von dem Glück.
Dem Glück, das man mit Füssen
Ein ganzes Leben lang trat.
Das man mit ein paar Küssen
Plötzlich zu Hause hat.

Eins und zwei, das macht drei,
Ein Herz ist immer dabei,
Und wenn du Glück hast,
Dann sind es drei.
Das Rezept wird keiner erfinden,
Das wird keiner ergründen.
Mal bleibt's für's Leben
Und mal bleibt es eben nur Liebelei.

Der Mensch an sich ist feige
Und schämt sich für sein Gefühl.
Das es nur keiner zeige,
Weil die Moral es so will.
Doch wenn im Fall des Falles
Er sich im Dunkeln versteckt.
Der liebe Gott sieht alles
Und hat dich längst entdeckt.

Eins und zwei, das macht drei,
Drum küss und lächle dabei,
Wenn dir auch manchmal zum Heulen ist.
Glücklich, wer das Heute geniesst,
Und was vorbei ist, vergisst.
Es kommt, wie es kommen muss,
Erst kommt der erste Kuss,
Dann kommt der letzte Kuss,
Dann der Schluss



Du gehörst nur Dir

Du gehörst nur Dir,
drum bist Du ein Geschenk -
da darf ich nichts erwarten.
Mal schenkst Du Dich mir,
und mal bist Du zu Gast
in einem andren Garten.
So darf ich auf Dich warten
ohne Eile, ohne Hast.

Damit ich Deiner wert sein kann
muss ich mir meiner wert sein.
Alle Tage um Dich werben
und nicht nur dann und wann.
Und werd’ ich dereinst sterben
und bin dann Deiner wert,
so lass’ mich bitte nicht allein.
Ich bitte Dich um Dein Geschenk
auch in dieser Stunde bin ich eingedenk
dass das nicht selbstverständlich ist.
Tritt einfach in mein Herz hinein
geradeaus, so wie Du bist.



Du bist meine Lieblingsliebe

Du bist meine Lieblingsliebe,
Liebling, doch ich schiebe
nicht all’ mein Sehnen nur auf Dich
Selbst, wenn mir keine Liebe bliebe
hätt’ ich noch immer mich.
Doch da sind auch noch die and’ren,
die darf ich lieben immerzu
drum sind sie mir genau so lieb wie Du.



Ficken kann ich auch and’re Frauen

Wir kennen uns schon ein paar Wochen,
und es wird immer leichter…
Ich muss nicht mit Dir kochen
und es wird tiefer anstatt seichter…

Ficken kann ich auch and’re Frauen
selbst lieben darf ich sie -
umgekehrt ist’s ebenso,
weil wir in uns vertrauen,
brechen nie was übers Knie.

Wir gönnen uns die Nähen
bei uns’rem leichten Tanz
und, als ob wir blind uns sähen,
immer wieder auch Distanz.

Wortreich könnt’ ich weiter schreiben,
Du lehrtest mich: Komm, lass es bleiben.
Du bist, in einem Wort gefasst:
Passt!



Marienkäfers Liebeslied

Meine Pünktchen will ich grade rücken
und mich mit Sonnenstrahlen schmücken.
So flieg’ ich um Dich Purzelbäume
summe sanft durch Deine Träume.
Möcht’ Deine feinen Häutchen lecken
und Deinen süßen Nektar schmecken.

Wirst Du einmal krank,
dann reiß’ ich mir für Dich mein letztes Beinchen aus,
schenk’ Dir meine letzte Laus
und will dafür auch keinen Dank.
Lieben will ich Dich auf Schritt und Tritt,
und lockt Dich mal ein and’rer Käfer,
dann fliegen wir zu Dritt.



Kanalisiert


Ich bin gefährlich.
Darf meine Ufer
nicht verlassen.
Ersäufen
würd’ ich Euch
in Sintflut Liebe
die mich tost
und Ihr
mich hassen.

Gezwängt in Fülle
werd’ ich armselig,
seid und seht ihr
ängstlich
meine Hülle…
Wo rausch’ ich hin?
Wo fließ’ ich her?
Liebste, sag:
Wo ist mein Meer?


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