| | Ich war ein ernstes Kind.
Nein, im Grunde war ich schon ein ernstes Baby. Die wohl einzige Unter-1-jährige im Umkreis mit Skepsis-Falten zwischen den Augenbrauen.
Menschen kniffen mir gönnerhaft in die Pausbäckchen und sagten: "Och, so süß die Lütte. Nu lächel doch mal, siehst dann gleich noch viel hübscher aus."
Schon in meinem Poesiealbum in der 5. Klasse war der mit Abstand am häufigsten eingetragene Spruch "Viel schöner bist Du wenn Du lachst als wenn Du eine Schnute machst."
Aha. Habe ich verstanden... Aber so ist das nun mal mit mir: strahlend durch die Gegend zu laufen ist nicht mein natürlicher Aggregatszustand. Lächeln ist nicht meine selbstverständlichste Geste.
Und eigentlich finde ich das auch gar nicht schlimm.
Ich lächle, wenn es etwas gibt, das mich zum lächeln bringt. Dann allerdings tue ich es nicht nur mit den Lippen, sondern aus tiefster Überzeugung und bis in die Augen hinauf.
Menschen, die mich sehr gut kennen, schauen mich dann an und sagen "Wow, Du bist gerade richtig glücklich, oder?"
Ja. Bin ich dann auch. |