Durst- ein Gedicht

Der bleiern, mechanische Gesang der Zikaden

erstirbt in der Mittagszeit

zu einer endlos flimmernden Fläche.

Mir begegnet dein dürstendes Fleisch,

es reckt sich mir in narkotisierenden Wellen entgegen.

Der Wunsch meines Körpers

wird unnachgiebig,

von deinen,

sich windenden Duftwolken eingesogen.

Mein Leib beginnt von dir zu trinken,

bebend erst,

dann endlos versinkend

im nicht mehr stillstehenden Meer

aus Duft und Fleisch und salzigem Schweiß.

Alle Wasser stürzen

kaskadenartig, dröhnend,

in einen Wirbel aus Krallen und Zähnen.

Und-

langsam zunächst,

in langen und tiefen Schlücken,

sich labend am Nektar der Venus,

trinke ich den goldenen Sturm deiner Haare,

spüre ich die Kehle deines Leibes.

Und schneller,

immer schneller

und gieriger und einnehmender,

in einem getrunkenen Tanz

vertauschen sich unsere salzigen Meere.

Der laut einsetzende, eifersüchtige Gesang der Zikaden,

wird übertönt

von dem Rauschen der Säfte in unseren Adern.

Unser Bewusst-sein taumelt

im betäubenden Tosen der Synapsen

die Schlücke werden zu Schreien und-

vom Anschwellen bis zu dem Platzen nahe,

spannst du dich in mir- ich in dir

und fest,

in deinem feuchten Griffe gehalten- halte ich dich

stürze ich in dich,

durch dich,

um uns herum,

bis

die Seele der Einheit über uns schwebt.

Das beleidigte Zetern der Zikadenmännchen

Berührt uns

-nicht.

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