Kapitel 1Kapitel 1Draußen wütete der Sturm und brach sich heulend an den Zinnen. Aber hier drinnen im Saal ihrer Ahnen am prasselnden Kaminfeuer war es angenehm warm. Vor ihm stand ein kleineres Modell des Berges mit der Burg. Eigentlich müsste er sich keine Sorgen machen , seine Vorfahren hatte bei der Befestigung des Berges ganze Arbeit geleistet. Wie ein Schiffsbug ragte die „Windzinne“ hinaus in die tosende See und die Wellen brachen sich an der Klippe die den Bergfried trug. Die Gallionsfigur oder das Wahrzeichen der Burg welches völlig frei stehend nur über eine schmale Brücke zu erreichen war. Die Burg lag auf einem 300 meter hohem Hochplateau welches nur durch eine schmale Schlucht zu erreichen war. In den alten Geschichten war es der finstere Pfad aber wie immer in alten Geschichten gab es Fantasyvolle Namen für alltägliche Dinge, es war halt nur eine Schlucht. Irgendwann wurde sie befestigt und nun würde jeder der es wagen sollte die Windzinne anzugreifen einen hohen Blutzoll zahlen. Drei große Eichentore schützten an verschiedenen Stellen die Schlucht und schlossen sie hermetisch ab. Über sie hinweg führten Brücken, die im Falle eines Angriffs mit seinen besten Bogenschützen besetzt waren. Ihren tödlichen Pfeilen würde niemand entrinnen während sie sich , fast 100 meter über den Feinden in Sicherheit befanden. Sollte doch jemand das erste Tor überwinden hatten die Verteidiger noch eine böse Überaschung für die Angreifer. Das letzte Tor lies sich so dicht abschließen das nicht der kleinste Lufthauch durch die Ritzen zog. Die Zwerge ,die das alles entwickelt hatten waren Freunde seines Großvaters gewesen und kannten sich mit Verteidigungsanlagen bestens aus. Über ein ausgeklügeltes Pumpsystem ließ sich der letzte Torabschnitt mit Meerwasser fluten und dieses Wasser würde zum feuchten Grab der Angreifer werden sollten sie es wagen die Windzinne zu stürmen. Rechts und Links der Schlucht zogen sich niedrige Wehrmauern entlang die ab und an von einem Turm unterbrochen wurden. Sein Blick schweifte ab vom Modell der Burg ,hin zum Fenster. Donnergrollen rollte über das Meer und brandete gegen die steilen Felswände.Er ging durch den Raum , hin zu den Fenstern und öffnete eines davon. Wind und Regen peitschte ihm ins Gesicht während er sich hinauslehnte und über die Hochebene schaute. Die Signalfeuer brannten, die Windmühlenflügel waren gesichert und die Tiere gut untergebracht. Ab und an wanderte ein Wachposten, in seinen Unhang gehüllt , durch die regengepeitschte Nacht. Alles war ruhig .......... zu ruhig! Seine Mutter saß am Kamin bei Elenea , seiner Frau, und schaute in die prasselnden Flammen. Er ging zu ihnen hinüber und schaute seine Frau an. In ihrem schönen Augen spiegelten sich die Flammen des Kaminfeuers und machten ihren Blick noch wilder als er sowieso schon war. Elenea lächelte ihn an. Immer wenn sie lächelte wurde ihm ganz warm. Vor zwei Jahren hatten sie geheiratet und sie liebten sich noch genauso wie am ersten Tag. Auch wenn er ihren Vater ,den Schmied Hogar, lange davon überzeugen musste das es ihm mit seiner Tochter ernst war. Eines Tages war Hogar mit seiner Tochter und drei Männern über das Meer gekommen. Fast verdurstet und verhungert in einem lecken Boot wurden sie von den Fischern aus dem Meer geangelt und vor seinen Vater gebracht. Hogar erzählte das sie weit übers Meer kamen ,geflohen vor den Menschen die seine Frau auf dem Scheiterhaufen verbrannten weil sie eine angebliche Hexe war. In ihrem Ort waren die zwei gut bekannt Hogar weil er ein hervoragender Schmied war und Nefre die Frau mit den heilenden Händen. Er ein Mensch und sie eine Albenfrau aus den Wäldern im Norden. Sie hatten sich gesehen und sofort war es um Hogar geschehen. Nefre war anders wie die anderen Alben, eigentlich war ihre Rasse ja eher feindlich allen Nichtalben gegenüber. Nefre hingegen suchte eher die Nähe anderer. Sie war bei ihm geblieben und sie hatte sich, trotz des Abscheuß gegen ihre Art, schnell den Ruf einer guten Heilerin erarbeitet, bis SIE kamen. Eines Morgens tauchten zwei ärmlich gekleidete Männer auf und versuchten den Dorfbewohnern etwas über den einen Gott zu erklären. Niemand verstand sie ,denn Götter gab es gar viele, sogar Hogar betete zu 4 oder 5 um gute Wege und gutes Gelingen , heißes Feuer im Herd, schönes Wetter usw. Und für alles gab es wieder andere Götter ..... manchmal schon etwas verwirrend aber dafür gab es ja die Druiden um den Überblick zu behalten. Und nun kamen diese zwei und wollten ihnen etwas von nur einem Gott erzählen? Lächerlich! Täglich standen die zwei abgerissenen Gestalten auf dem Marktplatz und predigten. Von angeblichen Liebe und Zusammenhalt und noch dererlei anderen geschwätz. Wer würde sich schon beugen und sich nicht wehren wenn ihm Gewalt angetan wurde. Nur um vor seinem Gott besser da zu stehen? Komische Leute! Nach ein paar Tagen beachtete sie kaum noch jemand. Und dann ..... dann begannen die Beschimpfungen! Aber auch das brachte sie nicht weiter. Und als sie zu guter letzt noch das alljährliche Samhain Fest störten wurden sie aus dem Dorf gejagd. Die zwei Störenfriede waren lange vergessen als die Schiffe am Horizont auftauchten. | ||
Kapitel 2Kapitel 2Leise und schleichend kam die Gefahr näher und niemand bemerkte es. Der erste der sie sah war Ragurd der Fischer, er segelte mit seinem kleinen Boot hinaus zu den Klippen um Krebse zu fangen und als er die Klippen umfuhr segelte er mitten in sie hinein. Vier große Segler waffenstarrend unter blutigem Banner. Auf weißen Segel brannte ein blutiges Kreuz umschlossen mit einem Ring aus Feuer. Ragurd versuchte noch zu wenden aber die Distanz war zu kurz und der Pfeil der sein Leben beendete löschte auch das Bild des Brennenden Kreuzes in seinem Gehirn aus. Leise wie die Pest schlichen sich die vier Schiffe näher an das ahnungslose Dorf heran. Ein Befehl bellte vom Achterdeck des Führungsschiffes und zeitgleich wendeten die Schiffe und segelten in die Bucht. Nah am Ufer rasselten die schweren Ankerketten in die Tiefe und der Anker bohrte sich in den weichen Grund. Ladeluken öffneten sich und Lastkäne wurden mit Pferden und Reitern beladen. Ruderer legten sich in die Riemen und brachten die Reiter zum Strand. Pferde wiehrten , Metall kreischte und in glänzenden Brustplatten spiegelten sich die ersten aufsteigenden Sonnenstrahlen. Ein Banner wurde entrollt, blutiges Kreuz eingeschlossen in einem Kreis aus Feuer. Es entfaltete sich sanft in der leichten Morgenprise. Schwerter glitten aus den Scheiden, Lanzen wurden in die Halterungen gestützt und Sehnen auf die Bögen gezogen ...... heut war ein guter Tag ..... ein guter Tag zu Sterben. Und bald würde das Sterben beginnen. Von alledem ahnte im dorf niemand etwas. Das Dorf erwachte ...... Olof der Bäcker hatte gerade den ofen angefeuert und grüßte durch das offene Fenster seinen Nachbarn den Schmied. Hogar hatte heute noch viel Arbeit und so erwiederte er den Gruß des Bäckers mit einem kurzen Kopfnicken. Er begann das Feuer zu schüren um sein Eisen zum glühen zu bringen. Er musste noch drei Pflüge reparieren , Ralf und Ragar brauchten Werkzeug, 2 äxte waren fällig und die zwei Pferde vom Weinhändler musste er auch noch beschlagen. Aus der kleinen Küche hörte er seine Frau und seine Tochter scherzen. Wer weiß was die beiden Kräuterweiber wieder zusammenbrauten dachte er bei sich und lächelte. Draussen bellte es und ein recht beachtlicher dunkelgrauer wolfshund kam hereingestürmt, sprang an ihm hoch und legte ihm die Pfoten auf die Schultern um ihm dann genüsslich das Gesicht abzulecken. „Hö , Wulfling“ dröhnte seine tiefe Stimme durch den Raum „Langsam, langsam! Wo hast du denn dein Herrchen gelassen?“ „Hier!“ sagte eine Stimme hinter ihm. Hogar schüttelte den Wolfshund ab und drehte sich um. Lächelnd kam ihm Arnim der Waldläufer entgegen. Hogar und Arnim waren in etwa gleich alt und hier am Ort gemeinsam aufgewachsen. Seit ihrer Geburt spielten sie zusammen und waren eigentlich wie Brüder . „Hast du meine Messer fertig?“ Hogar nickte. „Später! Lass uns erst etwas essen!“ Sie setzten sich an den Tisch und Elenea brachte ihnen Brot, Käse und einen Krug Wein. Auch Nefre kam ins Zimmer und schloß Arnim in die Arme. Früher hatten sich die beiden Männer um sie gestritten, jeder wollte die schöne Albin in sein Bett führen. Aber schließlich hatte Hogar gesiegt und Arnim hatte sich damit abgefunden und wurde ihr bester Freund. „ Und wie war die Jagd?“ fragte sie Arnim „ Ach das übliche .... ein paar Hasen und 2 Fasane. Aber den 9 Ender hinter den ich schon seid zwei Wochen her bin bekomme ich auch noch.“ Die vier saßen am Tisch, frühstückten und scherzten. Niemand sah die Reiter die ihre Reihen langsam um das Dorf schlossen. Finn der Wächter des Leuchtfeuers ging pfeifend den Weg hinauf, heut gegen abend sollte der Weinhändler ne neue Lieferung bekommen und falls das Handelsschiff erst in der Dunkelheit kommen sollte musste das Feuer aufgeschichtet sein. Zu leicht konnte man in der Dunkelheit auf die Klippen laufen. Er nahm das Holz von dem Stapel und packte die Feuerpfanne des Turmes wieder voll. Nach zehn Minuten Scheite schleppen hatte er die Nase voll. Irgendwie ging ihm alles auf den keks , immer musste er die schwere Arbeit machen, nie half ihm jemand. Er lehnte sich an die Brüstung und ließ seinen Blick über das Meer gleiten. Die Sonne brach sich glitzernd auf den Wellen und er musste geblendet die Augen zusammenkneifen. Still lag die See da, irgendwo da draussen sollte Ragurds Boot treiben. Der alte Seebär hatte ihm für Abends eine leckere Krebssuppe versprochen. Nix zu sehen! Wo war der nur? Finn schlug die Hand über die Augen um die Sonne abzuschirmen. Ragurds Boot war nirgends zu sehen. Angestrengt suchte Finn den Horizont ab. Ah da bei den Klippen ,Ragurds Boot! „Was macht der Kerl bloß?“ fragte sich Finn Das Boot trieb direkt auf die Klippen zu. Finn wollte rufen oder winken aber Ragurd würde ihn eh nicht sehen oder hören, die Entfernung war einfach zu groß. Mit weitaufgerissenen Augen musste Finn mit ansehen wie das kleine Boot in die Klippen gedrückt wurde ,an diesen zerschellteund von den Tiefen des Meeres verschluckt wurde. Keuchend stand Finn an der Mauerbrüstung und konnte nicht glauben was gerade geschehen war. Fassungslos schaute er auf die Stelle an der das Boot seines Freundes versunken war. Und dann tauchte hinter den Klippen das Segel auf. Diesmal blendete ihn nicht die Sonne. Sondern die leuchtende Spur die der Feuerball der Balliste an den Himmel zeichnete. Die Spur des Todes hinter sich herziehend flog der Ball auf das Dorf zu und ............ fiel in der Bucht mit lautem Zischen ins Meer. „Haha, zu kurz!“ jubelte Finn, ihm blieb noch Zeit das Dorf zu warnen. Es würde eine Weile dauern bis sie nachgeladen haben. Aber der Feuerball sollte gar nicht treffen und nachladen würde auch niemand. Der Feuerball war nur das Signal..... das Zeichen des tötens. Und das Töten begann. Finn kam zu spät. Das Dorf war schon dem Tode geweiht. Sie wussten es nur noch nicht! Aber sie merkten es , als das Banner des Flammenden Kreuzes in ihrer Mitte erschien und den Tod in ihre Reihen schickte. | ||







