Schwarzalben

Epilog

Epilog


Der Nebel hatte sich verzogen und gab den Blick auf die tosende See frei.Am Horizont zogen dunkle Wolken herauf und kündeten von einem nahenden Sturm.
Genauso düster wie das heraufziehende Wetter waren die Nachichten die er von dem Boten aus dem Norden erhalten hatte.
Nun stand er hier auf dem Turm der kleinen Feste und schaute ,in Gedanken versunken, über den Fjord.
Dreihundert Meter unter ihm, in dem kleinen Ort Hanglöf gingen die Leute ihrer Arbeit nach.
Fischer flickten Netze, Bauern trieben ihre Tiere auf die schmalen Hangwiesen und Hogar der Schmied war gerade dabei Pferde zu beschlagen. Alle waren beschäftigt und niemand ahnte etwas von der Gefahr die aus dem Norden heraufzog.
Der Bote war gestern Abend völlig erschöpft bei Ihnen eingetroffen und hatte ihnen einen Brief seines Bruders gebracht dessen Burg zwei Tagesreisen Richtung Norden lag.
Die Burg seines Bruders wurde angegriffen und er bat ihn um Hilfe.
Auch wenn sie sich nie sonderlich gut verstanden hatten und er eigentlich froh darüber war das sein Bruder in den Norden ging, hatte er doch so etwas wie Familiensinn.
Viele Leute konnte er nicht aufbringen er hatte maximal 60 Mann unter Waffen aber sein Bruder war beliebt im Dorf und eventuell kamen noch einige Freiwillige und Freunde mit.
Am späten Nachmittag würde er hinunterreiten und in der Schenke eine Versammlung einberufen.
Es war kalt geworden und in wenigen Wochen würde das Land unter einer Dichten Schneedecke versunken sein. Dann wäre Hanglöf und die Burg von der Aussenwelt abgeschnitten und sicher.
Die Burg an sich war schon so gut wie uneinnehmbar. Hoch auf einer Felsnadel gelegen, mit weitem Blick über das Land konnte man sich nähernde Gefahr schon von weitem sehen und sich gut darauf vorbereiten. Die dicken Mauern sollten so mancher Belagerung standhalten und wer sollte auch die steilen Wege das Belagerungsgerät heraufziehen?
Der Weg zur Burg führte durch die sogenannte „Blutrinne“, eine schmale Schlucht im Fels in der gerade so zwei Pferde nebeneinander reiten konnten und die von wenigen gutgerüssteten Männern gegen jeden Feind gehalten werden konnte.
Sein Vater hatte sie noch befestigen lassen und drei Tore eingebaut.Seidem hatte es kein Feind mehr gewagt die „Windzinne“ , so hies die Burg, anzugreifen.
Die Baumeister, Zwerge aus dem Süden; hatten gewusst wie sie die Gegebenheiten der Natur zu ihren Gunsten nutzen konnten und ein schönes und nützliches Bauwerk geschaffen.
Leider hatte sein Vater die Beendigung der Arbeiten nicht mehr miterlebt, er wurde auf einem seiner Jagdausflüge hinterücks von einem Meuchelmörder umgebracht. Bis heute wusste niemand wer ihn geschickt hatte.Mutter hatte versucht das Verbrechen aufzuklären aber auch wenn sein Vater ein sehr angesehener Mann im Senat der Schwarzalben war, konnte ihr niemand helfen.
Und so blieb die ruchlose Tat bis zum heutigen Tag ungesühnt aber irgendwann, das wusste er würden sie den Mörder finden und ihn zur Rechenschaft ziehen.
Seit Vaters Tod hatte er täglich mehrere Stunden damit verbracht die Windzinne um und auszubauen, nebenbei trainierte er mit Rogalf dem Schwertmeister an ausgefallenen Kampftechniken und unternahm weite Ausritte in die feslige Landschaft um die Burg.
Mit seinen 122 Jahren war er noch relativ jung für einen Alben aber in diesem rauhen Land musste man schneller erwachsen werden als man wollte.
Hinter Ihm erklangen leise Schritte.
Seine Mutter kam die Stufen zum Turm herauf und legte ihm ihre hand auf die Schulter.
„Mein Sohn, Elenea fragt nach dir! Komm mit hinunter in die Halle und lass uns am Kaminfeuer über alles reden. Wir müssen noch die Reisepläne besprechen und dann sollest du noch ins Dorf hinunterreiten.!“
Er drehte sich herum und folgte seiner Mutter die Stufen hinab ins Innere der Burg.
Als er die Tür des Turmes hinter sich schloß prallten die ersten Ausläufer des Sturms gegen die Burg und begannen an den zinnenbewehrten Mauern zu rütteln.

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