So bastelt man sich einen Geist

Auf vielfache Anregung...

...des Waldgeistes Neupolli; also the one and only Ghost In The Woods, stelle ich die Entstehungsgeschichte eines Bildes vor:

El Alma En Pena!

Zu Beginn standen zwei - eigentlich konträre - Ideen. Neupolli wollte eine Fotoserie mit Bewegungen in einem Stoffschlauch (als Studioarbeit) umsetzen. Ich hatte vor, ein surrealistisches Shooting auf einem alten römischen Steinbruch umzusetzen.

So ergab es sich, dass sie die Tasche mit dem Stoff im Auto liegen hatte, als wir im Steinbruch waren. Wir haben dann verschiedene Posen auf den Felsen probiert.

In meinem Special für Neupolli sind weitere Arbeiten aus diesem Shooting zu sehen.

Aus einer Serie von etwa 20 Bilder (Nikon RAW) wurden zunächst drei Bilder gewählt..
Aus einer Serie von etwa 20 Bilder (Nikon RAW) wurden zunächst drei Bilder gewählt..

Bild 116
Bild 116
Bild 118
Bild 118

Bild 122
Bild 122

Die Auswahl

Die Auswahl beschränkt sich auf drei Bilder, welche die Eckpunkte der Bewegung darstellen.

Festgelegt wurde, dass links nebenstehendes Bild (122) die Basis bilden sollte (Endpunkt der Bewegung).

Anschließend wurden die Bilder erstmalig teiltransparent übereinandergelegt.

Erste Overlays zur Bewertung der möglichen Bildaussage
Erste Overlays zur Bewertung der möglichen Bildaussage

Die Tendenz wird ein einfarbiges Bild werden, also hier nochmals zur Kontrolle in schwarz/weiß
Die Tendenz wird ein einfarbiges Bild werden, also hier nochmals zur Kontrolle in schwarz/weiß

Bildschnitt
Bildschnitt

Festlegung des Ausschnitts

Da nicht mit Stativ gearbeitet wurde, bleibt es bei Freihand-Belichtungen nicht aus, dass sich die Bildausschnitte und Brennweiten nicht decken. Daher waren einige Größen- und Perspektivanpassungen én Detail notwendig.

Diese wurden an das gewählte Basisbild (siehe oben) angepasst und anschließend das Gesamtbild nochmals beschnitten.

Overlay der ersten beiden Bilder
Overlay der ersten beiden Bilder
Maskierung des hinzugefügten Bildes 118
Maskierung des hinzugefügten Bildes 118

Das dritte Overlay
Das dritte Overlay
...mit Maske
...mit Maske

Zu brav

Das Bild wirkte zu brav. Oder anders ausgedrückt: Etwas mehr Dynamik wäre sinnvoll, wenn sowieso durch die Overlays eine Bewegung ausgedrückt werden soll.

Der Fußpunkt bleibt in Ruhe, der Oberkörper bewegt sich. Also lag es nahe, die beiden Overlay-Bilder 116 und 118 nochmals anzufassen und durch radial Bewegungsfilter (mit Zentrum in den Füßen) zu bearbeiten.

Radiale Bewegungsfilter der Overlay-Bilder
Radiale Bewegungsfilter der Overlay-Bilder

Nun verlor das Bild Kontur

Die Filter verwischten die Konturen zu scharf und und das Basisbild blieb halbweg zu erkennen. Also nochmals einen halben Schritt zurück und unter jedes weichgezeichnete Bild das Originalbild (maskiert) legen und die Bewegungsfilter nur mit 50% Deckkraft anwenden.

Noch immer langweilig
Noch immer langweilig

Bild in Schwarz/Weiß
Bild in Schwarz/Weiß

Es fehlt etwas

Weil der letzte Kick noch immer fehlte und weder Farbe noch schwarz/weiß überzeugen konnte, wurde das Bild partiell eingefärbt.

Zunächst in Rot
Zunächst in Rot
Anschließend maskiert etwas Violett hinzufügen
Anschließend maskiert etwas Violett hinzufügen

Die fertigen Tönungen
Die fertigen Tönungen
Zuletzt passe ich noch Helligkeit und Kontrast mittels Masken an
Zuletzt passe ich noch Helligkeit und Kontrast mittels Masken an

Der Rahmen

Meine veröffentlichten Bilder weisen in aller Regel einen Rahmen auf. Diese sind des öfteren kontrovers-bunt. Hier habe ich mich aber für ein simples Weiß entscheiden.

Das Bild ist schon farbig genug

Und der Titel

Interessanterweise hatte ich den Titel direkt im Hinterkopf. Dies ist bei mir ehen die Ausnahme. Oftmals suche ich - nachdem ich das fertige Bild sehe - händerringend nach einem Titel...

...oder verzichte aus verschiedenen Gründen auf eine Benennung. Hier blieb:

El Alma En Pena...

...der umherirrende Geist.

Habe fertisch... Danke nochmals an meinem Geist Neupolli für die konstruktive Zusammenarbeit
Habe fertisch... Danke nochmals an meinem Geist Neupolli für die konstruktive Zusammenarbeit

Zeitansatz

Würde man zielgerichtet und quasi nach Rezept obige Schritte nachvollziehen, würde man etwa 40 Minuten Zeit investieren.

Nur leider...

...kann man bei der Komposition nicht nach Rezept arbeiten und zwischenzeitlich nimmt man immer wieder mehrere Fehlversuche in Kauf. Für ein Bild dieser Art benötige ich in dann etwa zwei bis drei Stunden.

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