Die Lust am Loch (Fotograf Michael)

Die Lochkamera

Manche nennen die Lochkamera auch "die natürliche Kamera", weil keine Linse das Licht sammelt und auf den Film weiterleitet. Die natürliche Kamera funktioniert einfach durch ein winzig kleines Loch.
Das Prinzip der Lochkamera ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Die Laterna Magica, wie dieses Gerät in früheren Zeiten genannt wurde, stellt zwar nicht die Urform der Kamera dar, ist aber sicher die Urform des bildlichen Gestaltungswerkzeuges.

Bereist in China wurde ca. 700 n.Chr. ein Gerät eingesetzt, das im Konstruktionsprinzip der Laterna Magica auf feuchtem Reispapier sogenannte Röteltonung erzeugte, die ganz entfernt an Fotografien erinnern. Im Grunde wurde durch Licht und Wasser das feine Reispapier ausgeblichen ... eine andere Art des Schattenrisses.
Die Laterna Magica wurde auch zur Anfertigung von Schattenrissen, resp. Scherenschnitten eingesetzt und bei Zeichnern und Malern war dieses Gerät eine wertvolle Hilfe bei der Anfertigung von räumlichen Perspektiven.

Da wären wir ja fast bei der Fotografie ... oder doch nicht. Die oben angesprochenen Zeichner und Maler gingen in 17. Jahrh. dazu über, die Laterna Magica mit Linsen auszustatten. Diese Geräte, also die mit Linsen, waren dann Grundlage für die ersten Fotokamera.

Erst sehr spät kam dann ein Fotograf auf die Idee, eine linsenlose Kamera zu bauen. Grundsätzlich wird bei der Lochkamera über Langzeitbelichtung fotografiert. Menschen erscheinen auf diesen Bildern somit nicht scharf und eindeutig, sondern eher geisterhaft und verschwommen. Zudem setzt der hyperfokale Raum direkt am Loch der Kamera an und geht bis ins Unendliche. Nun könnten wir uns lang und breit über die Liebe und Ablehnung der Fotoriege bezüglich der Lochkamera unterhalten ... oder gleich ein paar Bilder ansehen.

Geistige Begegnung
Geistige Begegnung

Die Tänzerin
Die Tänzerin

Der türkische Diwan
Der türkische Diwan

Am Frühstückstisch
Am Frühstückstisch

00439