![]() | Begegnung I"...wenn wir uns nach einigen wenigenoder tausend Mails gegenübersitzen, aus einem Treffen eine Begegnung wird, ein einziger Blick mehr sagt als viele Worte, sinnlos intellektuell überfrachtet und nichtssagend, wenn unser Schweigen unerträglich, unerträglich schön, bereichernd, wenn Geplantes und Erwartungshaltungen wie Sternschnuppen verglühen, in unserer Nähe ertrinken, wenn die Suche nach dem Makel, der Schwäche und den negativen Seiten des Gegenübers vollends zum Erliegen, allein die suchende Berührung der Hände zum prickelnden Feuerwerk auf der Haut wird, wenn wir uns genügen, geniessen, uns Zärtlichkeit grundlos schenken, aller Konsum uns plötzlich fremd, geschäftiges Treiben um uns herum scheinbar zum Erliegen kommt, die Zeit nur für uns angehalten wird, wir uns den brisanten Cocktail aus Ruhe und Lust genussvoll einschenken, wenn wir einander weder Forderungen stellen noch etwas leisten müssen, einfach nur DA sein dürfen, Wert zur Wertschätzung erwächst, wir mit dem Verschmelzen unserer Körper nicht Brandzeichen, nicht Narben, sondern eindrucksvolle, kostbare Gemälde unserer Seele zufügen, wir uns am nächsten Morgen noch liebevoll in die Augen und nicht auf die Uhr schauen, dann haben wir bestimmt nicht alles falsch gemacht!" | |
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Begegnung II6. Mai 2009Liebes Tagebuch . . . Du würdest mir sagen es war ein Date die erste Verabredung mit meinem langjährigen Freund, die erste dieser Art . . . Aufregung und nicht nur feuchte Hände vor diesem Treffen bei mir, an meinem freien Tag Ein letzter Blick in den Spiegel blieb mir leider verwehrt, viel zu früh kam mein Vertrauter, der mir so Neu und Fremdartig in den letzten Wochen begegnet war. Heute, zum ersten Mal ein Fremdeln zwischen uns, unsicher erschien mir der Boden, mein Lachen - albern, aufgesetzt und etwas zu laut. Hatte ich mich zu sehr für ihn hergerichtet? Findet er Kerzenschein und leise Musik verführerisch, oder einfach nur gemütlich? Würde er am Ende doch nur laut lachen? Mich aus-lachen und alles als Spiel abtun? Ich, meine Verletztheit geschickt verbergen? Zum Kaffee im Stehen einen doppelten Cognac, wie immer, aber - kaum ein Wort, nur "darf ich rauchen?" er betrachtet mich ungeniert, das was nur als Silhouette zu erahnen, taxiert seine Beute, werde Rot - ewig nicht mehr geschehen, quälend lange Minuten, cool ist anders - dacht ich bei mir. Unwirklich, wie aus fremden Spähren seine ruhigen aber bestimmten Worte "Ich werde jetzt mit dir schlafen" der Sinn ist mir noch verborgen, werde aber schon mit zittrigen Knien über Stufen geführt, meine Hand am Gelenk fest umschlossen. Stehend entkleidet, Stück für Stück, liebkost, gestreichelt, erobert, ganz langsam, gewonnenes Terrain mit Küssen bedeckt, mit Händen verwöhnt, entpackt wie sein Geschenk, wertvoll und edel, setze dem nichts entgegen, lass es geschehn, schliesse die Augen, kann besser fühlen. Es erfüllt sich worauf ich so viele Jahre gewartet, was ich entbehrt und ersehnt, immer wieder ein befreiendes Lachen, auch Momente in denen wir mit unseren Tränen die Laken benetzen, schweigendes Innehalten, Betrachten. Mich zurechtgelegt und "angesetzt", seine Art, langer Blick in meine Augen, "willst du meine Frau werden, geliebte Freundin?" Meine Antwort, ich hör sie nicht mehr. Sanft und behutsam wie mit einer Sechzehnjährigen, fordernd und hart wie bei einer billigen Hure, Berührungen die mich adeln und preisen, andere die mich bitter strafen und ächten. Lang dauert unser Kampf, schweissglänzendes Ringen, unsere Körper entziehen sich erfolgreich jeglicher Kontrolle, bin lange nicht bereit aufzugeben, seine Dominanz zu akzeptieren, erst der befreiende Schrei meiner Lust gibt diese Schlacht für mich verloren. Diesmal musste ich sie erleiden, süssduftende Niederlage... Er kam zu mir als ein Fremder, ging als mein Mann, der Erste der mich unterwarf. Dies war für mich mit 53 Lenzen das schönste erste Mal meines Lebens, mein Kissen voller Tränen, Freude und Glück, seine Hand spielt in meinem Haar... Die Schlacht verloren der Krieg geht weiter, Freund - chen, meine geheimen Waffen die kennst du noch nicht, wirst sie bald spüren, freu mich schon drauf! Werden beide aneinander lernen, ein Leben lang?! Mein Wort gilt für immer, um meine Treue wird er nie bangen, und er... ...ist mir gewiss. | ||
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