Ozean der Menschlichkeit"Der Ozean der Menschlichkeit ist tragfähig." dachte er
als er sich fallen lies.
Er spürte nichts, keine Schmerz, keine Freude - nichts, einfach nichts.
Er traute sich nicht seine Augen zuöffnen in der Furcht erkennen zu müssen das er bereits versank.
Sollte er sich getäuschst haben?
Gab es ein "Danach" wenn er tatsächlich versank, eine Möglichkeit der "Emporkommens" vom tiefen Grund der Seelenlosigkeit oder lag dort die Hölle von der immer erzählt wurde? War sie gar nicht heiß sondern vielmehr dunkel, feucht und kalt?
Ihm wurde schlecht bei dem Gedanken sich vielleicht getäuscht zu haben, zu vertrauensselig gewesen zu sein. Die Augen öffnen, ja das würde ihm Klarheit verschaffen, aber seine Furcht war größer.
So verharrte er stocksteif und unbeweglich.
Wie lange schon wußte er nicht mehr.
Es konnten Minuten, Tage, Monate oder gar Jahre vergangen sein. Nur denken, das gelang ihm ganz gut. Die Erinnerungen an schöne Erlebnisse, die Wünsche und Hoffnungen die er hegte, all das beschäftigte ihn - und es tat ihm gut.
Da er weder Hunger, Durst noch Kälte oder Hitze verspürte war es ihm mittlerweile egal was um ihn herum geschah.
"Solange ich diesen Zustand aufrecht erhalten kann soll es mir Recht sein." redete er sich ein um den Gedanken an seine Furcht zu verdrängen, endlich die Augen zu öffnen um sich Gewissheit zu verschaffen was mit ihm tatsächlich geschah.
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©:Vivían Maíro:_2009_05_29_ |
RealVirtuelleWelten"Sieh doch mal," sagte er "nicht das Einzelwesen gibt der Liebe einen Sinn, sondern die Bereitschaft zu teilen, der Wunsch nach eigener Vervollkommnung kann nur mit anderen Menschen verwirklicht werden."
"Aber wenn ich mir in meinen eignen Welten durchaus genüge?" fragte Sie, "Wenn ich doch zufrieden bin mit virtuellen Kontakten? Was soll daran verkehrt sein?"
Er sah ihren fragenden, fordernden Blick und wußte nicht so recht wie er nun darauf antworten sollte. Sie neigte den Kopf zur Seite, lächtet sanft und zwinkerte ihm zu.
"Siehst Du", sagte sie nach einer Weile als er immer noch nachdenklich seine Stirnfalten massierte, "ganz so einfach ist das eben doch nicht. Die virtuelle und die reale Welt wachsen immer weiter zusammen, sicher etwas ungewöhlnlich ist das schon aber weit weniger erschreckend als es viele zunächst empfinden. Wenn man sich einmal darauf einläßt kann es sogar sehr spaßig, unterhaltsam und manchmal sogar befriedigend sein. Je nachdem was man erwartet oder wozu man bereit ist, bereit ist sich zu öffnen ohne verletzt zu werden."
Er nickte nachdenklich und murmelte "So ganz Unrecht hast Du nicht und wenn Du diesen Weg gehen möchtest dann sollte niemand versuchen Dich davon abzuhalten."
"Genau so sehe ich das auch und wer weiß schon was sich Alles aus den virtuellen Impulsen ergibt, für die, wie Du sie immer nennst, 'reale' menschliche Gemeinschaft." antwortete sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht und schaltete
den Computer aus...
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©:Vivían Maíro:_2009_
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