Wallpurgisnacht
Der flackernde Wiederschein des Feuers warf groteske, unheilvoll flackernde Schatten an Felsen und Bäume.
Schufen Traumgebilde, Fantasiegestalten, für die Dauer eines Liedschlages nur, vital und lebendig.
Zitternde Flammen erhellten die Landschaft, versengten das Gras nahe der uralten Feuerstelle.
Funken stoben in den klaren Nachthimmel. Verglühten auf dem Weg zu den Sternen.
Ekstatisch zuckende Muskeln wanden sich schlangengleich unter schweißglänzender Haut.
Wirbelnde Körper, fließende Bewegungen, stampfende Füße im Takt der Trommeln.
Unter den mächtigen Kalksteinmonolithen lagen sie. Darauf und dazwischen, wanden sie sich, Körper
An Körper, Haut an Haut, Geschlecht an Geschlecht. Im Kreis der Steine.
Hießen sie den Sommer willkommen.
Feierten und begrüßten sie die neue Lebenskraft des immer wiederkehrenden Jahres.
Den Lauf der Sonne. Die Macht des Lebens und den Kreislauf der ewigen Erneuerung.
Auf die alte Art feierten sie. Ohne das Kreuz der Christen, den Büchern des Islam, oder
Den Schriftrollen der Juden.
Keine Shiwastatuen, Buddahbildchen, Kerzen, Weihrauch oder Drudenfüße.
All die Religionen, die von Menschen proklamiert und gelebt werden, die doch alle eines gemeinsam haben.
Sie alle leben auf dieser Erde und achten sie nicht.
Die alte Mutter Erde.
Deshalb kamen sie zweimal im Jahr hierher.
Zur Sonnenwende.
Um die Dinge im Gleichgewicht zu halten.
Morgen würden sie zurückkehren zu Ihren Job`s, ihrer Religion, ihren Familien und Freunden.
Aber heute Nacht waren sie nur eines, die Kinder von Mutter Erde.
Kinder, die sich bedankten.
© 2009 by Biker_696 |