Lyriks

Schwarzer Engel (2)

Danke M. für die Freigabe...und noch viel mehr.

Ein junger Engel betritt den Tempel , auf den Stufen erbrachte Liebesopfer, von der Sonne verbrannt.
Er steht da mit dem Schwert der Vergeltung in der Hand und von seinen Schwingen tropft frisches Blut.
Sein Opfer trägt er auf einen Felsen und seine getrockneten Tränen streut er in die Glut des rauschenden Meeres aus glänzenden Schmerzen.
Er entsagt dem Leben Ihre schöne Gestalt.
Demütig neigt er sich zu der leblosen Hülle seines Opfers.
Ihr Herz hat er geküßt und Ihre Schmerzen und das Leben , daß einst in Ihr weilte - und nur darauf wartete von Ihm erfüllt zu werden - löschte er aus.
Es erfüllte Ihn
als er Ihr Fleisch auf dem Portal geliebt, Ihre Seele versteinert und am Fuße des Monuments Ihre strahlende Asche unter den Engeln verstreut hat.
Seine Seele betete dabei für Ihn um Verzicht. Doch die Sehnsucht nach einem Augenblick Ihres Lebens ließ Ihn nicht los , so mußte er handeln.
Flüsternd in seinen Gedanken spricht er zu Ihr
"Ich rief Dich an mit diesem Mund, und diese Hände hielt ich Dir bittend entgegen.
Ich betete in dunkler Nacht , ich flehte schreiend mit letzter Kraft , doch Du legtest mir Dein Leben in meine Hände.
Die Unwissendheit war Dein Feind.
Aber auch ich weiß was Unrecht ist , nahm ich Dir doch ein ganzes Leben , nur um für Sekunden meinen Hunger zu stillen - Vergieb-"
An sein innerstes gewandt dachte er " Laß Sie schlafen , schwarzer Engel , laß Sie ruhn , so wird Sie schweigen und ich kann um Ihre Seele beten - die dahingetragen wurde von der mächtigen Hand des Todes , und ich bitte Dich, schwarzer Engel - laß mich leben. "
So ging er davon in der Hingabe seiner Sucht und seines Daseins . Das Begehrte scheint vergessen und zurück bleibt nur das Verlangen.
Hoch in der Luft , von dunklen Schwingen getragen, ergriffen Gefühle seine Gedanken.
Er will Vergebung , doch weiß er nicht wohin er diese Bitte richten soll. Seine Taten werden von den Schatten der dunklen Lust geleitet und nun durchbohrt eine brennende Fackel seinen Schmerz.
Seinen Willen geopfert und dahingegeben , geworfen in das unendliche Meer der Sinnlosigkeit.
Doch sein Durst ist nicht gestillt. Aufsteigen wird er erneut um weitere Opfer zu bringen. Er wird sich nehmen , wonach seine Seele schreit. Mehr von Ihrem Leben, mehr von Ihrem Geist und Ihrer Hoffnung. Seine Einsamkeit zur Ewigkeit verdammt.
So fliegt er , anmutig , hoch in die Luft , seine Schwingen voll entfaltet. Gierig verlangt es Ihn nach dem nächsten Moment , in dem er für einen kurzen Augenblick Leben in sich fühlt.
Ein einsamer SCHWARZER ENGEL - und er empfindet Reue.

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