15.02.2008

Wellnesssportarten

Der Trend unter der Lupe

Unser Leben wird immer hektischer, Stress im Alltag und Beruf verfolgen uns bis in unsere Träume. Nebenbei sollen wir uns gesund ernähren und möglichst viel Sport treiben, um schlank, gesund, schön und sportlich zu bleiben oder zu werden. Kein Wunder, dass wir auf der Suche nach einem Ruhepol und seelischer Ausgeglichenheit sind. Dabei spricht man heute immer mehr von Wellnesssportarten.

Dieses kunterbunte Gemisch von Trainingsmethoden aus aller Welt ist Ausdruck des Wellness- und Gesundheitsbewusstseins, das sich parallel zu einem gesteigerten Körper- und Schönheitsbewusstsein in unserer Gesellschaft entwickelt hat. Grund genug, sich einmal näher mit Yoga, Pilates und Freunden zu beschäftigen und einzutauchen in eine Welt jenseits von Druckern und Hausaufgabenbetreuung.

Yoga – das Frauenphänomen

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In Deutschland betreiben etwa drei Millionen Menschen Yoga, und ganze 80% davon sind Frauen. Nicht mal in seinem Ursprungsland Indien ist der Frauenanteil so hoch. Nach Europa kam die Yoga-Methode um 1930 und wird seitdem immer beliebter. In indischen Texten tauchte Yoga, übersetzt "Verbindung", bereits vor 3500 Jahren auf. Yoga besagt, dass der Mensch nur seine "Selbstverwirklichung" erreichen kann, wenn er es schafft, seine Sinne zu bündeln und zu kontrollieren.

Die Methode schließt Körperübungen (Hatha-Yoga) genauso ein, wie Atem- und Entspannungsübungen. Die Bewegungsübungen sollen hierbei nur der Auslöser für die gewünschten im Körper ablaufenden Prozesse sein. Wer sich auf Yoga-Suche begibt, wird dabei auf viele unterschiedliche Richtungen stoßen. Zu den bekanntesten gehören:

  • Kundalini-Yoga: beinhaltet nicht nur körperliche Bewegung – hier wird auch meditiert; Heiltechniken, Massagen und eine Kampfkunstart werden gelehrt.
  • Astanga-Yoga: ist vor allem als "Power-Yoga" bekannt. Hier werden die Übungen viel dynamischer ausgeführt. Daher ist es besonders für Leute geeignet, die sich ein bisschen auspowern wollen.
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Durch das Halten bestimmter Stellungen (Asanas) werden Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewusstsein entwickelt, dadurch werden nicht nur die Gliedmaßen aktiviert, sondern auch eine bessere Durchblutung der Organe erreicht und das Immunsystem gestärkt.

Durch die Atemübungen soll wieder Energie aufgebaut werden und der Körper verstärkt mit Sauerstoff versorgt werden – Stress und Ängste können sozusagen "weggeatmet" werden. Durch die Tiefenentspannung am Ende der Yoga-Übung sollen Stresshormone abgebaut werden. Dies bringt soviel Erholung wie eineinhalb Stunden Schlaf.

Tai Chi Chuan- Kampfkunst nach Yin und Yang

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Hierbei handelt es sich um ein jahrhundertealtes chinesisches meditatives Bewegungssystem, das die Gesundheit fördern soll. Es eignet sich für alle Menschen, egal welchen Alters oder Fitnesszustandes.

Tai Chi Chuan wird auch als "chinesisches Schattenboxen" bezeichnet und ist eine Kampfkunst, die im Kaiserreich China entwickelt wurde und mittlerweile in den chinesischen Stadtparks als Volkssport betrieben wird. Neben dem Kampfkunstaspekt wird Tai Chi Chuan als allgemeines System der Bewegungslehre bezeichnet, was sowohl der Gesundheit zugute kommt, als auch der Persönlichkeitsentwicklung und Meditation dient.

Im Tai Chi Chuan werden Übungen des Qi Gong (=Arbeit mit der Lebensenergie) verwendet, die langsam, konzentriert und weich fließend ausgeführt werden und so Muskelverspannungen lösen, die Körperhaltung verbessern und Energieströme im Körper anregen und in Balance bringen.

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Durch die Bewegungen soll der Mensch lernen, das Qi (=Energie) wahrzunehmen und auch lenken zu können. Für Tai Chi gibt es übrigens keine gültige deutsche Übersetzung, es wird symbolisiert durch das Yin- und Yang-Symbol für das harmonische Wechselspiel der Kräfte Yin und Yang.

Pilates – das "Powerhouse" im Blickpunkt

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Das Besondere bei Pilates liegt in der Zentrierung der Kraft auf das so genannte "Powerhouse", damit ist die Muskulatur in der Körpermitte rund um die Wirbelsäule gemeint. Pilates wurde von dem Möchengladbacher Joseph Hubert Pilates entwickelt und wurde zunächst meist von Tänzern, Sportlern und Stars aus der Showbranche ausgeübt.

In den letzten Jahren wurde es jedoch immer mehr zum Wellnesstrend. Die Pilates-Methode ist ein systematisches Körpertraining zur Stärkung der Muskulatur, Verbesserung der Kondition und Bewegungskoordination und damit zu einer Verbesserung der Körperhaltung. Die wichtigsten Elemente bei Pilates sind:

  • Vom Geist kontrollierte Ausführung der Bewegungen
  • Bewusste Atmung gegen Verspannungen
  • Zentrierung auf das Powerhouse
  • Bewusste Entspannung gegen Verspannungen mithilfe von Körperspannung
  • Fließende Bewegungen ohne längere Unterbrechungen

Liu He Ba Fa – nie gehört? Jetzt schon

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Liu He Ba Fa heißt auch "Wasserboxen" und soll der Legende nach von einem hohen chinesischen General erträumt worden sein.

Dieser ist über 900 Jahre alt und versinnbildlicht die drei möglichen Aggregatzustände des Wassers:

  • Die schnellen und explosiven Bewegungen stehen für das starre und fest geformte Eis
  • Die weichen fließenden Bewegungen stehen für das weiche und fließende ungefrorene Wasser
  • Die schnell kreisenden, wirbelnden und schlangenartigen Bewegungen stehen für den flüchtigen, durchsichtigen und nahezu formlosen Wasserdampf

Die Bewegungsformen dieser Kampfkunst sind besonders schön anzusehen und ein Highlight bei Kampfkunstdemos.

Feldenkrais – ohne Anstrengung zum Erfolg

Sie ist eine körperorientierte Lernmethode, die nach ihrem Begründer Moshé Feldenkrais benannt wurde. Zentral hierbei sind die alltäglichen Bewegungsmuster des Menschen. Durch die Methode sollen Möglichkeiten gefunden werden diese angemessen zu verändern. Negative Bewegungsmuster werden zurückgedrängt und neue leichtere Alternativen erlernt.

Bestehen körperliche Beschwerden, können diese bis zu den "schuldigen" Bewegungsmustern zurückverfolgt und gelöst werden. Bewegung ist für Feldenkrais der Ausdruck des Menschen und der Ansatzpunkt, um Verbesserungen zu erreichen, indem die menschliche Fähigkeit zu lernen genutzt wird. Ziel ist, dass diese neuerlernten Bewegungen auch spontan und unbewusst benutzt werden und somit effektiv den Alltag erleichtern.

Und, wie fühlst Du dich? Einfach mal tief ein- und ausatmen und schon sieht die Welt viel besser aus!

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Kommentare

WOYO

Workout Yoga
- eine etwas anstrengendere Art Yoga zu machen, aber die Grundprinzipien sind die gleichen.

Ich bin von Balett auf Woyo umgestiegen, als mir die Tütüs zu eng geworden sind *freu2*

Es ist kein Ersatz, aber eine schöne Ergänzung. Und in jedem Alter erlernbar (was man von Balett nicht behaupten kann)
ich mach seit ca 1 Jahr Joga

War früher ca 500 km in der Woche mit dem Rennrad unterwegs.
Nach eine Radunfall bin ich leider nicht mehr soviel unterwegs, geh dafür jetzt ins Joga.
Pilates

Ich mache jetzt seit 8 Jahren pilates und bin seit 4 Jahren Trainer und ich kann es nur jedem empfehlen. Meiner Meinung nach gibt es nichts was mehr die Kraft und Bewglichkeit verbindet. Auch wenn viele Männer oft sagen dass sie das nicht machen das erinnert Sie an Joga. Da kann ich nur sagen: Probiert es aus und wenn ihr die erste Stunde voll durchsteht ohne dass ihr stöhnt es sei euch zu anstrengend dann Hochachtung.
Autsch

den Joke konntest du einfach nicht auslassen, oder?

Daher *spank*, denn das gibt auch gute Durchblutung plus gute Armmuskulatur.

Selbstverständlich war das der Freudsche Tipp-Schnellschreibfehler, tz,tz.
@Eva

die Zeit vergeht wie im Pfluge und dennoch festigten sich die Muskeln.

Na da hoffe ich mal, daß euer Flugzeug nicht den Boden beackert ... *zwinker* , oder war's gar ein Freud'scher Versprecher *floet* ?
Aber im Ernst: flottes Spazierengehen ist eigentlich, in schöner Umgebung, mit wechselndem Profil und frischer Luft, der Wellness-Sport der Wahl. N-Walking wäre sicher, im Hinblick auf die statische Rumpfmuskulatur, noch effizienter- aber nur richtig ausgeführt!!
Und das machen wohl die wenigsten ...

Sicher erübrigt sich das sklavische Festhalten an der festgelegten Zahl der Schritte. Eher das "wie" ist entscheidend und der Spaß an der Sache ...
Das ist "wie im richtigen Leben" oder bei allen anderen Dingen *pimper* ähmm ...auch *floet* *zwinker* !

allerbeste Grüße *blume* *knuddel*
der Sir
Zur Zeit

haben wir die ärztliche Empfehlung jeden Tag 10.000 Schritte tun - also gehen wir mit Schrittzähler, draußen in der Natur, um die Häuser herum, viel zu gucken, viel zu schwatzen, die Zeit vergeht wie im Pfluge und dennoch festigten sich die Muskeln.

Bei manchen Sportarten muss man ja auch sein Alter ins Kalkül ziehen. Und nichts ist schlimmer wie ein Muskelkater und man hört dann auf, weiter zu trainieren.

Spazierengehen - also schnelleres Gehen - ist relativ Gelenkschonend, mag auch recht "tutig" klingen, dennoch sieht man Ergebnisse.

Zu Hause angekommen, machen wir jeder für unsere Bauchmuskulaturübungen und leichtes Stretching. Wird es wärmer, geht es aufs Fahrrad - wieder nach draußen.
Beim Fahrrad,

hat man den schönen Nebeneffekt des Trainings....Natur für 1 Stunde!
Beim Spinning eben eine höhere, intensivere Wirkung in dieser besagte Stunde, halt ohne Natur.
Da muss schon jeder abwägen was ihm gefällt!

LG.Serena.
Fahrradfahren

in der Natur gibt mir tausendmal mehr als Spinning.
Doch jeder soll das tuen, was ihm gefällt und wenns schee macht!
Okay

das Bodypumping würde bei mir als Frau evtl. nicht ganz so weibliche Wunschergebnisse bringen.

Und das Spinning, warum denn nicht????
BP und Spinning

Auch wenn das vielleicht ein ausgebildeter Fitnesstrainer besser kann als ich, hier meine Erklärung:

Bodypump ist ein Fitnessprogramm, welches zu ungefähr vierteljährlich wechselnder "Choreographie" (wobei ich den Begriff für übertrieben halte, da die Übungen eigentlich gleich bleiben, sondern lediglich Reihenfolge und Wiederholungszahlen bzw. Übungsdurchführung und -musik variieren) die Grundübungen des Krafttrainings mit einer relativ leichten Langhantel umfasst. Es beinhaltet sehr viele, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausgeführte Wiederholungen (bis zu 100). Hinzu kommt noch Bauchtraining ohne Hantel, teilweise Liegestütze und einige wenige Übungen mit einer einzelnen Hantelscheibe, die aber lediglich eine Kurzhantel ersetzt. Oh mein Gott, ich wollte es doch einfach beschreiben, muss selber lachen....

Wenn Du noch nicht genug hast:

Spinning findet auf einem stationären Fahrrad ebenfalls in der Gruppe statt. Die Fahrräder sind rein mechanisch, laufen aber bei guter Wartung besser als jedes Bike mit Elektronikfirlefanz, und, jetzt kommt das Wichtigste, man kann den Widerstand stufenlos regulieren. Auch hier wechselt die "Choreographie" vierteljährlich. Die Musik ist z.T. sehr schön laut. Die Übungen bestehen aus Fahren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit -je nach Widerstand- und unterschiedlicher Haltung auf dem Rad (im Sitzen, im Stehen, im Stehen mit Liegestützen auf dem Lenker).

Die ganze Idee für beides stammt aus Neuseeland, erfunden hat sie ein gewisser Les Miles, die Kurse werden im Franchiseverfahren an Studios verkauft. Mittlerweile wird das aber unter unterschiedlichen Begriffen angeboten (wohl um die Franchisegebühr zu sparen).

Nein, ich habe kein Studio. Ich verkaufe auch nicht die Kurse *g*
  • Neu hier? Kein Problem!