Im Laufe eines Jahres verdrückt der durchschnittliche Deutsche etwa zehn Kilogramm Schokolade. Damit führen die Deutschen zusammen mit den Schweizern die Weltspitze im Schokoladen- verbrauch an. Doch ist die süße Lust für die meisten gleichzeitig die süße Last.
Schokolade – mehr als nur Kalorienlieferant
Schokolade macht dick, Pickel und ist sowieso ungesund. Solche und andere "Wahrheiten" haben sich festgesetzt und verursachen ein mehr oder weniger schlechtes Gewissen bei jedem Stückchen mehr. Wir zeigen euch, dass die allgegenwärtige Leckerei weit mehr kann, als nur anzusetzen und verhelfen euch zu reuelosem Schokigenuss:
Schokolade und Kakao – weit gereist!

Erstmals erwähnt wurde die Kakaopflanze bereits etwa 1500 v. Ch. von den in Mexiko lebenden Olmeken. Erst viel später begannen auch die Maya mit der Züchtung der Kakaopflanze. Sie entwickelten ein Kakaogetränk aus zerriebenen Kakaobohnen und Wasser und nannten es das „Getränk der Götter“. Dieses gab es zu besonderen Anlässen und Zeremonien. Nach dem Untergang der Maya begann der Aufstieg der Azteken, die ebenfalls das ungesüßte Kakaogetränk tranken. Sie nannten es Xocolatl und hielten es, aufgrund seiner berauschenden Wirkung, als für Frauen und Kinder ungeeignet.
Nach Europa gelangte es auf einer von Kolumbus´ Reisen, er brachte den Kakao Anfang des 16. Jahrhunderts an den spanischen Königshof. Dort erkannte vorerst niemand den Wert der mitgebrachten Kakaobohne. 1544 wurde erstmals die ungesüßte Form der Schokoladengetränks getrunken. Der Siegeszug der Schokolade begann jedoch erst, nachdem begonnen wurde Honig und Rohrzucker zuzugeben. Deutschland erreichte die Schokolade erst im 17. Jahrhundert und wurde lange Zeit nur als Medizin in Apotheken verkauft.
Auch hier, wie schon in anderen europäischen Ländern war die Schokolade vorerst nur den Adligen und Wohlhabenden vorbehalten. Im 19. Jahrhundert kam schließlich die erste Tafelschokolade auf den Markt.
Macht Schokolade wirklich süchtig?
Insgeheim wissen wir es doch schon lange, warum sonst fällt es so schwer damit aufzuhören. Oder wieso gibt es Momente in denen einfach nur noch eine Tafel Traube-Nuss weiterhelfen kann?
Mit dem Griff zur Schokolade sorgen wir dafür, dass der Serotoninspiegel in unserem Gehirn steigt. Serotonin ist ein Botenstoff, der in unserem Gehirn die „gute Laune“ auslösen kann. Da unser Serotoninspiegel auch abhängig von der Sonneneinstrahlung auf unseren Körper ist, wundert es nicht weiter, dass die Schokomanie von Süden nach Norden zunimmt.
Doch warum essen eigentlich dann gerade Frauen mehr Schokolade als Männer – glaubt man der Zeitschrift „Elle“ verzichten 50% der Amerikanerinnen lieber auf Sex als auf Schokolade.
Grund für dieses Schokobilanz: Nach dem Eisprung sinkt der Serotoninspiegel im weiblichen Körper stetig und fällt kurz vor der Menstruation schlagartig ab. Die Folgen sind bekannt: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Schwermut. Schokolade als „Gute Laune-Booster“ kann diese Auswirkungen auffangen.
Fakt ist zudem, dass Schokolade Stoffe enthält, die sich zum einen auch in Haschisch und Morphium befinden und zum andern vermehrt in unserem Körper aufhalten wenn wir verliebt sind. Sie wirken auf Teile im Gehirn, die für unser Lust- und Glücksempfinden verantwortlich sind. Um eine tatsächlich berauschende Wirkung zu erreichen, müssten jedoch etwa 20 kg Vollmilchschokolade auf einmal verdrückt werden. Das schafft niemand.
Fazit: Nicht Schokolade macht süchtig, sondern das Glücksgefühl, dass sie auslöst.
Zartbitter auf Rezept?
Jeder hat es schon mal gehört: In Schokolade ist irgendwas drin, was irgendwie gut sein soll. Dass Schokolade keine Medizin ist und in Form von Schokoosterhasen auch nie sein wird ist klar. Denn dazu enthält sie zu viel Fett und Zucker.Das macht sie zwar zu einem sehr guten Energielieferanten, aber uns zaubert sie mit etwa 550 Kalorien pro Tafel Milchschokolade in Rekordgeschwindigkeit „Ringe“ auf die Hüften.
Nichtdestotrotz muss auch für die durchaus medizinischen und gesundheitsfördernden Bestandteile Partei ergriffen werden: Schokolade enthält Polyphenole. Diese Bitter- und Geschmacksstoffe dienten der Pflanze ursprünglich zum Schutz vor Fressfeinden.
Die Polyphenole in der Schokolade gehen direkt ins Blut und sollen entzündungshemmend und krebsvorbeugend wirken. Einige Polyphenole können auch Körperzellen vor freien Radikalen schützen, die Zelloxidation verlangsamen und Fettablagerungen in den Blutgefäßen vermindern. So beugen sie Arterienverkalkung und Herzinfarkt vor. Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar Schokoladen mit besonders hohem Polyphenolanteil an.
Auch gibt es zahlreiche Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass die Kakaobutter in der Schokolode einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben und zusätzlich das Thromboserisiko senken soll.
Erst kürzlich wurde in Schokolade eine als „CocoHeal“ bezeichnete Verbindung identifiziert. CocoHeal wirkt wachstumsfördernd auf Hautzellen. Diese hautregenerierenden und wundheilenden Eigenschaften sollen zukünftig therapeutisch genutzt werden, zum Beispiel bei Behandlung von Sonnenbrand oder im Anti-Aging-Bereich.
Gegenanzeigen
Grundsätzlich ist davon abzuraten, Deinem Hund mit Schokolade zu füttern. Das Theobromin in der Schokolade kann für Katzen, Hunde und Pferde tödlich sein. Es bleibt bei diesen Tieren lange im Blut- kreislauf und kann zu epileptischen Anfällen, Herzinfarkt, inneren Blutungen und schließlich zum Tod führen. Die tödliche Dosis wäre bei Deinem Dackel oder Pudel schon bei etwa drei Tafeln Vollmilch- schokolade oder eine Tafel Zartbitter erreicht.
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