04.12.2008

Richtige Hautpflege im Winter

Der Kälte und Heizungsluft trotzen

Eisige Kälte draußen, trockene Heizungsluft drinnen: Temperaturschwankungen machen der Haut im Winter zu schaffen. Sie verliert Feuchtigkeit, ein Spannen oder Brennen macht sich im Gesicht bemerkbar. "Der natürliche Lipidfilm, der die Haut bedeckt, wird dadurch angegriffen", erläutert die Hautärztin Gisela Hubbes vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Hamburg. So entstehen kleinste Hautrisse, in die Keime eindringen können und die im schlimmsten Fall zu Ekzemen führen. Mit der richtigen Pflege lässt sich dies verhindern!

Der Winter steht vor der Tür und stellt die Belastbarkeit unseres Körpers auf die Probe.
Der Winter steht vor der Tür und stellt die Belastbarkeit unseres Körpers auf die Probe.

Vorm Gang ins Freie Eincremen nicht vergessen!

Richtige Hautpflege im Winter

Vor jedem Gang ins Freie sollte das Eincremen stehen, rät Hanne Vedder, Kosmetik-Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Damit es auf der Haut bei kalten Temperaturen nicht zu Erfrierungen kommt, wird dafür besser eine fett- statt einer feuchtigkeitshaltigen Creme verwendet. Am einfachsten ist es laut Vedder, die Nachtcreme zur Tagescreme umzufunktionieren und die Tagespflege stattdessen abends aufzutragen. "Es gibt auch spezielle Winterkosmetik, aber das halte ich für übertrieben."

Cremes mit Ceramiden

Hubbes empfiehlt Cremes mit Ceramiden: Diese in der Haut vorkommenden Fette seien für den Feuchtigkeitsgehalt mitverantwortlich. "Sie betten sich in der obersten Hornschicht der Haut ein und wirken wie Wasserspeicher." Neben einer fett- oder lipidhaltigen Pflege eignen sich harnstoffhaltige Produkte. Der "Urea" genannte Wirkstoff bindet ebenfalls Feuchtigkeit in der Haut. "Er aktiviert die Zellen und hat dadurch auch einen Anti-Aging-Effekt", sagt Dagmar Schulenberg vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) in Bonn, die auch als Kosmetikerin tätig ist.

Cremes auf Glyzerinbasis

Regelmäßiges Lüften hilft dem Organismus auf die Sprünge!
Regelmäßiges Lüften hilft dem Organismus auf die Sprünge!

Eine ähnlich glättende Wirkung habe Glyzerin: Es habe nicht nur eine heilende Funktion, sondern mache die Haut auch samtweich. Neben der Haut sollten die Lippen gepflegt werden, etwa mit Lippenpflegestiften oder Produkten aus Bienenwachs.

Doch Cremen ist nicht alles. "Ich rate, in diesen Monaten häufiger eine Gesichtsmaske zu machen", sagt Verbraucherschützerin Vedder. Sie lassen sich ganz leicht mit allem, "was im Haushalt da ist", selbst anrühren: Eine Mischung aus Quark und Ei oder Honig entspannt und fördert die Durchblutung.

Speiseöl hilft!

Um Spannungsgefühle zu lindern, wird normales Speiseöl leicht angewärmt. Es sollte für 10 bis 15 Minuten im Gesicht einwirken. Besonders das Vitamin-E-haltige Sonnenblumenöl schütze auf diese Weise vor Feuchtigkeitsverlust. Außerdem sollten im Winter die Waschgewohnheiten auf den Prüfstand: "Nehmen Sie abends etwas Lipidhaltiges, also etwa eine Reinigungsmilch, und morgens etwas Hydrohaltiges, also ein Waschgel", sagt Schulenberg.

Zu lange Bäder schaden der Haut

Mit den Bädern nicht übertreiben!
Mit den Bädern nicht übertreiben!

Und was bei der Wassertemperatur für das Gesicht gilt - zu kaltes oder zu warmes Wasser trocknet die Haut aus -, gilt auch für den restlichen Körper: "Vermeiden Sie lange, heiße Bäder, damit der Hautschutzfilm nicht beschädigt wird", sagt Hubbes.

Dieser werde aus Talg und Schweiß gebildet und baue sich im Winter nicht so schnell wieder auf wie im Sommer. Sinnvoll sei nur kurzes und nicht zu heißes Duschen - höchstens fünf Minuten und möglichst nur dreimal in der Woche. Dabei sollten dann nicht Duschgele, sondern rückfettende Duschöle verwendet werden.

Immer reichlich trinken

Den Wasserhaushalt nicht vergessen!
Den Wasserhaushalt nicht vergessen!

Aber nicht nur äußerlich lässt sich etwas gegen trockene Winterhaut tun. Die Expertinnen empfehlen ausreichendes Trinken.

Das werde in dieser Jahreszeit oft vernachlässigt, weil das Durstgefühl an kalten Tagen nicht so groß ist.

Schulenberg rät außerdem, auch "pflanzliche Antibiotika" in den Speiseplan einzubeziehen: Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer oder Fenchel etwa machten sich positiv für die Haut bemerkbar.

Und schließlich: Auch regelmäßiges Lüften überheizter Räume wirkt dem Austrocknen der Haut entgegen.

Leinöl gegen rissige Haut an den Fingerknöcheln

Je höher der Anteil an pflanzlichen Ölen, desto höher sind die Pflegeeigenschaften einer Handcreme. Doch das reicht manchem noch nicht: Die Haut an den Fingerknöcheln platzt trotzdem auf. Hier helfe ein altes "Großmutter-Rezept", sagt Hanne Vedder von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart:

Dafür abends Leinöl anwärmen, die Hände darin etwa zehn Minuten baden und das überschüssige Fett anschließend nur mit einem Küchenkrepp abtupfen. Dann Baumwollhandschuhe überstreifen, ins Bett legen und alles über Nacht einwirken lassen. Leinöl hat laut Vedder einen hohen Vitamin-E-Gehalt und andere Substanzen, die heilend wirken.

(Nina C. Zimmermann, dpa)

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Kommentare

trockene Haut

wir sind auch im Winter viel draußen und haben schon mit trockener Haut zu kämpfen und mögen auch nicht das lästige Eincremen nach dem Bad.Jetzt haben wir was Neues gefunden.Badenaschereien in Stickform, mit Cacaobutter und nur natürlichen Inhaltsstoffen.Macht Spaß ,riecht gut und pflegt super.Auch zur echt empfindlichen Haut supergut.

Ob Sommer oder Winter: nach dem Duschen/Baden ist eincremen Pflicht bei mir, die Haut fühlt sich danach zarter an und ein Spannungsgefühl bleibt aus.
Und wenn ich in die badewanne steige, steht das ganze Programm an, mit Peeling, Maske, Haarmaske etc...
Und das unabhängig von den Jahreszeiten.

Allerdings creme ich im Winter die Hände öfter ein, denn der Wechsel von Heizungsluft und kaltem Klima draußen, bringen rauhe Hände mit sich *autsch*
@trashfan

deine Hautprobleme hören sich ja schlimm an... mein Beileid! *troest*

Eine frühere Nachbarin von mir hatte 2 schwer an Neurodermitis erkrankte Kinder und sie hat allerbeste Erfahrungen mit Teebaumöl gemacht! Hast du das schon einmal ausprobiert?
Einfach ein paar Tropfen ins Badewasser geben bzw. auch Umschläge mit verdünntem Teebaumöl auf die betroffenen Stellen gelegt haben Wunder gewirkt!

Liebe Grüße und gute Besserung!
Yo

ist das soo gut bei teils fettiger haut? *zwinker*
thrashfan

honigprodukte.vielleicht helfen sie dir.egal ob in öl- oder cremeform.
gerade jetzt in der weihnachszeit gibt es viele stände mit naturbelassenden produkten zu kaufen.sehr effektiv und sehr gut.

oh wie nett*g*

mir macht es die ´sommer´-umstellung viel mehr zu schaffen...das einzige was mich im winter ´fertig´ macht, ist eine hartneckige erkältung (die ich leider gerade habe), die bewirkt, dass bei mir (körperlich) alles aus dem gleichgewicht kommt...vorallem, wenn ich über längere zeit medikamente einehmen muss.
sonst: der winter kann kommen *frier* !

Vorstellbar wäre auch, das die Selbstheilungskräfte der Haut durch ein massives Bombardement mit Körperpflegeprodukten aus dem Gleichgewicht gebracht werden.

Nein, das es einfach zu erklären ist wollte ich damit keinesfalls sagen.
Und konkrete Empfehlungen aus der Ferne kann ich schon gar nicht geben. Jeder menschliche Körper reagiert anders. Ich habe nur einfach zu viele schlechte Erfahrungen mit der Kosmetikbranche und der Schulmedizin gemacht und rate zu größter Vorsicht bei flächendeckender und langzeitlicher Anwendung von Kosmetika irgendwelcher Art. Egal ob "Bio", "medizinisch getestet", Hausmittel, teuer oder billig. Ich verteufele Kosmetika nicht, ich rate nur zur vorsichtigen Anwendung.

Meine Frau wurde vor 15 Jahren Hypoallergikerin - das volle "Programm" mit allen Konsequenzen. Ein Kick genügt, und Deine Lebensqualität ist auf Dauer im Arsch. Und es kann jeden von uns treffen - jederzeit, und ohne erkennbare Vorzeichen.

naja. ich habe vor 3 jahren noch fast reine haut gehabt, die eben nur leicht trocken war. auch nicht viele rote flecken. damals habe ich zwar weder alkohol getrunken, noch geraucht, dafür aber wenig getrunken und viele süßigkeiten und generell ungesund gegessen. heute ernähre ich mich noch genauso. meine haut ist trotzdem schlechter. woran liegt's also?
meiner erfahrung nach haben hautunreinheiten nur sehr wenig mit dem lebensstil zu tun...wenn es denn so einfache wäre.

Keine bakterientötende Körperpflege, viel trinken, gar nicht rauchen, wenig Alkohol, kein scharf gewürztes Essen, keine Süßigkeiten, etc.etc...
Ist natürlich utopisch absolut gesund zu leben, aber mit weniger input (s.o.) gibt es bestimmt auch weniger output (Schuppen, Mykosen, Pickel, Mitesser usw.).

Allgemein gilt:
Sobald die Anwendung von Kosmetika eine dauerhafte Besserung herbeiführt, fällt diese unter die strenge Arzneimittelgesetzgebung.

Wer das berücksichtigt, wird in seinen Erwartungen realistischer...
  • Neu hier? Kein Problem!