28.02.2008

Good-Bye Zigarette

Wie der Abschied endgültig gelingt!

So ist das mit Engelchen und Teufelchen auf der Schulter: "Ich rauche nicht!" – dacht´s und zündete sich eine an…

Good-Bye Zigarette

Die Sucht des Rauchens

Good-Bye Zigarette

Rauchen ist eine Sucht, da stimmt wohl jeder – ob Raucher oder Nichtraucher, und damit kleinlaut oder triumphierend – zu. Sucht. Das kommt nicht etwa von "suchen"; von Rausch, Vergnügen, Halt, Ablenkung, Sicherheit, Glück, Coolness oder so. Nein, "Sucht" kommt von "siechen": altertümlich für "an einer Krankheit leiden", heute noch im englischen "sick" versteckt.

Rauchen ist also eine Sucht. Wir Menschenkinder haben nun mal ein unwahrscheinliches Suchtpotenzial: Evolutionsbiologen sehen darin eine Schwäche, die sich mit der Weiterentwicklung der Spezies noch auswachsen kann. Hilft alles nichts.

Ob Ketten- oder "nur" Gelegenheitsraucher. Es steht fest: Wer aufhören will zu rauchen, der macht das nicht eben mal so nebenbei.

Mehr Geld, länger gut aussehen, leistungsfähiger und gesund sein

Gründe dafür, das Rauchen aufzugeben, gibt es viele und sehr verschiedene. Und je nach zukünftigem Ex-Raucher wirken die auch ganz unterschiedlich: Was den einen beschäftigt, lässt den anderen kalt. Zusammengefasst klingen sie fast wie eine hysterische amerikanische Nicht-Raucher-Kampagne – aber sind allesamt wahr.

  • Rauchen kostet verdammt viel. Und, nicht schummeln: auch selber drehen ist nicht umsonst.
  • Rauchen macht hässlich. Die Haut verliert ihre gesunde Farbe und altert schneller.
  • Rauchen macht schwach. Die Kondition und das allgemeine Energieniveau leiden.
  • Rauchen kann krank machen. Und zwar ziemlich.

Warum dann, um alles in der Welt, fragt man sich, raucht (laut statistischem Bundesamt) jeder vierte Deutsche über 15 Jahre?

Dickes, träges Gewohnheitstier Mensch?

Good-Bye Zigarette

"Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft." Mit einem gehörigen Schuss Selbstironie bringt es Mark Twain stellvertretend für unzählige Wiederholungs-Rückfällige auf den Punkt. Was im Tageslicht in nüchternem, aber ausgeglichenem Zustand so fest und aufrichtig beschlossen wird, wird immer wieder untergraben.

In bestimmten Situationen zum Beispiel: Kaffee ohne Nikotin schmeckt manchem wie Suppe ohne Salz; auch Stresssituationen lassen sich mit einem Glimmstengel besser ertragen und kaum betrat man früher einen Club oder eine Kneipe, waren die guten Vorsätze vergessen. Die Macht der Gewohnheit - egal wie verboten die Glimmstengel heute an öffentlichen Begegnungsstätten auch sein mögen -, gibt der Zigarette Rückendeckung. Und die Angst vor den Gesundheitsrisiken lässt sich da einfach ganz schüchtern verdrängen. Verflixtes Wechselspiel.

Good-Bye Zigarette

Und dann gibt es da noch die ganz harten Brocken. Die nehmen sich erst gar nicht vor, das Rauchen sein zu lassen. Einige haben beispielsweise Angst vor den drohenden Kilos. Oder die fatalistische Variante: Das Kind, das schon in den Brunnen gefallen ist. Sprich: Jetzt wo man schon so lange Raucher ist, da ist man mit seinem Gesundheitskonto schon so weit in den roten Zahlen, dass es auch das Aufhören nicht wirklich besser macht.

Mit Pauken und Trompeten oder heimlich still und leise…

Für den Weg zum Nichtraucher gibt es zwei grundlegende Strategien: Entweder man schreit sein Vorhaben in die Welt hinaus oder man trägt es still im Herzen. Beide haben ihre Vorteile. Macht man es publik, findet man Verbündete. Gleichgesonnene, die mitziehen im besten Fall; in jedem Fall aber Mitmenschen, denen man so wichtig ist, dass sie Unterstützung anbieten. Zudem ist der Ehrgeiz geweckt: Man will sich ja nicht blamieren…

Good-Bye Zigarette

Andererseits drohen ständige Zigaretten-Gespräche: Ehemalige "brothers in cigarettes" hätten einen vielleicht gerne wieder an Bord, destruktive Kommentare à la "ich drück dir die Daumen, ist nämlich echt schwierig aufzuhören. Ich hab’s nicht geschafft…". Ob offiziell oder inkognito. Wer das Rauchen sein lassen will, dem hilft unser ultimativer 3-Punkte-Schlachtplan!

Der 3-Punkte-Schlachtplan

Der Weg zum endgültigen, glücklichen Nichtraucher

Wer sein Vorhaben, endlich rauchfrei zu werden, in die Tat umsetzen will, der muss weder bis nächstes Silvester warten noch auf mystische Unterstützung aus dem Irgendwo hoffen. Mit Entschlossenheit und den folgenden Tipps kann es bald schon soweit sein:

1. face it:

  • Mach dir klar: Rauchen ist eine Sucht, Nichtrauchen wird eine Befreiung sein. Auch wenn es dir zwischenzeitlich nicht so vorkommen wird.
  • Setze dich mit deinen ganz persönlichen Gründen für deinen Entschluss auseinander. Schreibe sie dir auf oder merke sie dir in allen ihren Facetten. Sie werden dir in schwachen Momenten zur Seite stehen!
  • Trage zusammen, in welchen Situationen und Gefühlslagen du zur Zigarette greifst. So kannst du dich mental auf verführerische Momente und brenzlige Situationen vorbereiten und gezielt Ablenkungsmanöver oder Rauch-Alternativen dafür suchen!
  • Überlege dir, womit und wann du dich für deinen Erfolg oder einzelne Etappen auf dem Weg dahin belohnen willst. Auch das kann ganz schön motivieren!

2. change it:

  • Ändere deine Gewohnheiten, die du mit dem Rauchen verbindest. Schaff dir Ausgleichsrituale und -routinen.
  • Um den drohenden Kilos zu entgehen: Raucher verbrauchen ca. 200 Kalorien mehr am Tag. Ungerecht, aber wahr. Diese solltest du durch ein bisschen mehr Bewegung oder durch ausgewogene Ernährung ausgleichen. Aber so schwer ist das nicht: 200 Kalorien entsprechen beispielsweise 0,5 l Cola. Falls du keine Cola trinkst: 45 Min leidenschaftlicher Sex verbraucht 200 Kalorien…;)

3. sos it:

  • Überlege dir, mit was du akut aufsteigenden Zigaretten-Drang kompensieren kannst: Kaugummis, zuckerfreie Bonbons, für dich, angenehme, motivierende Gedanken oder auch mit einem selbst ausgedachten, persönlichen Mantra: ein Wort oder Satz, mit besonderer Kraft für dich.
  • Solltest du rückfällig geworden sein, wirf nicht gleich wieder alles hin, sondern gestehe es dir zu. Statt dich mit Selbstvorwürfen zu belasten, solltest du deinen schwachen Moment konstruktiv analysieren. So rüstest du dich dafür, dass du nächstes Mal in ähnlicher Lage gewappnet bist.
  • Suche dir so viel Unterstützung, wie du brauchst. Ein sehr guter Buchtipp ist "Allen Carr: Endlich Nichtraucher". Internetforen wie beispielsweise rauchfrei-online.de motivieren dich individuell auf dich zugeschnitten: beispielsweise dadurch, dass sie dir dein eingespartes Geld errechnen oder die Menge der von dir nicht-gerauchten Zigaretten abbilden.

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Kommentare


GLÜCKWUNSCH!!!!!!!! *anbet*

Bei uns sinds jetzt 46 Tage.... *ggg*

Hab es auch schon 2 Mal versucht.
Habe trotzdem wieder angefangen.
Ist eben nicht leicht,von der*zig* los zu kommen.
Aber der Wille ist noch da...*zwinker*


Lg,Jessie_James

ich habe nach einen Lungenkollaps (der aber nicht vom rauchen kam) aufgehört. Zwischendurch habe ich es mal probiert. Allerdings fühlt es sich dann an als wenn es die erste wäre.
Wir habens auch geschafft...

...seid mittlerweile 4 Tagen *zwinker*

Das sind immerhin schon 40 € die wir gespart haben...*g*

Grund war in erster Linie die Gesundheit, hab nen komplizierten Knochenbruch und von den Ärzten wurde mir dringlichst dazu geraten, nicht zu rauchen, weil das die Heilung wohl verzögert...
OK,der Mann ist Arzt, Ärzte sind (fast) immer gegen rauchen, aber ich hab mir das jetzt einfach mal zu Herzen genommen und will es durch ziehen, Marie hat gleich mit eingewilligt, weils ja doch einfacher ist, wenn beide aufhören.

Wir haben sogar schon unser erstes "Grillen-mit-viel-Bier-und-Freunden" überstanden ohne auch nur eine Fluppe anzugucken...Also wenn das keine guten Zeichen sind...

Wir haben in letzter Zeit aber auch oft drüber gesprochen aufzuhören, wegen Geld, Fitness etc. aber haben irgendwie immer einen Grund gesucht, damit mal anzufangen...Nun jetzt haben wir ihn und sind fest entschlossen, das durchzuziehen...

HAben sogar schon unseren Status im Profil von Raucher zu Nicht-Raucher geändert...Wenn das hier wer in 2-3 Jahren liest, kann derjenige ja mal nachschauen, ob dort dann immernoch Nicht-Raucher steht *g*

Vorallem stecken da auch Milliarden an Steuereinnahmen hinter.
Das ist längst wiederlegt, bitte nicht immer die gleichen Uralt-Märchen hervorkramen, danke *top*

LG, Laura

Zahlen und Fakten:
Links nur für Mitglieder (26MB)

Genau so sieht es aus @divine_human
Vorallem stecken da auch Milliarden an Steuereinnahmen hinter. wenn die wegfallen würden, werden sie ganz einfach auf die MwSt draufgehauen. Er hat es auch nach 7 Jahren geschafft aufzuhören. Und es hat NUR Vorteile. Gesundheit mit Ausdauer, Müdigkeit und auch Aussehen. Und das Geld!

ich habs auch schon ein paar mal versucht... hab auch mal für zwei wochen geschafft aber dann wurde ich wieder rückfällig...
Schuldgefühle

Die oben genannten Tipps, sind für Intensivraucher (60 pro Tag) wohl kaum anzuwenden. Wenn ich mir für 60 Situationen am Tag überlegen muß, warum ich da rauche oder es jetzt bleiben lasse, wird es echt lächerlich. Außer unter der Dusche oder wenn ich schlafe, rauche ich halt.
Dabei habe ich eine gesunde Hautfarbe und weiche glatte Haut, ein sehr jugendliches Äußeres, bin vital und nei krank, sportlich und leistungsfähig.
Das Geld, das ich in meinem Leben für Süßigkeiten, Klamotten die ich garnicht getragen habe oder für sinnlose Geschenke ausgegeben habe, war auch sehr viel. Ich kenne keinen Ex-Raucher, bei dem allein durchs Aufhören der Wohlstand ausgebrochen ist.

Ob Rauchen eine Sucht ist, da streiten sich die Gelehrten. Wehe wenn es eine anerkannte Sucht wäre, denn dann müßte es das Gesundheitssystem auch als Krankheit anerkennen und leider dafür bezahlen. Da basteln sie ja gerade dran, um das zukünftig auszuschließen, angesichts leerer Kassen.

Raucher wurden schon immer geächtet, mal mehr und mal weniger. Momentan ist es ziemlich intensiv. Früher was es eine Schande wenn eine Frau auf der Straße rauchte, heute ist es fast der einzige Platz, wo sie es noch darf. Der Altkanzler Helmut Schmidt und seine Frau dürfen jedoch noch überall rauchen, selbst wenn sie im Fernsehstudio sind. Offensichtlich gilt hier nicht, was sonst gilt.

Rauchst Du, stirbst Du. Rauchst Du nicht, stirbst Du auch. Velleicht etwas später, doch wozu will noch jemand deutlich älter werden, in einer Gesellschaft, die ältere Menschen überhaupt nicht haben will. Bereits hier im JC ist jeder über "gefühlte 48" nur noch Restefi**en und Altschrott.
Schaut euch mal Altenpflegeheime an - na Bock drauf? Vielleicht doch etwas früher gehen?

Mens sana in corpore sano - also im Umkehrschluss Kranker Geist in krankem Körper. Die ganzen Alkoholiker, die gnadenlosen Fresser und die Medikamentenjunkies (Vitamine, Kreislauf bis Muskelaufbau-Produkte), die sind voll ok. Sind ja auch zahlenmäßig mehr als die Raucher.

Wer Probleme mit Husten, schwarzen Auswurf, Kurzatmigkeit oder Schwindel hat, der kann es ja mal versuchen, allein um zu prüfen, ob sich seine Situation verbessert. Wer ansonsten keine Probleme hat, dürfte schwer zu überzeugen sein.
Ich rauche, weil ich Lust dazu habe. Sollte ich keine mehr dazu haben, werde ich nicht mehr rauchen.
Es ist reine Willenssache. Wem Hilfsgerüste mit Nikotinpflastern, Hypnose oder motivierende Bücher helfen, der soll sie nutzen. Wenn er es innerlich jedoch nicht will, wird er auch dann scheitern. Das dauernde Schuldgefühl, das den Rauchern eingeredet wird und welches sie sich witzigerweise auch einreden lassen ist leider sehr kontraproduktiv.

Es wäre mein Wunsch, den Raucher von den stapelweisen Vorurteilen befreit sind, damit der Raucher sich leichter entscheiden kann, ob er dazu noch Lust hat oder es "braucht". Dem Verstand fiele es bestimmt leichter und der Wille schaffte es mit halber Kraft.
Wenn mir jahrelang massenweise Mitmenschen sagen ich sähe hässlich aus, dann glaube ich es eben irgendwann auch. Da haben Raucher sehr dran zu knapsen.

Qualmige Grüße
PlayGoo
Am 27.04.2008...

...war der Tag des Entschlusses aufzuhören. Nach ca. 1748 Good Bye Zigaretten habe ich keine mehr davon angefasst. Das war am 30.12.2009 und mir geht's gut.
  • Neu hier? Kein Problem!