So ist das mit Engelchen und Teufelchen auf der Schulter: "Ich rauche nicht!" – dacht´s und zündete sich eine an…

Die Sucht des Rauchens

Rauchen ist eine Sucht, da stimmt wohl jeder – ob Raucher oder Nichtraucher, und damit kleinlaut oder triumphierend – zu. Sucht. Das kommt nicht etwa von "suchen"; von Rausch, Vergnügen, Halt, Ablenkung, Sicherheit, Glück, Coolness oder so. Nein, "Sucht" kommt von "siechen": altertümlich für "an einer Krankheit leiden", heute noch im englischen "sick" versteckt.
Rauchen ist also eine Sucht. Wir Menschenkinder haben nun mal ein unwahrscheinliches Suchtpotenzial: Evolutionsbiologen sehen darin eine Schwäche, die sich mit der Weiterentwicklung der Spezies noch auswachsen kann. Hilft alles nichts.
Ob Ketten- oder "nur" Gelegenheitsraucher. Es steht fest: Wer aufhören will zu rauchen, der macht das nicht eben mal so nebenbei.
Mehr Geld, länger gut aussehen, leistungsfähiger und gesund sein
Gründe dafür, das Rauchen aufzugeben, gibt es viele und sehr verschiedene. Und je nach zukünftigem Ex-Raucher wirken die auch ganz unterschiedlich: Was den einen beschäftigt, lässt den anderen kalt. Zusammengefasst klingen sie fast wie eine hysterische amerikanische Nicht-Raucher-Kampagne – aber sind allesamt wahr.
- Rauchen kostet verdammt viel. Und, nicht schummeln: auch selber drehen ist nicht umsonst.
- Rauchen macht hässlich. Die Haut verliert ihre gesunde Farbe und altert schneller.
- Rauchen macht schwach. Die Kondition und das allgemeine Energieniveau leiden.
- Rauchen kann krank machen. Und zwar ziemlich.
Warum dann, um alles in der Welt, fragt man sich, raucht (laut statistischem Bundesamt) jeder vierte Deutsche über 15 Jahre?
Dickes, träges Gewohnheitstier Mensch?

"Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft." Mit einem gehörigen Schuss Selbstironie bringt es Mark Twain stellvertretend für unzählige Wiederholungs-Rückfällige auf den Punkt. Was im Tageslicht in nüchternem, aber ausgeglichenem Zustand so fest und aufrichtig beschlossen wird, wird immer wieder untergraben.
In bestimmten Situationen zum Beispiel: Kaffee ohne Nikotin schmeckt manchem wie Suppe ohne Salz; auch Stresssituationen lassen sich mit einem Glimmstengel besser ertragen und kaum betrat man früher einen Club oder eine Kneipe, waren die guten Vorsätze vergessen. Die Macht der Gewohnheit - egal wie verboten die Glimmstengel heute an öffentlichen Begegnungsstätten auch sein mögen -, gibt der Zigarette Rückendeckung. Und die Angst vor den Gesundheitsrisiken lässt sich da einfach ganz schüchtern verdrängen. Verflixtes Wechselspiel.

Und dann gibt es da noch die ganz harten Brocken. Die nehmen sich erst gar nicht vor, das Rauchen sein zu lassen. Einige haben beispielsweise Angst vor den drohenden Kilos. Oder die fatalistische Variante: Das Kind, das schon in den Brunnen gefallen ist. Sprich: Jetzt wo man schon so lange Raucher ist, da ist man mit seinem Gesundheitskonto schon so weit in den roten Zahlen, dass es auch das Aufhören nicht wirklich besser macht.
Mit Pauken und Trompeten oder heimlich still und leise…
Für den Weg zum Nichtraucher gibt es zwei grundlegende Strategien: Entweder man schreit sein Vorhaben in die Welt hinaus oder man trägt es still im Herzen. Beide haben ihre Vorteile. Macht man es publik, findet man Verbündete. Gleichgesonnene, die mitziehen im besten Fall; in jedem Fall aber Mitmenschen, denen man so wichtig ist, dass sie Unterstützung anbieten. Zudem ist der Ehrgeiz geweckt: Man will sich ja nicht blamieren…

Andererseits drohen ständige Zigaretten-Gespräche: Ehemalige "brothers in cigarettes" hätten einen vielleicht gerne wieder an Bord, destruktive Kommentare à la "ich drück dir die Daumen, ist nämlich echt schwierig aufzuhören. Ich hab’s nicht geschafft…". Ob offiziell oder inkognito. Wer das Rauchen sein lassen will, dem hilft unser ultimativer 3-Punkte-Schlachtplan!
Der 3-Punkte-Schlachtplan
Der Weg zum endgültigen, glücklichen Nichtraucher
Wer sein Vorhaben, endlich rauchfrei zu werden, in die Tat umsetzen will, der muss weder bis nächstes Silvester warten noch auf mystische Unterstützung aus dem Irgendwo hoffen. Mit Entschlossenheit und den folgenden Tipps kann es bald schon soweit sein:
1. face it:
- Mach dir klar: Rauchen ist eine Sucht, Nichtrauchen wird eine Befreiung sein. Auch wenn es dir zwischenzeitlich nicht so vorkommen wird.
- Setze dich mit deinen ganz persönlichen Gründen für deinen Entschluss auseinander. Schreibe sie dir auf oder merke sie dir in allen ihren Facetten. Sie werden dir in schwachen Momenten zur Seite stehen!
- Trage zusammen, in welchen Situationen und Gefühlslagen du zur Zigarette greifst. So kannst du dich mental auf verführerische Momente und brenzlige Situationen vorbereiten und gezielt Ablenkungsmanöver oder Rauch-Alternativen dafür suchen!
- Überlege dir, womit und wann du dich für deinen Erfolg oder einzelne Etappen auf dem Weg dahin belohnen willst. Auch das kann ganz schön motivieren!
2. change it:
- Ändere deine Gewohnheiten, die du mit dem Rauchen verbindest. Schaff dir Ausgleichsrituale und -routinen.
- Um den drohenden Kilos zu entgehen: Raucher verbrauchen ca. 200 Kalorien mehr am Tag. Ungerecht, aber wahr. Diese solltest du durch ein bisschen mehr Bewegung oder durch ausgewogene Ernährung ausgleichen. Aber so schwer ist das nicht: 200 Kalorien entsprechen beispielsweise 0,5 l Cola. Falls du keine Cola trinkst: 45 Min leidenschaftlicher Sex verbraucht 200 Kalorien…;)
3. sos it:
- Überlege dir, mit was du akut aufsteigenden Zigaretten-Drang kompensieren kannst: Kaugummis, zuckerfreie Bonbons, für dich, angenehme, motivierende Gedanken oder auch mit einem selbst ausgedachten, persönlichen Mantra: ein Wort oder Satz, mit besonderer Kraft für dich.
- Solltest du rückfällig geworden sein, wirf nicht gleich wieder alles hin, sondern gestehe es dir zu. Statt dich mit Selbstvorwürfen zu belasten, solltest du deinen schwachen Moment konstruktiv analysieren. So rüstest du dich dafür, dass du nächstes Mal in ähnlicher Lage gewappnet bist.
- Suche dir so viel Unterstützung, wie du brauchst. Ein sehr guter Buchtipp ist "Allen Carr: Endlich Nichtraucher". Internetforen wie beispielsweise rauchfrei-online.de motivieren dich individuell auf dich zugeschnitten: beispielsweise dadurch, dass sie dir dein eingespartes Geld errechnen oder die Menge der von dir nicht-gerauchten Zigaretten abbilden.




