Schon Eva verführte Adam bekanntlich mit einem Apfel. Auch heute noch stillt erotische Nahrung die Lust und das sexuelle Verlangen.
Das alte Sprichwort "Liebe geht durch den Magen" beruht auf einer Jahrtausende alten Erfahrung, denn Essen und Sinnlichkeit hängen sehr eng miteinander zusammen. Es ist somit nicht verwunderlich, dass die Menschen bis heute versuchen, der Liebe mit kulinarischen Zutaten auf die Sprünge zu helfen. Schon Giacomo Casanova wusste von der Kunst der sinnlich-kulinarischen Verführung: Er schwor auf Austern und schlürfte jeden Morgen gleich 50 der lustbringenden Schalentiere.
Nicht weniger, aber umso kalorienreicher waren die zahlreichen Tassen Schokolade, die Montezuma täglich – seiner Libido zuliebe – getrunken haben soll. Auch viele antike Darstellungen zeigen freimütig und auf unterschiedliche Weise, wie eng dionysische Feste und römische Orgien die Lust auf fleischliche Genüsse anheizten. Schon die Römer waren daher der Ansicht, dass eine köstliche Mahlzeit der schnellste Weg zum Herzen der Frau oder auch des Mannes sei. Erotic Food ist würzig und leicht, duftet verführerisch und macht Lust auf mehr.
Vielen Nahrungsmittel wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Der Begriff Aphrodisiaka stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Liebesmittel". Er leitet sich von der Göttin Aphrodite ab, die als Hüterin der Schönheit, der Liebe und der Fruchtbarkeit verehrt wurde. Austern, Spargel und Sellerie sowie die Gewürze Petersilie und Muskatnuss gehören zu den bekanntesten natürlichen Aphrodisiaka.
Schon im Namen mancher Lebensmittel, wie etwa beim "Liebstöckel" wird die lustfördernde Wirkung deutlich. Fakt ist, dass alle so genannten Aphrodisiaka bestimmte körperliche Reaktionen auslösen, welche sich durch den hohen Vitamingehalt belebend, durch Mineralstoffe potenzsteigernd oder durch die Schärfe der Gewürze – vor allem im Bauch und Genitalbereich – durchblutungsfördernd auswirken.
Salz, Sellerie oder Hirschhoden etwa waren das Viagra des Mittelalters. Wer damals seinem Liebesleben nachhelfen wollte, musste erst tagelang auf die Pirsch gehen, um hoffentlich einen Hirsch zu erlegen. Die getrockneten und pulverisierten Hirschhoden wurden dann heimlich in den Wein der Liebsten gerührt. Heutzutage genügt ein Spaziergang über den Markt und das Wissen über die Wirkung der Lebensmittel und Gewürze, um ein Menü zusammenzustellen, das keine Wünsche offen lässt.
Frisches Obst und Gemüse sowie proteinarme Lebensmittel gelten als Zutaten für ein lebenslanges und erfülltes Sexleben. Diese liefern gesunde Nährstoffe, die den Stoffwechsel und die Sexualorgane anregen: die essentielle Voraussetzung für das Liebesspiel. Die saftige Tomate oder der "Liebesapfel", wie sie auch genannt wird, enthält den krebshemmenden Pflanzenfarbstoff Lycopin und war einst ein vielbegehrtes Mittel zur Steigerung der Libido.
Vielen völlig unbekannt, aber dennoch wirksam: die Aprikose. Ihr reichhaltiges Vitamin A hält die Schleimhäute feucht. Ihre B-Vitamine stärken die Nerven und ihr Kalium ist gut für die Muskelfunktionen. Wem es nach Fisch gelüstet, der sollte nicht auf Meeresfrüchte verzichten. Hummer, Krabben, Langusten und auch andere Schalentiere enthalten reichlich Mineralstoffe und erregen auf angenehmste Weise den Liebesappetit.
Für diejenigen, die in Sachen Sex richtig Gas geben wollen, empfiehlt es sich, auf das scharfe Repertoire der Gemüseküche zurückzugreifen. Die Redensart "scharf wie Chili" hat wirklich einen tieferen Sinn. Das enthaltene Capsaicin wirkt als euphorisierendes Akaloid. Die feurigen Schoten lösen Schmerz aus, worauf Endorphine – körpereigene Drogen – ausgeschüttet werden, die schmerzunempfindlich und euphorisch machen. Außerdem reizt Schärfe die Schleimhäute.
Auch Pfeffer darf nicht fehlen: Er wird in der ayurvedischen Medizin als Scharfmacher empfohlen. Das Alkaloid Piperin steigert die Durchblutung im Bauch und in den Sexualorganen. Vorsicht ist bei Knoblauch geboten, da der Verzehr nur Spass bringt, wenn zu zweit "geknofelt" wird.
Dann allerdings wirkt er super anregend. Seine schwefelhaltigen Verbindungen bringen das Blut in Wallung, fördern die Durchblutung der Geschlechtsorgane und aktivieren die Sexualhormone. Ganz sicher haben die Römer und Griechen nicht grundlos in Gedichten und Hymnen seine Wunderkräfte besungen.
Eine gute Nachricht für alle, die nicht nur beim Sex gerne naschen: Schokolade macht nicht zwingend dick, sondern auch scharf. Sie enthält Phenylethylamin, einen Wirkstoff, der Stimmung macht und vom Körper selbst gebildet wird, wenn man sich verliebt. Um also die anregende Wirkung von Schokolade zu genießen, müssen nicht Unmengen davon verdrückt werden – lieber weniger, dafür aber genussvoll.
Aber Vorsicht: Einige Nahrungsmittel erregen, andere wiederum beeinträchtigen die Libido. Gebratene Speisen und reichhaltige Sahnesoßen machen uns eher träge als sexy. Auch von übermäßigem Verzehr von Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren ist abzuraten, da Studien belegt haben, dass dies zu Frigidität und Orgasmusschwierigkeiten führen kann. Fazit: Auf diese Nahrungsmittel lieber verzichten oder in Maßen genießen, dann bleibt die Lust länger erhalten.
Zum Abschluss sei eins gesagt: Jede Mahlzeit sollte natürlich genossen werden. Manche Nahrungsmittel heizen zwar unsere sexuelle Energie an, aber es ist die Kunst des Essens, die letztendlich erotisch wirkt. Ein liebevoll zubereitetes Mahl in einem schönen Ambiente serviert, entfacht die Lust. Einige erotische Tipps für eine romantische Nacht:
Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass sexy Kleidung, die bewusste Auswahl der Speisen sowie das Wissen um ihre Wirkung jedes erotische Dinner abrunden. Am wichtigsten aber ist: Esst gut und das mit Lust!
Loeweman | |
spyder65 | |
Loeweman | |
VanillaKisses | |
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