Es gab eine Zeit, da war Opel weit weg vom heutigen Biedermann-Image. Opel war Hipp. Einer der Hauptverantwortlichen dafür: Der Opel GT. Die Form und die Klappscheinwerfer heben den Opel schnell in den Olymp der Kultautos.
Kein Wunder. Erinnert die Form doch an die damalige Corvette. Mit seinen 90 PS erreicht er 185 Km/h Spitze. Damals ein Topwert. So war der Porsche 912 damals genauso schnell und von Null auf 100 blieb er sogar hinter dem GT zurück. So erklärt sich auch der legendäre Werbeslogan: "Nur fliegen ist schöner".
Lest unseren Bericht über ein Auto, das wir gerne auch einmal hier im JOYclub vorstellen, da es nicht nur sexy, sondern auch ein besonderes Highlight ist:
Eine Legende kehrt zurück
Zwischen 1968 und ´73 werden über 103.000 Exemplare verkauft. Rund 70 Prozent davon finden in Amerika ihre Fangemeinde.
Jetzt kehrt die Legende zurück. Der neue GT ist da. Endlich wieder ein Opel, der Emotionen weckt. Und er muss große Fußstapfen ausfüllen. Optisch hat er auf jeden Fall das Zeug dazu.
Sein neues Design
Straffe, scharf geschnittene Linien wechseln sich mit geschwungenen Rundungen ab. Zusammen mit den klassischen Roadsterproportionen mit langer Motorhaube und kurzem Heck steht der GT knackig und dynamisch auf seinen serienmäßigen 18 Zöllern. Die Frontansicht wird vom Schwung der Kotflügel dominiert.
Der markante Chromstreifen mit integriertem Opel-Blitz und die Motorhaube mit dem mittigen Falz sorgen zusammen mit den chromeingefassten Lüftungsschlitzen und den weit in die Seitenflächen gezogenen Scheinwerfern in Klarglasoptik für ein breit grinsendes Gesicht.
Am Heck zeugen zwei Endrohre vom Potential des Rüsselsheimers. Die hohen Rückleuchten erinnern etwas an den Astra von Opel. Insgesamt wirkt der GT aus jedem Winkel sportlich straff durchgestylt. Ein echter Eyecatcher.
Das Innenleben
Im Cockpit informieren den Fahrer chromeingefasste Instrumente über die wichtigsten Daten. Technisch anmutende Oberflächenstrukturen, akzentuiert mit schwarzem Klavierlackeffekt und Chrom, betonen in Kombination mit den auf Wunsch erhältlichen Ledersitzen das sportliche Ambiente. Wesentlich zum Fahrspaß trägt der kurze Schalthebel bei. Dieser endet direkt und ohne jeden Umweg in dem Fünfganggetriebe des Roadsters; minimale Schaltwege erlauben schnelle Gangwechsel aus einer fahrzeugtypisch lässig-souveränen Sitzposition.
Nachteile des GTs
Allerdings bietet genau das auch Anlass zur Kritik. Fünf Gänge sind für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse einfach zu wenig. Gerade bei schnellen Autobahnetappen wird der Motor so zu laut und auch der Verbrauch steigt. Ein sechster Gang würde helfen. So schön der Innenraum auch ist. Er glänzt durch das nahezu völlige Fehlen von Ablagen. Ein schlecht erreichbares Fach zwischen den Sitzen, das war es. Die Radioeinheit ist bei Sonneneinstrahlung nicht ablesbar und die Sendersuche wird so zum Blindflug. Der Sound der Anlage dagegen lässt keine Wünsche offen.
Seine Leistung
264 PS Turbo-Benzindirekteinspritzer. Das klingt nach Spaß. Und tatsächlich. Der GT schießt vorwärts, dass es einem ein Grinsen ins Gesicht meißelt. Laut Werk geht es in 5,7 Sekunden auf 100 Km/h. Ein eher theoretischer Wert. Im Selbstversuch waren 6,5 Sekunden das best Mögliche. Untermalt wird die Beschleunigungsorgie von einem süchtig machenden Turbopfeifen.
Nimmt man das Gas weg, baut das Waste-Gate laut zwitschern überschüssigen Turbodruck ab. Die Lenkung ist Zielgenau und direkt. So mach Kurvenräubern Spaß. Die Schaltwege sind Kurz, Gangwechsel funktioneren Schnell. Das Fahrwerk des Hecktrieblers zeigt sich lange neutral. Wenn man ihn aber reizt, kommt das Heck kontrolliert.
Fahrspaßunterstützend wirkt auch das dreistufige elektronische Stabilitätssystem, das man auch aus der Corvette kennt.
Stufe 1: Eingeschaltet. DSC und ASR wirken zusammen und bremsen übermütige Fahrer gekonnt ein.
Stufe2: Sportmodus. Der GT lässt jetzt leichte Drifts zu. Der Fahrer trägt mehr Verantwortung.
Stufe 3: Alles aus. Die Einstellung, die auf einer Rennstrecke am meisten Fahrspaß bringt. Im öffentlichen Verkehr sollte man aber nicht über Stufe 2 hinausgehen.
353 Newtonmeter Drehmoment liegen von 2500-5000 Touren an und ermöglichen so besonders schaltfaules Cruisen. Die Topspeed gibt Opel mit 230 Km/h an. Klingt wenig für 264 PS, aber ein Roadster ist ja auch nicht für das Autobahnrasen gedacht.
Auf Alltagstauglichkeit getestet
Roadster sind in der Regel ja nicht besonders Alltagstauglich. Auch hier macht der GT keine Ausnahme. Allerdings bietet er mit 66 bis 157 Litern eigentlich gar keinen Kofferraum. Der das Gepäckabteil ist breit, flach und zerklüftet. Auch die Dachkonstruktion könnte auf Dauer nerven. Gerade hierzulande, wo es doch öfters mal Nass vom Himmel kommt.
Man muss einen Knopf im Handschuhfach drücken. Der entriegelt die Verdeckfinnen und öffnet den Kofferraumdeckel. Dann das Verdeck mittels Hebel vom Fensterrahmen lösen. Aussteigen und das Dach in den Kofferraum falten. Das schließen des Deckels gestaltet sich für kleinere Menschen etwas schwierig, da man zwischen den beiden Finnen der Heckklappe drücken muss, um den Deckel wirklich mit einem Schlag zu schließen.
Ach wie einfach ist es da doch in einem Mazda MX5. Hebel entriegeln und Dach nach hinten schmeißen. Das geht sogar während der Fahrt. Opel sollte schnell ein elektrisches Verdeck mit ins Programm nehmen.
Fazit
Insgesamt ist der Opel GT aber ein Spaßbringer. In dieser Klasse gibt es keinen Konkurrenten, der 264 PS für 30.675 Euro bietet. Und während der Fahrt über eine sonnige Bergstraße, am Meer entlang, oder einfach nur beim Cruisen über die Großstadtboulevards kann man dem Rüsselsheimer diese Fehler verzeihen. Zumindest wenn man weiß, dass zuhause noch ein Zweitwagen steht, mit dem man dann auch mal in den Getränkemarkt zum einkaufen fahren kann.


























