13.02.2011

Valentinstag 2011

Filme für einen romantischen Abend, Valentinstag hin oder her

Am Montag, den 14. Februar 2011, ist es wieder soweit. Alle Liebenden begehen den Valentinstag. Wie, das ist jedem selbst überlassen, wir wollen zumindest vorschlagen, den Tag mit einem romantischen Streifen ausklingen zu lassen. Ob auf DVD oder im Kino ist dabei ganz egal. Hauptsache, ihr könnt es euch bequem machen und habt ausreichend Bewegungsfreiheit zum Kuscheln.

Des Weiteren könnt ihr den ganzen Valentinstag lang mit euren Clubmails neben Rosen und Küssen auch Herzen verschicken und euren liebsten Mitmenschen im Club euer Herz zu Füßen legen. Achja, wer etwas mehr über den Valentinstag erfahren möchte, der wird in unserem Artikel zum Tag der Liebesgrüße fündig.

Und damit Vorhang auf für die geballte Liebesfilmladung … Der Fokus liegt dabei auf neueren Produktionen. Beginnen wollen wir mit einem wirklich hemmungslos romantischen Streifen, der auf einer hochinteressanten Einrichtung aufbaut, die den Namen "Club di Giulietta" trägt.

Briefe an Julia

Copyright aller Bilder: Concorde Filmverleih
Copyright aller Bilder: Concorde Filmverleih

Originaltitel: Letters to Juliet

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010

Regie: Gary Winick
Darsteller:
Amanda Seyfried,
Vanessa Redgrave,
Franco Nero,
Christopher Egan,
Marcia DeBonis,
Gael García Bernal,
Giordano Formenti,
Paolo Arvedi,
Dario Conti,
Daniel Baldock u.a.

Der Trailer zu "Briefe an Julia"

http://www.youtube.com/v/XpEAodtZ1OI?hl=de_DE&version=3
 
 
Claire (Amanda Seyfried) findet einen versteckten Liebesbrief
Claire (Amanda Seyfried) findet einen versteckten Liebesbrief

Claire arbeitet im Bereich der Recherche für ein Magazin, das vollkommen auf Romantik abgestellt ist. Leider fühlt sie sich von dieser zeitaufwändigen Arbeit nicht wirklich ausgefüllt, denn eigentlich möchte sie viel lieber schreiben und nicht nur die Vorlage dafür liefern. Doch ihr Chefredakteur traut ihr dies noch nicht zu. Da kommt es Claire gerade recht, dass sie mit ihrem Freund vorgezogene Flitterwochen in Italien verbringen wird. Hofft sie doch, gemeinsam mit ihrem Zukünftigen etwas ausspannen zu können.

Doch ihr Freund nutzt den Urlaub lieber, um Zulieferer für sein demnächst öffnendes Restaurant zu finden. Schnell fühlt sich Claire vernachlässigt und macht, was sie am besten kann: Recherchieren. Dabei stolpert sie in Verona, dem Schauplatz der größten Liebesgeschichte überhaupt, über den "Club di Giulietta". Dieser beantwortet jeden Tag eine Vielzahl an Briefen, die in der Stadt von den verschiedensten Leuten an eine spezielle Wand geheftet werden und sich sowohl um Liebeskummer als auch um die allgemeinen Probleme des Alltags drehen. Den schreibenden Menschen bieten die Frauen Beistand und beantworten ihnen im Namen von Julia (ebenjene, die einst mit Romeo nicht wirklich glücklich wurde) die Briefe.

Charlie macht sich mit seiner Oma auf den Weg, ihren ehemaligen Liebhaber zu finden.
Charlie macht sich mit seiner Oma auf den Weg, ihren ehemaligen Liebhaber zu finden.

Claire ist sofort fasziniert und möchte den Frauen helfen. Sie findet hinter einem losen Stein der "Briefmauer" einen seit 50 Jahren dort liegenden Brief und beschließt, diesen zu beantworten. Mit erstaunlichen Folgen: Die Schreiberin der Zeilen lebt nämlich noch und will nun dem Rat von Claire folgen und ihre ehemalige große Liebe, die sie einst verlassen musste, suchen und ihr ihre wahren Gefühle gestehen.

Claire möchte die Dame und ihren Enkel Charlie bei deren Suche begleiten, wittert sie hinter der sich anschließenden Reise doch eine tolle Story. Doch die Reise bringt nicht nur die Dame wieder ihrer alten Liebe nahe, sie lässt auch zwischen Claire und Charlie überraschenderweise die Funken fliegen

Obwohl sich Charlie und Claire anfangs gar nicht ausstehen können, finden sie allmählich zueinander.
Obwohl sich Charlie und Claire anfangs gar nicht ausstehen können, finden sie allmählich zueinander.

Was beim Betrachten von "Briefe an Julia" wie die etwas verstiegene Idee eines zu verliebten Drehbuchautors klingt, existiert wirklich: Der "Club di Giulietta" hilft Liebenden aus aller Welt und jeden Alters und beantwortet ihre Briefe im Namen Julias, der tragischen Heldin aus "Romeo und Julia". Dieser Club wurde 1972 von Giulio Tamassia gegründet und vereint ausschließlich weibliche ehrenamtliche Helfer, die jedes Jahr mehrere Tausend Briefe aus aller Welt beantworten und in über 20 Sprachen Rat und Zuspruch bieten.

Jedes Jahr am Valentinstag prämiert der "Club di Giulietta" den schönsten Brief des Jahres und die als "Julias Sekretärinnen" bekannten Ratgeberinnen gehen auch mit der Zeit. Inzwischen haben sie unter www.julietclub.com ihre eigene Webpage und beantworten Fragen in Liebesdingen auch per E-Mail. Auch die Stadt Verona weiß um Shakespeares Erbe und die Bedeutung von "Romeo und Julia", deshalb unterstützt sie "Julias Sekretärinnen", indem sie das Porto der Briefe bezahlt.

Wittert ihre Chance auf eine große Story: Claire
Wittert ihre Chance auf eine große Story: Claire

Diese interessanten Fakten erfährt man in "Briefe an Julia" eher beiläufig, was natürlich auch daran liegt, dass dieser Film weniger Dokumentation als vielmehr Liebesfilm sein möchte. Und als solcher ist "Briefe an Julia" ein Film, der sich nicht scheut, hemmungslos romantisch zu sein und dabei nicht nur am Kitsch entlangschrammt, sondern richtig beherzt jedwede Kitschgrenze sprengt.

Dass einen dabei nur die üblichen Liebesfilmklischees begegnen und der Film vor allem im Mittelteil ab und an künstlich gestreckt wirkt, nimmt man ihm gar nicht weiter übel. Das liegt an der interessanten Ausgangsidee um die Briefe an Julia, an den großartigen Bildern der italienischen Landschaft, an den zahlreichen italienischen Pop- und Rocksongs und vor allem an den extrem sympathischen Darstellern. Als da wären eine megasüße Amanda Seyfried ("Mamma Mia"), eine souveräne Vanessa Redgrave ("Nip/Tuck"), ein cooler Franco Nero ("Django") und der ungemein charismatische, in einigen Szenen an den leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger erinnernde Christopher Egan als Love Interest von Frau Seyfried.

Für sie scheint ein Happy End in greifbarer Nähe.
Für sie scheint ein Happy End in greifbarer Nähe.

"Briefe an Julia" huldigt allem, was Italien ausmacht. Als da wären lecker Essen, wunderschöne Landschaften, temperamentvolle Frauen, schmissige Musik, beständig flirtende Männer und natürlich ganz viel Amore ... In Kombination mit einer nicht innovativen, aber zumindest unterhaltsamen Story, viel Herzschmerz und diversen Liebesfilmklischees entsteht einer der vermutlich romantischsten Filme der letzten Jahre, der definitiv noch seiner Entdeckung harrt ...

Briefe an Julia kann unter anderem hier bestellt werden.

Verlobung auf Umwegen

Copyright aller Bilder: Kinowelt
Copyright aller Bilder: Kinowelt

Originaltitel: Leap Year

Herstellungsland: Irland / USA
Erscheinungsjahr: 2010

Regie: Anand Tucker
Darsteller:
Amy Adams,
John Lithgow,
Matthew Goode,
Kaitlin Olson,
Adam Scott,
Peter O'Meara,
Michael J. Reynolds,
Annika Hammerton,
Martin Sherman,
Flaminia Cinque u.a.

Der Trailer zur irischen Romanze

http://www.youtube.com/v/3dNfbUiNqp4?hl=de_DE&version=3
 
 
Zwei Sturköpfe gehn auf Reisen.
Zwei Sturköpfe gehn auf Reisen.

Wer sich "Briefe an Julia" zu Gemüte geführt hat und eventuell mit dem Überfluss an Romantik und Kitsch überfordert war, der sollte sich "Verlobung auf Umwegen" vormerken. Dieser erzählt im Grunde nämlich die gleiche Geschichte, legt sein Hauptaugenmerk aber auf köstliche Culture-Clash-Elemente und daraus resultierender Komik.

In dem Film geht es um Anna, eine zielstrebige, gut organisierte Amerikanerin, die sich nichts sehnlicher wünscht als einen Heiratsantrag von ihrem Freund Jeremy, ebenfalls zielstrebig und gut organisiert, dabei sogar noch einen Zacken langweiliger als Anna. Doch dieser Antrag will nie passieren. Darum nimmt Anna das Heft in die Hand und reist ihrem Jeremy nach Irland hinterher, wo jener auf einer Konferenz weilt.

Hier möchte Anna von einem Brauch der Iren profitieren, der besagt, dass immer zu einem Schaltjahr die Frau dem Mann am 29. Februar einen Heiratsantrag machen darf, ohne als besonders verzweifelt abgetan zu werden. Blöderweise wird ihre Mission vom Wetter um das britische Eiland torpediert. Sie landet in Cardiff (Wales), gelangt eher zufällig nach Irland und muss sich nun nach Dublin durchschlagen. Einzige Hilfe ist ein Pub-Besitzer namens Declan, ein besonders granteliges Exemplar der Gattung männlicher Ire. Doch je länger die Reise durch die großartige Landschaft Irlands dauert, umso näher kommen sich die beiden grundverschiedenen Menschen …

Mit der Zeit kommt man sich näher ... zumindest schrittweise.
Mit der Zeit kommt man sich näher ... zumindest schrittweise.

Bei Verlobung auf Umwegen fällt auf dem ersten Blick ein witziges Stilmittel auf, das die Entwicklung des Filmes und das Zusammenwachsen des Anti-Traumpaares gut untermalt. Zu Beginn, wenn Declan und Anna einander wirklich so gar nicht riechen können, wird die irische Landschaft und damit auch der Film sehr kalt, sehr rau und sehr ursprünglich bebildert. So präsentiert sich "Verlobung auf Umwegen" zunächst als düsteres, fast schon abweisendes Grau in Grau, um mit weiterem Voranschreiten der Handlung immer mehr aufzureißen und mit dem Wachsen der Zuneigung zwischen Anna und Declan an Farbe, Strahlkraft und Wärme zu gewinnen und zunehmend mit erdigen Farben und dem schönen Licht der irischen Sonne zu arbeiten.

Dementsprechend wird dann auch Irland selbst zum wichtigen Hauptdarsteller des Filmes und auch wenn diverse präsentierte Eigenarten der Iren etwas sehr klischeehaft anmuten, macht das Aufeinanderprallen der ordnungsliebenden und geradlinigen Anna mit dem urwüchsigen Charme der ewig grantelnden Iren unglaublich viel Spaß und hält ein paar sehr hübsche Schmunzelmomente bereit.

Alles anschnallen für den großen Liebesshowdown!
Alles anschnallen für den großen Liebesshowdown!

Dabei harmonieren die beiden Hauptdarsteller Amy Adams (Der Krieg des Charlie Wilson) und Matthew Goode (Watchmen) prächtig und funktionieren sowohl als unwirsche und eher unfreiwillige Reisepartner als auch als Liebespaar hervorragend. Wobei Matthew Goode in diversen Szenen seiner Partnerin Amy Adams die Show stiehlt, was aber auch an der deutlich gelungeneren Anlage seiner Figur liegt.

Dazu gibt es eben prächtige Bilder der irischen Natur, nette Nebendarsteller, hübsche RomCom Musik, sehr tolle Gags und bei dem Liebesshowdown an der zerklüfteten irischen Küste wird wohl selbst dem zynischsten Mistkerl das Herz aufgehen …

Die deutsche DVD dieses Filmes kommt von dem Label Kinowelt und kann unter anderem hier erworben werden:
Verlobung auf Umwegen bestellen

Verrückt nach Dir

Copyright: Warner Home Entertainment
Copyright: Warner Home Entertainment

Originaltitel: Going the Distance

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010

Regie: Nanette Burstein
Darsteller:
Drew Barrymore,
Justin Long,
Christina Applegate,
Ron Livingston,
Kelli Garner,
Natalie Morales,
Charlie Day,
June Diane Raphael,
Jason Sudeikis u.a.

Der Trailer zur Drew Barrymore Liebeskomödie

http://www.youtube.com/v/vmNSpqiHkyo?hl=de_DE&version=3
 
 

Garrett arbeitet für ein amerikanisches Musiklabel in New York. Wirklich glücklich ist er mit seinem Job zwar nicht, aber er kann davon leben. Auf einer Sauftour mit seinen besten Kumpels läuft ihm Erin über den Weg. Sie ist als Praktikantin für den "New York Sentinel", eine Zeitung, tätig und hofft auf eine Festanstellung, zu der es aber anscheinend nie kommt. Deshalb macht sie Garrett, den sie sofort sympathisch findet und der sich auch sofort in sie verschießt, keine großen Hoffnungen. In sechs Wochen ist für sie das Abenteuer New York/Garrett beendet und sie muss ans andere Ende der USA, nach San Francisco, zurückkehren.

Doch wie so oft kommt es ganz anders und beide haben nach den sechs Wochen das unbestimmte Gefühl, dass sie da gemeinsam etwas haben, das sie nicht so einfach aufgeben wollen. Also beschließen sie, das Wagnis Fernbeziehung einzugehen und stoßen mit der Zeit an immer neue Grenzen ...

"Verrückt nach Dir", dessen Originaltitel "Going the Distance" einfach viel sinniger erscheint, beginnt mit einem hervorragenden Gagfeuerwerk, bei dem wortgewaltig ein witziger Dialog nach dem anderen gezündet wird, was vor allem die Anbahnung der Beziehung zwischen Garrett und Erin wunderbar leicht und beschwingt geraten lässt und durchaus auch diverse Klischees des RomCom (Romantic Comedy) Genres aufbricht.

Doch mit der Zeit, wenn das Element der Fernbeziehung verstärkt durchschlägt, tritt das witzige Element deutlich in den Hintergrund. In diesem Abschnitt erwischt man sich, so man denn bereits eine Fernbeziehung erlebt hat, häufiger dabei, wie man zustimmend nicken muss, denn "Verrückt nach dir" transportiert einige Wahrheiten über diese Beziehungsform.

Es wird spürbar, wie schwer es die beiden Verliebten in einer solchen Beziehungskonstellation haben. Wie sehr man sich wünscht, bei Telefonaten das Gegenüber mal in den Arm nehmen zu können, anstatt ihm immer nur "Das wird schon" Phrasen an den Kopf werfen zu müssen, und wie schnell kleinste und teilweise nichtige Problemchen zu Beziehungskillern werden können. Von Eifersuchtsattacken, dem gegenseitigen Verschweigen unliebsamer Entwicklungen oder dem Negieren der sexuellen Lust ganz zu schweigen …

Und sowohl der witzige als auch der dramatische Teil funktionieren in "Verrückt nach Dir" hervorragend. Auch und vor allem dank der fabelhaften Hauptdarsteller Justin Long ("Stirb Langsam IV") und Drew Barrymore ("3 Engel für Charlie"), die sich hier gegenseitig die Bälle zuspielen und zwischen denen die Chemie auf den Punkt stimmt. Doch auch in den Nebenrollen findet man interessante Charaktere (wie die putzwütige Christina Applegate "Eine schrecklich nette Familie"), die dem Film diverse Lacher bescheren.

Zwar gehorcht "Verrückt nach Dir" letztendlich auch nur zu offensichtlich dem typischen RomCom Schema aus witzigem Einstieg, dramatischem Mittelteil und turbulentem Ende, funktioniert hier dank Charme, Witz, geballter Romantik und ordentlich Tempo aber hervorragend und wirkt vor allem im Mittelteil deutlich lebensnaher als diverse andere Vertreter des Genres.

Verrückt nach Dir bei Amazon bestellen

Kokowääh

Copyright: Warner Brothers
Copyright: Warner Brothers

Originaltitel: Kokowääh

Herstellungsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2011

Regie: Til Schweiger
Darsteller:
Til Schweiger,
Emma Schweiger,
Jasmin Gerat,
Samuel Finzi,
Numan Acar,
Meret Becker,
Anne-Sophie Briest,
Anna Julia Kapfelsperger,
Friederike Kempter,
Torsten Künstler u.a.

Der Trailer zum neuen Til Schweiger Film

http://www.youtube.com/v/kenoyAhTsYI?hl=de_DE&version=3
 
 

Drehbuchautor Henry lebt ein wahres Hallodrileben. Die Frauen geben sich in seiner Berliner Wohnung die Klinke in die Hand und von Begriffen wie Verantwortung hat er noch nie etwas gehört. Das ändert sich schlagartig, als ihn seine Ex Katharina, inzwischen erfolgreiche Romanautorin, engagiert, um ihren aktuellen Roman in ein Drehbuch umzuwandeln und just am selben Tag ein Kind vor seiner Wohnung steht, das ihm einen Brief übergibt, aus dem er herauslesen muss, dass dieses Kind sein Kind sei!

Vollkommen überfordert von der Situation sucht er den "bisherigen" Vater des Kindes auf, der ihm eröffnet, dass die Mutter in New York weile, um ihre wirtschaftliche Existenz (Globalisierung und Wirtschaftskrise sei Dank) zu retten und er die Tochter nicht mehr sehen wolle, weil er direkt vor der Abreise der Mutter erfahren musste, dass er acht Jahre lang ein Kuckuckskind großgezogen und geliebt hat. Wohl oder übel muss Henry, der wirkliche Erzeuger, nun lernen, wie man ein Kind erzieht, denn ihm stehen turbulente Wochen bis zur Rückkehr der Mutter bevor.

Til Schweiger erweitert sein seit "Keinohrhasen" und "Zweiohrkücken" etabliertes Komödienkonstrukt diesmal ganz gezielt um eine deutlich emotionalere und gefühligere Komponente, die "Kokowääh" im Großen und Ganzen erwachsener, allerdings auch schwerfälliger wirken lässt als seine vorhergehenden Riesenhits um Ludo Decker und Kindergärtnerin Anna.

Dabei spielt sich Schweiger im Grunde wieder nur selbst, während seine Tochter Emma Schweiger als Kuckuckskind Magda alle Register süßer Kinderblicke zieht, um das Publikum und Henry im Sturm zu erobern. Das wirkt ab und an etwas manieriert (vor allem die Sprechweise der Kleinen klingt ab und an sehr aufgesetzt), funktioniert letztendlich aber sehr gut.

Schweiger selbst inszeniert seinen Film in Optik und Dramaturgie wieder so amerikanisch wie irgendmöglich. Und das ist nicht negativ gemeint. Schweiger hat sein Publikum fest im Blick. Was er von Kritikern und Konkurrenten denkt, serviert er in einigen Szenen ganz offensiv auf dem Silbertablett. Vor allem der pomadige Auftritt eines Regiesuperstars, der massiv an Florian Henckel von Donnersmarck ("The Tourist") erinnert, weiß dabei zu einem Schmunzeln hinzureißen.

Was überrascht, ist das Ende. Das ist zwar rosarot und ultrakitschig, beruft sich aber zugleich auf ein neues Konzept von Familie, das weit über "Du siehst das Kind am Montag und jeden zweiten Donnerstag in der Woche" hinausgeht. Der Film drumherum ist nicht ganz so witzig und flott wie Schweigers "Keinohrhasen" und wirkt etwas zu lang, gleicht das aber durch viel Herz, netten Humor und gute Darsteller mühelos wieder aus. Ein Herzöffner sozusagen, der förmlich zum Wohlfühlen einlädt und damit wieder ein erstklassiges Date Movie von unserer filmischen Allzweckwaffe Til Schweiger.

Freundschaft Plus

Mit etwas seltsamer Verspätung kommt erst am 17. Februar 2011 ein weiterer interessanter Streifen in die deutschen Kinos, der sich dem Thema "Friends with Benefits oder auch Freundschaft mit kleinen Extras" widmet. Doch getreu dem Motto "Valentinstag sollte eigentlich an jedem Tag im Jahr stattfinden und nicht nur, wenn es uns die Blumenläden diktieren", wollen wir euch auch diesen Film empfehlen.

Copyright: Paramount Pictures Germany GmbH
Copyright: Paramount Pictures Germany GmbH

Originaltitel: No Strings Attached

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2011

Regie: Ivan Reitman
Darsteller:
Natalie Portman,
Ashton Kutcher,
Cary Elwes,
Lake Bell,
Kevin Kline,
Olivia Thirlby,
Greta Gerwig,
Mindy Kaling,
Talia Balsam u.a.

Der Trailer zum Film mit Ashton Kutcher und Natalie Portman

http://www.youtube.com/v/Yi8TkfABcWY?hl=de_DE&version=3
 
 
Natalie Portman als Emma
Natalie Portman als Emma

Emma Kurtzman (Natalie Portman) und Adam Franklin (Ashton Kutcher) kennen sich, seit sie als Teenager im Ferienlager einen ersten unschuldigen Kuss ausgetauscht haben. Wie sich herausstellt, sollte es nicht für die Ewigkeit sein. Die beiden verlieren sich aus den Augen und treffen sich erst Jahre später zufällig in Los Angeles wieder. Die Anziehungskraft von damals ist immer noch vorhanden, denn kurzerhand landen die beiden miteinander im Bett.

Doch weil Emma, als angehende Ärztin, in ihrem Beruf voll eingespannt ist und keine Zeit für tiefergehende Beziehungen hat, bevorzugt sie die unkomplizierte Variante: Sie will einfach nur Sex - ohne Frühstück! Für Adam scheint der Traum eines jeden Mannes in Erfüllung zu gehen... bis er feststellen muss, dass Emma ihm völlig den Kopf verdreht hat: Nicht einfach, ihr das beizubringen, ohne dabei ihre wunderbar unkomplizierte Freundschaft aufs Spiel zu setzen...

Ashton Kutcher als Adam
Ashton Kutcher als Adam

Mit "Freundschaft Plus" kommt eine frech-romantische Komödie in die Kinos, in der Natalie Portman (oscarnominiert für "Black Swan") und Ashton Kutcher ("Kiss & Kill") beweisen, dass die Chemie zwischen ihnen in jeder Hinsicht stimmt. In charmant-nonchalanten Wortduellen läuft das Traumpaar zu Hochform auf und verleiht dem immer aktuellen Thema "Freundschaft, Liebe oder doch nur Sex?" mit herrlichem Esprit das gewisse Etwas.

Inszeniert wurde der Streifen vom "Ghostbusters"-Regisseur Ivan Reitman, der sich mit Liebe, Lust und Eifersucht zuletzt als Produzent für "Up in the Air" und "Chloe" auseinandergesetzt hat.

 
 

Und damit die kulturbeflissenen Filmfans nicht meckern, es würde hier nur Mainstreamwerken gehuldigt, haben wir natürlich auch einen etwas anspruchsvolleren Filmtipp. Dieser stellt einen der eher seltenen Anläufe Chinas dar, sein Publikum mit einem Filmmusical zu verwöhnen. Dazu trommelte man die Creme de la Creme der chinesischen Filmschaffenden zusammen und erschuf ein wirkliches Meisterwerk.

Perhaps Love

Copyright aller Bilder: Rapid Eye Movies
Copyright aller Bilder: Rapid Eye Movies

Originaltitel: Yue Goh Oi

Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2005

Regie: Peter Chan
Darsteller:
Takeshi Kaneshiro,
Zhou Xun,
Jacky Cheung,
Ji Jin-hee,
Eric Tsang,
Sandra Ng Kwan Yue,
Suresh Chandukutty,
Chan Tung Man,
Dong Ji-lai,
Yong Fan u.a.

Der Trailer zu dem chinesischen Musical

http://www.youtube.com/v/FRtdCO1wTUE?hl=de_DE&version=3
 
 
Farbenfroh geht es vor allem in den Musicalszenen zu.
Farbenfroh geht es vor allem in den Musicalszenen zu.

In "Perhaps Love" geht es um den Schauspieler Lin Jian-dong, einen Superstar aus Hongkong, der engagiert wurde, um auf dem chinesischen Festland einen Film mit dem dortigen weiblichen Superstar Sun Na zu drehen. Was niemand weiß, die beiden Darsteller verbindet eine langjährige Liebe, die von ihr beendet wurde, weil sie Karriere machen wollte. Ihr jetziger Freund, Förderer und Mentor ist der Regisseur des Filmes.

Eine Dreiecksgeschichte, deren weitere Handlung, wäre dies ein amerikanisches Musical, deutlich vorgezeichnet wäre. Zwei Menschen würden wieder glücklich werden und einer dumm aus der Wäsche schauen. Doch dies ist ein chinesischer Film. Und die Chinesen erlauben sich nur zu gerne einen melancholischen und traurigen Blick auf die Liebe. Und so endet hier nicht alles in zuckersüßem Kitsch, sondern in der simplen Erkenntnis, die dem hier vorgestellten Film seinen Titel gibt: Vielleicht war es Liebe – Perhaps Love.

Takeshi Kaneshiro als Lin
Takeshi Kaneshiro als Lin

Der Weg zu diesem sehr melancholischen, im Endeffekt erstaunlich nüchternen Ende, das fragt, ob es die wirkliche Liebe wirklich gibt, oder sich nur jeder selbst liebt, wird von Meistern ihres Faches bebildert. So stammen alle Musicaleinlagen und die Szenen rund um die Dreharbeiten von Bildermagier Peter Pau. Dieser hatte für "Tiger and Dragon" einen Oscar eingefahren und überzeugt bei "Perhaps Love" mit einer mal detailversessenen, mal märchenhaften, mal nüchternen Bebilderung, die immer genau den richtigen Ton trifft.

Zhou Xun als Sun
Zhou Xun als Sun

Die Szenen um die frühere Liebe zwischen Lin und Sun hat sich Christopher Doyle vorgenommen. Der Kameramann, der vor allem Arthousefans dank seiner unzähligen Arbeiten mit Wong Kar Wai ("Chungking Express", "Fallen Angels") ein Begriff ist, sorgt für unmittelbare, nervöse, in erdigen Farbtönen gehaltene Bilder einer jungen, sehr unsteten, fahrigen und dennoch intensiven Liebesbeziehung.

Inmitten dieser großartigen Bilderwelten bewegen sich mit Takeshi Kaneshiro ("House of Flying Daggers") und Zhou Xun ("The Banquet", "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin") zwei junge Superstars des chinesischen Kinos, von denen vor allem der feinfühlige, immer etwas melancholisch wirkende Kaneshiro brilliert.

Jacky Cheung brilliert als Regisseur Nien
Jacky Cheung brilliert als Regisseur Nien

Doch ein älterer Star spielt und singt alle Darsteller des Filmes an die Wand: Jacky Cheung. Der Mime, aufgrund seiner Mimik und Gestik gerne zum Filmclown degradiert (so machte er beinahe im Alleingang John Woos Klassiker "Bullet in the Head" kaputt), spielt hier so irre geerdet und vor allem ernst, wie man es von ihm selten gesehen hat. Vor allem in seinen Gesangseinlagen verschafft er dem Film ein Highlight nach dem anderen und dem Zuschauer Gänsehautabgang um Gänsehautabgang.

Wie hier die Realitäten (Gegenwart, Vergangenheit und Film-im-Film-Realität) ineinander fließen, das ist ganz ganz großes Kino, das dem Zuschauer aber auch Aufmerksamkeit abverlangt, da Regisseur Peter Chan ("The Warlords") seine Story auf allen Ebenen vorantreibt und die Realitäten nicht fein säuberlich getrennt voneinander ablaufen lässt.

Happy End ausgeschlossen?
Happy End ausgeschlossen?

Dazu gesellt sich eine in den Musicalszenen immer bombastischer werdende Inszenierung, die von den beiden Meisterkameramännern hinter dem Projekt stilsicher und einmalig bebildert werden. Traumwandlerisch sicher bewegen sich die Hauptdarsteller durch diesen Bildersturm und überzeugen auch mit irren Gesangsleistungen. Kurzum: Perhaps Love ist für mutige Filmfans (der Film erschien nur in chinesischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln) auch wegen seines teils nüchternen, teils herrlich sensiblen Blickes auf die Liebe eine Entdeckung wert.

Perhaps Love bei Amazon entdecken.

The Expendables

Copyright aller Bilder: Splendid Home Entertainment
Copyright aller Bilder: Splendid Home Entertainment

Im Zuge der Gleichberechtigung sollten wir natürlich nicht vergessen, dass der Valentinstag nicht nur den Frauen vorbehalten ist und dementsprechend das Filmprogramm nicht nur aus rosaroten Kuschelmuschelstreifen bestehen muss.

Deshalb hier abschließend noch ein Tipp, wie man Mann zum diesjährigen Valentinstag beglücken kann. Einfach die Special Edition von "The Expendables" im Hero Pack kaufen (also mit beiliegender "Expendables" Gürtelschnalle!) und zuschauen, wie ihm die Tränen einschießen! Und für Frau gibt es in diesem Actionfrontalbrett ja auch einiges zu sehen …

Alle Informationen zu The Expendables

The Expendables Hero Pack (DVD) bestellen

Weitere Themen

Pornografie und Holocaust
Pornografie, die den Holocaust indirekt aufarbeitet & von jüdischen Autoren für ein jüdisches Publikum geschaffen wurde. Ein bizarres Phänomen sachlich aufbereitet.

Room in Rome
Dem spanischen Erotikfilm reichen ein Hotelzimmer in Rom und zwei schöne Frauen, um seine sinnliche Geschichte zu erzählen.

Die Femme fatale Tura Satana ist tot
Tura Satana, Femme fatale und Star aus dem Russ Meyer Kultfilm "Die Satansweiber von Tittfield", starb im Alter von 72 Jahren.

Kommentare

owe

Ein weiteres Element der Unterdrückung durch den westlich-imperialistischen Konsumapparat! Wer braucht das?!? *zwinker*
hab ich mich auch schon gefragt....

abgesehen davon. es geht doch darum, dass die damen den abend mit ihren männern verbringen wollen und nicht ohne. was werden hier also so beknackte frauenfilme mit abstrusem geschichtsverlauf und garantiertem scheinwelt-happyend vorgeschlagen?!?

das wäre ungefähr so, wenn die männers den damen filme wie armee der finsternis, saw, hills have eyes oder sonstige schnetzelfilme als gemeinsames abendprogramm vorschlügen.

geht lieber schön essen und vögelt danach was das zeug hält! da ist mehr gewonnen als mit dem passiven geglotze....

denkt mal drüber nach!

mr.seeeds

Ein weiteres Element der Unterdrückung durch den westlich-imperialistischen Konsumapparat! Wer braucht das?!? *zwinker*

The Expendables ist allerdings sehr zu empfehlen. Gerade für diejenigen, die auf hausgemachte 80er Jahre Action Filme stehen!
  • Neu hier? Kein Problem!
Herzenssache
Die Gewinner unseres Herzenssache Fotocontests stehen fest. Es sind:
Alle Bilder des Contests können nach wie vor angeschaut werden.
Zum Fotocontest
Mehr über den Valentinstag
  • Der Valentinstag

    Wer hat einen schönen Spruch für eine Karte? Was schreibt man seinen Schatz? Ein kleines Geschenk oder eher was teueres?

  • Valentinstag

    Am 14. Februar ist ja Valentinstag, wisst ihr schon was ihr eurem Schatz schenken wollt?

  • Verschenkt euer Herz zum Valentinstag

    Um genau 0:01 Uhr ist es soweit! Der Valentinstag wird wieder begangen. Der gewohnte Trott.

  • Valentinstag

    An Euch die mir in diesen Tagen ein wenig auf der Seele liegt weil man ja an jeder Ecke an diesen Tag erinnert wird...

  • Valentinstag

    In 10 Tagen ist Valentinstag Mich würde interessieren, wie Ihr über diesen Tag denkt.

  • Valentinstag 2009

    Der Valentinstag fällt diesmal auf diesen Sonnabend. Hier eine kleine Abhandlung zum Thema: Was haltet ihr von dem...

  • Valentinstag

    Da ist er bald wieder der 14. Februar.Valentinstag. Ein Tag wie jeder andere oder ein Besonderer.

  • Valentinstag und sonstige Feiertage

    Hier habt ihr die Möglichkeit, eurer Liebsten oder eurem Liebsten einige nette Worte zum Valentinstag zu senden.

  • was macht ihr am valentinstag?

    Was macht man so nettes als single? wie beschenkt, verwöhnt ihr euch selbst?

  • Valentinstag 2007

    Es steht in Schaufenstern, in Zeitschriften und im Internet, plappert im Radio und im Fernsehen.