04.08.2009

Selbst ist die Braut

Sie müssen die Chefin jetzt küssen!

Stellt euch vor, euer Chef / eure Chefin würde von euch verlangen, in eine Heirat mit ihm / ihr einzuwilligen, ansonsten könntet ihr euch eure Karriere und euren Job in die Haare schmieren. Klingt abstrus und als könne man dies übers Arbeitsrecht regeln? Klar, dennoch spielt der neue Sandra Bullock Streifen "Selbst ist die Braut" diesen Ansatz für euch durch. Das Ergebnis ist eine wirklich witzige romantische Komödie, die aktuell in den deutschen Kinos läuft.

Margaret macht Andrew einen "Antrag" Copyright aller folgenden Bilder: Kerry Hayes © Touchstone Pictures, Inc.
Margaret macht Andrew einen "Antrag" Copyright aller folgenden Bilder: Kerry Hayes © Touchstone Pictures, Inc.

Selbst ist die Braut

Selbst ist die Braut

Originaltitel: Proposal, The

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009

Regie: Anne Fletcher

Darsteller:
Sandra Bullock,
Ryan Reynolds,
Mary Steenburgen,
Craig T. Nelson,
Betty White,
Denis O'Hare,
Malin Akerman,
Oscar Nuñez,
Aasif Mandvi,
Niecy Nash,
Michael Nouri,
Michael Mosley u.a.

Der Trailer

http://www.youtube.com/v/eFN-NYguXFA?hl=de_DE&version=3

Story

Margaret und Andrew sind eigentlich nur Kollegen ... eigentlich.
Margaret und Andrew sind eigentlich nur Kollegen ... eigentlich.

Margaret Tate ist eine typische Karrierefrau, die für ihren Job in der Marketingabteilung eines Verlagshauses und ihre Karriere alles aufgegeben hat. Freunde, Freizeit und Familie sind Begriffe, die sie sicher erst einmal googeln müsste. Alles in ihrem Leben ist auf den Job ausgerichtet und ihr Beliebtheitsgrad bei den Angestellten tendiert gegen Null. Insbesondere ihrem persönlichen Assistenten Andrew Paxton macht sie das Leben mehr als schwer.

Als sie eines Tages zu einem Gespräch mit ihrem Chef geladen wird, unterbreitet ihr dieser, dass sie es vor lauter Arbeiten versäumt hat, ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern zu lassen, weshalb sie demnächst wieder nach Kanada abgeschoben werde. Margaret fällt aus allen Wolken, schaltet allerdings verdammt schnell und behauptet, sie werde in wenigen Wochen ihren "heißen" Assistenten Andrew heiraten. Als sie dem mehr als überrumpelten Angestellten eine Beförderung verspricht und eine stärkere Würdigung seiner Arbeit, willigt er sogar in den irren Plan ein.

Doch die Behörden riechen Lunte. Sie wollen die beiden "Verliebten" auf Herz und Nieren prüfen. Bestehen sie den Test nicht, landet Margaret in Kanada und Andrew im Knast. Alles was den beiden "Verlobten" bleibt, ist immerhin ein gemeinsames Wochenende, um sich näher kennen zu lernen.

Andrew ist ein echter Familienmensch ...
Andrew ist ein echter Familienmensch ...

Dieses Wochenende verbringt man der Einfachheit halber in Alaska, der Heimat von Andrew, wo er den 90. Geburtstag seiner Großmutter begehen will und seiner Familie seine Verlobung unterbreiten kann. Zwar braucht Margaret ziemlich lange, um sich in der neuen Umgebung zu akklimatisieren, doch im Kreise von Andrews Lieben beginnt sie sich grundlegend zu verändern

Kritik

Jetzt mal ehrlich. Wir, die wir das hier lesen, wissen doch alle, wie Romantic Comedies (fortan Rom Coms) funktionieren. Eine Rom Com startet furios (Der unfreiwillige Heiratsantrag, das erste Zusammentreffen von Margaret mit Andrews Familie), mündet in einen moralisierenden und tempoverschleppenden Mittelteil (Ebenezer Scrooge äääh Margaret wird allmählich menschlich) und am Ende wird es noch einmal turbulent (Warum, sei an dieser Stelle nicht verraten, ihr sollt den Film ja selbst anschauen.). So laufen Rom Coms immer ab, so läuft nun auch "Selbst ist die Braut" ab und gebärdet sich ergo alles andere als innovativ.

... nur zwischen ihm und seinem Vater kriselt es immer wieder einmal.
... nur zwischen ihm und seinem Vater kriselt es immer wieder einmal.

Doch wenn man Rom Coms dieses Schema vorhalten würde, müsste man auch Pornos ächten, da in jenen immer nur geknattert wird, und Actionfilmen könnte man auch vorwerfen, dass es in jenen beständig knallt und Menschen sterben. Zudem würde es zeigen, dass man das Gesehene auch viel zu ernst nimmt.

Apropos ernst. Ernst genommen ist "Selbst ist die Braut" nichts anderes als ein Remake des Sandra Bullock/Hugh Grant Streifens "Ein Chef zum Verlieben" unter minimal variierten Vorzeichen. War Sandra im "Chef zum Verlieben" noch die unterwürfige und menschliche Angestellte, ist sie nun in "Selbst ist die Braut" der lebensferne, tyrannische und arrogante Chef. Und Ryan Reynolds übernimmt den eigentlichen "Chef zum Verlieben" Part von Sandra Bullock, indem er den Charakter gibt, der den Chef aufbricht und "verwandelt". Also könnte man auch in diesem Punkt "Selbst ist die Braut" mangelnde Kreativität vorwerfen.

ABER: Worum geht es bei Rom Coms wirklich? Genau, um Funken! Zum einen muss die Storygrundidee Funken schlagen. Je abstruser, desto besser und das ist die Ausgangslage dieses Filmes garantiert. Obendrein müssen zwischen den Charakteren und den sie verkörpernden Schauspielern ebenso die Funken fliegen wie zwischen dem Film und seinem Publikum. Und das schafft dieser Film definitiv.

Sandra Bullock als Margaret
Sandra Bullock als Margaret

Das liegt samt und sonders an dem großartigen Hauptdarstellergespann Ryan Reynolds (zuletzt in Wolverine) und Sandra Bullock (Speed). Beiden nimmt man gerne ab, dass sie angeblich schon seit Jahren befreundet sind, sprühen zwischen den beiden doch nur so die Funken und stimmt vor allem das komödiantische Timing auf den Punkt. Gerade die trockenen Reaktionen von Reynolds auf die Bullockschen Irrsinnsanfälle sind echte Höhepunkte im Film und geraten mit zunehmender Laufzeit immer köstlicher. Hier stimmt einfach die Chemie.

Das eigentliche Highlight an "Selbst ist die Braut" ist allerdings Sandra Bullock. Ihre Gestik und ihre unbedarfte Mimik im Angesicht von "menschelnden Menschen" sind grandios. Auch ihre Chefattitüden sind auf eine seltsam niedliche Art sehr komisch, auch wenn sie freilich recht unwirsch herüberkommt. Richtig aufdrehen darf die Schauspielerin in einigen grandios konzipierten und ausgekosteten Slapstickeinlagen, die einem die Lachtränen in die Augen treiben. Stichpunktartig seien die Schlagworte Welpe gegen Adler und der zum Hip Hopvideo ausartende indianische Fruchtbarkeitstanz erwähnt.

Ryan Reynolds als Andrew
Ryan Reynolds als Andrew

Richtig mutig ist ihre rasend komische Nacktszene, in der die sexy Mittvierzigerin nur mit einem winzigen Waschlappen vor der "wichtigsten" Stelle körperlichen Slapstick vom Allerfeinsten abbrennt und ein Gag auf den anderen folgt. Grandios. Und auch im eigentlichen darstellerischen Sinne schlägt sie sich wie ihr Co-Star Ryan Reynolds toll.

Gegen diese omnipräsenten, alles überstrahlenden Hauptdarsteller kommen die Nebenfiguren – sonst immer das eigentliche Salz in der Rom Com Suppe – bis auf eine Ausnahme zu keinem Zeitpunkt an. Die Ausnahme kommt in Gestalt des Ex-Golden Girls Betty White daher, die mit viel Verve und schrägem Witz und Charme einige Showstealermomente abbekommen hat und diese auch grandios auskostet. Dagegen bleiben die süße Malin Akerman (Watchmen), Mary Steenburgen (Die himmlische Joan) und Craig T. Nelson (Action Jackson) allesamt ziemlich blass, werden aber auch vom Drehbuch ziemlich alleine gelassen.

Margaret rettet einen Welpen ...
Margaret rettet einen Welpen ...

Die ganze Chose ist solide inszeniert und kommt in gediegenen Bildern daher. Leider versteht es die Regisseurin Anne Fletcher (27 Dresses) zu keinem Zeitpunkt, das reizvolle Setting Alaska in Form von schönen Landschaftsbildern einzubinden. Auch soundtracktechnisch bleibt der Film hinter seinen Möglichkeiten zurück und will weder in den hochtourigen Abschnitten noch in den Herzschmerzmomenten zünden.

Fazit

Margaret bei dem Junggesellinnenabschied a la Alaska
Margaret bei dem Junggesellinnenabschied a la Alaska

Was bleibt ist eine 0815 Rom Com, die wie gewohnt stark beginnt, um dann ebenso stark nachzulassen. Die grandios aufspielenden und hervorragend interagierenden Hauptdarsteller heben den Film allerdings weit über den Durchschnitt und lancieren einige grandiose, wirklich witzige Momente, die dem Zuschauer einige Lacher abringen. Zudem stellt man sich irgendwann wirklich die Frage, wie weit man selbst wohl für Job und Karriere gehen würde. Ein witziger Nebeneffekt, der weit über das Filmende hinaus noch für Diskussionsstoff sorgt …

Selbst ist die Braut

In diesem Sinne:
freeman

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Kommentare

Hehe

Den hab ich gestern gesehen. Gute Action, nur zu viel peinliches, heuchlerisches Ami-Gesülze (der Präsident wird wieder als Heiliger dargestellt). Typisch Emmerich eben.

Die Welt geht den Bach runter.

Aktuell zu sehen in 2012 *lach* *zwinker*

In diesem Sinne:
freeman
Na wunderbar.

Ein Film mehr, den die Welt nicht braucht und der den Männern nur eine Ausrede mehr liefert, um sich zurückzulehnen und sich wie Weiber becircen zu lassen. Erst werden Geschlechterrollen getauscht und dann heulen die Weiber rum, dass es keine echten Männer mehr gibt.
Die Welt geht den Bach runter.

Eigentlich ist die klassische RomCom überhaupt nicht mein Genre, aber hier gebe ich 10 Punkte. Lustig, charmant, Sandra in Höchstform, Reynolds auch sehr gut, nicht zu albern, nicht unter der Gürtellinie, keine Pupswitze, einfach klasse. Klar, weiss man wie das ganze ausgeht, aber wir haben uns klasse amüsiert, mein Mann fand ihn auch total klasse, also auch ein Film für Männer. Und dieser Film hat mich super abgelenkt, haben ihn im Flieger gesehen und da bin ich immer so nervös.

Am besten war die Szene wo der Adler diesen kleine plüschigen Hund fressen will, dann aber mit ihrem Handy wegfliegt und sie ihm den Hund "anbietet" (Nimm den Hund, komm, nimm das Hündchen)....

Der wird auf jeden Fall gekauft.
Nett

Der Film ist nett anzuschauen. Ich mag die beiden Hauptdarsteller, besonders Sandra Bullock schien mir schon in diversen Filmen sehr sympathisch.

Für mich persönlich gibt es aber bessere romantische Komödien, umgehauen hat dieser Film mich nicht.
..

man möchte ich unbedingt sehen, der soll ja super sein.
Toller Film!

Dieser Kinobesuch hat sich echt gelohnt *g* Ein lustiger Film für Mann und Frau *gg*
wieso

schwärmen alle für sandra bullock, habt ihr frauen denn euch den ryan reynolds nicht angesehen? also wirklich!!!!!!!! ein mann zum dahinschmelzen *rotwerd*

ich würd mir den film sogar nochmal ansehen. einmal wegen.. und weil ich lange nicht so schön gelacht habe. bei einem film. in echt schon.....ne klaus? *ggg*

Jap, da kann ich meinem Schatz nur zustimmen. *griens*

Ich lache sehr gerne und ich konnte bei diesem Film richtig schön und viel lachen, wobei ich betonen möchte, daß wir den Film in der Original-Fassung geschaut haben, was noch viel besser rüber kommt.

Liebe Grüße,
Tinchen
Ein...

...witziger Spaß für Pärchen, die mal einen gemütlichen Popcorn-Abend verbringen wollen. Keine hochtrabende Unterhaltung, aber es muss ja nicht immer Kaviar sein. Wir haben ihn uns im Kino angesehen und fanden ihn beide gut *g*

Chris & Tinchen

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