18.02.2011

Pornografie und Holocaust

Die sachliche Dokumentation eines bizarren Phänomens israelischer Popkultur

Pornografie, die indirekt den Holocaust aufarbeitet und von jüdischen Autoren für ein jüdisches Publikum geschaffen wurde – dieses bizarre Phänomen der israelischen Popkultur beschreibt "Pornografie & Holocaust". Die wirklich faszinierende Dokumentation, die sich dem alles andere als einfachen Thema nüchtern und sachlich annähert und dennoch ungemein spannend ausgefallen ist, läuft seit Jahresanfang in verschiedenen Kinos Deutschlands. Ab Freitag, den 18. Februar 2011, wird sie bis einschließlich 1. März 2011 immer um 21:00 Uhr im Filmhaus Saarbrücken präsentiert. Auch das Berliner Kino Moviemento zeigt den Film aktuell.

Die Dokumentation: "Pornografie und Holocaust"

"Pornografie und Holocaust" ... Copyright aller Bilder: Moviemento
"Pornografie und Holocaust" ... Copyright aller Bilder: Moviemento

Originaltitel: Stalags
Herstellungsland: Israel
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Ari Libsker
Interviewpartner:
Eyal Liani,
Ami Maoz,
Dan Newman,
Ronit Yedaya,
Oded Yedaya,
Eli Eshed,
Nitsa Ben-Ari,
Jonathan Ben-Nachum,
Uri Aloni,
Eli Keidar,
Ezra Narkis,
Miryam Uriel u.a.
Länge: 63 Minuten
Im Original mit deutschen Untertiteln!

Der Trailer zu Pornografie und Holocaust

http://www.youtube.com/v/WM8h6ixxQHo?hl=de_DE&version=3

Die geschichtliche Situation

Karl Adolf Eichmann, SS-Obersturmbannführer und Leiter des Eichmannreferats des Reichssicherheitshauptamtes, das für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständig war, war zentral mitverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen. Nach dem Krieg entzog er sich der Gerichtsbarkeit. Im Jahr 1960 wurde er von israelischen Agenten in Argentinien entführt, nach Israel verbracht und dort für seine Verbrechen vor Gericht gestellt.

Der Eichmannprozess beginnt 1961 und sorgt in Israel für ein Umdenken. Bis zu diesem Prozess wurden in dem Land die Stimmen des Holocausts nämlich nicht gehört. Man machte sich gar keine Vorstellungen, was den Überlebenden der Konzentrationslager und Millionen Toten alles zugestoßen sein könnte. Der Prozess ändert das und ist gleichzeitig der Nährboden für gleichzeitig aufkommende pornografische Taschenbücher, die zu einem Massenphänomen werden und auf ihre Weise die Erkenntnisse des Prozesses verarbeiten.

Die "Stalag" Taschenbücher

Der Begriff Stalag steht für Stammlager und bezeichnet Lager zur Unterbringung Kriegsgefangener des Zweiten Weltkriegs. Diese Stalags sind die Hauptschauplätze der "Stalag" Hefte, die storytechnisch immer nach dem gleichen Exploitation-Prinzip funktionierten:

Die Handlung hatte immer das gleiche Schema: Der aufrechte Amerikaner, misshandelt von SS Frauen ...
Die Handlung hatte immer das gleiche Schema: Der aufrechte Amerikaner, misshandelt von SS Frauen ...

Ein Amerikaner oder Brite (bevorzugt von Fallschirmspringereinheiten), wird kurz nach seiner Ankunft im von Deutschland okkupierten Gebiet gefangen genommen und in ein Stammlager verfrachtet. Hier sind fast ausschließlich deutsche SS-Frauen die Befehlshaber und vergewaltigen und foltern die Männer. Diese schlagen gegen Ende der Geschichte umso härter zurück und vergewaltigen und töten ihre Peiniger.

Die auf den Heften geführten Autoren trugen immer amerikanische Namen, was den Authentizitätscharakter erhöhen sollte. Man versuchte den Lesern nämlich vorzugaukeln, es handele sich hier um Erlebnisberichte von tatsächlich in Stammlagern Inhaftierten. Die eigentlichen Autoren, allesamt Israelis, wurden "nur" als Übersetzer geführt. Diese arbeiteten mit allen Tricks und nutzen eine gestelzte, künstlerische Sprache und englische Satzstrukturen, um vorzutäuschen, die fiktionalen Geschichten seien wirklich Übersetzungen aus dem Englischen.

Entwicklung der "Stalag" Hefte

Das erste "Stalag" Heft: "Stalag 13"
Das erste "Stalag" Heft: "Stalag 13"

"Stalag 13" war das erste "Stalag" Heft überhaupt und ein gigantischer Verkaufserfolg. Die Grundidee lieferte das Heftcover einer Exploitationgeschichte aus den USA, das zwei SS Frauen zeigte, die einen Amerikaner drangsalierten. Den inhaltlichen Aufbau dieses Heftchen adaptierten die Israelis um Eli Keidar, der heute als Begründer des Genres gilt, zum oben dargestellten Handlungsgrundgerüst.

Ezra Narkis fungierte als Herausgeber und ließ alsbald weitere Heftchen folgen. Eli Keidar verarbeitete in den weiteren Heften Bilder und Geschichten aus dem Umfeld des Eichmann Prozesses.

Die "Stalag" Hefte wurden zu einem wahren Massenphänomen. Bald erschienen jeden Tag neue Hefte, die sich gegenseitig in ihren sadistischen und sexuellen Ausführungen überboten. Derweil druckten israelische Zeitungen direkt neben den Eichmannprozessprotokollen Werbung für die Stalag Hefte.

Eines der Aufregerhefte in denen Jüdinnen Sex mit Nazis hatten: "Ich war Oberst Schultzes Hündin"
Eines der Aufregerhefte in denen Jüdinnen Sex mit Nazis hatten: "Ich war Oberst Schultzes Hündin"

Irgendwann entstand ein neues Subgenre: "Die Israelis rächen sich an Deutschen". In diesen Heften jagen jüdische Agenten Nazis und haben Sex mit arischen Frauen. Dies stieß auf viel Widerstand, denn moralisch gefestigte Juden durften nach damaliger Sicht einfach keinen Sex mit den Nazis haben. Erste Hefte wurden demzufolge verboten und ganze Auflagen komplett eingestampft.

Die daraus resultierenden Diskussionen um die Zensur einzelner "Stalag" Taschenbücher wurden von den Israelis mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgt, wie die Eichmann Prozesse. Und obwohl sich die Aufmerksamkeit kaum noch steigern konnte, war der "Stalag" Boom auf einmal wieder vorbei. Es brauchte Aufreger wie die Zensurdiskussion, um überhaupt noch Hefte verkaufen zu können. Der Markt war übersättigt und viele Verleger zogen sich zurück.

Mit der Hinrichtung Eichmanns im Jahre 1962 waren dann auch die "Stalag" Hefte Geschichte … sie hatten als "Informationsquelle" ausgedient.

Der Film zum "Stalag" Phänomen

Diese wirklich hochinteressanten Fakten lässt Regisseur Ari Libsker in seiner Dokumentation weitgehend frei von Wertungen auf den Zuschauer niedergehen. Er betrachtet die "Stalag" Hefte als eine Art Kulturphänomen, das seine Daseinsberechtigung hat, und lässt Zeitzeugen, Journalisten und Sammler der Hefte zu Wort kommen.

"Stalag 3"
"Stalag 3"

Vor allem die Sammler berichten, dass sie sich sogar noch heute von den Heftchen erregt fühlen, während die Journalisten die Bedeutung der Hefte als wichtigste Pornografie der puristisch-konservativen Israelis der 60er Jahre rundweg anerkennen. Nur beim Thema der Zensur lässt der Regisseur verschiedene Standpunkte aufeinanderprallen, ebenfalls ohne selbst Stellung zu beziehen.

Doch nach diesem Einstieg dreht sich "Pornografie und Holocaust" und der Regisseur beginnt ganz klar Position zu beziehen. Denn in der zweiten Hälfte zeigt Ari Libsker auf, was die Hefte in Bezug auf die Wahrnehmung des Holocausts angerichtet haben und jetzt wird es eigentlich erst richtig interessant.

Denn man muss wissen, dass der Holocaust bis zu dem Eichmannprozess als Thema in Israel weitgehend ausgeblendet wurde. In den 50ern kamen viele überlebende Juden aus Europa nach Israel, doch ihren Berichten wurde schlicht und ergreifend nicht geglaubt. Man fragte sogar offen, was die Überlebenden gemacht haben, dass sie diese "so schlimme" Zeit überleben konnten, und implizierte damit vor allem verräterische und sexuelle Motive. Doch die Eichmann Prozesse änderten das ... teilweise …

K. Zetnik (ein Künstlername, abgeleitet von KZ), einer der Aussagenden im Eichmann Fall, war jahrelang in Auschwitz inhaftiert und schrieb schon in den 50ern über seine Erlebnisse - laut dem hier besprochenen Film in beinahe dem gleichen Stil wie die ersten "Stalag" Hefte zehn Jahre später. Denn statt sachlich und nüchtern wiederzugeben, was er erlebte, beschreibt er Gedanken und Gefühle und macht Akte wie Vergewaltigungen zu beinahe pornografischen Szenen, indem er sie über Gebühr ausschmückt.

K.Zetnik war damit der erste Israeli, der offen über den Holocaust schrieb, doch er rückte die Berichterstattung sogleich in eine sehr bedenkliche Richtung. Interviewte in der Dokumentation unterstellen ihm gar indirekt, dass er am Stockholm Syndrom leide und sich mit seinen Folterern identifiziere.

Ein weiteres "Stalag" Heft ...
Ein weiteres "Stalag" Heft ...

Mit den "Stalag" Heften, die den Eichmannprozess begleiteten, verschärfte sich die Situation noch. Die Menschen begannen laut den Erkenntnissen von Regisseur Ari Libsker immer mehr Realität und fiktionale Lagergeschichten zu vermengen. Viele reduzierten die Gräueltaten der Nazis auf erzwungenen Sex mit Jüdinnen. Man ging demnach noch mehr als vorher davon aus, dass Überlebende sexuelle Gefälligkeiten anboten, um ihr Leben zu retten. Vor allem jüdische Frauen aus Europa waren in der Folge in Israel förmlich stigmatisiert, obwohl man diverse "Phänomene" der Stalaggeschichten wie jüdische Bordelle in Lagern oder den Begriff der "Feldhure" wissenschaftlich schnell widerlegt hatte ...

Das Erstaunlichste für den Regisseur des Filmes: Während die "Stalag" Hefte zwei Jahre nach der ersten Ausgabe ein endgültiges Ende fanden, gehören K.Zetniks Bücher heute zum Abiturstoff in Israel und er gilt noch immer als zentraler Autor des Holocausts. So lautet Ari Libskers nüchternes Fazit, dass die Erinnerungen an den Holocaust in der jüdischen Gemeinschaft über eine eigenwillige Mischung aus Grauen, Sadismus und Pornografie wach gehalten werden.

Spannende Lehrstunde: "Pornografie und Holocaust"

Die große Stärke der Dokumentation ist neben dem hochinteressanten Thema ihre interessante Struktur. Die erste Hälfte bietet einen extrem faszinierenden Einstieg in ein bizarres Subgenre israelischer Literatur, das auf unerwartete Weise das Unaussprechliche mit vornehmlich sexuellen Motiven kreuzt, um einem dankbaren Publikum Masturbationsvorlagen zu liefern. In nüchternen Schwarz-Weiß Bildern und über unaufgeregte, hochinteressante und präzise Interviews zeichnet Regisseur Ari Libsker die Geschichte der "Stalag" Hefte und deren Boom in den frühen 60er Jahren nach. Fast unkommentiert lässt er in diesem Abschnitt vor allem Befürworter der Hefte zu Wort kommen.

Der Regisseur Ari Libsker
Der Regisseur Ari Libsker

Und genau zu dem Zeitpunkt, an dem sich der Zuschauer zu fragen beginnt, ob man sich mit dem Thema nicht kritischer auseinandersetzen müsste, gelingt Libsker eine radikale Kehrtwende, die die Position des Regisseurs zu den Heften und deren verzerrende Wirkung auf die Wahrnehmung des Holocausts eindeutig herausstreicht. Hier präsentiert er zwar vor allem seine subjektive Sicht der Dinge, doch genau derartige Elemente sind es ja auch, die eine weitere Beschäftigung mit dem Thema interessant machen (auch wenn das aufgrund der Datenlage in Deutschland schwierig werden dürfte).

Dabei ändert der Regisseur seinen reduzierten filmischen Ansatz nicht. Weiterhin dominieren Zeitzeugeninterviews, Dokumaterial von den Eichmannprozessen, Fotos und Bewegtbilder der Interviewten in nüchternem Schwarz-Weiß. Ein deutlicher und notwendiger Kontrast zu dem etwas schreienden deutschen Titel der Dokumentation, der einen beim Lesen wortwörtlich zusammenzucken lässt.

Doch letztlich geht es in "Pornografie und Holocaust" eben wirklich um Pornografie und den Holocaust, bzw. wie das eine durchaus die Wahrnehmung des anderen in dem Bewusstsein eines Volkes prägte. Ein spannendes Thema, hochinteressant umgesetzt und von Anfang bis Ende einfach eine faszinierende filmische Lehrstunde.

Diese endet mit einem Besuch einer jüdischen Schülergruppe in Auschwitz. Die Lehrerin der Gruppe liest den Schülern aus einem Buch von K.Zetnik vor. In dem Ausschnitt, den sie wählt, geht es um Feldhuren

In diesem Sinne:
freeman

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Kommentare

Ergänzende Anmerkung.

Vor kurzem habe ich mir diese Dokumentation angeschaut, da ich im Moment selbst an einer Arbeit zur Holocaust-Thematik schreibe, welche sich mit dem Thema Schuld, Vergangenheitsbewältigung und gewollter Verdrängung auseinandersetzt, auf das Theaterstück "Die Ermittlung" bezogen.

Ich möchte ergänzend zu der wirklich übersichtlichen Einführung der Doku noch einiges anmerken.

Es werden darin zwei verschiedene Ausgangspositionen von Libsker aufgezeigt. Es stehen sich neue Generation, die Erzähltes von den Eltern verarbeitet und direkte Zeugen gegenüber, welche Erlebtes verarbeiten.

Der Begründer dieser Hefte, Eli Keidar, war selbst kein direkter Überlebender, sondern gehört eher zu dieser neuen Generation. Wie aus der Dokumentation hervorgeht, war seine Mutter eine jüdische Überlebende des KZ und er ist als Sohn mit ihren traumatischen Erinnerungen groß geworden. Aufgrund ihrer Erzählungen und seiner Erziehung hat er begonnen dieses Thema in einer radikalisierten Klischeeumkehr aufzuzeigen. Er sagte selber, daß der amerikanische Alliierte stets als der propagierte starke Held galt und die Frau an sich als das schwache Geschlecht. In den Stalags hat er diese Vorstellungen umgekehrt. Sprich sie wird zur Sadistin gegenüber dem Alliierten. Die Sexualisierung in seinen Geschichten, war für ihn eine Möglichkeit mit den täglichen präsenten Themen erlebte Gewalt und Trauma innerhalb seiner Familie umzugehen.
Ob ihm dies unbedingt so „geschmackvoll“ gelungen ist, sei einmal dahingestellt, doch der Erfolg sprach für die Groschenromane, denn zwei Tabus wurden damit bedient. Einmal Pornografie an sich in einem recht prüden Land und der Umgang mit einer oft verschwiegenen Vergangenheit der Elterngeneration.

Die zweite aufgezeigte Ebene, ist vorrangig die von K.Zetnik. Er war ebenfalls Stalag-Autor und direkter Überlebender, der öffentlich Erlebtes als Autor bereits in den 50er Jahren zur Sprache brachte, in dem er vom Planeten Auschwitz schrieb.
Sein Fokus richtet sich bei seinen Ausführungen auf die Rolle von jüdischen Frauen, die als Feldhuren in einer Freudenabteilung deutsche Landser befriedigen sollten. Seine Darstellungen sind dabei nicht weniger pornografisch als die von Keidar. Die Existenz dieser Feldhuren ist bis heute nicht historisch belegt, dennoch sind sie Teil des kollektiven Gedächtnisses dort geworden.
Er ist ein anerkannter Autor und seine Schriften werden wie Primärquellen behandelt. Er als Überlebender bekommt einen anderen Stellenwert als Kaidar.

Während die Stalag-Hefte aus dem Verkehr gezogen wurden, sind die Ausführungen K.Zetniks zum Lehrstoff geworden.

Ob aber seine Ausführungen, als auf seine Weise verarbeitender (verständlicherweise) nicht Abstand habender Zeuge, tatsächlich die geeignete Informations-/ Lehrlektüre für SCHÜLER sein soll, halte ich, genauso wie es Libsker bereits andeutet, für äußerst fragwürdig.

Ich denke, wer sich für dieses Thema interessiert, sollte diese Dokumentation auf jeden Fall schauen und sich dessen bewusst sein, daß sie Fragen/ Gedanken aufwirft, welche klarerweise darin nicht beantwortet werden können.
Pornografie und Holocaust

Ihr habt ein spannnendes Thema Pornografie und Holocaust auf die Startseite des Joyclubs gebracht!

Mancher aus "unserer Gruppe" hätte dazu einen Kommentar gepostet. Doch leider ist, obwohl für alle Joyler über "Home" zugänglich, dieser Thread nur für die "Kinofreunde" zugänglich!

Sehr schade *snief* nun haben wir eine eigene Diskussion dazu in "unsere Gruppe" Ladies & Gentlemen Club: Merkwürdig (Pornografie und Holocaust)

Vielleicht möchte auch dort Jemand der "Kinofreunde" seine Meinung kundtun?

Oder vielleicht macht ihr dieses Thema doch öffentlich oder verschiebt zumindset meinen Post in Kinofreunde: Kritik zu Pornografie und Holocaust *liebguck*



*tipp* Frank from frenchLovers 69
Es gab schon vorher Künstler

"Pornografie und Holocaust" ist nicht erst seit dem Film ein Thema.
Schon mehrer Künstler haben sich mit diesem Thema auseinander gesetzt.
Ich habe letztes Jahr ein Seminar zum Thema "Ausseinandersetzungen in der Kunst mit dem Holocaust" gehört und dort ging es auch um dieses Thema. Schon Gerhard Richter hat sich in seinem "Atlas" über 3 Seiten mit diesem Thema "beschäftigt".
Es ist schrecklich aber man muss sich damit auseinander setzen.

Ich finde die Idee mit dem Verfilmen super - wenn der Film auch gut gemacht ist, im wissenschaftlichen Sinne. Allerdings habe ich etwas Bauchschmerzen, dass man zu unbefangen oder zu befangen in den Film gehen könnte. Die ganze Tragweite dieses Themas wird er nie und nimmer beleuchten können!
Enttabuisierung

Kenne den Film nicht & Saarbrücken ist mir auch etwas zu weit weg.

Aber mal ganz unabhängig davon ist das ein Tabu, das irgendwann mal gebrochen werden musste.

Ob gut oder schlecht darüber will und kann ich nicht urteilen.

Wie der Artikel in voller Breite darstellt, handelt es sich nicht um einen sexuell motivierten Fetischfilm, sondern um eine Dokumentation über einen geschichtlichen Aspekt der Vergangenheitsbewältigung in Form von Sexheften. Würde diese eher effekthaschend und respektlos sein, würdet ihr hier sicher nicht davon lesen - auch nicht hier:

Links nur für Mitglieder

Die Doku läuft unter relativ großer Beachtung in deutschen Kinos und jeder kann sich ein Bild davon machen.

LG der Camelot

Dass das heute noch zum Thema gemacht wird, vor allem in Deutschland, ist erbärmlich und man könnte vielleicht noch den Schluss daraus ziehen, dass nichts unmöglich ist.

Selbst ein Holocoust nicht?

Abu-Ghuraib lässt grüßen

Nazi-Uniform-Fetisch ist ja eine Sache und vor allem "Ilsa - She-Wolf of the SS" konnte mit einer drallen Frau punkten. Aber den Holocaust zum Gegenstand sexuell motivierter Fetischfilme zu machen ist abstoßend.

Menschliches Leid, Massenmord und medizinische Experimente sollten eigentlich keinen gesunden Menschen sexuell erregen.

Klingt nach einem in vielerlei Hinsicht interessanten Film. Besonders in den USA, Spanien und Italien gab und gibt es ja einiges an Nazi-Pulp, der auch zuweilen in Pornografie abdriftet, besonders bekannt dürfte hier wohl Ilsa - Shewolf of the SS sein.
Aber ausgerechnet in Israel hätte ich so etwas nicht erwartet.

Mal schauen, ob ich Gelegenheit bekomme, mir den Film anzuschauen.
  • Neu hier? Kein Problem!
Pornografie und Holocaust
Die Dokumentation läuft vom 18. Februar bis 1. März 2011 im "Filmhaus Saarbrücken".
Im Kino des deutschen Verleihs läuft der Film ebenfalls. Also achtet auf das Programm des Berliner Kinos "Moviemento".