11.02.2008

P.S. Ich liebe Dich

Ein etwas anderes Valentinstagsgeschenk?

Da der Valentinstag vor der Tür steht und ein gemeinsamer Kinobesuch sicher eine feine Alternative zum üblichen Rosenstrauß darstellen könnte, haben wir uns gedacht, wir präsentieren zum Start der neuen Gruppe Kinofreunde einmal eine Kritik zu dem derzeit erfolgreich im Kino laufenden romantischen Streifen "P.S. Ich liebe Dich". Viel Spaß beim Lesen und beim eventuellen Kinobesuch. Von einer fruchtbaren Diskussion über das Für und Wider zum Film ganz zu schweigen.

Der Film

Copyright aller Bilder: Tobis
Copyright aller Bilder: Tobis

Originaltitel: P.S. I Love You

Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 2007

Regie: Richard LaGravenese

Darsteller:
Hilary Swank
Gerard Butler
Lisa Kudrow
Gina Gershon
James Marsters
Kathy Bates
Harry Connick Jr.
Jeffrey Dean Morgan u.a.

Inhalt

P.S. Ich liebe Dich

Limousinenfahrer Gerry und Maklerin Holly leben seit knapp neun Jahren ein glückliches Eheleben. Klar, Streitigkeiten gibt es überall und dass Gerry auf ein gemeinsames Kind drängt, für das sich Holly noch nicht bereit fühlt, sorgt auch für zwischenmenschlichen Zündstoff, doch insgesamt sind beide so glücklich wie am ersten Tag ihrer Begegnung. Da wird Holly ihr Gerry entrissen. Ein Gehirntumor beendet das gemeinsame Glück und lässt eine gebrochene Frau zurück, die jegliche Lebenslust verloren hat und sich in ihren eigenen vier Wänden einigelt. An ihrem 30. Geburtstag erreicht sie auf einmal ein Paket von ihrem Gerry. In jenem kündigt er an, dass Holly im folgenden Jahr zu bestimmten Terminen neue Nachrichten von ihm erhalten werde. Und wirklich, Holly bekommt immer neue Briefe von Gerry, in denen er von ihr verlangt, bestimmte Sachen zu erledigen. Die folgende Zeit wird für Holly mehr und mehr zu einer Reise in ihre gemeinsame Vergangenheit mit Gerry und gleichzeitig zum Startschuss für einen neuen Lebensabschnitt mit neuem Lebensmut ...

Die Kritik

P.S. Ich liebe Dich

„P.S. Ich liebe Dich“ ist einfach ein wunderschöner Film über die Themen Liebe, Verlust und das Schöpfen neuer Lebenskraft nach einem Schicksalsschlag. Die Thematik ist dabei alles andere als neu. Schon "Mein Leben ohne mich" verarbeitete eine ähnliche Thematik, bei der die sterbende Ehefrau versucht, dem Ehepartner zu helfen, sich in einem Leben nach der gemeinsamen Zeit zurechtzufinden. Doch wirkliche Neuerungen wird man sich bei einem Film wie „P.S. Ich liebe Dich“ wohl auch niemals erwartet haben. Bei einem Film dieser Couleur geht es um ganz andere Punkte und diese kann der Streifen hervorragend bedienen. So ist der Film bei aller Schwere der zugrunde liegenden Thematik teils erfrischend komisch umgesetzt und geraten die Rückblicke in die Vergangenheit von Gerry und Holly glücklicherweise nicht zu den erwarteten Tränenziehern.

P.S. Ich liebe Dich

Gerade in den grandios eingebundenen Rückblenden, die nahtlos mit der Jetztzeit verbunden werden und sehr geschickt die Grenzen von Vergangenheit und Gegenwart aufheben, beweist „P.S. ich liebe Dich“, dass er das Herz am rechten Fleck hat und es auf grandiose Weise versteht, Sentiment, Humor und lebensbejahende Botschaften miteinander zu verknüpfen, ohne in Kitsch abzugleiten. Dennoch sind es vor allem die kleinen Szenen am Rande, die den Zuschauer wirklich bewegen und treffen. Da wäre eine Szene, in der Holly die Firmenmailbox ihres Gerrys abhört, nur um seine Stimme zu hören. Großartiger könnte man ihre Suche nach Nähe zu ihrem verstorbenen Mann kaum umsetzen. Doch „P.S. Ich liebe Dich“ geht sogar noch einen Schritt weiter und lässt die Liebenden auch nach dem Tod noch mehrere Male interagieren. Wenn Holly beispielsweise erwacht und scheinbar die Berührungen ihres Gerrys spürt, liegt er plötzlich auch neben ihr. Oder wenn sie sich einmal nach ihrem Gerry sehnt, steht dieser auf einmal bei ihr und umarmt sie. Auch kleine Gespräche führen die Liebenden. Diese Momente erzeugen wirklich eine Gänsehaut und machen den Verlust von Molly, die sich hier nichts anderes als eine eigene Realität erschafft, fast schon am eigenen Leibe spürbar.

Gerard Butler
Gerard Butler

Einen großen Anteil am Gelingen dieser Momente und damit am Funktionieren des Streifens hat die formidable Besetzung, die mit großer Spielfreude an den Bestseller von Cecelia Ahern (Das Buch war 2004 einer der meistverkauften Erstlingsromane und führte nicht nur in Irland und England, sondern auch europaweit sowie in den USA die Bestsellerlisten an – in Deutschland sogar ein ganzes Jahr lang!) herangeht und vor allem lebendige und (im Rahmen des Genres) glaubwürdige Figuren erzeugt.

Hilary Swank
Hilary Swank

Allen voran Hilary Swank (Million Dollar Baby) als Holly und Gerard Butler (DER Leonidas aus 300) als Gerry, die vor Spielwitz geradezu sprühen und witzigerweise immer wieder - teils beherzt falsch - zu kleinen Musiknummern anheben, bei denen Charismabolzen Butler dank Gesangserfahrung, welche er schon bei dem Streifen „Das Phantom der Oper“ unter Beweis stellte, deutlich besser wegkommt als Swank. Zwischen den beiden Darstellern funktioniert die Chemie hervorragend, wobei man sich zunächst vor allem bei Frau Swank erst einmal daran gewöhnen muss, dass sie ein solches filmisches Leichtgewicht mit ihrer mehrfach oscargekrönten Gegenwart beehrt, zumal sie rein vom Typ her ja eher nicht dem niedlichen Romantic Comedy Prinzessinnenschemata entspricht.

Harry Connick Jr.
Harry Connick Jr.

Flankiert werden sie von einem Cast, der vor allem von den - bis in die kleinsten Nebenrollen hinein - sympathisch schrullig gezeichneten Figuren profitiert und ordentlich Leben in den Film pumpt. Am meisten bleibt dabei Harry Connick Jr. (Eine zweite Chance) als forscher und extrem witziger Love Interest von Holly in Erinnerung, da er einige brüllkomische Momente lancieren kann. Vor allem für die Frauenwelt dürfte das Mitwirken von Hollywoods neuem Hot Shot Jeffrey Dean Morgan (Grey’s Anatomy) interessant sein. Leider ist seine Rolle zu farblos auf den charmanten und kernigen Iren reduziert. Gina Gershon (Showgirls) und Lisa Kudrow (Friends) funktionieren als Sidekicks von Molly nicht ganz so, wie beabsichtigt, da vor allem Kudrow auftritt, als wolle sie alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, was in ihrer Hitserie Friends durchaus noch funktionierte, hier aber so gar nicht auf den Film passt. Und die große Gershon bleibt seltsam blass, ein Attribut, das einem bei ihrem Mitwirken in Filmen sonst eher selten in den Sinn kommt. In einer weiteren Nebenrolle erlebt man Kathy Bates (Misery) als beherzte Mutter Hollys, die eine weitaus größere Rolle für den gesamten Handlungsverlauf spielt, als man meinen könnte.

Jeffrey Dean Morgan
Jeffrey Dean Morgan

Regisseur Richard LaGravenese, der schon bei dem Streifen „Freedomland“ mit Hilary Swank zusammenarbeitete, präsentiert die rührende Geschichte in zur Thematik passenden, farblich ziemlich gedeckten Bildern, die er nur selten aufbricht. Erst in den wundervollen Bildern der rauen Landschaften Irlands setzt er auf volle Bildgewalt und inszeniert den Anfang der Beziehung Gerry/Holly und den Neuanfang Hollys mit eindrücklichen Bildern. Ansonsten ist es vor allem die bereits erwähnte, nahtlose und grandiose Verknüpfung der Flashbacks mit der Jetztzeit, die Staunen macht und auf den Punkt funktioniert. Musikalisch bringt John Powell einen immer stimmigen Score ein, der viel auf irische Folklore setzt und auch irisch beeinflusste Pop- und Rockmusik lanciert, die thematisch hervorragend zum Film passt.

P.S. Ich liebe Dich

Freilich ist „P.S. Ich liebe Dich“ bei aller ihm entgegengebrachten Sympathie nicht perfekt. Die Geschichte ist abseits ihrer tadellosen und interessanten Umsetzung seichter als diverse Seen in Irland. Manche arg hollywoodeske Entwicklungen und Zufälle bleiben ebenfalls nicht aus und Klischees hat es natürlich auch en Masse (so ist Gerard Butlers Gerry einfach einen Zacken zu sehr auf Mr. Perfect getrimmt, sind alle Männerbekanntschaften Hollys einfach zu lieb und nett und fehlt auch beispielsweise in den Landschaften Irlands jeglicher Makel). Doch was erwartet man denn sonst von einem Film dieses Genres? Problematischer ist da schon die Tatsache, dass der Streifen vor allem gegen Ende durchaus um einige Minuten zu lang geraten ist.

Fazit

Doch insgesamt ist „P.S. Ich liebe Dich“ ein echter kleiner Herzwärmer mit starken Darstellern, einer feinen Botschaft, viel Herzschmerz und genau der richtigen Mischung aus sehr feinem Humor und Sentiment. Für Menschen mit einer Antenne für derartige Stoffe dürfte sich „P.S. Ich liebe Dich“ als echter Glücksfall entpuppen. Realisten und Miesepeter werden sich ja hoffentlich schon dank des Titels niemals in den Film verirren.

P.S. Ich liebe Dich

In diesem Sinne:
freeman

P.S. dem Schniefen, Schluchzen und Schnauben im Publikum nach dürfte dieser Film in ganz bestimmten Publikumskreisen durchaus bewertungstechnische Full House Qualitäten haben ;-)

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Kommentare

Beides Toll

Ich habe zuerst das Buch gelesen und habe geweint - viel geweint.. ich hab es etwa gefühlte 100 mal gelesen..... dann habe ich mir den Film geholt und angesehen.. ich mußte das erste mal ne pause machen bei der trauerfeier... *g* ich fand ihn toll den film.. ich hätte mir zwar gewünscht das er noch etwas mehr dem buch entspricht aber naja.. und gerard butler ist rattenscharf schlechthin - egal in welchem Film (die nackte wahrheit zb. ) und ich finde ja schärfer als gerard den Ire als die Mädelz im Urlaub sind, der sänger mit dem holly dann was hat... der übertrifft gerard um längen.. wie heißt der schauspieler...

jedenfalls fazit: buch lohtn sich weils genauer beschrieben ist und film lohnt sich wegen dem ire und dem Gerard
Buch und Film - Zwei Welten?!

ICh habe versucht, dass Buch zu lesen, nur leider kann man da seinen Gefühlen und seiner Fantasie zu viel freien Lauf lassen, ich bin immer wieder an der gleichen Stelle hängen geblieben weil ich vor Tränen nicht weiter lesen konnte...
Doch zum Glück gab es dann den Film. Auch wenn viele meinen er sei schlecht, ich bin froh dass es ihn gibt, sonst wüsste ich bis heute nicht wie es ausgegangen is...
Ich kann leider nicht viel dazu sagen, ob es eine schlechte VErfilmung is/war... Aber die Tränen flossen bei mir auch schon ab der gleichen Szene wie beim lesen... *denk mal drüber nach ob er da wirklich so schlecht sein kan?!*

Gerard, perfekt für die Figur... *schwärm*

Fazit: Lesen oder schauen, jedem selbst überlassen *g*
Der Film ist leider total mißlungen

Ich habe davor das Hörbuch angehört und fand es sehr einfühlsam und sehr ,sehr gut.Als ich dann später mal den Film auf DVD sah war ich maßlos darüber enttäuscht ,es kam darin leider keine einzige Botschaft zum Zuschauer richtig rüber
Erst Film!!

Ich hab auch erst das Buch gelesen und wollte unbedingt den Film haben. Mein Schatz hat mich damit überrascht das er mir direkt die DVD gekauft hat, und es keine halbe Stunde später bereut. Der Film ist einfach nur scheiße. Zummindest wenn man erst das Buch gelesen hat.. war super enttäuscht!!

Ich habe zuerst das Buch gelesen und irgendwann kam dann der Film in die Kinos und ich habe mich so gefreut, wollte ihn unbedingt sehen. Und was soll ich sagen, ich war maßlos enttäuscht. Das Gefühl, dass im Buch mehr als einmal Tränen auslöste, kam nicht rüber und so kann ich nur empfehlen, wenn man den Film unbedingt sehen will, sollte man das wirklich machen bevor man das Buch liest. Ansonsten bleibt da ein schales Gefühl und Enttäuschung, die so nicht sein muß.

Endlich mal jemand, der Buch UND Film gut findet. Man glaubts ja kaum *zwinker*

In diesem Sinne:
freeman
~ Kinofilm - "P.S. Ich liebe dich"

Habe vor einigen Jahren das Buch gelesen! *les*
Hatte es in sehr guter Erinnerung!

Habe den Film dann im Kino gesehen!
Ich war soooo begeistert - er war wunderschön!!! *wolke7*
Viel gelacht und viel geweint!!
*herz2* War das herzzerreißend! *herz2*

Musste ihn mir ein zweites Mal im Kino ansehen!

Und mittlerweile habe ich die DVD! *freu2*

Den Film werde ich mir sicherlich noch das ein oder andere Mal anschauen!

Liebe Grüsse, Unersaettlich *love2*

Nun, Filme nach Büchern sind eigentlich immer nur Abklatsch.
Wenn man vorher das Buch gelesen hat, dann ist der Film meistens entäuschend.

Nun zum Buch:
Auch wenn ich das Risiko eingehe hier nun zerissen zu werden;

Ich fand es schlichtweg langweilig und habe nach der Hälfte aufgehört zu lesen.
PS: Ich liebe Dich....

Ist echt der beste Film, den ich seit langem gesehen habe.....
sowas von traurig.....bei so etwas kann man nur hoffen, dass einem nicht das gleiche Schicksal passiert....
hm.....

habe ja fast nur positives über den film hier gelesen.

meine freundin und ich waren zum start direkt im kino und: wir waren echt super enttäuscht... wie kann man aus dem buch des jahrhunderts (achterbahnfahren ist ja garnichts dagegen!!!) so einen scheiss film machen??? da ging ja garnix: schauspieler schlecht gewählt, story rapide gekürzt, die gefühle kamen total nicht rüber....

sorry lieber filmemacher: aber dat war ma jarnischt.....

lieben gruß *flop*

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