"Nina – diary of a porn star" ist eine Dokumentation, die Nina Roberts, eine berühmte französische Pornodarstellerin, in einer wichtigen Phase ihres Lebens begleitet. Nina hat beschlossen, dem Pornobusiness den Rücken zu kehren und darüber ein Buch zu schreiben. In der Dokumentation beschreibt sie parallel dazu, was sie in ihrem Beruf erlebte, was sie antrieb, was ihr half, durchzuhalten und was Porno aus den Menschen macht, die von ihm leben.
Ungeschminkt, ungeschönt und mit diversen Klischees aufräumend. Wir stellen die Dokumentation vor und verlosen gemeinsam mit dem deutschen Filmverleih "Independent Partners" zwei DVDs zum Film.
- Inhaltsverzeichnis
- Nina – diary of a porn star
- Der Trailer zu "Nina – diary of a porn star"
- Vom fettleibigen Kind zum begehrten Pornostar
- Der Ausbruch aus dem Pornogeschäft
- Die Schattenseiten der Traumwelt Porno
- Die Zeit nach dem Porno
- Ausschnitt aus einem bewegten Leben
- Ganz nah dran an einem Pornostar
- Simpelste Produktionsbedingungen kennzeichnen den Film
- Gewählter Ausschnitt wird dem Mensch hinter Nina nicht gerecht
- Lohnenswerte, intime, sich echt anfühlende Dokumentation
- Die DVD von Nina – diary of a porn star
- Gewinnspiel
- Kommentare
Nina – diary of a porn star
Originaltitel: Nina
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Thibault Staib
Darsteller: Nina Roberts u.a.
Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 75 Minuten
Bild: 16:9
Ton: Dolby Digital 2.0; Französisch mit deutschen Untertiteln
Extras: Filmtrailer, Interview mit dem Regisseur (ca. 6 min), Lesung aus Nina Roberts' Roman "J’assume" (ca. 13 min), Trailer des Anbieters
Verpackung: Amaray mit Wendecover!
Verleih: Independent Partners Filmverlag / good!movies
Der Trailer zu "Nina – diary of a porn star"
Vom fettleibigen Kind zum begehrten Pornostar
Sophie, am 10. September 1981 in Villecresnes, Val-de-Marne, Frankreich geboren, ist berühmt geworden als französische Pornodarstellerin, die es im Laufe ihrer Karriere auf 150 Pornofilme brachte und aufgrund ihrer optisch durchaus vorhandenen Ähnlichkeit zu Julia Roberts den Künstlernamen Nina Roberts wählte.
Als Kind an Fettsucht leidend, entwickelte sie sich zu einem begehrten Teenager, der schnell begriff, dass Sex auch Macht ist und dies ausnutzt, um sich an den Kerlen zu rächen, die sie früher ausgelacht haben. Als sie mit 14 einen Porno sieht, sieht sie in der dort agierenden Frau ihr Idealbild einer starken Frau. In der Folge interessiert sie sich weniger für Sängerinnen oder Supermodels. Ihre Vorbilder werden Pornodarstellerinnen, weshalb sie beschließt, irgendwann Teil des Business zu werden.
Ihre Karriere in der Pornobranche begann 2002 und sie arbeitete in der Folge mit Regisseuren wie Hérve P. Gustave, Fred Coppula oder Marc Dorcel zusammen. In dieser Zeit entstand auch ein Film namens "Pretty Nina", eine - wie passend - Hardcore Variante des Julia Roberts Films "Pretty Woman". Um 2004 beschließt Nina, aus dem Pornobusiness auszusteigen und beginnt mit den Arbeiten an ihrem Buch "J'assume".
Der Ausbruch aus dem Pornogeschäft
Genau in dieser Phase des Überganges traf Nina Roberts den Regisseur Thibault Staib, der sie auf ihrem Weg aus dem Pornobusiness mittels Kamera begleiten wollte. Nina Roberts stimmt dem zu und lässt den Regisseur in diesem intimen Portrait ganz nah an sich heran. Er begleitet sie auf Erotikmessen, zu Pornodrehs, zu Terminen mit ihrem Buchverleger und ist auch in ganz privaten Momenten an Ninas Seite.
So erleben wir Nina, wie sie ihr Wissen und ihre Tricks und Kniffe an junge, neue Pornodarstellerinnen weitergibt. Auch erfahren wir, dass sie sich als zweigeteilte Persönlichkeit sieht: Sophie - Mutter und fest im Leben verankert - auf der einen Seite und der Kunstcharakter Nina Roberts auf der anderen. Beide haben nur den Körper gemein, wie Nina meint. Den notwendigen Halt, um sich nicht in Nina zu verlieren, gibt ihr ihr Sohn.
Die Schattenseiten der Traumwelt Porno
Auch und vor allem negative Seiten des Business bleiben nicht unerwähnt. Beispielsweise gibt sie freimütig zu, dass sie vor ihrer Pornokarriere eine ausgeprägte Libido hatte, was sich aber im Laufe der Karriere komplett änderte. Irgendwann lehnte sie gar jeglichen Sex abseits der Dreharbeiten ab! Während ihrer Pornokarriere lässt sie zudem nie zu, dass sie sich verliebt, da dies ihrer Karriere abträglich gewesen wäre.
Die US amerikanische Pornoindustrie kommt in Ninas Erzählungen dank Demütigungs- und Würgepornos ebenso schlecht weg wie der aktuelle Trend zum Analverkehr in den Pornos. Dieser sei eben mit den Nümmerchen im heimischen Bett nicht zu vergleichen, da für wenige Minuten perfekten Analsex im Porno bis zu vier Stunden an Material in dieser dann garantiert irgendwann schmerzhaften Stellung gedreht weden müssen.
Privat hat sie ihre Familie eingeweiht. Die Mutter akzeptiert ihre Tätigkeit als Job, der Vater allerdings verstößt sie. Dass sie ihren Fans nur etwas vorgaukelt und dass viele nur die Kunstfigur lieben, ist ihr absolut bewusst.
Die Zeit nach dem Porno
Auf ihre Zukunft angesprochen und wie es nach der Pornokarriere weitergehen soll, entgegnet sie, dass sie hofft, "damit" klar zu kommen. Darauf angesprochen, was das "DAMIT" sei, antwortet sie sehr nachdenklich: In Vergessenheit zu geraten …
Sie stemmt sich auf ihre Art dagegen. Ihr Buch "J'assume" über ihr Leben und ihre Karriere als Pornostar wird zum Erfolg. Sie schreibt weiter und bringt 2007 ihr Buch "Fette Kuh" heraus, das Portrait einer Frau, die gegen Bulimie und Drogensucht ankämpft. Und vor allem entdeckt sie die Fotografie für sich …
Ausschnitt aus einem bewegten Leben
Vieles hiervon erfährt man in "Nina – diary of a porn star". Vieles aber auch nur durch Recherche zu der Person Nina Roberts. Denn der Film will eigentlich kein Portrait der jungen Frau sein. Er zeigt vielmehr einen Menschen beim Aufbruch in ein neues Leben. Porno ist für Nina zum Zeitpunkt der Dreharbeiten scheinbar schon weit weg. Sie geht zwar noch auf Erotikmessen und hat Auftritte bei Sexshows, Pornos dreht sie aber keine mehr. Wir erleben sie nur einmal an einem Set, wo sie allerdings nur die Kamera bedient.
Stattdessen erzählt sie einfach alles, was ihr so in den Sinn kommt. Mal erschreckend negative Episoden aus der Pornokarriere, dann Episoden aus ihrem Leben, die teils schockieren, teils emotional zutiefst berühren. Einen roten Faden indes gibt es nicht. Es wirkt fast, als würde sie artikulieren, was sie gerade für ihr Buch aufgearbeitet hat. Dadurch kommen wir dem Menschen Nina Roberts/Sophie zwar extrem nahe, aber vollumfänglich verstehen oder begreifen kann man den Menschen nicht.
Wir erfahren, wie sie zu Sex steht, wie sie entjungfert wurde, was ihr half, im Pornobusiness durchzuhalten, wie sie sich und das Business sieht. Aber wir erfahren nicht, wie sie in das Business einstieg, was sie wirklich dranbleiben ließ. Sie erzählt uns von ihrer Familie und wir erleben sie zu Besuch bei ihrer Mutter, dagegen wird ihr eigenes Privatleben vollkommen ausgeblendet. Wie heißt ihr Sohn, war er bereits lange vor der Karriere da? Was ist sie für eine Mutter?
Regisseur Thibault Staib bringt uns so zwar nah an Nina Roberts heran, gleichzeitig hält sie uns auf Distanz. Doch das schadet dem Film keineswegs, macht ihn eher noch faszinierender, da Nina Roberts nicht vollends alle Geheimnisse verliert und sie den Nimbus des unerreichbaren Pornostars beibehalten kann.
Ganz nah dran an einem Pornostar
Allerdings ist diese Distanz nur inhaltlicher Natur, denn ansonsten taucht der Regisseur ganz tief in Nina ein! Er ruht Ewigkeiten auf dem schönen Gesicht der jungen Frau, deren Augen mal angriffslustig funkeln und mal in schierer Melancholie zu versinken scheinen. Sie lässt sich ungeschminkt und mit Lockenwicklern filmen, wirkt vollkommen uneitel und scheint immer mal wieder komplett in sich zu versinken, was ihrem eigentlich erstaunlich introvertierten Wesen entspricht.
Ein wichtiger Grund für derart intime Momente dürfte sein, dass Regisseur und Beobachtungsobjekt mit Aufnahme der Dreharbeiten zu einem Liebespaar wurden. Daraus entsteht eine Vertrautheit, die Momente generiert, die fast schon quälend ehrlich erscheinen. Etwa wenn der Regisseur Nina auf Widersprüchlichkeiten zwischen ihren Aussagen und ihrem tatsächlichen Handeln hinweist, was sie vor Wut an den Rand der Tränen treibt und vermutlich für jede normale Dokumentation das Ende bedeutet hätte.
Großartig sind einige wenige Momente, in denen Nina gerade wieder Anekdoten aus ihrem Leben zum Besten gab und der Regisseur sie einfach filmt, wie sie von ihm weggeht. Ab und an meint man, dies sei nicht einmal absichtlich passiert, sondern wirklich geschehen, weil der Regisseur in dem Moment seiner Liebsten und deren Ansichten nicht mehr folgen wollte und konnte …
Simpelste Produktionsbedingungen kennzeichnen den Film
Thibault Staib erreicht die Intimität in "Nina – diary of a porn star" mit simpelsten filmischen Mitteln. Wer sich hier eine Hochglanzdoku erwartet, sollte seine Ansprüche weit vor Filmgenuss herunterschrauben. Denn bis auf eine kleine Kamera und allernotwendigstes Licht brauchte der Regisseur nichts für seinen Film. Dementsprechend unaufgeregt und roh ist das fertige Filmmaterial. Wenige Schnitte, mangelhafte Ausleuchtung, keinerlei stylische Überblenden … Dazu ein Nichts an Budget, was den Eindruck perfekt macht, man schaue eine Art privates Homevideo.
Das filmischste Element an dem ganzen Unternehmen ist die großartige Musik der Musikformation "MyPark", die sowohl sehr treibend (bei den Sexeventauftritten Ninas) als auch höchst melancholisch daherkommt, wirklich in JEDEM Moment genau den richtigen Ton trifft und einfach nur als wunderschön bezeichnet werden kann.
Erstaunlich ist auch, wie penibel der Regisseur darauf verzichtet, auf Material aus Ninas Pornos zurückzugreifen. Weder seht man DVD Cover noch minimale Ausschnitte aus ihren Filmen. Die einzigen Momente mit nackter Haut (dann aber auch gleich richtig) gibt es bei den öffentlichen Auftritten Ninas zu sehen. Diese entsprechen den üblichen Stripshows bei Erotikmessen … doch weder sind diese Momente sonderlich zahlreich noch schlachtet der Regisseur sie über Gebühr aus. Wobei vermutlich genau das der größte Geldbringer für sein Unterfangen gewesen wäre.
Doch der Regisseur macht, was er macht und er macht es richtig: er konzentriert sich voll und ganz auf Nina, rückt sie alleine ins Zentrum und greift nur ganz selten mit lenkenden Fragen ins Geschehen ein.
Gewählter Ausschnitt wird dem Mensch hinter Nina nicht gerecht
So intim und menschlich das Ganze auch anmuten mag, Nina Roberts selbst kann sich laut Aussage des Regisseurs nicht vollkommen mit dem Film identifizieren. Der Grund dafür ist der grundlegende Ansatz des Filmes, der gleichzeitig auch eine seiner größten Schwächen darstellt. Er fokussiert zu sehr auf einen Ausschnitt aus dem Leben Ninas.
Wie bereits erwähnt, bleibt vieles von Nina im Dunkeln. Der Film konzentriert sich auf den Moment der Veränderung, wenn aus Nina Roberts wieder Sophie wird. Und obwohl sich für Nina in dem Beobachtungszeitraum viel ändert, wird sie weder VOR der Veränderung noch NACH der Veränderung gezeigt. Wir sehen, wenn man es so will, nur das Verpuppungsstadium. Und nur dadurch, dass Nina bereitwillig soviel von sich selbst preisgibt, bekommt man eine Ahnung, wie sie wohl vor dieser Veränderung war. Über das Danach berichtet dann nur eine Texttafel … Und das wird dem Menschen Nina Roberts nicht wirklich gerecht …
Lohnenswerte, intime, sich echt anfühlende Dokumentation
Dennoch ist die Dokumentation unbedingt mehr als nur einen Blick wert. Vermutlich war man noch nie so nah an einem Menschen aus dem Pornobusiness dran. Und da sich Nina auch noch als sehr witzige, bissig ironische, sympathische, ja liebenswerte Person entpuppt, lauscht man ihren Geschichten nur zu gerne.
Dass dabei immer wieder auch ziemliche Kaltschnäuzigkeit und Abgeklärtheit durchscheinen, beides wohl zwingende Voraussetzungen für das Gewerbe, macht nur noch einfacher zu verstehen, warum sie eigentlich aus dem Pornogeschäft aussteigen will. Einen echten Grund dafür erfährt man nämlich auch nicht. Zumindest nicht direkt. Diverse Episoden aus ihrem Leben und das geäußerte Selbstbild Ninas lassen die Gründe zumindest erahnen.
Doch Nina Roberts verurteilt die Branche nicht. Sie war Teil davon, sie hat mit ihr und durch sie gelebt, viel erlebt und sie steht dazu. Damit gibt sie dem Pornogeschäft – und das ist wohl der größte Verdienst der Dokumentation – ein wahrhaft menschliches Gesicht …
Die DVD von Nina – diary of a porn star
Die gestochen scharfen HD Träume von Hochglanzdokumentationen a la "Unsere Erde" sollte man alleine aufgrund der bereits geschilderten Entstehungsbedingungen umgehend begraben. Die DVD von "Nina – diary of a porn star" transportiert das gebotene, grobkörnige und kontrastarme Videomaterial angemessen. Der Ton schwankt je nach Aufnahmesituation in seiner Qualität. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht. Deutsche Untertitel begleiten die französische Originalsprache. Zumindest ist die großartige Musik fantastisch abgemischt. Mehr als das konnte man aufgrund des Ausgangsmaterials nicht erwarten.
Leider hält sich die DVD in Sachen Extras etwas bedeckt. Ein Interview mit dem Regisseur mutet mit sechs Minuten Laufzeit etwas arg kurz an. Eine Lesung aus dem Buch von Nina ist eine hübsche Dreingabe, kann aber eine schöne Biografie der jungen Dame nicht ersetzen. Dazu kommt ein Trailer zum Film und diverse Trailer aus dem Gesamtangebot des Anbieters. Mehr vertiefendes Material zu der Person Nina Roberts wäre definitiv lohnenswert gewesen. Vielleicht auch ein Interview mit der heutigen Nina Roberts, die seit 2007 mit dem Heavy-Metal Sänger Rash Horresco zusammenlebt und ihre diversen künstlerischen Ambitionen unbeirrt vorantreibt …
In diesem Sinne:
freeman
Gewinnspiel
In Zusammenarbeit mit Independent Partners verlosen wir zwei DVDs des hier vorgestellten Filmes! Wer eine DVD gewinnen möchte, sollte uns folgende Frage beantworten können:
- Wie heißt der Regisseur des im Text erwähnten Pornos "Pretty Nina", der den Superhit "Pretty Woman" ins Pornogenre übertrug?
Eure Lösung schickt ihr bitte per Clubmail mit dem Betreff "Porno" an freeman.
Einsendeschluss ist Donnerstag, der 11. August 2011 um 23:59 Uhr.
Bei mehr als zwei richtigen Einsendungen entscheidet das Los und der Rechtsweg ist wie gewohnt ausgeschlossen.











