Um Filme zu finanzieren, gehen die Produzenten und Macher immer neue, teils ungewöhnliche Wege. So auch bei dem geplanten Erotikfilm "Hotel Desire", der prinzipiell kein Porno werden soll, sich aber in Sachen dargestellter Erotik an dem freizügigsten aller Genres orientieren wird. Ob der Film allerdings überhaupt zustande kommt, das entscheidet ihr! Denn ihr seid die Geldgeber für dieses Projekt …
Worum geht es in "Hotel Desire"?
Vom eigentlichen Inhalt des anvisierten 45minütigen Filmes ist noch nicht viel bekannt, dieser wird sich aber peu à peu und mit jedem weiteren Euro weiter entblättern. Denn um den Anreiz für Geldzuwendungen zu erhöhen und die Neugier potentieller "Finanziers" zu aktivieren, beschlossen die Macher, beim Erreichen spezieller Geldsummenzwischenstände weitere Kapitel des Drehbuches zum Film online zu schalten. Aktuell kann man auf der Projektseite so das erste Kapitel einsehen.
Und wer sich fragt, wie der fertige Film aussehen könnte, der kann sich die ersten Drehbuchseiten sogar schon filmisch umgesetzt auf der "Hotel Desire" Homepage zu Gemüte führen.
Die Idee hinter dem Erotikfilm
Das Hauptanliegen des Regisseurs Sergej Moya liegt darin, Sexualität als Ausdruck menschlicher Lebensfreude zu inszenieren. Und dies mittels eines erotischen Filmes, der sich in seiner selbstbewussten Herangehensweise und Umsetzung durch das Genre des pornographischen Films inspirieren lässt, jedoch kein Porno werden soll.
Der Regisseur spricht darum von einem porNEOgraphischen Film, in dem "dramaturgisch sensibel und filmisch direkt das erregende Zusammenspiel von Sehnsucht, Lust, Begehren, Intimität, Sexualität, Sinnlichkeit und Spontanität erzählt werden soll". Und zwar frei von Weichzeichnern und ohne Rücksicht auf visuelle Vorschriften und Konventionen.
Hauptantrieb für das Projekt ist die Tatsache, dass Sergej Moya es fast schon absurd findet, wie wenig sich das zeitgenössische Kino mit Erotik und Sexualität beschäftigt. Selbst in den meisten Liebesfilmen wird bei den Sexszenen genau dann abgeblendet, wenn es eigentlich interessant wird. Folgerichtig will der Regisseur Erotik und Sexualität in "Hotel Desire" visualisieren und ausleben, sich auf die Suche nach der expliziten Schönheit begeben und die Erregung einfangen, wenn zwei Menschen einander näher kommen.
Der Erotikfilm und seine ungewöhnliche Finanzierung
"Hotel Desire" soll durch sogenanntes Crowdfunding finanziert werden. Das heißt, viele einzelne Förderer/Spender fungieren mittels finanzieller Zuwendungen als "Produzenten" des Filmes. Zur Fertigstellung des Filmes werden 170.000 EUR benötigt und seit 6. Juni 2011 kann man online seinen Beitrag zum Film leisten, so man denn möchte.
Die Filmemacher schufen einige Anreize, die einen finanziellen Beitrag für Filmfans durchaus verlockend machen. Zum einen gelang es ihnen, eine erstaunlich reizvolle Besetzung für den Film zu gewinnen, die alleine schon für Qualität bürgt. In den Hauptrollen spielen Saralisa Volm (aus dem TV Film "Finale") und Clemens Schick ("Largo Winch II"), neben ihnen agieren Anna Maria Mühe ("Was nützt die Liebe in Gedanken"), Herbert Knaup ("Das Leben der Anderen") , Frederick Lau ("Die Welle") und Jan-Gregor Kremp ("23").
Zum anderen erhaltet ihr - wie bereits erwähnt - ab bestimmten erreichten Finanzierungszwischenständen weitere Einblicke in das Drehbuch. Jede Person, die das Projekt unterstützt, wird zudem - falls gewünscht - namentlich auf der Startseite der Homepage erwähnt und erhält - je nach Spendenhöhe - ein exklusives Dankeschön der Filmemacher. Und hier haben sich die Macher einiges einfallen lassen, um die Mitwirkenden mit filmbezogenen Gimmicks zu erfreuen.
So erhält jeder, der 5 EUR beisteuert, einen Streaminggutschein für den fertigen Film. Ab 50 EUR erhaltet ihr den Streaminggutschein und eine von den Machern signierte DVD des Filmes und ab 250 EUR findet ihr euren Namen als Finanzier in den Filmcredits. Eine Spende von 500 EUR macht sogar eine Komparsenrolle im Film möglich!
Sollte dieses Finanzierungsexperiment, das im Übrigen schon einmal von Regie Enfant Terrible Dr. Uwe Boll (wenig erfolgreich) ausgetestet wurde und (deutlich erfolgreicher) der niederländischen Sängerin Hind Laroussi innerhalb von elf Tagen 40.000 EUR für die Aufnahmen ihres neuen Albums bescherte, erfolgreich sein und die notwendigen 170 000 EUR in 80 Tagen zusammenkommen, beginnen im August die Dreharbeiten zu "Hotel Desire".
Sollte das Vorhaben nicht gelingen, kommt das bis dahin gespendete Geld im Rahmen des "First Steps Award 2011" anderen aufstrebenden Filmemachern und ihren Projekten zugute. Jeder einzelne Förderer spendet somit bewusst für die Unterstützung des deutschen Filmnachwuchses.
Weitere Besonderheiten des Projektes
Der fertige Film wird seine Aufführung im Internet erleben. Eine Kinoauswertung schließt man zwar nicht von vornherein aus, Auswertungsplattform Nummer eins soll aber das Internet sein und damit der Ort, wo der Film dank des Crowdfunding entstanden wäre.
Ein gewagtes Experiment, bei dem jeder selbst wissen muss, ob er dem Projekt eine Chance geben möchte. Ihr könnt ab sofort euren eventuellen Anteil zu dem Erotikfilm beitragen. Geht einfach auf die Homepage und checkt ein im "Hotel Desire".
Das Projekt Hotel Desire unterstützen
© der Bilder: teamWorx, Fiessbach Film







