Die US-amerikanische Schauspielerin Tura Satana ist tot. Durch den Film "Die Satansweiber von Tittfield" (1965) von Russ Meyer zur Kultfigur geworden, verstarb die Femme fatale nach Berichten der "Los Angeles Times" bereits am vergangenen Freitag (4.2.2011) an Herzversagen.
Tura Satanas Leben und Karriere
Geboren wurde Tura Satana am 10. Juli 1938 (Quellen nennen auch 1935) in Hokkaido, Japan. Ihre Eltern zogen kurz darauf in die USA, wo sie in die Wirren des 2. Weltkrieges gerieten und in ein Internierungslager abgeschoben wurden. In diesen Lagern internierten die Amerikaner nach dem Angriff auf Pearl Harbor aus Angst vor Sabotageakten gegen die USA und zum Schutz der Japaner vor Übergriffen der amerikanischen Bevölkerung die japanischstämmigen Teile der US-Bevölkerung. Von da wurde Turas Familie nach Kriegsende nach Chicago umgesiedelt.
Hier begann sie schon mit 13 Jahren exotische Tänze zu erlernen und verband Akrobatik und Humor mit ihren tänzerischen Fähigkeiten. Dies kombiniert mit ihrem exotischen Aussehen machte bald die Traumfabrik auf sie aufmerksam und sie ergatterte meist als exotische Tänzerin Kleinstrollen in Filmen wie "Wer hat in meinem Bett geschlafen" (1963) oder dem Billy Wilder Klassiker "Das Mädchen Irma la Douce" (1963).
Dass sie auch Kampfsportarten beherrschte, machte sie für diverse Krimiserien der damaligen Zeit hochinteressant. Gastrollen in "Solo für O.N.K.E.L." oder "Amos Burke" waren die Folge. Den Durchbruch bescherte ihr 1965 Russ Meyer mit den "Satansweibern von Tittfield", der aber dennoch nicht zu der erhofften Karriereinitialzündung wurde. Denn danach dümpelte Tura weiterhin nur in TV Serien herum und filmtechnisch reichte es maximal für Trashheuler wie "Astro Zombies, Roboter des Grauens" (1968) oder "Das Kommando der Frauen" (1973).
Durchbruch als Schauspielerin dank Russ Meyer

Internationale Bekanntheit erlangte Tura Satana mit dem Kultfilm "Die Satansweiber von Tittfield" ("Faser, Pussycat! Kill! Kill!" 1965). Inszeniert von Kultregisseur Russ Meyer geht es natürlich auch hier vornehmlich darum, Frauen mit gigantischen Brüsten ins rechte Licht zu rücken. Dabei dreht sich alles um drei Stripperinnen, die dem Mann eines Pärchens, das ihnen an einem einsamen Autorennplatz begegnet, das Genick brechen und seine hysterische Frau in ihre Mitte "aufnehmen". Sie erfahren auf ihrer weiteren Fahrt irgendwann von einem ganzen Haufen Geld, der bei einem alten Farmer nur auf sie zu warten scheint. Hier geraten sie an einen gehbehinderten Mann und dessen Sohn und die Gewaltspirale beginnt sich unaufhaltsam zu drehen.
Ziel von Russ Meyer war eigentlich ein Gegenentwurf zu seinem vorher abgedrehten Film "Motorpsycho" (1965), bei dem das männliche Geschlecht über die Stränge schlagen durfte. Diesmal sollte den Frauen diese Ehre zukommen. Der Film selbst wurde bei seiner Premiere fast schon geflissentlich ignoriert und war vermutlich seiner Zeit schlicht und ergreifend zu weit voraus. Erst in den späten 80ern/frühen 90ern entdeckte man den Film und dabei vor allem Tura Satanas Anlage ihrer Rolle als brutaler Stripperin wieder, verpasste ihr den Spitznamen "Arnold Schwarzenegger der bösen Mädchen" und heftete dem Film den Begriff Kult an.





