25.08.2010

Action Heroes

Von der Einmannarmee zum Weicheihelden. Der Actionheld im Wandel der Zeit.

Der 26. August 2010 ist für alle Actionfans in Deutschland Feiertag. Denn dann befriedet unter der Regie von Sylvester Stallone eine ganze Heerschar von Actionfilmlegenden eine kleine Diktatur irgendwo am Arsch der Welt. Wir wollen in diesem Artikel dem Actionstar an sich huldigen, das Actiongenre unter die Lupe nehmen, "The Expendables" vorstellen und haben für euch ein Gewinnspiel an Land gezogen, bei dem ihr Preise zu dem Film "From Paris with Love" gewinnen könnt, der am 27. August 2010 von dem Label Universum auf Blu Ray und DVD erscheinen wird.

In diesem Artikel lassen es nicht nur die "Bad Boys" ordentlich krachen! © Sony Pictures Home Entertainment
In diesem Artikel lassen es nicht nur die "Bad Boys" ordentlich krachen! © Sony Pictures Home Entertainment

Action ist, wenn es laut scheppert

"Helden" wie Hayden Christensen machen mit Gurken wie "Jumper" das Genre kaputt. © Kinowelt
"Helden" wie Hayden Christensen machen mit Gurken wie "Jumper" das Genre kaputt. © Kinowelt

Schaut man sich heute Filme wie "Jumper", "Transformers", "Iron Man" oder "Tripple xXx" an, die allesamt unter dem Label "Actionfilm" firmieren, will man gar nicht glauben, dass diese Weicheierstreifen versuchen, dem Actionfilm ihr Brandzeichen aufzudrücken. Denn jeder Actionfan wird wissen, wie ein echter Actionfilm auszusehen hat!

Er darf keine oder eine nur schemenhaft erkennbare Story haben. Die Darsteller würden niemals auf den Gedanken kommen, sich selbst Schauspieler zu nennen und die größte Mühe macht ihnen nicht das körperliche Training für die Rolle, sondern das Auswendiglernen des Dialogbuchs. Der Rest besteht aus Blut, Schweiß, Geschrei, One Linern, dummem Gepose, willigen Frauen und einem Bodycount, der jedem Mathematiker die Schweißtropfen auf die Stirn treibt.

"Direct Action" mit Lundgren zeigt, wie Action geht! © Kinowelt
"Direct Action" mit Lundgren zeigt, wie Action geht! © Kinowelt

Wie das alles seinen Anfang nahm, ist schwer zu sagen, gab es doch schon immer actionintensive Filme, die man in die damals existierenden Genres nicht so recht einzuordnen wusste. Mit dem Aufkommen der Videotheken sollte sich dieses Problem aber lösen, denn nun wurde vermehrt der Begriff des Actionfilmes genutzt. Wir ziehen der Einfachheit halber mal eine klare Zäsur und sagen, der erste Actionfilm war:

Conan der Barbar

Arnold Schwarzenegger wusste als einer der ersten, was die Leute sehen wollten. Hier als Einmannrollkommando in "Der City Hai". © Kinowelt
Arnold Schwarzenegger wusste als einer der ersten, was die Leute sehen wollten. Hier als Einmannrollkommando in "Der City Hai". © Kinowelt

Dieser Film machte, obwohl er freilich eher der Fantasy denn dem Actiongenre angehört, einen vollkommen neuen Typus des Schauspielers salonfähig. Mimisches Talent und schauspielerische Fähigkeiten im Allgemeinen traten in den Hintergrund zugunsten eindrucksvoller Muskelmaschinen mit sehr - nennen wir sie - markanten Gesichtszügen. Nein, hübsch war der neue Prototyp des idealen Schauspielers wahrlich nicht. Der Darsteller von Conan hieß Arnold Schwarzenegger, war Bodybuilder und musste für diesen Film sogar gezielt Muskeln abbauen, um die Bewegungen während der Schwertkampfszenen überhaupt absolvieren zu können.

Das bedeutete aber nicht, dass er im Ausgleich seine Gesichts- oder Schauspielmuskeln trainieren musste. Dafür sorgten schon die damaligen Drehbuchautoren, die in den Folgejahren immer wieder denselben Heldentypus entwarfen: Wortkarg war der neue Held. Er ging meist harter, körperlicher, wenig intellektueller Arbeit nach. Er war und lebte einsam am Ende der Welt. Emotionale Bindungen hatte er maximal zu seinem Hund. Und er hatte einen extremen Hang zum Posen! Da war das Zähneputzen mit Oberkörper frei und Armmuskulatur angespannt noch die harmloseste Variante.

Sie waren eben ECHTE MÄNNER, die im weiteren Verlauf der Handlung keinerlei Charakterentwicklung durchmachen mussten. Stattdessen legten sie eine Spur der Verwüstung, polierten diverse Kauleisten, demokratisierten im Alleingang Diktaturen oder beschützten und begatteten eine sehr hilflose Frau. Actionheld will und muss sich ja fortpflanzen.

Schwarzenegger war nur der Anfang einer Heldenschwemme

Sylvester Stallone folgte Schwarzenegger nach. Hier in "Rambo II". © Kinowelt
Sylvester Stallone folgte Schwarzenegger nach. Hier in "Rambo II". © Kinowelt

Schwarzenegger war nur die Initialzündung für diese neue Schauspielergeneration. Seinem Vorbild folgten viele nach. So hatte Sylvester Stallone mit "Rocky" zwar schon vor Schwarzenegger einen Superhit gelandet, nur präsentierte er sich hier eher fleischig und verletzlich denn muskulös und stahlhart.

Nach "Conan" änderte sich dies deutlich. Sly pumpte ebenfalls ordentlich und lancierte mit John Rambo einen weiteren Kultcharakter der frühen 80er Jahre. Stallone selber entdeckte Dolph Lundgren für "Rocky IV".

Chuck Norris prügelte sich schon früh durch ziemlich käsige Streifen wie "Der Gigant". © Kinowelt
Chuck Norris prügelte sich schon früh durch ziemlich käsige Streifen wie "Der Gigant". © Kinowelt

Ein Chuck Norris prügelte sich derweil vor allem erfolgreich durch die Videotheken. Ihm wiederum verdanken Jean Claude van Damme und Michael Dudikoff ihren Einstieg ins Actiongeschäft. Bei van Damme war es tatsächlich einer seiner ersten Jobs in Hollywood, als er als Stuntmen in Norris' "Missing in Action" mitwirkte und bei Michael Dudikoff sorgte die Absage von Norris für "American Fighter" für den ultimativen Karriereschub, wurde er doch so zum beliebtesten aller American Ninjas.

Van Damme punktete vor allem mit enormer Körperbeherrschung. Hier in seinem Regiedebüt "The Quest". © Kinowelt
Van Damme punktete vor allem mit enormer Körperbeherrschung. Hier in seinem Regiedebüt "The Quest". © Kinowelt

Alle genannten Darsteller sind wahrlich nicht bekannt für hochtrabende Dialoge oder tolle Darstellerleistungen, aber das wollte damals auch keiner sehen. Bezeichnend ist die legendäre Geschichte, als van Damme beim Casting für "Bloodsport" auf des Produzenten Schreibtisch sprang, um da seinen legendären Spagat hinzulegen, was ihm die Rolle und damit seinen Durchbruch bescheren sollte. Die Leute geiferten nach neuen, immer härteren und - mit Verlaub - dümmeren Actionfilmen und Erfolg reihte sich an Erfolg.

Die Stars dieser Filme wurden nicht nur extrem gut bezahlt, sondern sie wurden auch zu Sexsymbolen, die fast schon inflationär auf den Titelseiten der damaligen Zeitschriften in eindeutigen Posen abgebildet wurden. Beinahe ikonenhaft wurden die Stars des Genres abgefeiert, wobei der Fokus bei so gut wie allen auf der Physis ruhte.

Die neuen Sexsymbole waren gestählte Muskelmaschinen wie Sly in "Rambo III". © Kinowelt
Die neuen Sexsymbole waren gestählte Muskelmaschinen wie Sly in "Rambo III". © Kinowelt

Denn die 80er sind bekanntermaßen auch der Ausgangspunkt einer ganz neuen Art von Körperbewusstsein der amerikanischen Gesellschaft (und später auch vom Rest der Welt) gewesen. Wer etwas auf sich hielt, ging in Muckiebuden oder schwitzte beim Jogging am Strand. Die ganze Gesellschaft Amerikas war vom Fitnesswahn befallen und die neuen Filmstars lieferten die idealen Blaupausen für verschiedenste Begehren.

Christopher Lambert gehörte dank Streifen wie "Gunmen", "Highlander" oder dem hier bebilderten "Mean Guns" ebenfalls zu den Actionheroen und überzeugte eher durch Fitness, denn durch Muskelpower. © Eurovideo
Christopher Lambert gehörte dank Streifen wie "Gunmen", "Highlander" oder dem hier bebilderten "Mean Guns" ebenfalls zu den Actionheroen und überzeugte eher durch Fitness, denn durch Muskelpower. © Eurovideo

Die Bodybuilding Fans eiferten Muskelbergen wie Schwarzenegger und Stallone nach. Die Fitness-Fans (und viele weibliche Fans) hielten sich eher an van Damme, Dolph Lundgren oder Michael Dudikoff. Diese waren zudem die Vorbilder für die Hinwendung des Westens zu den asiatischen Kampfsportarten und den damit verbundenen Körperbauidealen.

Sie waren drahtig, wendig, schnell und hatten kein Gramm Fett am Körper. Wie durchschlagend vor allem dieses Ideal war, belegt die Flut an nachfolgenden - vor allem in den Videotheken erfolgreichen - Kampfsportlern. Genannt seien Don Wilson ("Bloodfist Fighter"), Olivier Gruner ("Nemesis"), Jeff Speakman ("Die Perfekte Waffe"), Brandon Lee ("The Crow"), Gary Daniels ("Rage") oder Eric Roberts ("Karate Tiger IV"). Mehr und mehr befruchteten sich filmische Kunstrealität und Realität gegenseitig und pushten den Körperkult in der Gesellschaft und in den Filmen in immer neue Sphären.

Ist der wahre Actionheld auch dumm?

Dolph Lundgren erlernte weniger das Rocken wie hier in "Command Performance" sondern ist Diplomchemiker © Kinowelt
Dolph Lundgren erlernte weniger das Rocken wie hier in "Command Performance" sondern ist Diplomchemiker © Kinowelt

Erstaunlicherweise ging mit diesem Körperkult auch immer das Vorurteil vom tumben Actionstar einher. Und betrachtete man die simple Figurenzeichnung der Actionfilme, schienen auch die Drehbücher dieses tumbe Image nur zu gerne zu bedienen. Doch die Stars des frühen Actionfilmes waren alles andere als dumm.

Lundgren hatte ein Diplom als Chemiker, Schwarzenegger studierte Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Dudikoff wollte vor seiner Entdeckung als Model Kindertherapeut werden und studierte Psychologie, Stallone war und ist den musischen Künsten zugeneigt und erhielt für sein Rockydrehbuch den Oscar. Auch gesellschaftlich engagierten sich die neuen Superstars. Beispielsweise sei Chuck Norris Stiftung für "Aufklärungsarbeit und Hilfestellung im Kampf gegen Drogen" genannt.

Michael Dudikoff wollte Kindertherapeut werden, bis ihm das Actiongenre wie hier in "In einsamer Mission" dazwischenkam. © Splendid Home Entertainment
Michael Dudikoff wollte Kindertherapeut werden, bis ihm das Actiongenre wie hier in "In einsamer Mission" dazwischenkam. © Splendid Home Entertainment

Letztlich waren sie allesamt Meister der Selbstvermarktung, die genau wussten, was das Publikum wollte. Diese Wünsche bedienten sie nur zu gerne, erwiesen sich aber fernab der großen Leinwände immer wieder als umgängliche und intelligente Menschen.

Der 80er Actionfilm überholt sich selbst

Immer schneller, höher, weiter ... ein Genre überholt sich selbst. "The Mechanik" © Kinowelt
Immer schneller, höher, weiter ... ein Genre überholt sich selbst. "The Mechanik" © Kinowelt

Doch irgendwann war der Markt mit immer neuem Actionkrawall übersättigt und die Zahlen brachen vor allem Ende der 80er deutlich ein. Doch was war geschehen? Will man dem Niedergang des harten 80er Jahre Actionfilmes ein Datum verpassen, könnte man dies ziemlich genau auf "Rambo III" datieren. Der lange Zeit letzte Film der Kultreihe wurde 1988/89 gnadenlos von der Realität eingeholt! Der eiserne Vorhang war gefallen. Die Feindbilder wandelten sich. Das allgemeine politische Klima war einer grundlegenden Veränderung unterworfen, nicht zuletzt dank dem Ende der Reaganpräsidentschaft, die durch einen starken Patriotismus geprägt war, was sich auch in den Filmen widerspiegelte.

Fortan konnte man es sich nicht mehr erlauben, tumbe Muskelmaschinen gegen gesichtlose Dschungelbösewichte zu Felde ziehen zu lassen und im Nachhinein diverse Kriege zu gewinnen. "Rambo III" blieb im Zuge dieses veränderten Klimas weit hinter den Erwartungen zurück und die Actionhelden der 80er verharrten kurzfristig in Schockstarre.

Die 90er verlangen nach neuen Helden

Rutger Hauer war auch dank "Hitcher der Highwaykiller" zum Star der 80er geworden. Seine Karriere erwies sich aber als facettenreich genug, um den Niedergang des 80er Actionkinos zu überstehen. © Kinowelt
Rutger Hauer war auch dank "Hitcher der Highwaykiller" zum Star der 80er geworden. Seine Karriere erwies sich aber als facettenreich genug, um den Niedergang des 80er Actionkinos zu überstehen. © Kinowelt

Im gleichen Jahr, in dem "Rambo III" floppte, startete "Stirb Langsam" in den Kinos. Hier gestalteten sich nicht nur die Feindbilder und deren Motive deutlich komplexer, auch die Helden wurden es. Aus den unbesiegbaren, muskelstrotzenden Einmannarmeen wurde der Held von nebenan, der eher zufällig zur falschen Zeit am richtigen Ort war.

Der Actionheld an sich wurde menschlicher, witziger, hemdsärmliger, hatte gerne Laster wie Alkohol und Frauen, frotzelte bevorzugt vor sich hin, während er Bösewichter killte, und war letztendlich mit dem Begriff smart hervorragend umschrieben. Das Tumbe der "alten" Actionhelden, die alten Feindbilder aus Zeiten des Kalten Krieges und vor allem die extreme Körperlichkeit der 80er schienen durch diesen neuen, "alltäglichen und seltsam normalen Actionstar" komplett abgelöst. Bruce Willis oder Mel Gibson seien hier stellvertretend genannt.

Mel Gibson - hier in "Air America" - und Bruce Willis wurden zu den neuen Action Role Models © Kinowelt
Mel Gibson - hier in "Air America" - und Bruce Willis wurden zu den neuen Action Role Models © Kinowelt

Auch fand in den 90ern insbesondere durch die "Lethal Weapon" und "Stirb Langsam" Fortsetzungen eine weitere Umorientierung statt, die insbesondere mit den Namen Joel Silver, Don Simpson und Jerry Bruckheimer verbunden war. Dank dieser unglaublich erfolgreichen Produzenten gehörte es ab sofort zum guten Ton, dass pro Film mindestens ein Hochhaus weggesprengt wurde und dem Humor eine immer größere Rolle zukam. Eskapismus wurde insbesondere im Kinobereich zum neuen Zauberwort. Doch dabei explodierten die Budgets, wodurch die Gewinne freilich immer schmaler wurden ... der Niedergang des Actionfilmes schien besiegelt.

Steven Seagal verschärfte in den 90ern die knüppelharte Gangart ungemein und behält dies bis heute bei, wie "A Dangerous Man" beweist. © Kinowelt
Steven Seagal verschärfte in den 90ern die knüppelharte Gangart ungemein und behält dies bis heute bei, wie "A Dangerous Man" beweist. © Kinowelt
Brachiale Brutaloaction im ersten van Damme / Lundgren Gipfeltreffen "Universal Soldier". © Kinowelt
Brachiale Brutaloaction im ersten van Damme / Lundgren Gipfeltreffen "Universal Soldier". © Kinowelt

Parallel zu dieser Entwicklung setzte unvermutet eine Renaissance des harten Actionfilmes ein. Vorreiter dieser neuen, ultraharten Actionfilmwelle wurde Steven Seagal, der mit jeder neuen Produktion die Limits weiter nach oben schraubte. In seinen Filmen wurde verhackstückt und gemetzelt, dass selbst erprobten Actionfans der Mund sperrangelweit offen stand.

Es folgten einige der härtesten Actionfilme überhaupt, in denen alles erlaubt zu sein schien und in dem vor allem auch einige Helden der 80er wieder vermehrt auftauchten. "Last Boy Scout", "Stone Cold", "Geballte Ladung" (mit van Damme), "Universal Soldier" (van Damme und Dolph Lundgren), "Alarmstufe Rot" und "Cliffhanger" (mit Sly) seien stellvertretend genannt.

Doch leider machten diese Filme vermehrt ihren meisten Umsatz in den Videotheken und mehr und mehr wurden die Stars der härteren Gangart wie die neuen, smarten Actionhelden von den Leinwänden verdrängt.

Der Actionfilm wird zu Grabe getragen

Als der Hollywoodactionfilm darbte, schielten viele Actionfans nach Asien, wo Stars wie Jet Li die Leinwände innovativ rockten. Als Beispiel sei der irrwitzige "Black Mask" genannt. © Kinowelt
Als der Hollywoodactionfilm darbte, schielten viele Actionfans nach Asien, wo Stars wie Jet Li die Leinwände innovativ rockten. Als Beispiel sei der irrwitzige "Black Mask" genannt. © Kinowelt

In Hollywood selber folgte die Beerdigung des 80er und 90er Actionfilmes ironischerweise mit einem der besten Actionkracher überhaupt: "The Rock" von Michael Bay. Neben Bay drängten nun immer mehr ehemalige Werbe- und Videoclipregisseure in das Filmbusiness, missbrauchten den Actionfilm als Testgelände ihrer Werbeoptik und richteten den Actionfilm wie vorher ihre Werbeclips vollkommen auf das neue Zielpublikum aus.

Und dieses hatte sich über die Jahre stark verjüngt! Der neue Kinogänger war im Teenageralter und hatte keinerlei Lust auf die alte Garde der Actionhelden. Sie wollten Identifikationsfiguren, die kaum älter als sie selbst waren oder sich gut anhimmeln ließen. Die Folge waren Helden, die nicht selten an Milchbubis erinnerten.

Eskapismus pur inklusive Einmarsch auf Kuba in "Bad Boys II". © Sony Pictures Home Entertainment
Eskapismus pur inklusive Einmarsch auf Kuba in "Bad Boys II". © Sony Pictures Home Entertainment

Stars wie Shia LaBeouf (Transformers), Matt Damon ("The Bourne Trilogie") oder Orlando Bloom ("Fluch der Karibik") machten den Actionhelden an sich so unsexy, wie man es sich nur vorstellen kann.

Das Actionkino selbst wurde zum puren Eskapismus, der mit den Actionfilmen von früher nichts mehr zu tun hatte. Die Action wurde durch Spezialeffekte ersetzt, die Kameras schwankten, bis selbst den Matrosen im Publikum schlecht wurde, und sogar das Kunstblut wich extrem künstlichen Computerblutfontänen. Nichts durfte mehr weh tun. Alles, auch die Helden, mussten glatt und sauber sein und die Political Correctness schwebte wie ein Damoklesschwert über dem modernen Actionfilm.

Jason Statham - der aktuelle einzig wahre Actionheld? Hier in "Schwerter des Königs". © Splendid Home Entainment
Jason Statham - der aktuelle einzig wahre Actionheld? Hier in "Schwerter des Königs". © Splendid Home Entainment

Im Grunde ist ein Jason Statham die letzte, einzig wahre Bastion im Kampf gegen den Untergang des kernigen Actionhelden. Denn Statham wirkt häufiger, als sei er einfach zu spät geboren, so unflätig und brutal kommen seine Charaktere ab und an herüber.

Die Actionhelden von früher geben nicht auf!

Lundgren entdeckte zum Jahrtausendwechsel sein Regietalent und dreht aktuell die wohl besten Old School Actioner überhaupt. So das Frontalbrett "The Mechanik" © Kinowelt
Lundgren entdeckte zum Jahrtausendwechsel sein Regietalent und dreht aktuell die wohl besten Old School Actioner überhaupt. So das Frontalbrett "The Mechanik" © Kinowelt

Statham spielt auch die Tatsache in die Karten, dass der Actionfilm der härteren Gangart aktuell einen zweiten Frühling erlebt. Denn die Actionopas von einst rücken wieder ins Rampenlicht!

Dolph Lundgren dreht in Eigenregie die besten Filme seiner Karriere ("The Mechanik", Command Performance), Jean Claude van Damme erntet begeistertes Kritikerlob für seine erste ernste Rolle in JCVD, Stephen Seagal dreht nach gefühlten hundert miesen Filmen endlich wieder qualitativ hochwertigere Kost ("A Dangerous Man"), der ehemalige Videothekenstar Gary Daniels erlebt ein kleines Comeback ("Tekken") und Sylvester Stallone zog den Actionfans rund um den Globus mit seinem Actioninferno "John Rambo" die Schuhe aus.

Sammelte unglaubliches Kritikerlob für "JCVD" - Jean Claude van Damme © KochMedia
Sammelte unglaubliches Kritikerlob für "JCVD" - Jean Claude van Damme © KochMedia

Und er ist es auch, der einen Haufen ehemaliger Actionstars zusammenrief, um mit ihnen den feuchten Traum eines jeden Actionfilmfans zu drehen:

The Expendables

Copyright aller "The Expendables" Bilder: Splendid
Copyright aller "The Expendables" Bilder: Splendid

Originaltitel: Expendables, The

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010

Regie: Sylvester Stallone

Darsteller:
Sylvester Stallone
Jason Statham
Jet Li
Dolph Lundgren
Eric Roberts
Randy Couture
Steve Austin
David Zayas
Giselle Itié
Terry Crews
Mickey Rourke
Bruce Willis
Arnold Schwarzenegger
Gary Daniels
Charisma Carpenter

 
Werden für einen heftigen Bodycount sorgen. "The Expendables".
Werden für einen heftigen Bodycount sorgen. "The Expendables".
Sly in Action.
Sly in Action.

Für "The Expendables" versammelte Sylvester Stallone neben Dolph Lundgren, Gary Daniels, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger auch die 80er Filmikonen Mickey Rourke (Iron Man II) und Eric Roberts (The Butcher) vor der Kamera, lässt sie auf die jungen Wilden Jason Statham (Death Race), Jet Li ("Fearless"), Terry Crews (Gamer) und Steve Austin ("Die Todeskandidaten") treffen und entfesselt diese geballte Actionstarpower auf der großen Leinwand, um dem verweichlichten Actionkino mit riesigen Feuerbällen die Pussyhaftigkeit aus den Knochen zu blasen. Dies belegen schon Berichte von den Dreharbeiten, bei denen Steve Austin Sylvester Stallone tatsächlich das Genick brach, was mit einer Metallplatte glücklicherweise gerichtet werden konnte.

"The Expendables" verspricht Blaue Bohnen und Feuerbälle satt.
"The Expendables" verspricht Blaue Bohnen und Feuerbälle satt.

Im Film geht es um eine Gruppe Söldner unter Führung von Barney Ross, die in Südamerika einen kaltblütigen Diktator stürzen soll. Als man vor Ort angekommen ist, muss man feststellen, dass sich die allgemeine Situation doch deutlich komplizierter darstellt und es mit der "Absetzung" des Diktators nicht getan sein wird. So geraten die Söldner in ein tödliches Spiel aus Täuschungen und Verrat und selbst den Leuten aus den eigenen Reihen kann man nicht wirklich trauen. Sie werden zu Expendables, zu Opferlämmern, die für militärische Ziele zur Schlachtbank geführt werden und die niemand vermissen wird ...

  • Action Heroes
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Der Trailer zu The Expendables

http://www.youtube.com/v/5q3YeQR6j28?hl=de_DE&version=3
 
 
Haut in "The Expendables" auch auf die Kacke: Jason Statham!
Haut in "The Expendables" auch auf die Kacke: Jason Statham!

Jason Statham, der mit den "Expendables" seinen Ruf als Actionheld nur unterstreichen wird, verdankt seinen Erfolg neben harter Arbeit an sich selbst vor allem dem Umstand, dass er früh Kontakte in das Land knüpfen konnte, das aktuell scheinbar als einzige Filmnation in der Lage ist, ungeschliffen rohe Streifen zu produzieren.

Die Rede ist natürlich von Frankreich und da vor allem von den Luc Besson Produktionen "Transporter", "Hitman", "Ghettogangz I und II" oder 96 Hours, denen es auf grandiose Art und Weise gelingt, die alten Werte und Inhalte des Actionfilmes modern zu verpacken und so unterhaltsame Testosteronbomben zu produzieren. Wir wollen euch mit "From Paris with Love" einen neueren dieser Vertreter vorstellen, da die DVD/Blu Ray zum Film ab 27. August im deutschen Handel zu erwerben sein wird.

From Paris with Love

Copyright aller "From Paris with Love" Bilder: Universum Film GmbH
Copyright aller "From Paris with Love" Bilder: Universum Film GmbH

Originaltitel: From Paris with Love

Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2010

Regie: Pierre Morel

Darsteller: John Travolta, Jonathan Rhys Meyers, Kasia Smutniak, Amber Rose Revah, Melissa Mars, Richard Durden, Farid Elouardi, Chems Dahmani, Frédéric Chau u.a.

Freigabe: FSK 16

Laufzeit: 89 Minuten

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch jeweils Dolby Digital 5.1
Extras: Making Of, Interviews mit Cast & Crew, B-Roll, Musikclip
Verpackung: Amaray mit Wendecover!

Verleih: Universum Film GmbH

Zur Facebookseite des Filmes

Der Trailer

http://www.youtube.com/v/wc2aBF29bo4?hl=de_DE&version=3

Paris, Stadt der Hiebe

James Reece würde gern etwas mehr Action erleben. © Eric Caro
James Reece würde gern etwas mehr Action erleben. © Eric Caro

"Mist", das denkt sich James Reece ständig. Der junge Mann wäre so gerne Agent im Außendienst, doch bis auf ein paar simple Autoaustauschereien und Nummernschildabschraubaktionen im Dienste der amerikanischen Botschaft in Paris will einfach nichts Spektakuläres für ihn abfallen. Seiner Verlobten macht er zwar vor, er sei der Agentenhotshot schlechthin, doch nicht einmal jene will ihm den gefährlichen Agenten so recht abnehmen.

Doch James Chance soll kommen … und zwar in Gestalt des Amerikaners Charlie Wax, den James in den nächsten Stunden chauffieren soll. Dieser ist das komplette Gegenteil von Schreibtischhengst James: Flegelhaft, unflätig, groß, breit und allzeit gewaltbereit. Eine Stunde später zählt James bereits mehr als 20 Tote, die allesamt auf das Konto von Charlie gehen, während jener mit der Sensibilität einer Abrissbirne durch die französische Unter- und Halbwelt wütet.

Sorgt für mehr Action, als James lieb ist: Charlie Wax. © Rico Torres
Sorgt für mehr Action, als James lieb ist: Charlie Wax. © Rico Torres

Das Ganze wäre für James vermutlich sogar ganz witzig, würden sich um ihn herum nicht auf einmal noch mehr Leichen stapeln … und die Mingvase voller Kokain in seinen Armen lässt ihn auch nicht wirklich lockerer werden. Zudem hat er keinen Schimmer, wo der Auftrag von Charlie Wax die beiden hinführen wird.

Action hui, Story pfui

Auch wenn es so aussieht, die beiden Helden lassen den Kopf nicht hängen. © Eric Caro
Auch wenn es so aussieht, die beiden Helden lassen den Kopf nicht hängen. © Eric Caro

Da geht es ihm wie dem Zuschauer, der bis kurz vor dem Showdown keine Ahnung hat, worauf die ganze Chose eigentlich hinauslaufen wird. Dadurch entsteht durchaus eine ordentliche Grundspannung, die den Film halbwegs über die Runden rettet. Leider offenbart sich das Storygeheimnis dann als arg konstruiert und hängt dramaturgisch ziemlich in der Luft, ohne irgendeinen rechten Sinn machen zu wollen. Ansonsten spult der Streifen alle Klischees des beliebten Buddymoviemotivs ab und hat in Charlie und James ein wundervoll ungleiches Gespann, das sich mit Verve durch die verwickelte Story schraubt, wobei recht schnell auffällt, wer in dem Film der Star ist …

Denn Jonathan Rhys Meyers verkommt doch recht schnell zum Stichwortgeber und Körbezuspieler für den richtig aufdrehenden John Travolta, der hier mit sichtlichem Spaß die amerikanische Rampensau gibt. Dabei überdreht er zwar ab und an auch gar sehr und overacted sich um Kopf und Kragen, insgesamt macht Travolta aber einen sehr guten Job, der für einige herbe Lacher gut ist. Einzig die mühsame Pulp Fiction Referenz in Burgerform ließ mich dann ordentlich genervt mit den Augen rollen. Das war ein Stück zuviel des Guten.

James Freundin ahnt noch nichts von James neuer Karriere. © Magali Bragard
James Freundin ahnt noch nichts von James neuer Karriere. © Magali Bragard

Problematisch wird’s leider in Sachen Bösewichter, denn aufgrund der Art und Weise, wie die Geschichte aufgezogen wird, wird der eigentliche Bösewicht erst gegen Ende des Filmes installiert, was ihm die Möglichkeit nimmt, irgendeine Form von echter Bedrohung aufzubauen und auch deshalb vor den Baum geht, weil der Bösewicht eben zum konstruierten Ende dazugehört, das ja allgemein einen etwas abgestandenen Eindruck hinterlässt.

Zumindest brettert Regisseur Pierre Morel, der unlängst mit Taken (96 Hours) bewiesen hat, dass er das Actionhandwerk versteht, mit ordentlich Tempo über die Storyprobleme hinweg und inszeniert harte, teils recht brutale und vor allem sehr zynische Actionscharmützel, in denen er gar beherzt am Bodycount dreht und ein paar sehr coole Momente aus der Hüfte schießt. Etwa wenn Charlie Wax in John Wooscher Zeitlupenästhetik mit zwei MP5s um sich ballernd eine ganze Armee von Killerschergen umnietet und dabei auch eine Fabrik mit Schaufensterpuppen zu Klump schießt.

Immer dabei ... eine Vase voller Koks © Eric Caro
Immer dabei ... eine Vase voller Koks © Eric Caro

Leider fehlen dem Film aber ein paar spektakulärere Momente, beschränkt er sich doch weitestgehend auf Shoot Outs und bis auf zwei kleinere Explosionen will der große Big Bang einfach ausbleiben. Auch der Showdown mutet im Vergleich zu den bisher abgebrannten Actioneinlagen arg einfallslos und eilig abgehakt an. Und so manche Einlage versaut Morel gar heftig. Hier sei die elend lange, zu keiner Pointe geführte Szene um Travolta, einen Raketenwerfer und eine Autoverfolgungsjagd genannt.

Werden zu echten Buddys: James und Charlie © Rico Torres
Werden zu echten Buddys: James und Charlie © Rico Torres

Optisch inszeniert Morel ein dreckiges und heruntergekommenes Paris, was sich ab und an ein wenig mit dem angeschlagenen, eher witzigen Grundton beißt. Gerade in der Action arbeitet der Regisseur aber handwerklich absolut sauber und schraubt auch den unmittelbaren Wackelkameraeinsatz aus Taken deutlich zurück. Der aufgefahrene Score legt gut los, wird im weiteren Verlauf des Filmes aber immer schwächer und lässt richtig gute Themen komplett missen.

Macht's nun Spaß?

Steht der Eifelturm noch? Glaube schon! © Rico Torres
Steht der Eifelturm noch? Glaube schon! © Rico Torres

Was bleibt ist ein Buddy Movie, das während des Anschauens ganz gut unterhält, mit der Logik aber extrem auf Kriegsfuss steht und sich einige derbe Schwächen im Storypart leistet, die "From Paris with Love" auch einige Tempounstimmigkeiten bescheren und immer wieder die Frage aufkommen lassen, wie denn nun Handlungspart A mit B zusammenhängt. Wer in diesem Zusammenhang auf ein klärendes Ende hofft, dürfte ziemlich enttäuscht werden.

Kurzum: Dieser Film wird nur dann richtig funktionieren, wenn ihr euer Hirn vorm Starten des Filmes ausschaltet, euch auf blaue Bohnen satt, einen amtlichen Bodycount, ordentlich Zynismus und einen wuchtig daherkommenden John Travolta einstellt. Wem das reicht, der wird seinen Spaß haben.

Die DVD kaufenDie Blu Ray kaufen

Gewinnspiel

Gemeinsam mit der Universum Film GmbH veranstalten wir zum Heimkinostart des Actionböllers ein kleines Gewinnspiel. Hierbei könnt ihr zwei Fanpakete zum Film, bestehend aus jeweils einer "From Paris with Love" DVD, dem Filmposter und einem Schlüsselanhänger gewinnen!

Alles was ihr dafür tun müsst, ist, folgende Fragen zu beantworten:

John Travolta war in Actionfilmen zumeist als Bösewicht besetzt.

1. Wie hieß der Film, in dem seine Schergen die Familie von Frank Castle meuchelten, woraufhin jener sich ein Totenkopf T-Shirt überstreifte, um Travolta umzunieten?

2. In einem anderen Film musste ihm Hugh Jackman einen Trojaner programmieren, damit er viel virtuelles Geld klauen konnte, um sich die nackte Halle Berry leisten zu können. Wie hieß dieser Film?

3. In welchem Film trug Herr Travolta diese Frisur spazieren?

Action Heroes

Alle drei Lösungen schickt ihr bitte per Clubmail mit dem Betreff "Action" an freeman.

Einsendeschluss ist Dienstag, der 31. August 2010 um 23:59 Uhr.

Bei mehr als zwei richtigen Einsendungen entscheidet das Los und der Rechtsweg ist wie gewohnt ausgeschlossen.

 

Der Kreis schließt sich

Dank innovativen Actionstreifen wie "Matrix" oder "Terminator" ist das Actiongenre nie uninteressant geworden und wird es auch in Zukunft niemals werden! "The Expendables" und "Machete" sind sicher erst der Anfang einer neuen Actionoffensive ... Copyright: Kinowelt
Dank innovativen Actionstreifen wie "Matrix" oder "Terminator" ist das Actiongenre nie uninteressant geworden und wird es auch in Zukunft niemals werden! "The Expendables" und "Machete" sind sicher erst der Anfang einer neuen Actionoffensive ... Copyright: Kinowelt

Neben den "Expendables" erwartet uns gegen Ende des Jahres mit Robert Rodriguez' "Machete" ein weiteres Zusammentreffen diverser 80er und 90er Jahre Stars wie Don Johnson und Steven Seagal. Dieses auf Old School Actionstreifen getrimmte Powerhouse von einem Film hat ganz nebenbei auch noch die Schauspielinstanz Robert de Niro aufzuweisen. Und aktuell wird von so vielen Kollaborationen verschiedenster Actionstars gemunkelt, dass man kaum noch hinterherkommt.

Und so schließt sich heute - mit Filmen wie "The Expendables" und
"Machete" und Jahre nach der eigentlichen Hochzeit der Actionhelden - der Kreis. Denn heute sind die Actionhelden von damals erst recht nicht mehr schön anzusehen. Der einzige Unterschied: Was sie damals mit Physis und Muskelkraft ausglichen, machen sie heute mit Altersmilde, Charme, Selbstironie, Charisma und einer Extraportion Witz wieder wett. Und sagt man nicht, dass Männer mit dem Alter immer interessanter und sexier werden? Und damit ein Hoch auf die alten Recken, mögen sie uns noch lange erhalten bleiben …

In diesem Sinne:
freeman

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Kommentare


One-Liner von Sly gab es auch jüngst auf Twitter. Da ließ der Actionopa nämlich verlauten, dass er mit einigen Ideen zu einer Fortsetzung spielt wie z.B. Bruce Willis als Oberschurke zu besetzen und zeigte auch ein Ohr für die Vorschläge der Fans:

Ein Fan schlug vor, dass Steve 'Stone Cold' Austin auch im zweiten Teil zuschlägt, zum Beispiel als Zwillingsbruder des Widersachers aus "The Expendables". "Genau das hat Bruce auch vorgeschlagen", postete Sly zurück. "Aber verdammt, soll ich wirklich nochmal gegen dieses Monster kämpfen!!!???"
Quelle: Kino

Das manche selbst im hohen Alter nicht die Finger von Action orientierte Rollen lassen können scheint langsam die Runde zu machen. Ford will Indiana Jones nochmals geben und Willis werkelt schon an seinem nächsten Auftritt als John McClane.
Das sowas allerdings wirklich funktionieren kann, bewies 2003 Sean Connery in Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen … zu dessen Produktion er bereits 73 (!?!) Lenze auf dem Buckel hatte. Ich bin jedenfalls gespannt!!!

Grüße
Jimbo

Zwischen den Zeilen passiert da bei Expendables nix. Es setzt eher einen One Liner nach dem anderen *lach*

In diesem Sinne:
freeman

Ich bin gespannt. Denn das Zusammentreffen zwischen deNiro und Pacino fand ich absolut grandios. Vor allem, weil da soo viel zwischen den Zeilen geschah, das einfach nur durch ihre eigentlich ja sehr sparsame Mimik vor Ort geschah! Da stimmte jedes Zucken im Mundwinkel, jeder Blick, einfach alles.
Das fiel mir aber auch erst beim zweiten Ansehen von "Heat" auf: Erst dachte ich auch "was, darum haben die jetzt so einen Wirbel gemacht?" - Bis mir klar wurde, dass es wirklich die zentrale Stelle des Films war! Es war der Wendepunkt, ab dem klar war, dass da zwei wirklich auf Augenhöhe sind, sowohl schauspielerisch als auch von ihrer Rolle her.

Hmmm, das Aufeinandertreffen berühmter Filmikonen wäre eigentlich ein schönes Thema hier.
Ich denke, das bastele ich in den nächsten Tagen mal. *g*

und Daniels (was ein Abgang!!!)

Alter ... da hat das ganze Kino ein kollektives "BOAH!" rausgehauen, bei uns! Vom feinsten!! *oh* *fiesgrins*

Nicht anders ist auch zu erklären, dass die im Grunde sinnlose Szene um Sly, Arnie und Willis Filmgeschichte schreiben muss, mehr noch als das blöde Heataufeinandertreffen von DeNiro und Pacino! Basta!

Dem ist nichts hinzuzufügen! *zwinker*

Grüße
Jimbo
The Expendables!

Sodale, war inzwischen viermal drin und vor allem von der ersten Sichtung blieb mir vor allem der Augenblick in Erinnerung, in dem ich nach Monaten des Bangens und Hoffens (kommter, wer spielt nun mit, cut in Deutschland) die fettesten Bikes der Filmgeschichte über die Leinwand rollten, der Boden zu Beben begann ob des Sounddesigns und ein ehrfürchtiges "Das wird laut" durch den Saal raunte. Und auf einmal war da dieses megafette Grinsen, das einfach nicht mehr aus dem Gesicht weichen wollte! Der "Warnschuss" und der köstliche "Was macht Gunnar da?" Moment machten das Grinsen nur noch breiter.

Klar, es wäre viel geiler gewesen, wenn die Blassnasen Randy Couture (who???) und Terry Crews (der Irre aus Gamer als Held? Wat?) neben dem herrlich prolligen und leider etwas untergehenden Steve Austin als Bodyguards den imo köstlichen Eric Roberts flankiert hätten und Lundgren und Daniels (was ein Abgang!!!) zum eigentlichen Expendables Team gehört hätten. Mit zunehmender Laufzeit merkt man aber, dass Stallone dies absichtlich macht, schafft er es in seinem straff durchgezogenen Film doch eh nur die wichtigsten Personen halbwegs zu unterfüttern. Lundgren macht dabei am meisten Laune, weil er einfach herrlich Rampensaumäßig durch den Film poltert, Li wirkt meines Erachtens teils komplett deplatziert, was aber an Slys Inszenierung liegt.

Er ist als Gegensatz zu den Hünen drin, hat - offenbar als Referenz an seine Amianfangszeiten - nur drei Zeilen Text, die er 20 mal wiederholt und wird in seinem prinzipiell geilen Fight gegen Lundgren (Wie groß bist du, Einsfuffzig? *lach*) totgeschnitten. Schade. Was herrlich war und ist, ist, dass hier eigentlich nicht Filmcharaktere, sondern die Filmografien der Darsteller aufeinander treffen. Das, was einem im Vorfeld so durch den Kopf schwebte, wird hier wirklich lebendig auf der Leinwand! Großartig!

Unglaublich stark wird Jason Statham von Sly in Szene gesetzt. Zum einen stimmt zwischen den beiden einfach die Chemie (zw. Lundgren und Stallone auch, weil da irgendwie immer noch Rocky 4 massiv mit reinspielt und so die Fetzen sowohl in Blicken als auch in Worten herrlich fliegen) und zum anderen inszeniert Sly Statham wie in dessen besten Rollen. Man meint wirklich, man sehe einem Fanboy oder Lehrer(?)(Sly) zu, wie er seine Ikone oder vielleicht Ziehsohn(?) (Statham) inszeniert.

Die Action ist einfach geil. Heiß, Heißer, am Heißesten! (um mal im 80er Modus zu bleiben *zwinker* ) Als Statham ud Co. nochmal umkehren, um ein paar Lumpenhunde in Grund und Boden zu Ballern, obwohl die Situation längst geklärt ist, gröhlte bei mir der ganze Saal. Das ist so überlebensgroß. Ihr könnt euch vorstellen, wo da mein eingangs erwähntes Grinsen hing ;-). Leider inszeniert Stallone sie ein wenig kaputt. Zu hektisch geschnitten, teils zu nah dran. Li vs. Lundgren (die Idee des Kampfes unter der "Empore" war aus irgendeinem Hongkong Klassiker entliehen. Iron Tiger denke ich.) funktioniert so teils leider gar nicht mehr. Der Modelleffekt gegen Ende war auch net so ideal. Die Autoverfolgungsjagd (geiles Geschoss fährt Sly, das obendrein massiv an seine City Cobra Karre erinnerte. Den Schaltknüppel hat man aus jedem Fall daher geklaut *zwinker* ) geht dabei auch unter. Und insgesamt hätte der Mittelteil echt mehr Action vertragen. Da wars mir fast zuviel an Story *hust hust*.

Unglücklich agierte der Dexter Protege als Diktator. Kann aber auch sein, dass die Figur einfach im Drehbuch so schrecklich geschrieben war. Auch die Stathamsche Liebeskiste wirkte arg bemüht. Und der Drehbuchautor war offensichtlich John Rambo Fan, warum sonst übernimmt er den Loligen Grund aus dem Film, um Sly nochmal ins Gefecht ziehen zu lassen *lach*.

Aber, und damit zum Schluss meines Kommentares ... obwohl einem diese Probleme bewusst sind, entspannen sich die Gesichtsmuskeln einfach nicht. Dieser Film ist ein Geschenk an die Fans, nicht mehr nicht weniger. Nicht anders ist auch zu erklären, dass die im Grunde sinnlose Szene um Sly, Arnie und Willis Filmgeschichte schreiben muss, mehr noch als das blöde Heataufeinandertreffen von DeNiro und Pacino! Basta!
8 / 10

In diesem Sinne:
freeman

Statham ist so eine Art von Bindeglied zwischen der Old-School-Action und dem neuen Action-Kino.. Körperlich präsent, ohne Netz und doppelten Boden, aber dennoch comichaft überzeichnet. Expendables ist da mehr down-to-earth-Action als die neumodisch, gesteigerten Varianten a la Gamer, Crank und Co.. Old-School-Killing gefällt mir besser, ist realistischer als der schnell-brutale Schnittsalat, der anderswo kredenzt wird.. Nach wie vor: gute Arbeit von Stallone, die leider nicht ganz die Retro-Klasse von "John Rambo" erreicht! Das war ein rückblickendes Meisterwerk vor dem Herrn!

Öhm, aber gerade 96 Hours hat doch auch nur eine Story so dünn wie eine Bibelseite Papier. "Vater will entführte Tochter befreien und macht dabei jede Menge finsterer Schergen platt." Toooolle Story. *lach*

Na, Expendables werde ich mir ansehen, aber wohl vermutlich erst auf DVD, es gibt zuviele andere Filme die derzeit auch auf meiner "must-see"-Liste stehen, weswegen ich den Vergleich jetzt noch nicht direkt ziehen kann.
Ich erwarte aber definitiv keine Story! Hier geht's um den Spaß an der Action und mehr nicht. Jason Statham passt da wunderbar 'rein, weil die "Transporter"-Filme auch nix anderes waren: Eine einzige Stuntshow, in der er die Bösen zerlegt.
Nicht mehr und nicht weniger erwarte ich bei Expandables auch. *ja*

Wobei Liam Neeson auch schwer auf die 60 zugeht.. *zwinker*

Liebe Männer,
ich mag gutes Aktionkino. Auch mit Ballerei und ein paar dämlichen Sprüchen, aber was ist das? Dieser Film ist für mich eine Anhäufung von teilweise tollen Aktionstars, gutes Kino habe ich jedoch nicht gesehen. Terry Crews sehe ich immer als verzweifelten Vater in "Alle hassen Chris" und deshalb weniger als Aktionstar. Schon als Bösewicht in "Gamer" fand ich das komisch. Dann die, nennen wir sie Altstars bei denen man sieht, das sie zu alt sind für den Kram. Wenn mir ich allein Schwarzeneggers oder Stallones Gang anschaue, sehe ich das zu deutlich. Dann Stallone und Rourke. Wie lange haben die Zwei mit ihren verschnibbelten und gebotoxten Gesichtern wohl in der Maske gesessen? Den Make up-Artists sollte der Oscar sicher sein für diese Leistung! Dolph Lundgren ist würdiger gealtert. Ich hätte gern mehr von dem fight mit ihm und Jet Li gesehen. Dann Statham. Er macht mal eben allein sechs Typen auf dem Basketballplatz platt. Suuuuuper, gähn. Fazit für mich: Wer auf Materialschlachten und Sprüche wie in den '80ern steht, wird den Film mögen. Ich fand ihn langweilig. Da schaue ich mir lieber die alten Stallone-Filme an oder greife auf GUTE neuere zurück, wozu für mich unter anderem 96 Hours gehört.
Gute Nacht, Daniela
He Jimbo

was machen die Spiele

Filmzitate??

Iss da nix mehr??

Lass mich net dumm sterben grosser*wink*

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Actionheldinnen?
Actioneintagsfliege Linda Hamilton im Actionklassiker "Terminator II". © Kinowelt
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Jetzt habe ich lang und breit über das testosterongetränkte Actiongenre fabuliert, ohne auch nur eine einzige Powerfrau in den Mittelpunkt gerückt zu haben. Allerdings bin ich deshalb noch lange kein Chauvi, denn betrachtet man das Genre einmal ganz nüchtern, dann könnte man schnell auf die These kommen, dass es DEN weiblichen Actionstar niemals gegeben hat!
Mehr zu dieser These findet ihr im Forum der Kinogruppe! Solltet ihr in Bezug auf dieses Thema eine andere Meinung haben, bin ich gespannt auf eure Eingebungen.
Sexy Maggie Q bewies in "Naked Weapon" Durchschlagskraft und Sexyness. Zur Actionheldin reicht es aber noch nicht. © Ascot Elite
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Revival der 80er Actionkracher
Michael J. White langt hin im B-Kracher Blood and Bone © Universum Film
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Die Filmlandschaft scheint aktuell ein großes Bedürfnis zu haben, die 80er wieder aufleben zu lassen. Dies betrifft auch und vor allem die 80er Actionausstöße. Gefühlt begann dieser neue Trend mit "Terminator III" und Arnold Schwarzenegger in seiner Paraderolle. Auch Bruce Willis kehrte als John McClane Jahre nach Teil III in "Stirb Langsam 4.0" zurück. Aktuell geistern sogar Gerüchte um einen fünften Teil durchs Internet.
Und vor seiner Wiederkehr als Rambo trug Stallone seine Rockyreihe mit einem melan- cholischen, wunderschönen sechsten Teil zu Grabe. Sogar das "Karate Kid" gab sich 2010 ein erneutes Mal die Ehre. Neu aufgelegt mit Jackie Chan. Auch die ultraerfolgreiche "Mad Max" Reihe kehrt mit "Fury Road" demnächst auf die Leinwände zurück und die Bruce Willis Komödie "Cop Out" erinnerte nicht nur dank ihres Soundtracks an die guten alten "Beverly Hills Cop" Zeiten. Und van Damme und Dolph Lundgren schlugen sich gefühlte Jahrzehnte nach dem ersten Zusammentreffen in einem neuen "Universal Soldier" Streifen erneut die Köpfe ein.
Auch die Predators wollten an den erfolgreichen Vorgänger mit Arnold Schwarzenegger anknüpfen, enttäuschten aber wie schon zuvor die "Alien vs. Predator" Totgeburten die Fans.
Schnittige Action in Ninja © Splendid Home Entertainment
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Die Ninjafilme, die in den 80ern fast schon wie Heuschrecken- schwärme die Videotheken überfluteten, kehrten dank Ninja Assassin auf die Kinoleinwände zurück und wurden in dem B-Knaller "Ninja" mit der neuen Actionhoffnung Scott Adkins fast noch eindrucksvoller wiederbelebt. Leider reichte es bei "Ninja" nur für die Videotheken.
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Hier geschieht aktuell auch sehr viel. Vor allem Kampfsportfilme tauchen unermüdlich immer und immer wieder in den Regalen auf und rangieren zwischen Grütze (Bloodsport – The Red Canvas, Shamo oder Fighting Tiger) und großartiger Genrekost ("Undisputed II + III", "Blood and Bone" und Ring of Death).
Dazu bedienen die unermüdlich drehenden ehemaligen Superstars Dolph Lundgren, Steven Seagal oder Jean Claude van Damme mit "nachgerückten" Stars wie Val Kilmer oder Cuba Godding Jr. alle Gelüste ihrer harten Langzeitfans.
Kill Zone © Ascot Elite
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Und bei Actiongranaten wie "The Tournament", "Equilibrium", "Ghettogangz" oder Asiakrachern wie Kill Zone oder "Dragon Squad" fragen sich wohl nicht nur Actionfans, warum es diese Werke nicht in die Kinos schaffen.
Dort wird es aber in Zukunft auch nicht langweilig werden. So ist aktuell die 80er Actionerfolgsserie Das A-Team als Neuauflage in den Kino zu bestaunen, die DummDummOrgie "Die Rote Flut" soll neu aufgelegt werden, ein Remake von "Conan, der Barbar" wird aktuell gedreht. Sogar Serienhelden wie "MacGyver" oder "Ein Colt für alle Fälle" scharren schon ungeduldig mit den Hufen, auf die Kinos losgelassen zu werden.
Salt © Sony Pictures Releasing GmbH
Salt © Sony Pictures Releasing GmbH
Des Weiteren wird Angelina Jolie als "Salt" ihren Action- heroinenstatus zu unterstreichen versuchen und die "Losers" und die "Takers" sollen wieder mehr Härte ins Genre pumpen. Für die Actionfans stehen also interessante Zeiten an ...
Must See Actionstreifen
Stirb Langsam I - III: Immer zur falschen Zeit am richtigen Ort - John McClane.
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Rambo I - IV: Sylvester Stallones Kultreihe!
Lethal Weapon I - IV: Definitiv nicht zu alt für diesen Scheiß.
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Phantom Kommando: Unglaubliches Actionbrett
Cliffhanger: Slys 90s Comeback voller Action und cooler Stunts.
Heat: Schauspielgipfeltreffen und einer DER Shootouts schlechthin.
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Alarmstufe: Eine Seefahrt die ist lustig ... vor allem mit Seagal als Koch.
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