Der 26. August 2010 ist für alle Actionfans in Deutschland Feiertag. Denn dann befriedet unter der Regie von Sylvester Stallone eine ganze Heerschar von Actionfilmlegenden eine kleine Diktatur irgendwo am Arsch der Welt. Wir wollen in diesem Artikel dem Actionstar an sich huldigen, das Actiongenre unter die Lupe nehmen, "The Expendables" vorstellen und haben für euch ein Gewinnspiel an Land gezogen, bei dem ihr Preise zu dem Film "From Paris with Love" gewinnen könnt, der am 27. August 2010 von dem Label Universum auf Blu Ray und DVD erscheinen wird.
Action ist, wenn es laut scheppert
Schaut man sich heute Filme wie "Jumper", "Transformers", "Iron Man" oder "Tripple xXx" an, die allesamt unter dem Label "Actionfilm" firmieren, will man gar nicht glauben, dass diese Weicheierstreifen versuchen, dem Actionfilm ihr Brandzeichen aufzudrücken. Denn jeder Actionfan wird wissen, wie ein echter Actionfilm auszusehen hat!
Er darf keine oder eine nur schemenhaft erkennbare Story haben. Die Darsteller würden niemals auf den Gedanken kommen, sich selbst Schauspieler zu nennen und die größte Mühe macht ihnen nicht das körperliche Training für die Rolle, sondern das Auswendiglernen des Dialogbuchs. Der Rest besteht aus Blut, Schweiß, Geschrei, One Linern, dummem Gepose, willigen Frauen und einem Bodycount, der jedem Mathematiker die Schweißtropfen auf die Stirn treibt.
Wie das alles seinen Anfang nahm, ist schwer zu sagen, gab es doch schon immer actionintensive Filme, die man in die damals existierenden Genres nicht so recht einzuordnen wusste. Mit dem Aufkommen der Videotheken sollte sich dieses Problem aber lösen, denn nun wurde vermehrt der Begriff des Actionfilmes genutzt. Wir ziehen der Einfachheit halber mal eine klare Zäsur und sagen, der erste Actionfilm war:
Conan der Barbar
Dieser Film machte, obwohl er freilich eher der Fantasy denn dem Actiongenre angehört, einen vollkommen neuen Typus des Schauspielers salonfähig. Mimisches Talent und schauspielerische Fähigkeiten im Allgemeinen traten in den Hintergrund zugunsten eindrucksvoller Muskelmaschinen mit sehr - nennen wir sie - markanten Gesichtszügen. Nein, hübsch war der neue Prototyp des idealen Schauspielers wahrlich nicht. Der Darsteller von Conan hieß Arnold Schwarzenegger, war Bodybuilder und musste für diesen Film sogar gezielt Muskeln abbauen, um die Bewegungen während der Schwertkampfszenen überhaupt absolvieren zu können.
Das bedeutete aber nicht, dass er im Ausgleich seine Gesichts- oder Schauspielmuskeln trainieren musste. Dafür sorgten schon die damaligen Drehbuchautoren, die in den Folgejahren immer wieder denselben Heldentypus entwarfen: Wortkarg war der neue Held. Er ging meist harter, körperlicher, wenig intellektueller Arbeit nach. Er war und lebte einsam am Ende der Welt. Emotionale Bindungen hatte er maximal zu seinem Hund. Und er hatte einen extremen Hang zum Posen! Da war das Zähneputzen mit Oberkörper frei und Armmuskulatur angespannt noch die harmloseste Variante.
Sie waren eben ECHTE MÄNNER, die im weiteren Verlauf der Handlung keinerlei Charakterentwicklung durchmachen mussten. Stattdessen legten sie eine Spur der Verwüstung, polierten diverse Kauleisten, demokratisierten im Alleingang Diktaturen oder beschützten und begatteten eine sehr hilflose Frau. Actionheld will und muss sich ja fortpflanzen.
Schwarzenegger war nur der Anfang einer Heldenschwemme
Schwarzenegger war nur die Initialzündung für diese neue Schauspielergeneration. Seinem Vorbild folgten viele nach. So hatte Sylvester Stallone mit "Rocky" zwar schon vor Schwarzenegger einen Superhit gelandet, nur präsentierte er sich hier eher fleischig und verletzlich denn muskulös und stahlhart.
Nach "Conan" änderte sich dies deutlich. Sly pumpte ebenfalls ordentlich und lancierte mit John Rambo einen weiteren Kultcharakter der frühen 80er Jahre. Stallone selber entdeckte Dolph Lundgren für "Rocky IV".
Ein Chuck Norris prügelte sich derweil vor allem erfolgreich durch die Videotheken. Ihm wiederum verdanken Jean Claude van Damme und Michael Dudikoff ihren Einstieg ins Actiongeschäft. Bei van Damme war es tatsächlich einer seiner ersten Jobs in Hollywood, als er als Stuntmen in Norris' "Missing in Action" mitwirkte und bei Michael Dudikoff sorgte die Absage von Norris für "American Fighter" für den ultimativen Karriereschub, wurde er doch so zum beliebtesten aller American Ninjas.
Alle genannten Darsteller sind wahrlich nicht bekannt für hochtrabende Dialoge oder tolle Darstellerleistungen, aber das wollte damals auch keiner sehen. Bezeichnend ist die legendäre Geschichte, als van Damme beim Casting für "Bloodsport" auf des Produzenten Schreibtisch sprang, um da seinen legendären Spagat hinzulegen, was ihm die Rolle und damit seinen Durchbruch bescheren sollte. Die Leute geiferten nach neuen, immer härteren und - mit Verlaub - dümmeren Actionfilmen und Erfolg reihte sich an Erfolg.
Die Stars dieser Filme wurden nicht nur extrem gut bezahlt, sondern sie wurden auch zu Sexsymbolen, die fast schon inflationär auf den Titelseiten der damaligen Zeitschriften in eindeutigen Posen abgebildet wurden. Beinahe ikonenhaft wurden die Stars des Genres abgefeiert, wobei der Fokus bei so gut wie allen auf der Physis ruhte.
Denn die 80er sind bekanntermaßen auch der Ausgangspunkt einer ganz neuen Art von Körperbewusstsein der amerikanischen Gesellschaft (und später auch vom Rest der Welt) gewesen. Wer etwas auf sich hielt, ging in Muckiebuden oder schwitzte beim Jogging am Strand. Die ganze Gesellschaft Amerikas war vom Fitnesswahn befallen und die neuen Filmstars lieferten die idealen Blaupausen für verschiedenste Begehren.
Die Bodybuilding Fans eiferten Muskelbergen wie Schwarzenegger und Stallone nach. Die Fitness-Fans (und viele weibliche Fans) hielten sich eher an van Damme, Dolph Lundgren oder Michael Dudikoff. Diese waren zudem die Vorbilder für die Hinwendung des Westens zu den asiatischen Kampfsportarten und den damit verbundenen Körperbauidealen.
Sie waren drahtig, wendig, schnell und hatten kein Gramm Fett am Körper. Wie durchschlagend vor allem dieses Ideal war, belegt die Flut an nachfolgenden - vor allem in den Videotheken erfolgreichen - Kampfsportlern. Genannt seien Don Wilson ("Bloodfist Fighter"), Olivier Gruner ("Nemesis"), Jeff Speakman ("Die Perfekte Waffe"), Brandon Lee ("The Crow"), Gary Daniels ("Rage") oder Eric Roberts ("Karate Tiger IV"). Mehr und mehr befruchteten sich filmische Kunstrealität und Realität gegenseitig und pushten den Körperkult in der Gesellschaft und in den Filmen in immer neue Sphären.
Ist der wahre Actionheld auch dumm?
Erstaunlicherweise ging mit diesem Körperkult auch immer das Vorurteil vom tumben Actionstar einher. Und betrachtete man die simple Figurenzeichnung der Actionfilme, schienen auch die Drehbücher dieses tumbe Image nur zu gerne zu bedienen. Doch die Stars des frühen Actionfilmes waren alles andere als dumm.
Lundgren hatte ein Diplom als Chemiker, Schwarzenegger studierte Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Dudikoff wollte vor seiner Entdeckung als Model Kindertherapeut werden und studierte Psychologie, Stallone war und ist den musischen Künsten zugeneigt und erhielt für sein Rockydrehbuch den Oscar. Auch gesellschaftlich engagierten sich die neuen Superstars. Beispielsweise sei Chuck Norris Stiftung für "Aufklärungsarbeit und Hilfestellung im Kampf gegen Drogen" genannt.
Letztlich waren sie allesamt Meister der Selbstvermarktung, die genau wussten, was das Publikum wollte. Diese Wünsche bedienten sie nur zu gerne, erwiesen sich aber fernab der großen Leinwände immer wieder als umgängliche und intelligente Menschen.
Der 80er Actionfilm überholt sich selbst
Doch irgendwann war der Markt mit immer neuem Actionkrawall übersättigt und die Zahlen brachen vor allem Ende der 80er deutlich ein. Doch was war geschehen? Will man dem Niedergang des harten 80er Jahre Actionfilmes ein Datum verpassen, könnte man dies ziemlich genau auf "Rambo III" datieren. Der lange Zeit letzte Film der Kultreihe wurde 1988/89 gnadenlos von der Realität eingeholt! Der eiserne Vorhang war gefallen. Die Feindbilder wandelten sich. Das allgemeine politische Klima war einer grundlegenden Veränderung unterworfen, nicht zuletzt dank dem Ende der Reaganpräsidentschaft, die durch einen starken Patriotismus geprägt war, was sich auch in den Filmen widerspiegelte.
Fortan konnte man es sich nicht mehr erlauben, tumbe Muskelmaschinen gegen gesichtlose Dschungelbösewichte zu Felde ziehen zu lassen und im Nachhinein diverse Kriege zu gewinnen. "Rambo III" blieb im Zuge dieses veränderten Klimas weit hinter den Erwartungen zurück und die Actionhelden der 80er verharrten kurzfristig in Schockstarre.
Die 90er verlangen nach neuen Helden
Im gleichen Jahr, in dem "Rambo III" floppte, startete "Stirb Langsam" in den Kinos. Hier gestalteten sich nicht nur die Feindbilder und deren Motive deutlich komplexer, auch die Helden wurden es. Aus den unbesiegbaren, muskelstrotzenden Einmannarmeen wurde der Held von nebenan, der eher zufällig zur falschen Zeit am richtigen Ort war.
Der Actionheld an sich wurde menschlicher, witziger, hemdsärmliger, hatte gerne Laster wie Alkohol und Frauen, frotzelte bevorzugt vor sich hin, während er Bösewichter killte, und war letztendlich mit dem Begriff smart hervorragend umschrieben. Das Tumbe der "alten" Actionhelden, die alten Feindbilder aus Zeiten des Kalten Krieges und vor allem die extreme Körperlichkeit der 80er schienen durch diesen neuen, "alltäglichen und seltsam normalen Actionstar" komplett abgelöst. Bruce Willis oder Mel Gibson seien hier stellvertretend genannt.
Auch fand in den 90ern insbesondere durch die "Lethal Weapon" und "Stirb Langsam" Fortsetzungen eine weitere Umorientierung statt, die insbesondere mit den Namen Joel Silver, Don Simpson und Jerry Bruckheimer verbunden war. Dank dieser unglaublich erfolgreichen Produzenten gehörte es ab sofort zum guten Ton, dass pro Film mindestens ein Hochhaus weggesprengt wurde und dem Humor eine immer größere Rolle zukam. Eskapismus wurde insbesondere im Kinobereich zum neuen Zauberwort. Doch dabei explodierten die Budgets, wodurch die Gewinne freilich immer schmaler wurden ... der Niedergang des Actionfilmes schien besiegelt.
Parallel zu dieser Entwicklung setzte unvermutet eine Renaissance des harten Actionfilmes ein. Vorreiter dieser neuen, ultraharten Actionfilmwelle wurde Steven Seagal, der mit jeder neuen Produktion die Limits weiter nach oben schraubte. In seinen Filmen wurde verhackstückt und gemetzelt, dass selbst erprobten Actionfans der Mund sperrangelweit offen stand.
Es folgten einige der härtesten Actionfilme überhaupt, in denen alles erlaubt zu sein schien und in dem vor allem auch einige Helden der 80er wieder vermehrt auftauchten. "Last Boy Scout", "Stone Cold", "Geballte Ladung" (mit van Damme), "Universal Soldier" (van Damme und Dolph Lundgren), "Alarmstufe Rot" und "Cliffhanger" (mit Sly) seien stellvertretend genannt.
Doch leider machten diese Filme vermehrt ihren meisten Umsatz in den Videotheken und mehr und mehr wurden die Stars der härteren Gangart wie die neuen, smarten Actionhelden von den Leinwänden verdrängt.
Der Actionfilm wird zu Grabe getragen
In Hollywood selber folgte die Beerdigung des 80er und 90er Actionfilmes ironischerweise mit einem der besten Actionkracher überhaupt: "The Rock" von Michael Bay. Neben Bay drängten nun immer mehr ehemalige Werbe- und Videoclipregisseure in das Filmbusiness, missbrauchten den Actionfilm als Testgelände ihrer Werbeoptik und richteten den Actionfilm wie vorher ihre Werbeclips vollkommen auf das neue Zielpublikum aus.
Und dieses hatte sich über die Jahre stark verjüngt! Der neue Kinogänger war im Teenageralter und hatte keinerlei Lust auf die alte Garde der Actionhelden. Sie wollten Identifikationsfiguren, die kaum älter als sie selbst waren oder sich gut anhimmeln ließen. Die Folge waren Helden, die nicht selten an Milchbubis erinnerten.
Stars wie Shia LaBeouf (Transformers), Matt Damon ("The Bourne Trilogie") oder Orlando Bloom ("Fluch der Karibik") machten den Actionhelden an sich so unsexy, wie man es sich nur vorstellen kann.
Das Actionkino selbst wurde zum puren Eskapismus, der mit den Actionfilmen von früher nichts mehr zu tun hatte. Die Action wurde durch Spezialeffekte ersetzt, die Kameras schwankten, bis selbst den Matrosen im Publikum schlecht wurde, und sogar das Kunstblut wich extrem künstlichen Computerblutfontänen. Nichts durfte mehr weh tun. Alles, auch die Helden, mussten glatt und sauber sein und die Political Correctness schwebte wie ein Damoklesschwert über dem modernen Actionfilm.
Im Grunde ist ein Jason Statham die letzte, einzig wahre Bastion im Kampf gegen den Untergang des kernigen Actionhelden. Denn Statham wirkt häufiger, als sei er einfach zu spät geboren, so unflätig und brutal kommen seine Charaktere ab und an herüber.
Die Actionhelden von früher geben nicht auf!
Statham spielt auch die Tatsache in die Karten, dass der Actionfilm der härteren Gangart aktuell einen zweiten Frühling erlebt. Denn die Actionopas von einst rücken wieder ins Rampenlicht!
Dolph Lundgren dreht in Eigenregie die besten Filme seiner Karriere ("The Mechanik", Command Performance), Jean Claude van Damme erntet begeistertes Kritikerlob für seine erste ernste Rolle in JCVD, Stephen Seagal dreht nach gefühlten hundert miesen Filmen endlich wieder qualitativ hochwertigere Kost ("A Dangerous Man"), der ehemalige Videothekenstar Gary Daniels erlebt ein kleines Comeback ("Tekken") und Sylvester Stallone zog den Actionfans rund um den Globus mit seinem Actioninferno "John Rambo" die Schuhe aus.
Und er ist es auch, der einen Haufen ehemaliger Actionstars zusammenrief, um mit ihnen den feuchten Traum eines jeden Actionfilmfans zu drehen:
The Expendables
Originaltitel: Expendables, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Sylvester Stallone
Darsteller:
Sylvester Stallone
Jason Statham
Jet Li
Dolph Lundgren
Eric Roberts
Randy Couture
Steve Austin
David Zayas
Giselle Itié
Terry Crews
Mickey Rourke
Bruce Willis
Arnold Schwarzenegger
Gary Daniels
Charisma Carpenter
Für "The Expendables" versammelte Sylvester Stallone neben Dolph Lundgren, Gary Daniels, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger auch die 80er Filmikonen Mickey Rourke (Iron Man II) und Eric Roberts (The Butcher) vor der Kamera, lässt sie auf die jungen Wilden Jason Statham (Death Race), Jet Li ("Fearless"), Terry Crews (Gamer) und Steve Austin ("Die Todeskandidaten") treffen und entfesselt diese geballte Actionstarpower auf der großen Leinwand, um dem verweichlichten Actionkino mit riesigen Feuerbällen die Pussyhaftigkeit aus den Knochen zu blasen. Dies belegen schon Berichte von den Dreharbeiten, bei denen Steve Austin Sylvester Stallone tatsächlich das Genick brach, was mit einer Metallplatte glücklicherweise gerichtet werden konnte.
Im Film geht es um eine Gruppe Söldner unter Führung von Barney Ross, die in Südamerika einen kaltblütigen Diktator stürzen soll. Als man vor Ort angekommen ist, muss man feststellen, dass sich die allgemeine Situation doch deutlich komplizierter darstellt und es mit der "Absetzung" des Diktators nicht getan sein wird. So geraten die Söldner in ein tödliches Spiel aus Täuschungen und Verrat und selbst den Leuten aus den eigenen Reihen kann man nicht wirklich trauen. Sie werden zu Expendables, zu Opferlämmern, die für militärische Ziele zur Schlachtbank geführt werden und die niemand vermissen wird ...
Der Trailer zu The Expendables
Jason Statham, der mit den "Expendables" seinen Ruf als Actionheld nur unterstreichen wird, verdankt seinen Erfolg neben harter Arbeit an sich selbst vor allem dem Umstand, dass er früh Kontakte in das Land knüpfen konnte, das aktuell scheinbar als einzige Filmnation in der Lage ist, ungeschliffen rohe Streifen zu produzieren.
Die Rede ist natürlich von Frankreich und da vor allem von den Luc Besson Produktionen "Transporter", "Hitman", "Ghettogangz I und II" oder 96 Hours, denen es auf grandiose Art und Weise gelingt, die alten Werte und Inhalte des Actionfilmes modern zu verpacken und so unterhaltsame Testosteronbomben zu produzieren. Wir wollen euch mit "From Paris with Love" einen neueren dieser Vertreter vorstellen, da die DVD/Blu Ray zum Film ab 27. August im deutschen Handel zu erwerben sein wird.
From Paris with Love
Originaltitel: From Paris with Love
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Pierre Morel
Darsteller: John Travolta, Jonathan Rhys Meyers, Kasia Smutniak, Amber Rose Revah, Melissa Mars, Richard Durden, Farid Elouardi, Chems Dahmani, Frédéric Chau u.a.
Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 89 Minuten
Bild: 2,35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch jeweils Dolby Digital 5.1
Extras: Making Of, Interviews mit Cast & Crew, B-Roll, Musikclip
Verpackung: Amaray mit Wendecover!
Verleih: Universum Film GmbH
Der Trailer
Paris, Stadt der Hiebe
"Mist", das denkt sich James Reece ständig. Der junge Mann wäre so gerne Agent im Außendienst, doch bis auf ein paar simple Autoaustauschereien und Nummernschildabschraubaktionen im Dienste der amerikanischen Botschaft in Paris will einfach nichts Spektakuläres für ihn abfallen. Seiner Verlobten macht er zwar vor, er sei der Agentenhotshot schlechthin, doch nicht einmal jene will ihm den gefährlichen Agenten so recht abnehmen.
Doch James Chance soll kommen … und zwar in Gestalt des Amerikaners Charlie Wax, den James in den nächsten Stunden chauffieren soll. Dieser ist das komplette Gegenteil von Schreibtischhengst James: Flegelhaft, unflätig, groß, breit und allzeit gewaltbereit. Eine Stunde später zählt James bereits mehr als 20 Tote, die allesamt auf das Konto von Charlie gehen, während jener mit der Sensibilität einer Abrissbirne durch die französische Unter- und Halbwelt wütet.
Das Ganze wäre für James vermutlich sogar ganz witzig, würden sich um ihn herum nicht auf einmal noch mehr Leichen stapeln … und die Mingvase voller Kokain in seinen Armen lässt ihn auch nicht wirklich lockerer werden. Zudem hat er keinen Schimmer, wo der Auftrag von Charlie Wax die beiden hinführen wird.
Action hui, Story pfui
Da geht es ihm wie dem Zuschauer, der bis kurz vor dem Showdown keine Ahnung hat, worauf die ganze Chose eigentlich hinauslaufen wird. Dadurch entsteht durchaus eine ordentliche Grundspannung, die den Film halbwegs über die Runden rettet. Leider offenbart sich das Storygeheimnis dann als arg konstruiert und hängt dramaturgisch ziemlich in der Luft, ohne irgendeinen rechten Sinn machen zu wollen. Ansonsten spult der Streifen alle Klischees des beliebten Buddymoviemotivs ab und hat in Charlie und James ein wundervoll ungleiches Gespann, das sich mit Verve durch die verwickelte Story schraubt, wobei recht schnell auffällt, wer in dem Film der Star ist …
Denn Jonathan Rhys Meyers verkommt doch recht schnell zum Stichwortgeber und Körbezuspieler für den richtig aufdrehenden John Travolta, der hier mit sichtlichem Spaß die amerikanische Rampensau gibt. Dabei überdreht er zwar ab und an auch gar sehr und overacted sich um Kopf und Kragen, insgesamt macht Travolta aber einen sehr guten Job, der für einige herbe Lacher gut ist. Einzig die mühsame Pulp Fiction Referenz in Burgerform ließ mich dann ordentlich genervt mit den Augen rollen. Das war ein Stück zuviel des Guten.
Problematisch wird’s leider in Sachen Bösewichter, denn aufgrund der Art und Weise, wie die Geschichte aufgezogen wird, wird der eigentliche Bösewicht erst gegen Ende des Filmes installiert, was ihm die Möglichkeit nimmt, irgendeine Form von echter Bedrohung aufzubauen und auch deshalb vor den Baum geht, weil der Bösewicht eben zum konstruierten Ende dazugehört, das ja allgemein einen etwas abgestandenen Eindruck hinterlässt.
Zumindest brettert Regisseur Pierre Morel, der unlängst mit Taken (96 Hours) bewiesen hat, dass er das Actionhandwerk versteht, mit ordentlich Tempo über die Storyprobleme hinweg und inszeniert harte, teils recht brutale und vor allem sehr zynische Actionscharmützel, in denen er gar beherzt am Bodycount dreht und ein paar sehr coole Momente aus der Hüfte schießt. Etwa wenn Charlie Wax in John Wooscher Zeitlupenästhetik mit zwei MP5s um sich ballernd eine ganze Armee von Killerschergen umnietet und dabei auch eine Fabrik mit Schaufensterpuppen zu Klump schießt.
Leider fehlen dem Film aber ein paar spektakulärere Momente, beschränkt er sich doch weitestgehend auf Shoot Outs und bis auf zwei kleinere Explosionen will der große Big Bang einfach ausbleiben. Auch der Showdown mutet im Vergleich zu den bisher abgebrannten Actioneinlagen arg einfallslos und eilig abgehakt an. Und so manche Einlage versaut Morel gar heftig. Hier sei die elend lange, zu keiner Pointe geführte Szene um Travolta, einen Raketenwerfer und eine Autoverfolgungsjagd genannt.
Optisch inszeniert Morel ein dreckiges und heruntergekommenes Paris, was sich ab und an ein wenig mit dem angeschlagenen, eher witzigen Grundton beißt. Gerade in der Action arbeitet der Regisseur aber handwerklich absolut sauber und schraubt auch den unmittelbaren Wackelkameraeinsatz aus Taken deutlich zurück. Der aufgefahrene Score legt gut los, wird im weiteren Verlauf des Filmes aber immer schwächer und lässt richtig gute Themen komplett missen.
Macht's nun Spaß?
Was bleibt ist ein Buddy Movie, das während des Anschauens ganz gut unterhält, mit der Logik aber extrem auf Kriegsfuss steht und sich einige derbe Schwächen im Storypart leistet, die "From Paris with Love" auch einige Tempounstimmigkeiten bescheren und immer wieder die Frage aufkommen lassen, wie denn nun Handlungspart A mit B zusammenhängt. Wer in diesem Zusammenhang auf ein klärendes Ende hofft, dürfte ziemlich enttäuscht werden.
Kurzum: Dieser Film wird nur dann richtig funktionieren, wenn ihr euer Hirn vorm Starten des Filmes ausschaltet, euch auf blaue Bohnen satt, einen amtlichen Bodycount, ordentlich Zynismus und einen wuchtig daherkommenden John Travolta einstellt. Wem das reicht, der wird seinen Spaß haben.
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Gewinnspiel
Gemeinsam mit der Universum Film GmbH veranstalten wir zum Heimkinostart des Actionböllers ein kleines Gewinnspiel. Hierbei könnt ihr zwei Fanpakete zum Film, bestehend aus jeweils einer "From Paris with Love" DVD, dem Filmposter und einem Schlüsselanhänger gewinnen!
Alles was ihr dafür tun müsst, ist, folgende Fragen zu beantworten:
John Travolta war in Actionfilmen zumeist als Bösewicht besetzt.
1. Wie hieß der Film, in dem seine Schergen die Familie von Frank Castle meuchelten, woraufhin jener sich ein Totenkopf T-Shirt überstreifte, um Travolta umzunieten?
2. In einem anderen Film musste ihm Hugh Jackman einen Trojaner programmieren, damit er viel virtuelles Geld klauen konnte, um sich die nackte Halle Berry leisten zu können. Wie hieß dieser Film?
3. In welchem Film trug Herr Travolta diese Frisur spazieren?
Alle drei Lösungen schickt ihr bitte per Clubmail mit dem Betreff "Action" an freeman.
Einsendeschluss ist Dienstag, der 31. August 2010 um 23:59 Uhr.
Bei mehr als zwei richtigen Einsendungen entscheidet das Los und der Rechtsweg ist wie gewohnt ausgeschlossen.
Der Kreis schließt sich
Neben den "Expendables" erwartet uns gegen Ende des Jahres mit Robert Rodriguez' "Machete" ein weiteres Zusammentreffen diverser 80er und 90er Jahre Stars wie Don Johnson und Steven Seagal. Dieses auf Old School Actionstreifen getrimmte Powerhouse von einem Film hat ganz nebenbei auch noch die Schauspielinstanz Robert de Niro aufzuweisen. Und aktuell wird von so vielen Kollaborationen verschiedenster Actionstars gemunkelt, dass man kaum noch hinterherkommt.
Und so schließt sich heute - mit Filmen wie "The Expendables" und
"Machete" und Jahre nach der eigentlichen Hochzeit der Actionhelden - der Kreis. Denn heute sind die Actionhelden von damals erst recht nicht mehr schön anzusehen. Der einzige Unterschied: Was sie damals mit Physis und Muskelkraft ausglichen, machen sie heute mit Altersmilde, Charme, Selbstironie, Charisma und einer Extraportion Witz wieder wett. Und sagt man nicht, dass Männer mit dem Alter immer interessanter und sexier werden? Und damit ein Hoch auf die alten Recken, mögen sie uns noch lange erhalten bleiben …
In diesem Sinne:
freeman























































