Erinnert Ihr Euch? Es ist noch nicht einmal vier Wochen her, da wurden, von Sekt und Feierlaune angeregt, die besten Pläne für das kommende Jahr geschmiedet. Etwa die Hälfte aller Bundesbürger kennt das: das nächste Jahr wird rauchfrei, man will 20 Kilo leichter werden und natürlich sportlicher und gesundheitsbewusster leben. Doch nachdem am ersten Januar noch mit stahlharten Nerven die Zigarette und das Schokostückchen dankend abgelehnt wurden, hat bereits jetzt ein Großteil der Deutschen still und heimlich kapituliert. Schließlich kann man es ja nächstes Jahr auch noch mal versuchen.
Warum eigentlich gute Vorsätze und warum an Silvester?
Die hochtrabenden Pläne spiegeln im Grunde genommen unser schlechtes Gewissen wider. Kleine, mehr oder weniger täglich praktizierte Gewohnheiten, die der Gesundheitsratgeber so bestimmt nicht empfehlen würde, sollen endlich und für immer und ewig abgelegt werden. Der Grund, warum man sich jedes Jahr aufs Neue bestimmte Dinge vornimmt, ist einfach: Vorsätze einhalten macht glücklicher, zufriedener und uns, zumindest aus persönlicher Sicht, ein kleines bisschen zu einem besseren Menschen.
Der Zeitpunkt zum Jahreswechsel scheint dafür besonders geeignet: Die kleine Pause zwischen den Jahren ist wie geschaffen dafür, dass wir einmal kurz durchatmen und frisch gestärkt den nächsten 365 Tagen entgegensehen können. Die tollen Neujahrs-Pläne motivieren und spornen uns dabei noch ein bisschen mehr an. Nach einer Forsa Studie wollen 57% mehr Sport treiben, 53% mehr Zeit mit Partner und Familie verbringen, 36% möchten überflüssige Pfunde loswerden und 19% wollen das Rauchen aufgeben.
Vorsätze einhalten – warum klappt es nicht?
Der innere Schweinehund ist der wohl größte Widersacher unserer hehren Ziele. Er ist groß, bequem – um nicht zu sagen faul – und lässt sich nur äußerst ungern aus seinem Alltagstrott bringen. Mangelndes Durchsetzungsvermögen lassen ihn immer kräftiger werden. Fast jeder, der den Kampf gegen ihn aufnehmen will, nimmt den Mund ein wenig zu voll: Modelmaße innerhalb eines Monats, oder von der Couchpotatoe zum Extrem-Bergsteiger sind unerreichbare Pläne.
Da man das meist ziemlich schnell selber bemerkt, sinkt die Motivation binnen kürzester Zeit auf den Nullpunkt, das ganze Vorhaben wird ganz schnell wieder abgeblasen und das Jahr geht genauso weiter wie das alte aufgehört hat. Nicht zuletzt ist auch der Zeitpunkt, Silvester 24 Uhr, nicht am besten gewählt: Alkohol lässt uns großspurige Vorsätze basteln. Auch spornt das matschig-kaltnasse Wetter rund um den Jahresbeginn nicht gerade zu sportlichen Höchstleistungen in freier Natur an und der Neujahrs-Bürostress lässt sich manchmal eben nur mit einer Tafel Schokolade halbwegs ertragen.
Wege zum Glück – wie es trotzdem klappt!
Selbst wenn die ersten Silvester-Vorsätze schon gebrochen wurden – es ist nicht zu spät. Den richtigen Zeitpunkt gibt es sowieso nicht, also fang einfach noch mal von vorne an, aber diesmal richtig! Auch wenn es manchmal so aussieht – bestimmte Lebensgewohnheiten zu ändern ist zwar nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Gewusst wie:
Ziele:
Müssen so konkret wie möglich formuliert sein, damit auch dein Unterbewusstsein genau weiß, was du willst. Steck dir realistische Ziele, die auch zu erreichen sind. Statt sich täglich mit drei Stunden Ausdauersport zu bestrafen, ist es besser, sich vorerst zweimal wöchentlich eine halbe Stunde Joggen vorzunehmen. Kleine Schritte zum Ziel sind dabei leichter zu bewältigen und lassen Dich ein Erfolgserlebnis nach dem anderen erleben.
Motivation:
Motivier dich: Mach dir klar, welche Vorteile dich erwarten und freu dich schon jetzt drauf. Schreib sie Dir auf, so hast Du diese immer zur Hand, sollte der innere Schweinehund wieder anfangen dein Vorhaben zu boykottieren. Informier dich vorher genau über dein Projekt. Nur wer genau weiß, was auf ihn zukommt und sich das dann immer noch zutraut, kann erfolgreich sein.
Dranbleiben:
Such dir Unterstützer und Partner mit gleichen Zielen! Geteiltes Leid ist halbes Leid und in der Gemeinschaft fällt es leichter am Ball zu bleiben. Bastle dir eine kleine Verbündeten-Gruppe, die dich unterstützt und kontrolliert – außerdem fällt es dir bestimmt schwerer einfach aufzugeben, je mehr Personen über deine Pläne Bescheid wissen.
Belohnung:
Der wohl schönste Teil auf dem Weg zum neuen Menschen – Lob und Belohnung bei Erreichen von Teilerfolgen. Sie pushen das Selbstbewusstsein und motivieren für die nächsten Schritte. Allerdings darf die Sinnhaftigkeit eines Dreifach-Burgers als Belohnung für ein verlorenes Kilo in Frage gestellt werden.
Hindernisse:
Die „Alles-Egal-Falle“ ist eine besonders fiese Unterstützung unseres inneren Schweinehunds und ein Ziel-Zerstörer: Bei einem Rückschlag wird schnell alles hingeschmissen und weitergemacht wie vorher. Tapp nicht in diese fiese Falle – sei hartnäckig und lass Dich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen! Ein weiterer schlimmer Feind aller Veränderungswilligen sind Widerstände und andere Hindernisse, egal ob generell vorhanden und spontan und unvorhersehbar. Am besten Du überlegst Dir schon im Vorfeld welche Barrieren sich Dir in den Weg stellen könnten und wie Du damit umgehen könntest.
Vielleicht helfen dir ja unsere Tipps, die guten Vorsätzen jetzt in die Tat umzusetzen oder weiter am Ball zu bleiben.


















