15.07.2009
Die Generation Porno
Generation Porno erweist sich mehr und mehr als Schreckgespenst
Der Soziologe und Erziehungswissenschaftler Klaus Hurrelmann (65) hält die Rede von einer sexuell verrohten Jugend für Blödsinn. "Die 'Generation Porno' ist ein Schreckgespenst. Das kann man schon nicht mehr in Prozenten ausdrücken - es sind Promille-Anteile eines Jahrgangs, bei denen es - wie wir das sagen - zu riskantem Sexualverhalten kommt. Die Zahl ist seit Jahren gleich", sagte der bekannte Jugendforscher dem "Zeit-Magazin".
Jungen und Mädchen in Deutschland kämen zwar immer früher in die Pubertät, hielten sich dann aber mit dem ersten Sex noch jahrelang zurück, sagte Hurrelmann. "Sie gehen mit dieser Sache sehr klug, sehr haushaltend um." Er wies Berichte zurück, nach denen Sex und Pornografie das Leben der Jugend dominierten. Über die Generation der heute Elf- bis 14-Jährigen sagte der Forscher: "Eine so clevere und selbstständige Generation haben wir noch nie gehabt."
Nach Angaben des Wissenschaftlers beginnt die Pubertät heute bei Mädchen im Mittel mit elfeinhalb Jahren, bei Jungen mit zwölfeinhalb. Der erste Sex aber findet laut der jüngsten Dr.-Sommer-Studie der Zeitschrift "Bravo" nach wie vor erst mit 15 oder 16 Jahren statt.
(dpa)
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Kommentare
17.07.2009eco1985
Nun die jetzige generation ist nich viel anderes als die anderen- auch unsere Großväter, Großmütter, Väter und Mütter waren auch nicht heilig und früher waren es halt die Pornohefte heute sind es halt die Pornos aus dem Internet und ich glaube in Zeiten von AIDS sind die Leute generell etwas vorsichtiger man sollte die Jugend nicht mit falscher moral zupflastern es hat sich in Wirklichkeit nicht viel geändert.
21.07.2009jjk_61Die Menschen haben sich nicht verändert, aber die Möglichkeiten die die moderne Medienwelt bietet schon.
Ich bin der Meinung, dass das sehr wohl auf die Jugendlichen wirkt, wenn sie Zugang dazu haben. Ich bin der Meinung, dass es wünschenswerter ist, wenn die Kids an das Thema langsam herangeführt werden. Warum soll man denn gleich alles durch Hardcore-Pornos entzaubern ?
Wahrscheinlich ist es aber so, dass die meisten Familien ein Auge darauf haben, was ihre Kinder ansehen (so wie früher auch). Was ist aber, wenn die Eltern beide arbeiten müssen oder wollen ? Wer hat dann noch ein Auge auf die Kids ? In wieviel Familien wird Fernsehen und Internet als "Babysitter" eingesetzt ?
Was sich wahrscheinlich zu früher verändert hat, sind auch die "Härtefälle", z.B. die, die mit ihren Eltern gemeinsam (sic!). Pornos anschauen ! So etwas hat es früher sicher weniger gegeben.
Im Zusammenhang mit Medien ist auch auf die Diskussion über Gewalt zu verweisen. Hier ist der Zusammenhang zwischen Gewalt in den Medien und Gewalt auf der Straße eindeutig. Warum soll das bei Pornos anders sein ?
22.07.2009DonSilverHH
Ich bin zwar nicht einer von der füheren Generaton, aber ich persönlich merke mit 22, dass die Jugend heute sehr viel früher anfängt über Sex offen zu reden und zu denken. Aber das heißt nicht gleich, dass sie es dadruch viel früher haben. Alle meine Bekannten, außer 1-2 Ausnahmen haben wie ich zwischen 15-17 ihr erstes mal gehabt. Wenn wir unsere jüngeren Geschwister anschauen und mit ihnen reden ist es da auch nicht anders. Viele kommen erst in diesen Jahren zum sexuellen Genuss. Zum einen weil viele Mädchen noch auf den 'richtigen' warten. Natürlich gibt es da auch ausnahmen, siehe in den Medien "Jüngste Mutter Deutschlands, 12 Jahre". Das sind aber nur einzelfälle in der gesamten Bevölkerung.
Ich glaube nicht, dass durch die offensivere und direktere Sexuelität im Internet oder auch im Fernsehn dazu führt, das die Jugend früher anfängt Sex zu haben. Außerdem wird in den Medien und in den Schulen auch offen und direkt über die folgen des ungeschützten Sex geredet und informiert.
Ich glaub, die Jugend weiss sehr wohl schon, dass sie ihr Leben nicht aufs Spiel setzten, wegen eines kleinen Spasses.
14.09.2009freudenkreis"damals" und heute... - Es stimmt schon. Vor 1987 war alles anders.
Ich war damals 18, wir alle oder besser gesagt die meisten von uns hatten schon Sex. Wir haben weder früher damit angefangen noch uns mehr Zeit gelassen als heute.
Aber vor 1987, als AIDS in das Bewußtsein eingedrungen ist und unserer Generation einen regelrechten Schock verpaßt hat, war die Hemmshwelle, mal eben mit irgendwen komplett ohne Schutz ins Bett u steigen, um einiges niedriger als heute. Ich möchte behaupten, daß bis auf das Thema Verhütung gar kein Schutz existiert hat. Es waren die 80er, jeder hat im Laufe der Zeit mit jedem geschlafen.
Und diese Praxis hatte ein jähes Ende. Neulich auf unserem Klassentreffen nach 20 Jahren hatte ich den Eindruck, daß viele von uns dieser Zeit nachtrauern. Obwohl sie Familie haben. Dort traf ich eine damalige Freundin wieder, mit der ich Sex hatte. Wir haben uns 20 Jahre lang nicht gesehen und waren und sind immer noch sehr vertraut miteinander. Wir haben es getan. Diesmal mit Kondom. Und haben beide den alten Zeiten nachgetrauert.
Meine Auffassung ist, daß die heutige Jugend genau wegen diesem Punkt eine größere Hemmschwelle hat und deswegen nicht früher anfängt als wir damals oder die Generationen vor uns.
29.07.2010Thing88
Kann mich einigen Meinungen vor mir nur anschließen...die Jugend redet früher darüber, aber "machen" tun sie es trotzdem zum gleichen Zeitpunkt wie früher ;)
Habe eine kleine Schwester (12), sie und ihre Freundinnen sind auch nicht viel anders als wir "damals" vor 9 Jahren.
In einer Beziehung hat sich jedoch etwas geändert: Der Kleidungsstil!
Also die jungen Mädels, so um die 14, laufen rum wie mit 18 und als ob sie auf der Pirsch sind und nur so auf die Kerle warten...zum Glück scheinen die sich nach ein paar Jahren aber wieder einen "ordentlichen" Kleidungsstil anzugewöhnen :)
In Bezug auf die Kleidung kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Medien ihr Übriges tun um die Jugend zu beeinflussen.
10.07.2011keats
Die Probleme gehen viel tiefer und sind auch viels - Die Generation Porno, was soll das eigentlich jetzt genau sein ?
Im Vergleich wie "wir" früher in sexueller Hinsicht waren, zur heutigen Jugend, sehe ich keine wirkliche echte Substantielle Verbesserung, in den Köpfen und dem Wesen der Jugendlichen.
Die gesellschaftl. Zustände haben sich etwas entkrampft, aber bei weitem nicht so wie manche glauben und es notwendig wäre.
Die Situation der Homosexuellen z.B. ist, auch gerade im Alltag, alles andere als befriedigend, gerade die Homosexuellen Feidlichkeit unter Jugendlichen sagt doch viel über die Fehlentwicklungen und div. andere gesellschaftl. Missstände aus.
Die Frauen andererseits, konnten aber doch einiges für sich erreichen, das zumindest ist ein kl. Erfolg.
Vlt. hat auch das dumme relig. Dogma und die christl. Sexual- und Körperfeindlichkeit etwas abgenommen, doch wurde dies durch die Probleme, die die jugendlichen Immigranten haben, ersetzt.
Rückenmarkschwindsucht u.ä. Blödsinn durch Selbstbefriedigung u.ä. Schwachsinn konnte doch stark zurück gedrängt werden, verschwunden ist die Sex-Paranoia aber bei weitem nicht, wie war es doch selbst in Europa, als AIDS entdeckt wurde?
Die Aufklärung der Jugendlichen in der Schule, jedenfalls was die Nachhaltigkeit betrifft, ist absolut mangelhaft und nicht akzeptabel ! ! !
Die meisten haben bestenfalls ein rudimentäres Scheinwissen. Das hat sich zu früher überhaupt nicht verbessert. Im Gegenteil, kannte man damals wenigstens auch noch ein paar Fachbegriffe, wie Penis und Vagina, reicht es bei vielen heute nur zu Pulla und Ritze, wirklich erbärmlich (siehe auch RTL-Reportage vor ca 3 Monaten).
Warum Jugendliche in solchen u.a. Gesprächen dann auch meinen sie wüßten alles, und einen erfahrenen (und wohl "guten" ?) jungen Liebhaber als ihn (Junge, 19), wird man kaum ein zweites mal finden!
So so und warum ?
Weil er mit 19 schon (!) mal AV hatte, da war der so stolz drauf, erschreckend (doch wer weiss ob das so auch stimmt) !
Warum sehen so viele Jugendliche Pornos (Altersbeschränkung gibt es zwar, ja auf dem Papier, aber nicht in der Realität) ?
Als Grund wird von ihnen angeführt, dass sie Pornofilme schauen, dies aber weniger, um sich dabei zu befriedigen (nat nicht), sondern weil sie Glauben da noch etwas lernen zu können (das Mallorca am Meer liegt oder was?).
Um es Klar zu stellen das ist nicht meine Meinung sondern O-Ton, bzw. die sinngemäße Wiedergabe ihre Ausführungen.
Desgleichen die Aussage einer 16 Jährigen, sie könne sich an ihr erstes mal nicht erinnern, das ist schon so lange her und auch SB hat sie nicht nötig, weil es genug "Männer" gibt, die sie jeder Zeit haben könnte usw.
Was ist das für ein Selbstbildnis und Vorstellung von Sex ?
Was wollen sie denn damit vorspielen und warum, weswegen haben die das denn heute nötig ?
Bei mir/uns Jahrgang 55 war das so bei weitem nicht.
Klar haben wir auch übertrieben und uns für toller gehalten als wir waren und taten wer weiss wie erfahren wir schon waren, ich denke das dies auch bis zu einem gewissen Grad so ok ist und sein muss, nur erscheint mir das heute viel extremer, ja ich habe oft den Anschein, als wenn manche und zunehmend mehr, da wirklich die Bodenhaftung verlieren und ihr Selbstbildnis sich deutlich von der Realität entfernt, was durch diverse Unterschicht-Programme und Prekariats-TV-Sender, zur allgemeinen Belustigung, noch gefördert wird.
So können auch viele wohl nicht mehr richtig unterscheiden, was ist Kino, also Märchen, Phantasie und was ist Realität, wie ist das wirkliche Leben und echter Sex mit einer echten Frau (die keine Prostituierte o.ä. ist).
Das liegt aber sicher nicht allein an dem völlig unkritischen Konsum von massenweisen Pornofilmen.