Vertrauen...

Ein Thema das mir unter den Nägeln brennt. Wie schnell vertraut ihr jemandem?

13. Juni 2007
Vertrauen...

Hallo zusammen,
ein Thema das mir unter den Nägeln brennt.
Wie schnell vertraut ihr jemandem ?


Es ist so, ich bin ein ziemlich ehrlicher Mensch, allerdings gerade
deshalb schon sehr oft auf die Nase gefallen. Wenn ich etwas
gefragt werde, bekommt mein Gegenüber eine offene, ehrliche
Antwort. Über Themen, die andere nichts angehen gibt es natürlich
kein Kommentar, so naiv bin ich dann auch wieder nicht *lächel*.

Ich möchte einfach nur von Euch wissen, wenn ihr jemanden kennenlernt, hinterfragt ihr , was er sagt oder glaubt ihr erstmal alles ?
Hört Ihr auf Euer Bauchgefühl oder lasst es auf Euch zukommen ?

Ich frage das, weil ich gerade erst kürzlich wieder eine schreckliche Bruchlandung hingelegt habe weil ich dem Menschen den ich kennenlernte offen erzählte, welch schlechte Erfahrungen ich gemacht habe. Er versicherte mir immer und immer wieder ich könne IHM VERTRAUEN, denn nicht alle wären so und ich müsse lernen daß es auch ehrliche Menschen gibt. Und genau dieser Mensch hat mich maßlos getäuscht. Bin ich also dumm, weil ich ihm geglaubt habe ???
Das hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun sondern damit, daß ich "eigentlich" an das Gute im Menschen glaube. Ist das falsch ? Wie seht ihr das ?
Auf zahlreiche Antworten bin ich gespannt und hoffe darauf, daß ihr mich jetzt nicht "niederschreibt", weil ihr mich für blauäugig haltet, denn das bin ich nicht. Nur zu lieb * *hae*

l.g.
L.
lisa
13. Juni 2007
@Lisa

Ja, diese Erfahrungen kenne ich auch.
Aus diesem Grunde bin ich geduldiger und schaue nicht auf das, was man mir sagt, sondern auf das Tun und das Verhalten.
Außerdem fixiere ich mich nicht mehr so schnell auf eine einzelne Person.

Aber trotzdem gilt es offen und mutig an neue Bekanntschaften heran zu gehen.
Denn die können nichts dafür.

Liebe Grüsse

Heinrich
13. Juni 2007

hi lisa!

von mir wirst du solche vorwürfe mal nicht hören, ich habe nämlich das gleich problem wie du!
eine freundin hat mir auch gesagt, ich würde zu schnell vertrauen, wenn ich jemanden kennenlern, und darum bin ich auch schon gut auf die nase gefallen. bin was andre dinge angeht ein kritischer mensch, hinterfrage, lasse mich nicht leicht täuschen - aber wenn es dann um das zwischenmenchliche geht, glaube ich auch wie du an das gute in jedem, und das ist denke ich grundsätzlich auch nicht falsch!
wir sehen "das gute" nur vielleicht etwas eingeschränkt, nämlich nur im bezug auf das, was wir hoffen zu finden: ehrlichkeit und fairness - also das was wir selbst geben.
vielleicht ist es zu viel verlangt, dass jeder andere unsere werte hat, und ehrlichkeit ist auch nicht immer einfach, denn sie erfordert mut und manchmal "versaut" man sich damit einiges. was ich damit meine ist: wenn ein typ dich trotz zerbrochener beziehung noch hinhält, weil er nicht allein sein will, bis er was neues gefunden hat. krasses beispiel, und ohne zweifel ein ganz, ganz mieses verhalten, aber es muss ja nicht daher kommen, dass der mensch böswillig ist, sondern einfach etwas armseelig, feige und extrem egoistisch. er kann aber andre gute seiten haben.
was mir ständig auffällt, ist, dass es sich wesentlich einfacher leben lässt, wenn mans nicht so genau mit der wahrheit nimmt, sie mal so dreht, wie man sie braucht, nicht immer mit offenen karten spielt, und immer den weg des geringsten widerstands geht. das seh ich doch auch an meinen freundinnen, und trotzdem sind es meine freundinnen. da kann ich nur besser mit umgehn als bei männern. ich habe zweimal hintereinander jemandem vertraut, der nicht ehrlich war, und das resultat war, dass ich beim nächsten mal, dass ich mich verliebt habe, schon total verkorkst war. grundsätzlich habe ich schon wieder zu schnell zu viel vertraut, aber auf der andern seite schrillten bei jedem kleinen widerspruch in seinem verhalten oder dem was er mir erzählt hat schon die alarmglocken, und mir ist eine sicherung durchgebrannt. ich will noch immer vertrauen und solange die person bei mir ist, geht es gut, aber sobald ich allein bin sucht mein gehirn nach widersprüchen und findet sie und ich bin chronisch misstrauisch und "warte" nur, dass er sich verrät. fazit: ich bin unfähig geworden etwas auf mich zukommen zu lassen.
ich glaube es hat rein garnichts mit dummheit zu tun dem falschen zu vertrauen, sondern einfach damit, dass man vielleicht (durch enttäuschungen, ein verletztes ego in alarmbereitschaft) verlernt hat seinem bauchgefühl zu trauen.
ich weiß nicht wie es bei dir ist oder ob du mal darüber nachgedacht hast, aber ich denke das "problem" mit dem vertrauen kommt vielleicht auch daher, dass man zu wenig in sich selbst ruht und zu sehr die nähe zu einem andren menschen sucht. vielleicht muss man dann lernen jemanden auch "aus der ferne" gernhaben zu können, ohne sich demjenigen anzuvertrauen.

wünsch dir auf jeden fall, dass du deine enttäuschung gut verarbeiten kannst, und nicht zu sehr an dir selbst zweifelst!
du solltest weiterhin an das gute im menschen glauben, dich aber ein wenig von deiner außenwelt abschirmen, um nicht mehr so licht verletzt zu werden *blume*
13. Juni 2007
vertrauen

/ich glaube es hat rein garnichts mit dummheit zu tun dem falschen zu vertrauen, sondern einfach damit, dass man vielleicht (durch enttäuschungen, ein verletztes ego in alarmbereitschaft) verlernt hat seinem bauchgefühl zu trauen./


genau!!!!!!!!!
ausserdem ist es doch so:
vertrauen bekommt man geschenkt und wer es missbraucht, der verdient es nicht! erst wenn das vertrauen missbraucht wurde, dann ist es harte arbeit, es wieder aufzubauen.
ich vertraue trotzdem und vertraue auf mein wiedergefundenes bauchgefühl....


agnetha
13. Juni 2007
Vertrauen ist so eine Sache

Hallo Lisa,

auch ich kenne das Gefühl "verraten" zu werden. Man vertraut einem Menschen, egal ob in einer Beziehung oder einer sich anbahnenden Freundschaft und dieser Mensch nutzt einen nur aus bzw. macht sich in Wahrheit über dich und deine Werte lustig.

Tja woran liegt das? Mein Mann sagt auch immer, dass ich zu schnell alles glaube was man mir erzählt inbesondere wenn man (oder auch Frau) an mein Mitgefühl appeliert.

Erst vor ein paar Monaten ist mir wieder so ein Vertrauensbruch untergekommen. Ich war so tief verletzt und enttäuscht, dass ich überhaupt niemanden mehr kennen lernen wollte. Aber siehe da, gerade in dieser Phase habe ich einen heute sehr guten Freund kennen gelernt, der einfach nicht aufgegeben hat und mir gezeigt hat, dass es auch noch ehrliche Menschen gibt.

Ich versuche zukünftig auf mein Bauchgefühl zu hören, wenn ich neue Menschen kennen lernen und spreche mit meinem Mann oder guten Freuden über diesen Menschen.

In der Partnersuche ist das mit dem Vertrauen natürlich dann so eine Sache. Wenn Gefühle ins Spiel kommen, lässt die Vernunft uns schon mal im Stich. Man will halt mal wieder nur das Gute im Menschen sehen. Aber! ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man ganz tief in seinem Innersten nachforscht schrillen schon mal ganz ganze leise die Alarmglocken und auf die sollte man hören. Auch wenn man noch so verliebt ist.

Ich wünsche Dir, dass Du einen verlässlichen Partner findest, dem Du vertrauen kannst und der mit Dir durch Dick und Dünn geht.

Mein Motto: Mann bzw. Frau soll die Hoffnung nie aufgeben. Es lohnt sich!

Liebe Grüße
Geli
13. Juni 2007

Wie man es handhabt ist es verkehrt.
Bleibt man zu verschlossen, kann es ebenso in die Hose gehen. Zu Anfang dürfte wohl ein Kompromiss aus Zurückhaltung und Vorsicht, kombiniert mit ein wenig Offenheit der beste Weg sein.
Die von "Heinrichhb" beschriebene Vorgehensweise dürfte am erfolgversprechendsten sein. Worte kommen sehr schnell über die Lippen, doch Taten sind es, die einen Menschen auszeichnen.
Ausserdem lernen wir ein Leben lang - dazu gehören auch solche negativen Erfahrungen. Wenn man diese für sich letztlich positiv nutzen kann, dann haben sie auch ihr Gutes.

Al - der oftmals versucht nicht nur das Gute in einer Person zu sehen, um dann keine Entäuschung zu erleben, wenn sich diese Befürchtung bestätigt. Allerdings bereitet diese Vorgehensweise bei weitem nicht diese Gefühle wie ein offener Umgang. Auch bin ich vor einigen Jahren ziemlich auf die Nase gefallen, als ich es mal nicht tat. Es tut weh, doch wenn man nach vorne schaut, dann ist es halb so wild. Dieses Mal war ich wieder sehr offen und wurde dafür mehr als belohnt. Das Leben besteht halt aus Höhen und Tiefen und das ist gut so. Würde man nur auf Wolke 7 schweben, dann würde man schnell vergessen dieses zu schätzen.
13. Juni 2007
...Vertrauen...hm...

...Vertrauen ist im Grundsatz eine ganz wichtige Sache...etwas das wir haben...zum Zeitpungt...als wir auf die Welt kamen.
Wir vertrauen der Mutter und unserem Vater...daher wird dieses Vertrauen, Urvertrauen genannt.
Wenn es liebevoll durch unsere Eltern geprägt ist und wurde.

Dieses Vertrauen nehmen wir mit ins Leben. Es ist unser ständiger Begleiter.
Kann man dieses Vertrauen wirklich erschüttern.....Nein!

Was kann also passieren, das wir annehmen, unser Vertrauen ist mißbraucht worden.
Wir haben einem anderen Menschen geglaubt was er sagt....wir haben also geglaubt vertrauen zu können.

Wie teile ich das auf...Glauben...zum einen der Wunsch, dies tun zu können...ohne Angst zu haben...zum anderen zu wissen, glauben zu können.
Das heißt, an Handlungen und Worten anderer festzustellen, ob sie authentisch sind oder nicht.

Was muss ich also übereinander bringen....den Wunsch, das Bedürfnis...aus dem Bauch...über den Kopf, den Verstand...in die Realität bringen...und wieder zurück.

Woran hackt es dann manchmal im Leben...an der Unkenntniss, wie ich diesen Weg gehe und das es ihn gibt.
Was kann ich dagegen tun...erstmal mich selbst verstehen, dann Bücher zu lesen...wie zB Grundlagen der Angst oder der ganz normale Wahnsinn...
Verhaltenschemat erfahren.
Der Vorteil....mir können Dinge auffallen, die ich hinterfragen kann...und an der Reaktion stelle ich fest, wen ich vor mir habe.

Aber warum sollte ich das alles lernen wollen?
...wir gehen alle in die Schule...als Kind...dann suchen wir uns einen Beruf und erlernen ihn...wir wollen gut sein in dem was wir machen...für alles tun wir was....viel arbeiten für ein neues Auto, den Urlaub....
Aber wo bitte haben wir was getan für uns...wo haben wir gelernt, den Umgang mit Menschen...in welcher Schule...in welcher Stunde...also können wir auch nicht erwarten...etwas zu wissen...über den Umgang mit Menschen...da vertrauen wir fast alle nur unserem Gefühl...und den paar Versuchen die wir gemacht haben...bisher.

Das Vertrauen ist nicht zerstört Lisa und es ist auch nicht falsch es im Herzen zu tragen...fang nur an es anders einzusetzen....zu Beginn einer Begegnung.

Lg Piet
13. Juni 2007

vertrauen wächst wie eine empfindliche pflanze.....
es kann aber keinesfalls sein wie der bus.... unverhofft, aber dennoch mit 3 minuten verspätet an der haltestelle angekommen, einsteigen und bis zur endstation mitfahren...
13. Juni 2007
Vertrauen...

ja.....ich bin ein mensch , der gern vertraut......und wenn ich mich von jemand angezogen fühle, dann gehe ich immer nach meinem gefühl ,
es hat mich zwar schon mehrfach im stich gelassen....aber ich krieg das einfach nicht weg.....besonders, wenn ich jemand schon sehr gern mag.... und ich das gefühl hab , es kommt ebenso zurück , dann vertraue ich ihm auf jedenfall...warum auch nicht? wenn sich eine enge beziehung aufbaut , dann ist vertrauen doch die einzig richtige basis..... ich sage was ich denke und das sag ich genau so wie ich es auch meine....und ich erwarte dies auch von meinem partner....das kann doch nicht falsch sein?
es gibt für nix garantien..... und wenn ich der meinung bin , daß dieser mensch für mich genau der richtige ist , dann kann es NUR SO funktionieren.....ich will nichts hinterfragen....was ich wissen muß , das sagt ER mir dann schon von selbst... und ich fühle mich auch nicht ausgefragt, wenn ich von meinem vorleben erzähle....
in meinem alter hat jeder mensch ein vorleben....
aber wenn eine sache beendet ist und ein neuer abschnitt fängt an..was soll ich da nach vergangenem bohren???
entscheidend ist doch das JETZT und HIER alles andere schnee von gestern....

immer auf das gute im menschen vertrauend
nsb
13. Juni 2007
Verzeihen

Güte und neues gemeinsames Bekenntnis zueinander.
Dies sind die Grundlagen, die Vertrauen ermöglichen. Vor allem nach einer Enttäuschung.
13. Juni 2007
nach einer enttäuschung...

neigen nicht wenige zu resignation..... und trauen dem vergangenem ewig nach....

DAS tu ich nicht , ich hab mich "umerzogen"....
ein ende ist immer der anfang von neuem!!!!

also...kopf hoch und losmarschiert !!!

an heinrich : verzeihen? ja...aber vergessen? nein...denn du sollst aus dem erlebten deine schlüsse ziehen nachdenken und in der zukunft zusehen , dass dir sowas nicht noch mal passiert...sonst wäre es vergeudete zeit gewesen.... es hat alles einen sinn , auch daß man so
verdammt unangenehme zeiten durchmacht...aber genau dadurch
kannst du deine zukunft beeinflussen....weil dir die gesammelten erfahrungen immer weiter helfen können

lg an alle
nsb
13. Juni 2007
@nsb

Ja, das ist auch meine Haltung.
Nur durch Erinnerung und Reflexion kann ich lernen.
Aber auch neuen Mut finden.

Heinrich
13. Juni 2007

nun wie weit kennt ihr euch den? wie weit gehen eure träume ? .... wenn ihr in einer beziehung nicht glücklich seit ... wie weit könnt ihr euch vertrauen ? gab es nicht schon oft situationen in eurem leben wo ihr gesagt das hätte ich nie von mir gedacht (nicht nur sexuell) wer sagt euch den das ihr einen menschen der euch liebt nicht auch enttäuscht habt.....genau so wie ihr EUCH schon mal entäuscht habt ?

ich denke die wenigsten menschen verletzen einen vorsetzlich oder absichtlich es passiert aus situationen heraus die sich einfach auch selber NICHT zugetraut haben ..... wie oft hat mir meine ex ewige liebe geschwören und ich glaube ihr das auch ,.......an und zu diesem zeitpunkt !!!


und wenn sie sowas mal wieder zu irgend jemand sagt, wird sie wissen das es gelogen ist weil NIEMAND weis wie sich ein mensch entwickelt
13. Juni 2007
@Kenny

Das sind genau die entscheidenden Fragen.
Jeder enttäuscht, auch sich selbst.
Aber das "Trotzdem" ist der entscheidende Schritt.

Heinrich
13. Juni 2007
vielleicht

liegt mangelndes vetrauen(können) daran , daß derjenige zu wenig selbstvertrauen hat...

wenn ich zu mir und meinen gefühlen , die ich auch wirklich zulasse , stehe...dann kann ich auch vertrauen... anders wäre es mir ganz unmöglichzu vertrauen...

nsb

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