Hashimoto und Liebesleben

23. Mai 2007
Hashimoto und Liebesleben

Hashiomto ist eine lebenslange Erkrankung der Schilddrüse, bei der sich das Organ selbst bekämpft. Leider ist diese Erkrankung gestern bei mir festgestellt worden.
Diese Krankheit ist sehr häufig und ich kann mir vorstellen dass es auch einige hier im Forum gibt, die das betrifft.

Die Krankheit hängt sehr stark auch mit dem (weiblichen) Hormonhaushalt zusammen, Zyklus, Fruchtbarkeit und auch die Libido sind betroffen.

Was habt Ihr für Erfahrungen im Liebesleben im Zusammenhang mit dieser Krankheit gemacht? Wie wirkt sich die Krankheit aus und wie die Therapie?
23. Mai 2007

hallo!

Bin selbst Hashimoto-Patientin und hab einen ziemlich schweren Verlauf der Krankheit erlebt. Ich habe u.a. 50kg zugenommen, habe einen Leistungsabfall von 90% erlebt und hatte massive Ausfallerscheinungen.

Ich kann dir sehr die website hashimotothyreoiditis.de ans herz legen. Da findest du alles was man über diese Krankheit wissen muß und das angeschlossene Forum ist das informativste Forum das ich je kennengelernt habe - ich verdanke diesem Forum mein Leben und das sage ich nicht nur so daher sondern ich hatte vor 4 Jahren schwerste Depressionen durch die Unterfunktion und hatte auch massive Suizidgedanken.

Erfreulich ist aber, dass Fälle wie ich nicht die Regel sind!! 85% der Patienten können nach der Einstellungszeit mit Hormonen (ca. 2-5 Monate geschätzt) wieder ein völlig normales Leben führen!

Bei mir hat es jetzt gute 4 Jahre gedauert bis ich mich zu 90% zumindest wieder erholt habe. Von den 50kg die ich in 4 Monaten damals zugenommen habe sind bisher 35kg wieder weg und da ich vorher schon durch die Krankheit (die ich aber bis dahin nicht kannte) erhebliches Überge3wichft hatte werden auch noch hoffentlich weitere Kilos purzeln (von Ende Januar bis jetzt hab ich 14kg abgenommen )

Meine Libido war über lange Strecken komplett weg - ich habe darunter sehr gelitten denn ich war immer sdchon sexuell sehr aktiv und auf einmal war Sex so wichtig wie ein Sack reis der in China aus dem Bus fällt... Aber seit nem halben Jahr funktioniert alles wieder bestens!!!

Es ist wichtig einen GUTEN Arzt zu haben, denn Hashi wird gerne als "macht-ja-nix-krankheit" abgetan weil es keinen interessiert. Es dauert nämlcih JAHRE bis die Symptome auftauchen und solange die Schilddrüsenwerte irgendwo im Normbereich liegen kriegt man gesagt: Es ist alles in Ordnung.

Mich wollte mein Ex-Arzt zuletzt mit Antidepressiva ruhigstellen weil seiner Meinung nach alles in Ordnung war und das alles psychisch sei... zum glück hab ich damals das Hashiforum gefunden wo ich erstmal stundenlang nur geheult habe als ich las, dass es soooo vielen ganz genauso ging wie mir.

Wenn du verheiratet oder anderweitig gebunden bist, dann ist es wichtig den Partner mit in die Krankheit zu integrieren denn die geht nicht einfach wieder weg - Hashimoto ist eine 'Autoimmunerkrankung genauso wie Multiple Sklerose oder Rheuma nur das bei uns die Schilddrüse zerstört wird. Bei Frauen ist sie normalerweise 14-18ml groß - meine war im Dezember letzten Jahres noch 3ml klein...

Geh ins Hashiforum und saug dich mit Informationen zu - ich bin mir sicher, dann wirst du die Krankheit gut meistern können!

Viele Grüße
Bienchen
23. Mai 2007
Basedow-Patient

Hallo
Ich habe so ungefähr dasselbe, nur in die andere Richtung (morbusbasedow.de). Und ich kann Euch sagen: Ich habe ungefähr 5 Jahre lang gekämpft, 5 Jahre lang oft gelitten wie ein Hund. Job verloren. Und mir oft selbst nicht über den Weg trauen können.

Grundsätzlich kann ich die Aussage von Bienchen72 unterschreiben.
Zu Anfang hatte ich mich auch einem Forum angeschlossen und alles gelesen und wie Bienchen72 so schön sagt: Mit Informationen vollgesaugt.
Allerdings, habe ich festgestellt, dass mich das jedesmal sehr sehr runtergezogen hat.
Grundsätzlich brauchst Du eine Menge Geduld und Toleranz mit Dir selber.
Positiv denken und nicht Selbstmitleid hat mir geholfen. In erster Linie war es meine MEGA-verständnisvolle Familie, die mir immer zur Seite stand wenn ich auch noch so ungeniessbar war, oder z.B. einfach beim Blumengiessen eine Überschwemmung veranstaltet habe weil ich mich nicht mal mehr auf das konzentrieren konnte.
Heute (nach 2 Radiojodbehandlungen in 2005) geht es mir so wie Bienchen 72 auch. Es ist nicht spurlos vorübergegangen, aber mit dem was davon übriggeblieben ist, kann ich sehr gut Leben.
Das sexuelle interessiert Dich: Das war in der Hoch- Basedow-Phase eher mehr der Fall, da habe ich mit Hashimoto gar keine Erfahrungen.

Seid stark, das kann lange dauern, aber --------- am Ende des Tunnels wirds wieder hell *g*

Alles Gute

Roland
24. Mai 2007

Basedow ist die häßliche Schwester von Hashimoto... beides Autoimmunerkrankungen und beides einfach nur zum weglaufen...

Beide Websites sind von der gleichen Ärztin ins Leben gerufen worden, Frau Dr.Leveke Brakebusch die selbst auch an MB erkrankt ist und die hat auch zu beiden Erkrankungen ein Buch geschrieben.

Runtergezogen hat es mich auch... aber nur anfänglich! Denn mit der Zeit wußte ich, dass die Beschwerden zwar abartig sind aber ich nicht dran sterbe. Heute kann ich solche Krankheitsschübe "aussitzen" und reagiere nicht gleich panisch.

Ist natürlich immer so, dass man sich nicht jedes Schicksal zu eigen machen sollte - es gibt viele die auch noch andere Krankheiten haben und letzten endes gar nicht mehr wissen welche davon jetzt welche beschwerden macht - in erster linie ist es wichtig, dass man dran glaubt zu den 85% zu gehören denen es nach kurzer zeit wieder gut geht und falls nicht, dann hat man auf jeden fall gute ansprechpartner!

LG
Bienchen
24. Mai 2007
mal was positives!

bei mir wurde es vor 5 jahren durch zufall entdeckt und ich hatte keinerlei beschwerden... (gut so ganz ohne grund von 56 auf 75 kg war schon merkwürdig.)
aber seit dem ich meine hormone schlucke, sind auch die blutwerte wieder in ordnung und es geht mir gut!
am anfang der behandlung, musste ich kurzfristig einen leichten beta-blocker nehmen und ständig zur blutabnahme, blutdruck messen 2 mal die woche.
heut geh ich nur noch zweimal im jahr zur kontrolle.

einen einfluss auf mein sex leben hatte dies zu keinem zeitpunkt!

also mal ein beispiel, dass es auch gut verlaufen kann...

und das wünsche ich allen betroffenen von herzen!
24. Mai 2007

Hallo liebe Leidensgenossinnen,

danke für Eure ausführlichen Antworten und Ratschläge.
Vor allem danke auch an mayrah, das macht mir viel Mut! denn ich nehme seit gestern di ersten Tabletten und es geht mir schon extrem viel besser! Kann es sein, dass die Therapie sofort anschlägt?

Als mein Mann mich gestern in den Arm nahm, mekte er sofort, dass etwas anders ist! Meine Körpertemperatur war höher, und ich war nicht mehr müde und gebeugt, sondern fröhlich und aufrecht.

Auch jetzt geht es mir so gut wie schon lange nicht mehr.
Die Krankheit hat mich zuvor ganz schön fertig gemacht. Ich hoffe sehr dass es so gut bleibt mit der Therapie.

In diesem Schilddrüsen Forum schreiben einige Frauen von einer Brustvergrößerung durch die Hormone, habt Ihr das auch an Euch beobachtet? Eigentlich nimmt man doch dann eher ab?
24. Mai 2007
Also...

...an meinen Brüsten habe ich nichts bemerkt. *ggg*

Ich wünsche das volle Programm auch niemandem.
Allerdings geht so eine Dosisänderung nicht in 1 Tag vonstatten. Freu mich wenns bei Dir so geht und wünsche Dir (und Mariah) das es stabil bleibt.

Liebe Grüsse

Roland
25. Mai 2007
ich hoffe alles wird gut!

auch wenn ich die seite, die du bienchen 27, genannt hast kenne...
ich halte es für falsch sowas jedem gleich nahe zu legen.
das kann sehr erschreckend sein und auch zur resignation führen!

es ist wircklich selten, dass diese krankheit trotz hormonbehandlung und regelmässiger kontrolle, nicht zu packen ist!
wichtig ist ein arzt, der ahnung hat!

und lieben dank, für eure guten wünsche!

brustvergrösserung... nur ein symtom der gewichtszunahme...
würde ich mir keime sorgen machen, solange da keine knoten o. ä. sind.

gut nacht ihr lieben!
25. Mai 2007
Roland,

es geht mir auch heute, am dritten Tag, sehr gut!
Warum sollte das nicht schon von den Tabletten kommen? Hormone wirken doch sofort (siehe Insulin, Pille, Pille danach).
Bei mir waren die Rezeptoren wohl noch intakt, so dass die Organe auch sofort das Hormon annehmen konnten. Anders kann ich mir es nicht erklären.

Keine Sorgen, mayrah, ich lasse mich davon nicht runterziehen. Schließlich schlägt die Behandlung bei 80% der Betroffenen gut an.

Das meiste Bedürfnis, in diesem Forum zu schreiben, haben doch sowieso die Menschen, die an meisten leiden. Die meisten, denen es gut geht, haben "besseres" zu tun als viel im Forum zu schreiben. Hin und wieder ließt man ja auch mal einen positiven Bericht.

Ich bin eben ein Optimist! *ggg*
25. Mai 2007
So.........

......muss es sein. Mach weiter so.

Liebe Grüsse

Roland
08. September 2007
Noch mehr positives

Also meine Exfreundin hatte auch Hashimoto und wir waren sieben Jahre zusammen. Sie hatte keine großen oder schweren Krankheitserscheinungen außer ein paar Hormonschwankungen die aber kein Problem darstellen Ich habe sie 5 Jahre mit der Krankheit erlebt und kann nur sagen das sie für mich nie krank war und auch nicht für andere. Mit Gewichtzunahme hatte sie überhaupt kein Problem. Sie ist 1.68m groß und wiegt 55 kg also eher zu wenig als zuviel.
28. September 2007
Hallo

Bei mir wurde Hashimoto vor (laßt mich schätzen) 8 Jahren diagnostiziert. Bei Euch hört sich das viel schlimmer an, als bei mir. Vielleicht hatte ich auch nur eine leichte Form davon (glücklicherweise, wenn ich die Beiträge hier so lese). Bis ich medikamentös eingestellt war, hatte ich 34 kg zugenommen (von 68 auf 102 kg, dankeschön), mußte aber zum Glück nur eine halbe Tablette am Tag nehmen, dann war es ok. Depressionen oder so was hatte ich nicht und meine Libido hat auch nicht gelitten,war nur dauernd müde und gleichzeitig zittrig.
Die Krankheit ist ja eigentlich chronisch, jedoch war sie nach meiner 1. Schwangerschaft verschwunden, obwohl ich auf ärztlichen Rat hin probeweise die Medikamente abgesetzt hatte (weil die Dosierung so niedrig war). Ist auch nicht wieder zurückgekommen (sollte vielleicht auch mal wieder die Werte checken lassen, sicherheitshalber).
Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob die Diagnose 100% richtig war damals. Ich schau mal in die Hashimoto-Link was da so drin steht.

Mach Dir nicht mehr Streß als nötig damit, wenn es mit den Medikamenten erstmal paßt,kommt man ganz gut klar. Nur Mut, das wird wieder alles *ggg*

LG
20. Oktober 2007

Bin grade etwas erstaunt, dass dieses Thema in diesem Board zu finden ist. Eine Behinderung ist meiner Meinung etwas, dass stark in das tägliche Leben eingreift - eine behandelte HT tut das nicht! Klar, das Leben vorher ist nicht grade allzu spaßig, aber richtig eingestellt erfährt man keinerlei Einschränkungen. Meine HT ist seit Dezember 06 bekannt und mittlerweile bin ich auch richtig eingestellt, habe meine Kilos wieder runter (bzw. bin noch dabei *zwinker* ) und von der HT-Seite aus gehts mir richtig gut *nick*. Meine Libido ist übrigens auch "voll" da ;).

@Yggdrasil78:
mußte aber zum Glück nur eine halbe Tablette am Tag nehmen
Eine halbe Tablette wovon? *lol*
Eine halbe Tablette von meiner Tablette sind immer noch 75 ;).

Lg,
Courtney
20. Oktober 2007

finde auch dass dieses thema eher ins medizinische forum gehört...
trotzdem seh ich des ganze anders als Courtney...
wenn mann nur Hashimoto hat bekommt man das oft sehr gut mit guter hormoneinstellung in den griff...

des problem allerdings ist dass viele ärzte und wie ich hier sehe wohl auch selbst betroffene nicht einsehen wollen oder können dass Hashimoto der anfang von einem sehr komplexen krankheitsbild sein kann...

soll heißen dass... wenn auch nur bei einem relativ geringen teil der erkrankten... sich keine oder kaum eine besserung der lebenssituation einstellt aufgrund weiterer erkrankungen die mit hashimoto zusammenhängen können...

für all diejenigen ist es ein schlag ins gesicht solche behauptungen aufzustellen... wenn Hashimoto mehr auswirkungen haben kann als "nur" eine unterfunktion der schilddrüse...

mehr ausführungen welche erkrankungen noch zusätzlich auftreten können möchte ich dazu nicht machen... da es mir erstens zu persönlich wäre... und zweitens wie gesagt zu unterschiedlich...
20. Oktober 2007

@sugarlaugh:
soll heißen dass... wenn auch nur bei einem relativ geringen teil der erkrankten... sich keine oder kaum eine besserung der lebenssituation einstellt aufgrund weiterer erkrankungen die mit hashimoto zusammenhängen können...
Klar, das habe ich auch nicht ausgeschlossen, oder? Ich sprach (und spreche immer noch) von einer reinen HT, deren Beschwerden sich durch Hormone leicht "beheben" lassen.
Allerdings sollten auch andere Folgeerkrankungen nach einer erfolgreichen Homonbehandlung zurückbilden... .
für all diejenigen ist es ein schlag ins gesicht solche behauptungen aufzustellen... wenn Hashimoto mehr auswirkungen haben kann als "nur" eine unterfunktion der schilddrüse...
Oha, "nur" in einer starken UF zu stecken kann ein breites Beschwerdebild mit sich bringen. Gewichtszunahme, Depressionen, Magendarmbeschwerden, Hautveränderungen, "unerklärliche" Schmerzen, NMU's etc. Wenn man Glück hat, dann verschwinden diese nach der Einstellung wieder.

Lg,
Courtney

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