![]() | 28. April 2007 Frage an Rollis Mein Boss ist Rolli-Fahrer und ab dem 4. Halswirbel nach einem Unfall querschnittsgelähmt. Der Unfall ist schon lange her, > 10 Jahre. Aber er dirigiert die Firma grandios. Ich bin dort neu angefangen und weiß nicht so richtig, diese Situation zu 'händeln'. Wenn er zu mir spricht, weiß ich nicht, ob ich stehen, sitzen oder hocken soll, damit wir auf Augenhöhe sind. Im Alltag habe ich kein Problem damit, Hilfe anzubieten. Aber wie bietet man die Hilfe an? "Darf ich helfen?" war immer mein Standard-Spruch, wenn ich gesehen habe, das jemand ein Problem hat. Die Antworten gingen von "nöö, das schaffe ich selber" bis "Ja, nu mach' mal!" Ich wäre dankbar für Tipps, wie man als angestellter Techniker mit einem Boss im Rollstuhl korrekt umgeht. BTW: Nach einem Beinbruch war ich selber 6 Wochen im Rollstuhl unterwegs, aber das ist ja gaaarnix im Vergleich. Aber seit dem sehe ich jede Bordsteinkante mit anderen Augen... |
![]() | 28. April 2007 Hi PFS, also, da würde ich mir nicht so viele Sorgen machen. Ich würde es versuchen "aus dem Bauch heraus" zu handeln, denn meist ist das richtig. Die meisten Menschen (sicher auch Rollstuhlfahrer Die Unsicherheit im Umgang mit ihm wird dein Chef sicher kennen und ... man kann darüber reden. Wenn es das Verhältnis zu deinem Chef erlaubt, sprich es an! Grüße von Vajra |
![]() | 14. Mai 2007 antwort auf deine fragen um mal kurz auf deine fragen einzugehen... 1. Augenhöhe ist immer gut! wenn die Gelegenheit da ist, setzt dich zu ihm (sofern Stuhl vorhanden) 2. Ja man darf Ihm helfen, nur sollte man vorher Fragen! (Schilder Ihm aber auch ruhig Deine bedenken lockert die Atmosphäre ungemein auf) ! Grüße... auch ein Chef im Rollstuhl |
![]() | 14. Mai 2007 gans normal!!! Hi, ich hatte vor 6 Jahren einen Schlaganfall und bin daher halbseitig gelähmt, mittlerweile laufe ich eigentlich gans gut, war aber anfangs auf den rolli angewießen, ich fand es schön wenn die leute mich "gans normal" behandelt haben, ich habe die mitleidigen Blicke gehasst, hab mich immer gefreut wenn die Menschen hilfsbereit waren. Ich denke du tust dich am besten wenn du ihn "normal" behandelst und eben deine Hilfe, bei türen,... anbietest wenn es nötig ist LH Andrea |
![]() | 14. Mai 2007 stimmt....einfach aus dem Bauch heraus ich kann den Vorrednern nur zustimmen das Bauchgefühl ist ein wichtiger Ratgeber . setzen wenn es möglich ist, ist gut .... stehen bleiben im richtigen Moment ist auch ok..... ich selbst bin auch Chefin im Rollstuhl und spüre sehr schnell wenn es Leuten unangenehm ist zu stehen, dann biete ich einen Stuhl an. Es wird Zeit brauchen bis man sich zurechtfindet , das ist aber auch mit allen Chefs dasselbe. Unsicherheiten kann man immer sagen denn es sind keine Unwissenheiten! Viel Spaß bei deiner Arbeit und Erfahrungen uhui |
![]() | 17. Mai 2007 Danke! Ja dann danke ich erst mal recht herzlich! Irgendwie erinnert mich das an "Master-Blaster" aus Mad-Max III. Er dirigiert, ich mache. Irgendwie umgekehrt... Und ich bewundere ihn. Was der Mann im Gedächtnis hat, ...dafür brauche ich eine Datei auf'm Desktop. Und der Laden brummt: 500 Tausend € sind unterwegs, es wird investiert, Leutz werden eingestellt... Hurrah! So'n Scheff muss man mit der Lupe suchen.... |
![]() | 17. Mai 2007 ... was sein Gedächtnis betrifft, erinnert er mich an Lincoln Rhyme. Aber sicher arbeitet er in einer anderen Branche Ich gratuliere dir zu deinem außergewöhnlichen Chef! Grüße von Vajra |
![]() | 02. Juni 2007 Ansprechen ! Hi PFS, hier schreibt auch'n Scheffe (wenn auch ohne Rollstuhl). Du beschreibst Deinen Chef sehr positiv; das hat für mich zwei 'Folgen' a) er ist offensichtlich 'gut' und dabei selbstbewusst, b) er merkt (wahrscheinlich), daß Du ihn magst. Daraus kann eigentlich nur folgen: Sprich ihn an ! Sag gleich am Anfang, daß Du unsicher bist..... und frag' ihn wie er sich bei der Kommunikation mit Dir am wohlsten fühlt. Ich schreib' das, weil es mir persönlich sehr unangenehm wäre, wenn sich einer z.B. vor mich hinhocken würde nur um mit mir in gleicher Augenhöhe zu sein (bei einem Stuhl wäre das natürlich was anderes). LG von dem einen Segler |
![]() | 03. Juni 2007 hier der Link zu einem Sportler im Rollstuhl (auch ein Chef!), ehemaliger Deutscher Meister im BMX-Fahren, Vierter bei der WM, Freerider Mountainbike und seit einem Unfall querschnittgelähmt. Aber er hat den Kopf nicht hängen lassen, hat eine PR-Agentur für Bike-Events gegründet. Es kommt halt viel auf die Einstellung im Leben an! Vorhang auf für Tarek Rasouli, den ich wegen seiner positiven Ausstrahlung sehr bewundere: Links nur für Mitglieder |
![]() | 13. Dezember 2007 mein bester kumpel sitzt auch seit einem autounfall vor 6 jahren im rollstuhl und ich muss sagen das all sein lebens mut immer noch da ist, wir gehen zusammen raus oder mal auf partys, ich vertehe es nur nicht wenn die leute immer alle schauen, nur weil es nicht laufen kann??? ich schauen den leuten doch auch nicht nach nur weil sie keine brust haben. ich möchte meinen kumpel auch nie missen denn er hat mir gezeigt das alle menschen gleich sind egal ob mit oder ohne behinderung. er spielt auch rollstuhl basketball und letztens hat er mich gefragt ob ich mich mal in seinen ollstuhl rein setzten möchte und es mal probieren will. ich hab es getan denn ich wollte mal wissen wie das gefühl ist für ihn denn jetzt weiss ich auch wie er sich fühlt. ich möchte ihm hier nochmal danke sagen das es so ein toller freund für mich ist. p.s für menschen die so etwas nicht verstehen wenn jemand im rollstuhl sitzt soll einfach weg schauen denn diese menschen sind nicht besser nur weil sie laufen können |
![]() | 13. Dezember 2007 Ich als Rollifahrer kann auch nur sagen: Sprich deinen Chef an, erklär ihm das Du etwas unsicher bist, ob Du dich nun hinsetzen oder stehen sollst. Frag ihn doch einfach was ihm besser gefallen würde. Offenheit wird immer gerne gesehen und es verdrängt die unsicherheit. Ich als Rolli bevorzuge, wenn mein Gegenüber sitzt, das schont etwas die Nackenverspannungen vom ständig nach oben gucken. Notfall sag einfach du kennstn rollifahrer im internet, der beschwert sich ständig über verspannungen im nacken, weil alle immer stehen. Herr Wolf *tiger* |
![]() | 30. Dezember 2007 Wie verhalten ? Wie bereits gesagt wurde - laß Dein Bauchgefühl entscheiden. Ich habe beruflich auch ab und an mit Rolli-Fahrern auf der Straße zu tun. Habe prima Erfahrung damit gemacht - und Resonanz erfahren - , bei einem längeren Gespräch dem Rolli-Fahrer zu sagen, daß ich mich hinhocke, weil es auch für mich angenehmer ist, wenn man in Augenhöhe miteinander spricht. Bei einem kurzen Gespräch bleibe ich i.d.R. auch stehen. ..und was @whitewolvesnrw schreibt ist nachvollziehbar - auch wenn ich daran bisher gar nicht gedacht habe (manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht |
![]() | 02. Januar 2008 hm... also würde mich da doch eher der Meinung einiger hier bereits vertretenen Meinungen anschliessen...wenn ein Stuhl in der Nähe ist u. es angebracht ist sich zu setzen dann ist das völlig in Ordnung...aber bitte nicht hinhocken für ein Gespräch...das wäre in Ordnung, wenn es ein guter Kumpel wäre aber in der Arbeitswelt meiner Meinung nach unangebracht! Mein Chef ist ebenfalls Rollstuhlfahrer (sowie auch mein Mann) und ich weiss aus einiger Erfahrung, dass es nicht gewünscht wird eine "Extrabehandlung" zu bekommen! ...und ein Feeling, in welcher Situation Hilfe angebracht ist, wirst du von allein entwickeln. Wobei ich davon ausgehe, dass er nach über 10 Jahren u. vor allem in seiner eigenen Firma sehr gut ohne fremde Hilfe auskommt...sprich, das dort alles so arrangiert ist, dass er diese nicht benötigt oder sich selber zu helfen weiss! LG Jana |
![]() | 02. Januar 2008 @PaarausDD ...auf der Straße ist nur selten ein Stuhl in der Nähe ...ansonsten hast Du Recht.... |
![]() | 07. Dezember 2008 Niederknien mir ist es schon passiert, dass jemand niedergekniet ist, um auf meine Augenhöhe zu kommen. das war mir unangenehm weil --- zu auffällig und unnormal. Zum Thema Helfen: Manchmal brauche ich unterwegs schon Hilfe. Tatsächlich reicht es meistens aus, jemandem in die Augen zu blicken, von dem ich meine, dass er mir behilflich sein könnte. Und dann klappt es. Wenn mir Hilfe angeboten wird, und ich "etwas kömisch" darauf reagiere, dann liegt es meistens daran, dass ich A. gar keine Hilfe benötige; oder B. dass die ansprache so unvermutet kommt, dass ich so unvorbereitet nichts passendes sagen kann. (ich bin manchmal Tagträumer... |
