Leben mit seelischer behinderung

28. November 2010

Den im Endeffekt besteht jeder Teil immer aus zwei Gegensätzen.
Das Gefühl Wut ist zum beispiel auch mit der Trauer verbunden.
Opfer und Täter.
Schwarz und weiss.
Soweit kann ich dir folgen, und gebe dir recht. Nur warum es zur Lebensaufgabe gehören soll ein Opfer zu sein, erschliesst sich mir dennoch nicht...
28. November 2010

Solange man sich selber als Opfer sieht und nichts dagegen unternimmt wird man immer eines bleiben.Sicherlich will man es nicht verstehen warum ,wieso,weshalb ,warum ich.Man kann sich sein Lebenlang den Kopf darüber zerbrechen und den Schmerz immer wieder hervorholen.Somit bleibt man in der ewigen Opferrolle oder man beginnt im hier und jetzt zu leben.
Für mich hat jeder Mensch eine Aufgabe diese allerdings festzustellen welche diese ist ,kann bis zum Lebensende dauern.Wobei das auch wieder eine spirituelle Ansicht ist.
18. Juni 2011

... wenn ich mir überlege daß Robbie Wiliams ,
Vincent von Gocht, Falco etc.
ohne ihre bipolare - manisch depressive Seite nicht weit
gekommen wären , fühle ich mich gut aufgehoben...

ned jammern --- nutzen --

lg
wolfmuc
21. August 2011
Hi

na dann fühl ich mich ja gar nicht so unnormal! Ich freu mich gerade total, das sich hier so viele sozusagen outen - da kann ich ja folgen

Ich hatte meine erste Therapie mit 9, weil ich damals einfach nicht über mich, meine Bedürfnisse und meine Probleme geredet habe... was ich heute zwar mit meiner Mama, meiner Therapeutin und einer ausgewählten Freundin zumindest teilweise kann aber wo ich mir wünsche das ich nicht so gehemmt bin grundsätzlich mit mir zu reden....
In meiner Vergangenheit ist einiges passiert, was mich sehr geprägt hat, auch wenn es im Vergleich wohl nicht so schlimm wirkt - also keine Vergewaltigung etc.... Ich denke es war die Menge an unterschiedlichen Dingen. Selbstmordgedanken und Versuch sowie der nachfolgenden stationären Therapie habe ich hinter mir, das war vor 4 Jahren als wieder einige Schiksalsmomente passiert sind wie meine rheumatoide Erkrankung...

Zur Zeit beschäftigen mich meine immer häufiger werdenden Panikattacken + Selbstverletzungsdrang, depressive oder auch manische Schübe die auch gerne mal stündlich wechseln können sowie mein Alleinsein...
Meine Diagnose steht im Moment nicht fest, da sich die Symptome immer sehr schnell wandeln und ich eine facettenreiche Persönlichkeit bin die oft zwei Standpunkte (bipolar?) hat, die sich allerdings nicht immer vertragen... (ich bin nicht schizo.)

Ich wünsche mir eigentlich wieder eine schöne Beziehung, eine Schulter zum anlehnen und jemanden für den auch Ich da sein kann... ich war 5 jahre lang nie alleine und seit einem Jahr bin ich im Singelgewühle... das ist anstrengend *zwinker* *gg*

Habt ihr irgendwelche Tipps für:
- Umgang seiner psychischen Erkrankung a) im Freundeskreis b) in der Öffentlichkeit c) in der Beziehung d) bei Panikattacken etc?
- Was hilft euch bei Panikattacken?
- Was hilft wenn man das Gefühl hat das andere gerade schlecht zu einem sind? Diese aber nicht gleich ansprechen kann?
....

Liebe Grüße
ich bin gerade überwältigt *danke*
Katinka
21. August 2011

Hi Katinka

<<- Was hilft wenn man das Gefühl hat das andere gerade schlecht zu einem sind? Diese aber nicht gleich ansprechen kann?

>>
viel kann ich nicht darübersagen - ich kenn dich ja nicht -
mein Tipp: immermal gegeprüfen ob dein Gefühl stimmt, oder ob du die Flöhe husten hörst *g* ..

der Thera weiß da bestimmt mehr

lg
wolfmuc
22. August 2011

Hi, Katinka!

Das ist ein ganz schön großes Paket, das Du da mit Dir rumschleppst. Am wichtigsten ist wohl, dass Du es nicht alleine versuchst. Immerhin hast Du Deine Mutter und eine Therapeutin.
Gerade eine bipolare Störung macht ein Beziehungsleben nicht gerade einfach für beide Beteiligten.

Ich kenne Dich nicht, daher kann ich nur ein paar Schüsse ins Blaue abgeben, möchte Dich aber nicht im Regen stehen lassen.

- Umgang seiner psychischen Erkrankung
a) im Freundeskreis
b) in der Öffentlichkeit
c) in der Beziehung
d) bei Panikattacken
Das kannst alles nur Du selbst entscheiden. Bist Du stark genug die Flucht nach vorne anzutreten?
Mit meiner AD(H)S gehe ich nicht hausieren, aber ich verschweige sie auch nicht. Was ich für Medikamente nehme und ob überhaupt geht niemanden was an. Das wissen nur meine Eltern, besten Freunde und in diesem speziellen Fall mein Chef. Letzteres würde ich definitiv eher lassen!
Bei Panikattacken kannst Du eh nichts mehr verheimlichen.
Der Unterschied zwischen Angst und Panik ist Dir bekannt? Die Angst hat immer einen Bezug, die Panik kommt einfach so. Vom Gefühl und der Intensität können sie völlig gleich sein.

- Was hilft euch bei Panikattacken?
Das kann sehr individuell sein. Ich habe es nicht, jedoch einmal ein Seminar dazu mitgemacht. Es gibt Trainings, die Dir helfen können. Dabei wird versucht das Gefühl, welches dann Auswirkungen auf Deine körperlichen Befindlichkeiten hat, wieder voneinander zu trennen. So schaukelt es sich nicht hoch. Es wird versucht sich bewusst zu machen, dass der hohe Puls, die schnelle Atmung im Moment nicht normal, aber auch nicht schädlich sind. Damit soll vermieden werden, dass diese Symptome die Panik noch verstärken. Wenn das klappt, dann kommen Entspannungstechniken hinzu. Aber auch die musst Du individuell durchprobieren.
Da gibt es sogenannte Traumreisen 'innerer Garten', PMR nach Jacobson, Atementspannung und noch einiges mehr.

- Was hilft wenn man das Gefühl hat das andere gerade schlecht zu einem sind? Diese aber nicht gleich ansprechen kann?
Runterschlucken ist oft das schlechteste was Du machen kannst. Dann staut sich nur alles auf. Am besten wäre es das so früh wie möglich anzusprechen, wenn man es denn früh erkennt und der Ärger nicht bereits unterbewusst Wellen schlägt.
Ein ehrliches 'Sorry, aber ich kann gerade nicht mehr' stößt nicht so sehr vor den Kopf wie eine schlechte Ausrede, wie 'Ich habe vergessen meine Wäsche zu bügeln und muss weg'. Ins Detail gehen kann man immer noch in einem anderen Gespräch, wenn man das denn will.

HTH
27. Oktober 2011

Guten Abend liebe Joy-Cluber;

Tja, dann werde ich nach langem lesen dieses Threats auch einmal ein wenig von mir berichten.
Auch habe, wie manche anderen Mitglieder Borderline.

Mein Alltag ist einerseits doch ziemlich normal aber andererseits macht es vieles schwerer, einfach weil man manchmal das Gefühl hat, außen vor zu stehen und nie so ganz dazuzugehören. Dieses Gefühl spiegelt sich leider auch stark in meiner "Familie" wieder, da wir eine Patch-Work-Familie sind durch und durch. Das verstärkt dieses Gefühl einfach sehr.

Momentan befinde ich mich in ambulanter Therapie, circa 3 mal im Monat, aber ich war auch schon stationär im PI untergebracht.

Mein Borderline äußert sich durch viele Kleinigkeiten, wie das ich Probleme damit habe, die Mimik von anderen zu deuten. Dagegen bin ich sehr empfindlich gegenüber Worten und Tonfällen, weswegen mir auch schon oft gesagt wurde, dass ich alles auf die Goldwaage lege.
Selbstverletzt habe ich mich früher recht häufig, mittlerweile komme ich damit zurecht greife jedoch leider manchmal noch darauf zurück.

So wirklich sagen, wann das alles angefangen hat kann ich nicht. Zwar sind meine Eltern getrennt seit ich 6 bin, aber auch vorher war ich im Kindergarten eher mit den Erzieherinnen zusammen etwas spielen, denn mit den anderen Kindern.

Vielleicht klingt es Arrogant, wenn ja beabsichtige ich das nicht, aber für mich ist es eine zusätzliche Bürde, dass ich Hochbegabt bin und daher auch in der Schule auffiel und auffalle. Es gab sogar eine Zeit, da saß ich nicht nur alleine, sondern hatte eine komplette Bankreihe mit 4 Plätzen für mich, ohne dass die Klassenlehrerin etwas dagegen unternommen hatte.

Solche Erlebnisse hinterlassen wie vieles andere einfach Spuren auf meiner Seele, mit denen ich erst lernen muss umzugehen. Ich will die schuld nicht auf Umstände oder andere schieben, klar verhalte auch ich mich anderen Gegenüber manchmal "falsch" und mache Fehler.
Aber ich versuche damit umzugehen so gut es geht auch wenn ich oft das Gefühl habe, von meinen permanenten Selbstzweifel aufgefressen zu werden.

Viele grüße; hiddenPain
27. Oktober 2011

Hallöle,

bei mir gibt es keine feststehende Diagnose, außer die Feststellung, dass es sich bei mir um eine Persönlichkeitsstörung handeln würde.

Seelische Behinderungen liegen seit jeher in meiner Familie. Ob die nun weitervererbt wurden oder eventuell beim Umgang mit den entsprechenden Menschen, die sich oft keine Hilfe oder erst sehr spät geholt haben, "entstanden" sein könnten bzw. eventuell verstärkt wurden, möchte ich bewusst offen lassen.

Ich hatte keine schöne Kindheit und nie das Gefühl jemals wirklich gewollt zu sein.

Ich selbst habe eine einjährige Therapie hinter mir, die ich abbrach an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiterkam in Bezug auf ein ganz spezielles Trauma.

Heute geht es mir ganz gut. Ich habe mich von der Vergangenheit getrennt, bin umgezogen, habe den Kontakt zu meinen Eltern und anderen Verwandten stark eingeschränkt und angefangen herauszufinden, wer ich eigentlich bin. Dabei habe ich für mich gesteckte Grenzen hinterfragt, sie auch manchmal einfach überschritten um dann festzustellen, dass es eigentlich gar nicht so schlimm war und das meine Grenze doch woanders liegt. Mittlerweile ist es eine Selbstverständlichkeit für mich Auto zu fahren oder einkaufen zu gehen, das sah früher anders aus.

Ich habe ein Studium begonnen und mich in Arbeit gestürzt. Das tut mir unglaublich gut.

Während ich früher immer vermeintliche Freunde hatte, habe ich mich von dem Gedanken getrennt überhaupt Freunde haben zu müssen. Ich komme mit dem damit verbundenen und durch mich empfundenen Stress noch nicht richtig klar. Ich bin eine sehr schlechte Small-Talkerin und leider überaus ehrlich und direkt. Das mögen die wenigsten. Ich fühle mich im Moment also auch komplett ohne Freunde sehr wohl.

Mir selbst hilft ein enormes Level an Ignoranz. Früher habe ich mich immer darüber aufgeregt, wenn ich mitbekam, was andere über mich sagten oder gar hinter meinem Rücken tratschten. Im Moment bin ich dagegen weitestgehend immun.

Mein Umgang mit anderen hat sich verändert. Früher war ich sehr aggressiv. Dann habe ich einen Kurs belegt, der mir beibrachte gewaltfrei zu kommunizieren. Das hielt ich auch ein halbes Jahr lang weiter durch, fand für mich jedoch heraus, dass einen das im Leben nicht unbedingt weiterbringt. Also habe ich mich durchaus bestimmt artikuliert in entsprechenden Situationen, in denen das nötig war.

Ein einziges Mal lief es suboptimal. Eine Nachbarin hat sich mir und meiner Familie gegenüber sehr respektlos verhalten und sich extrem daneben benommen. Als sie dann anfing meine Kinder zu bedrohen, hat´s kurz ausgesetzt und ich habe sie beleidigt. Die Beleidigung war zwar relativ harmlos, im Gegensatz zu dem, was ich ihr am liebsten gesagt hätte, vor den Kindern aber nicht sagen wollte, doch heute frage ich mich, ob´s nicht auch anders gegangen wäre. Für mich ist es schwierig das einzuschätzen, weil ich von Berlin in ein ganz kleines Dorf gezogen bin und die Leute hier das mit dem Respekt anderen gegenüber nicht ganz so ernst nehmen.

Ich wünsche jedem Betroffenen, dass er seinen zu ihm passenden Weg findet damit umzugehen und trotzdessen oder gerade damit glücklich leben zu können.

LG

Candice
11. Dezember 2011
HUHU!!!

Na dann stelle ich mich auch einmal vor. Wie ihr auf meinem Profil lesen könnt komme ich aus Norddeutschland und suche nette Kontakte zu Frauen.Vielleicht gibt es ja die ein oder andere mit der man mal ins Gespräch kommt.
Zum eigentlichen Thema: Ich habe ADHS als Grunderkrankung mit Komorbiditäten(F32.2,F60.6)und da ist es nicht immer so einfach was Kontakte und Beziehungen angeht.
Ohne mich groß in den Himmel zu loben kann ich aber von mir sagen das ich ein ganz lieber,verständnisvoller,lustiger,sensibler und unproblematischer Typ. Natürlich habe ich auch meine Probleme mit vielen Sachen aber ich will mich ja auch nicht selber hier runter machen.
Wer Interesse hat sich auszutauschen oder was wissen will kann mich gerne anschreiben. Ich beiße nicht.Also noch nicht *smile*
13. Dezember 2011
Hallo

Dan möchte ich mich hier auch gerne mal in die reihe der Borderleiner einreihen und ich gehöre schon zu den Bordi omis weil es recht lange gedauert hat die Diagnose féstzustellen das leben ist nicht immer leicht gewessen für mich und ich habe mr tiefe als höhen in meinen leben gehabt, Ich weis heute das es eine seeliche behinderung ist und habe auch gelernt damit um zugehen das war ein recht lange weg, 2langzeit aufenhalte in einer klinik und heute noch Ambulante therapie. ich gehöre zu den personen die durch ein trauma zur der erkankung gekommen ist wa eigendlich schon als klein kind mit angefangen hat und von Mißbrauch seelich und Köperliche gekenntzeichnet war .Borderleiner haben auch große probleme mit der körperlichen liebe entweder lennen sie sich ganz ab oder brauchen es wie die luft zum atmen ich habe jahre lang in so einen zwischenwelt von beides gelebt und war nach der langzeit therapie sehr froh das ich ein erfülltes sexleben hatte was aber seid ende letzes jahr durch die krankheit meines mannes(lungenkrebs) ein vorläufiges ende gefunden hat jetzt bin ich seid einen jahr wieder seelich sehr gefordert und ich kämpfe jeden tag gegen die dunkelen wolken im kopf durch die therapie klappt es gut auch wenn ich oft sehr traurig bin weil ich weis das die tage, wochen und monate mit meinen mann gezählt sein werden aber ich werde nicht aufgeben und wünsche das das auch andere hier nicht machen sollen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
14. Dezember 2011

neben körperlicher, seelischer und geistiger behinderung wage ich, eine weitere, meist von "oben" durch zwang ausgelöste behinderung in die runde zu werfen:

die GEISTLICHE BEHINDERUNG

a) bei angehörigen geistlicher berufe durch verquere, angeblich biblische sexualmoral hervorgerufene einschränkung im denken, fühlen und handeln. "biblische sexualmoral" ... tztztz ... da vögelt zumindest im AT fast jede/r mit jedem/r.
... und der zweck heiligt die mittel.

b) besonders in der katholischen kirche weit verbreitet durch unterdückung der sexualität ... aber auch hier gilt nach wie vor ... wasser predigen - wein saufen ODER zölibat predigen - und alles bespringen, was nicht bei drei auf dem baum (der erkenntnis?) ist. und die katholische kirche zählt: 1, 2, 4, ...
14. Dezember 2011

Ehrlich gesagt finde ich das dies hier überhaupt nicht her gehört. Und ich finde es, gelinde gesagt, ziemlich unverschämt den Menschen mit einer Behinderung gegenüber, sowas überhaupt damit in einen Topf zu werfen.

Ob man nämlich gläubig ist und/oder der Kirche angehören möchte kann sich jeder ab einem gewissen Alter, selber aussuchen.

Behinderungen körperlicher oder seelischer Art sind wohl kaum mal eben mit dem Austritt von irgendwo zu kurieren.
08. Januar 2012
das finde ich nicht inornung!!!

Alles sprechen von ihren Erkrankungen, die man echt ernst nehmen muss und er spricht über die Kirche.

Na ja ihr Lieben ich wünsche euch viel Kraft.
08. Januar 2012

... genau so umgekehrt, dass mir mal jemand weiß machen wollte, dass mir der Glaube und Gott helfen kann und wird.
Danke!
09. Januar 2012

manchen hilft das auch.
mir persönlich auch nicht, aber jeder ist eben verschieden

trotzdem finde ich diese beitrag sehr unpassend hier, hat absolut nix mit dem thema zu tun, und eine behinderung is das schonmal garnich!

ich hab auch seelische behinderungen; borderline, depressionen, generalisierte angststörung und körperliche einschränkungen.
Mache deswegen meine Ausbildung auch in nem Berufsbildungswerk für Behinderte.

Lg

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