Fremdgehen – die Schuld des betrogenen Partners?

28. März 2007
Fremdgehen – die Schuld des betrogenen Partners?

Mir ist aufgefallen, dass einige hier zwar einerseits die Liebe als das Wesentliche der Partnerschaft empfinden, oder vielmehr als solches darstellen, allerdings, sobald der Partner in Bezug auf Sex zu wenig Lust hat, nicht "mitmacht" oder nur zur Unzufriedenheit funktioniert (sprich langweilig oder zu wenig experimentierfreudig ist), das Gezeter groß ist, die Schuld weit von sich gewiesen und kein gutes Haar mehr am Partner gelassen wird.... der Seitensprung fast zwangsläufig ein notwendiges Mittel zur Lösung des Problems wird.

Interessant dabei ist aber, dass darauf angesprochen warum dann nicht auch mal ganz ehrlich in sich selbst gegangen wird, um etwaige Ursachen für die Lustlosigkeit des Partners durch sich selbst schon einmal auszuschließen, recht pampig reagiert wird.

(Einschub: der/die, er/sie, ihr/ihm... usw. OK?)

Eine mich am meisten beeindruckende (oder war es die am meisten bedrückende?) Aussage war:

Meine Frau hat sicher einiges Profitiert von meinem Femdgehen.


Oder im Sinne von

„Ich habe so lange geredet, aber sie interessiert sich nicht für meine Bedürfnisse“

Oder

„Sie ist irgendwie ganz zufrieden so“

Oder, oder, oder…..


Daher möchte ich meine folgende Aussage zur Diskussion stellen:

Mir kommt es so vor, als wenn der „Fremdgeher“ seinen Seitensprung, seine Affaire, ja sogar lediglich die Erwägung dessen, als Selbstverschulden seines lustlosen Partners sieht.
Ihn selbst trifft keine Schuld, denn er hat ja Lust, der Partner eben keine! Er hätte sich schließlich sexuell weiterentwickelt, der Partner eben nicht! (Wie konnte das denn geschehen?) Man wolle sich nicht mehr verbiegen. Hätte sich der Partner nämlich besser um die sexuellen Bedürfnisse gekümmert, würde man ja nicht fremdgehen MÜSSEN!

Wie gesagt, zur Disskussion. Die Antaghars schrieben in einem anderen Thread:
Aber man darf hier seine Meinung kundtun und - ACHTUNG! - diskutieren, sich austauschen, kritisieren, nachhaken, abklopfen und auch klar und deutlich zum Ausdruck bringen, was man nicht richtig findet. Das ist der Sinn eines Forums!
Also los!
28. März 2007
Meiner Meinung nach,

sind das die Leute die selbst mit Ihrem Gewissen nicht klar kommen, dann muß eben der Partner schuld sein, damit das eigene Gewissen nicht weiter belastet wird.
28. März 2007
Schwer....

ich denke mal das kann man nicht verallgemeinern ....es ist bestimmt oft so aber nicht immer denk ich mal!
Lg der Ma von MiMa
28. März 2007
Fremdgehen – die Schuld des betrogenen Partners?

Das ist immer sehr leicht gesagt, die Schuld auf den anderen zu schieben.
Aber unserer Meinung nach, liegt die Schuldfrage in einer Partnerschaft nicht nur an einem. Es ist ja eine Partnerschaft , und die besteht aus zwei Menschen. Es ist nur einfacher es auf den anderen zu schieben, sehr bequem sone Aussagen zu treffen. Es gibt sicher auch Fälle wo es zutreffen wird, aber wir denken das ist nur ein sehr geringer Anteil.
Immer erst an die eigene Nase fassen wäre wohl besser.
Es liegt aber wohl daran, das es die Leute verlernt haben einfach mal offen und ehrlich mit einander zu reden.
lg m+c
28. März 2007

Er hätte sich schließlich sexuell weiterentwickelt, der Partner eben nicht!
Wie Du,florestine, schon geschrieben hast:
Wie konnte das denn geschehen?

Dass ein Partner sich sexuell viel weiter entwickelt hat als der Andere bedeutet für mich: da war Schweigen im Walde. Und garantiert nicht nur von Seiten des "Lustlosen".

In einer Partnerschaft, in der ordentlich kommuniziert wird, kann das m.E. eigentlich nicht passieren. Man redet über eigene Wünsche, Bedürfnisse, Träume ... und hört dem Anderen dementsprechend auch zu ... und hat damit die Grundlage, an dieser Beziehung zu arbeiten.

In jeder Partnerschaft kann es auch immer mal Durststrecken geben. Aber wenn BEIDEN etwas an der Beziehung liegt, dann werden sie diese auch gemeinsam überwinden.

Lara
28. März 2007
es ist ...

leider eine menschliche unsitte, die schuld für etwas immer beim gegenüber zu suchen, sie ihm aufzuhalsen.

dies fällt eben leichter, als sich mit der situation, dem partner oder gar mit sich selbst auseinander zu setzen und so möglicherweise einen weg aus der häuslichen misere zu finden ... so meine theorie dazu.
28. März 2007

Auch wir wollen - diesmal als Paar auftretend - unsere Meinung zu diesem Thema kund tun:

Wir sind der Ansicht, dass zwar oftmals der "Anreiz" zum Fremdgehen beim Partner "gefunden" werden kann, die Schuld aber niemals bei einer anderen, als der "Ausführenden" also der "betrügenden" Person liegen kann, da die letzendliche Entscheidung schließlich immer bei einem selbst liegt.

Was wir damit sagen wollen ist folgendes:
Auch wenn sich der Partner beschissen verhält, den Betrug geradezu herausfordert, ... etc pp. ist es dennoch in der alleinigen Entscheidung des anderen Partners ob er seinen Partner betrügen will oder nicht.

Die Rechtfertigung oder gar die Entschuldigung zum Betrug des Partners kann man jedenfalls keinem anderen in die Schuhe schieben, denn wenn man sein eigenes Verhalten mit dem Verhalten des anderen argumentiert, rechtfertigt, entschuldig... etc pp. dann begibt man sich in Prinzip genau auf die Stufe, auf die man den anderen - in den eigenen Augen für den Betrug verantwortlichen - stellt, wodurch man auch nicht besser wäre als der andere.

Daher sind wir der Meinung, dass Betrug niemals die Schuld des anderen ist, aber durchaus der Auslöser beim anderen zu finden ist.
28. März 2007
selten einer alleine

Wenn jemand fremdgeht, und das mehr oder weniger plant (das ist dann alles jenseits einer Situation, in der man versehentlich ein Glas Wasser auf Ex austrinkt, bevor man merkt, es handelt sich um 67%igen Selbstgebrannten, prompt das Bewusssein verliert und am nächsten Morgen mit keinem Faden am Leib als einer Unterhose auf dem Kopf neben einer wildfremden Person zu sich kommt, die die Augen öffnet und sagt ...Liebling, das war TOLL!), dann denke ich, dass die Begründung dafür in der Beziehung selbst und damit - denn eine Beziehung ist ja was, wo mindestens zwei Leute dran beteiligt sind - auch beide irgendwo "Schuld" daran tragen. Wobei mir hier der Begriff "Schuld" nicht gefällt.

Ebenso wie beide Teile dafür verantwortlich sind, wenn eine Beziehung klappt, sind beide dafür verantwortlich, wenn sies nicht tut. Wenn einer der beiden (egal welcher) oder beide nur den jeweils anderen in der Verantwortung sehen, ist das vermutlich objektiv betrachtet ein Irrtum.
28. März 2007
fremdgehen

... welch' blödes Wort!

Wenn sich eine(r) auch anderweitig umsieht und das dann auch noch begründet mit "meine Schuld isses ja nich" dann geht mir wie sagt man so schön: das Messer in der Tasche auf" ...

Dinge zu tun ist eine Sache, nicht voll dazu stehen, eine ganz andere!

Ich finde es armselig, fremdzugehen (ich weiß leider auch kein "besseres" Wort) und die Schuld dem anderen zuzuweisen bzw. schlecht über den Partner zu reden. Die meisten Menschen brauchen scheinbar eine Rechtfertigung für ihr Tun. Warum? Vielleicht weil sie fühlen, es ist einfach doch nicht ok...?

Mein Verständnis dazu: Tu was du nicht lassen kannst, aber übernimm gefälligst die Verantwortung dafür!

Adalie.
28. März 2007

Ich wünsche allen Selbstgerechten dieser Welt, niemals in diese Situation zu kommen.. und wenn doch, mögen sie sich an ihre Worte hier und anderswo entsinnen.. Kein Mensch wird einseitige Schuldzuweisungen vornehmen... Kein Mensch redet absichtlich schlecht über den anderen, nur weil er/sie hier im Forum seine/ihre Situation schildert.... ich werde mich aus diesen Diskussionen zurückziehen.. wer Hilfe braucht wird diese Hilfe von mir bekommen.. aber als Sparringspartner stehe ich nicht mehr zur Verfügung...
28. März 2007

Danke, aber ich bin bereits einmal fremdgegangen, habe daraus gelernt und weiß daher auch wovon ich spreche - allerdings habe ich auch damals NICHT meinem Partner die Schuld für meine Betrug in die Schuhe geschoben.

Leider gibt es aber mehr als genug Menschen - und da kenne ich selber einige - die die Schuld für den Betrug alleine dem Partner in die Schuhe schieben.

Schade aber, dass Du Dich nicht zum Thema äußern willst.

*undwech*
28. März 2007
.

Fremdgehen ist doch keine Schuldzuweisung oder ein Moment von Vorwürfen. Fremdgehen bedeutet, man hat ein Bedürfniss, das man nicht bekommt, nicht erreicht. Ob man ein Recht darauf hat? Man besitzt kein (eigentums)recht am Partner. Der Mensch folgt nur seinen Instinkten und Bedürfnissen.
28. März 2007

@ lustbaer

Welche Situation meinst du denn, die du niemandem wünscht?
28. März 2007

Es kommt auf die Situation drauf an. Es gibt Leute die das Bedürfniss haben fremdzugehen, egal wie liebevoll der Partner ist. Sollte in der Beziehung etwas nicht stimmen, sollte man sich lieber trennen als seinen Partner zu betrügen....

Wir beide persönlich sind absolut gegen fremdgehen, da so das Vertrauen des Partners aufs übelste missbraucht wird. Auch Ausreden wie das beliebte
Ich war betrunken
sind das letzte, egal wie viel man zu sich genommen hat, so weit denken muss jeder können.... *roll*
29. März 2007
Fremdgehen..

ist in meinen Augen das Aufgeben der Beziehungsarbeit bei vollem Bewusstsein. Eine Resignation vor der unausweichlichen Schweigsamkeit die zu Hause herrscht. Derjenige der Fremdgeht weil er zuviel getrunken hat oder weil er wirklich irgendwie nicht mehr bei Sinnen war, derjenige wird dies bei dem Einzelfall belassen und sich schämen und sicher niemals seinen Partner dafür verantwortlich machen.

Alle anderen die bewusst fremdgehen, die bewusst einen Partner für ONS oder Affaire suchen, sind sich dessen ganz sicher unbewusst bewusst was eine Veröffentlichung der Affaire bedeuten würde und es wäre ihnen vielleicht sogar gar nicht mal unlieb wenn man so eine Entscheidung herbei führen würde. Unterschätzen allerdings die Folgen dessen.

Ich bin fremdgegangen, weshalb, keine Ahnung, es hat sich so ergeben. Wahrscheinlich war es ebenso die Resignation in einer Ehe gefangen zu sein, die schon lange keine Ehe mehr war. Eine Zweckgemeinschaft die aus Gefälligkeit, Bequemlichkeit aus Angst vor Veränderung einfach mal so weitergeführt wurde. Ich hab niemals meinem Mann die Schuld dafür gegeben. Ich alleine bin Schuld daran. Allerdings hatte ich eine zeitlang tatsächlich noch die zarte Hoffnung durch den Seitensprung eine Bereicherung für meine Ehe zu sehen, die Spannung die sich aufgebaut hatte in all den Monaten zu entspannen. Tatsächlich hat es eine zeitlang funktioniert, solange man den Menschen mit dem man fremdging nur als Zeitvertreib ansah. Erst als mehr daraus wurde, wurde es komplizierter.... und die Probleme fingen an. Bzw. man sah die Probleme und versuchte sie zu lösen. Doch je mehr man in diesem Wust aus Problemen rührte indem man darüber sprach, umso mehr Probleme ergaben sich....bis die Welle der Probleme über einen hinüber schwappte..... Apokalyse now!
Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen....jeder der in dieser Situation war wird es nachvollziehen können....
lg Gini

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