![]() | 31. Januar 2007 Wie funktioniert devot, aber nicht masochistisch? Diese Frage stellte sich mir, als ich hier zum ersten Mal Aussagen las, jemand sei devot, aber nicht masochistisch. In meiner Vorstellung handelte es sich dabei um absolut passive Menschen, die eben mit sich machen lassen, was DOM will und daraus ihren Kick ziehen. Und DOM eben Genuss aus einer "Spielpuppe" ohne Willen zieht. Das Bild kam mir irgendwie falsch vor. D/S schien das nicht zu sein. Wo sind da die Grenzen, die man erreichen will, oder überschreiten. Ich las auch von DOMs, die keinen Kick aus der aktiven Unterwerfung ziehen, sondern erwarten, dass Sub sich selber anstandslos unterwirft. Wo das Ganze prickeln soll, erschloss ich mir nicht. Auf der Suche nach einer Antwort las ich mich quer durch den Keller... Und das Bild änderte sich. Es ist mehr eine geistige und verbale Dominanz. Erniedrigung und Demütigung auf nicht schmerzvoller Ebene und zum Teil sehr wohl das einfache und pasive Überlassen des Körpers und der Seele. Auch wenn ich es mir für mich auf Dauer nicht vorstellen kann, einfach weil ich Lustschmerz und Schläge sehr geniesse, Bestrafungsszenarien mich kicken, so beginne ich doch ansatzweise, die nicht masochistischen Subs zu verstehen. Ich würde mich freuen, wenn ihr bereit wäret, mir mehr Einblicke in euer Denken und Fühlen zu geben. Wie eine Beziehung, eine Session ohne Schmerz lustvoll funktioniert. Ich möchte mich da hinein versetzten können und eventuell auch für mich etwas Umsetzbares herausziehen können, an das ich vielleicht noch nicht selber gedacht habe. Denn es irritiert mich langsam, dass meine "tägliche" Lustschmerzdosis ständig erhöht werden muss, um spürbar und lustvoll zu sein, wer weiss wann, wo und wie das endet.... |
![]() | 31. Januar 2007 Hallo, erstmal wollte ich sagen, du hast sehr schön dein Innenleben beschrieben. Ich bin jetzt nun eher aus der Latex-Fetischisten Fraktion, aber wir mischen SM-Aspekte auch mit in unser Spiel mit ein. Mein Ehemann ist so ein Fall, der absolut devot, aber nicht so sehr maso ist. Er mag schon Schmerzen, besonders an der Brust, aber nur bis zu einem gewissen grad. Manche Schmerzen mag er überhaupt nicht und manches macht ihm nichts aus, törnt ihn aber überhaupt nicht an (z.B. Cutting und Nadeln, das hatte er mal ausprobiert aus Interesse, aber gibt ihm nichts) Im letzten Urlaub hatten wir aber dennoch eine wunderschöne Spanking-Session, ich habe von einer Freundin allerlei Equipment ausgeliehen bekommen, sogar einen Rohrstock geschenkt bekommen und wie gesagt, es war sehr schön, für uns beide. Der schmerz steht aber eindeutig bei ihm nicht im Vordergrund. Er mag halt wirklich lieber demütigende Dinge und er liebt es mir zu dienen, ohne große Schmerzen, sei es Fußmassagen, Face-Sitting, Ponyplay oder in allerlei Bondage fixiert zu werden oder auch NS und Sperma Schlucken zu müssen. Das kickt ihn halt ganz besonders. Ich denke, da tickt jeder anders, ich habe schon einige getroffen, die absolut maso sind, aber niemals jemanden die Füsse lecken würden. Und eben umgekehrt. Aber ich finde es schön, das dich dieser Aspekt auch interessiert... |
![]() | 31. Januar 2007 Für mich sind Schmerzen irgendwo ein Graus, auch wenn es Tage gibt an denen ich mich nach ihnen sehne, doch im Großen und Ganzen bin ich devot ohne Maso-Aspekte. Ich diene gerne und bin der Part,der sich demütigen und erniedrigen lässt, der Aufgaben erfüllt und als Sache betrachtet wird. Für mich ist es die Erfüllung auf dem Boden zu kriechen und die verbale Erniedrigung zu erfahren, zu wissen einmal als Gegenstand benutzt zu werden,als Sexobjekt betrachtet zu werden oder was auch immer dort noch vorherrscht. Für mich gehören Schmerzen zu den Strafen und dort akzeptiere ich sie auch, sie geben mir aber keinen sexuellen Kick,erfüllen jedoch ihren Zweck. Meine Erfüllung finde ich genauso darin gefesselt auf dem Bett zu liegen und nicht zu wissen was mit mir als nächstes passiert,meinem Freund all seine Wünsche zu erfüllen und dabei selbst im Hintergrund zu stehen. Zu seinen Gunsten zu handeln und dabei selbst glücklich werden, das ist es was mir Freude bereitet. |
![]() | 31. Januar 2007 Das Eine und das Andere Ich las auch von DOMs, die keinen Kick aus der aktiven Unterwerfung ziehen, sondern erwarten, dass Sub sich selber anstandslos unterwirft. Wo das Ganze prickeln soll, erschloss ich mir nicht. Ich bin ziemlich masochistisch und nicht so extrem devot, aber bei uns trifft es auch zu, dass ich mich anstandslos unterwerfe. Werder reizt ihn die Vorstellung, mich aktiv unterwerfen zu müssen, noch kickt mich diese Vorstellung gezwungen zu werden. Ich finde es sehr prickelnd, mich anstandslos hinzugeben, manchmal auch meinen spontanen Widerspruch runterzuschlucken. Ihn macht es an, dass er nur zeigen oder wenige Worte sagen muss und ich tue, was er sagt. Wenn Ihr so nicht tickt, wie sollte ich Dir erklären, weshalb es bei uns sehr wohl prickelt einfach weil ich Lustschmerz und Schläge sehr genieße, Bestrafungsszenarien mich kicken, Und hier andersrum muss ich sagen, dass Bestrafungsszenarien uns überhaupt nicht interessieren. Ich mag Schmerzen, er mag sie verursachen, wozu also Erziehung und Bestrafung inszenieren? Ich glaube nicht, dass man an so ein paar Features festmachen kann, was in die Kategorie Masochismus fällt und was Devotheit ist. Ich glaube, das ist bei jedem sehr individuell gemischt, weshalb man Devotheit und Masochismus wohl auch nicht wirklich messen kann. Alre |
![]() | 31. Januar 2007 Danke Alre, da ist ein Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann und ich möchte nochmal nachfragen: Ich mag Schmerzen, er mag sie verursachen, Verursacht er dann die Schmerzen ohne einen "Grund", und sei er noch so vorgeschoben, im Rahmen der Session? Einfach Peitsche raus und fertig? Bzw was ist das Kopfkino dabei? Es ist so, dass ich mit meinem Vanilla-Ehemann darüber geredet habe und er meinte, wenn ich auf Schmerzen stünde, könnte ich haben. Ihm gibts nix, aber er würde sich schon meine Gerte nehmen und mich schlagen, wenn ich das wolle. Und er hat ganz gross geguggt, als ich ihm dann einen Vogel gezeigt habe. Er hat mir früher schon mal Schläge versetzt, wenn er mich beschlief, aber das hat mich nie sonderlich gekickt, so ohne Rahmen und Grund und Anlass. Da wird mein Hirn nicht mitgenommen dabei. Wenn aber mein Dom mir plötzlich befiehlt, mich hinzuknien und 6 Schläge auf den Blanken zu kassieren, weil ich im Eifer der Diskussion eine freche Antwort gab, dann macht mich das sehr an. Und als letzes: Geht es dir auch so, dass die Schmerzen ständig größer werden müssen, um noch zu kicken? |
![]() | 31. Januar 2007 Team"lust" Hi , ich wollte den Titel nicht Teamarbeit schimpfen den sex ist doch keine Arbeit ..nuja. also ich bin auch von der Seiter der dominanten aber eben nicht sadistischen Art. für mich sind Schläge ein absolute ausnahme die aber eigentlich nicht auf meiner Speisekarte steht. mir geht es in einer D/S beziehung darum mit meiner Partnerin gemeinsan Grenzen zu finden und die zu erforeschen. Da ich selbst glaube ich einfach megaoffen bin und vieles gerne Probiere macht es mir Spass erotische Gedanken oder Spiele meiner Partnerin näher zu bringen . er: hey schatz ich habe da eine Idee die ich gerne mal probieren möchte. sie: ähmm ja hmm weis nicht glaube das könnte ich nicht hmmm er: Vertraue mir das wird schön und keine Angts ich bin an deiner Seite und helfe dir dabei... usw. ..... sie dem näher bringen von dem Sie dachte das etwas schön ist aber Sie es nie machen würde.. das ist für mich Erziehung und ich Gewalt übe ich denke ich auch aus im Geistigen Sinne aber eben mal nicht köperliche bestrafung. Sie an ihre Grenzen heranführen........ klar ist sie mal fester Packen auch drinnen aber sich hinknien und 10 auf den nackten ?? mm naja wenns Spass macht... vieleicht bin ich ja auch garnicht D/S dann bitte ein kurzer Hinweis |
![]() | 31. Januar 2007 Devot aber nicht masochistisch... ... ist nach meiner Erfahrung eine sanftere, noch nicht so weit fortgeschrittene (Einsteiger-)Spielart. Man gibt sich in die Hände des Partners, der einen durch Blicke, Worte, Anweisungen oder dominierende Dinge wie Facesitting oder extremes erregen ohne Orgasmus haben zu dürfen dominiert. Man kann sich gerne beherschen lassen und unterwerfen ohne körperlichen Schmerz zu wollen. Früher oder später erfährt man dann aber den Reiz des wohldosierten Schmerzes. Wie schön eine mütterlich-zärtliche Belohnung ist, die man für einen ertragenen Schmerz erhält. Die Entspannung, wenn der Schmerz und die Anspannung des Körpers abklingt und einer wohltuenden Ruhe in den Armen des/der Dom weicht. |
![]() | 31. Januar 2007 @schleckerkerl ist nach meiner Erfahrung eine sanftere, noch nicht so weit fortgeschrittene (Einsteiger-)Spielart. naja klar so fängt es eben mal an das einer den Strengen Herrn/errin spielt usw. aber ich denke das kann der Anfang sein aber eben auch ausgebaut werden. für dich ist der Schmerz eben das Gefühl das es ausmacht aber bei anderen ist es das überwinden und der Partner der ihr/ihm neue Wege aufeigt die Er/Sie alleine wohl nicht so schnell bzw nie beschritten hätte- |
![]() | 31. Januar 2007 @ Lethe Verursacht er dann die Schmerzen ohne einen "Grund", und sei er noch so vorgeschoben, im Rahmen der Session? Der Grund ist, dass es ihm Lust macht, wenn mein Hintern zuckt, ich zurückschrecke, ich seufze oder stöhne, wenn ich den Schmerz fühle. Der Grund ist, dass ich das Gefühl Schmerz in dieser sexuellen Situation mag. Was braucht man mehr an Gründen?Ich mag es, wenn er manchmal vorher ankündigt, was er mit mir vor hat, weil dann das Kopfkino mich schon heiß macht, die Vorstellung von „Erziehung“ seinerseits interessiert uns nicht. Ergo gibt es auch keine Strafe Und als letzes: Geht es dir auch so, dass die Schmerzen ständig größer werden müssen, um noch zu kicken? Nein, wir haben da eine eindeutige Grenze ausgelotet bei mir, was darüber hinaus geht ist nur noch Schmerzschmerz und macht mich nicht mehr an. Die Grenze hängt auch von meiner Tagesform ab und vom Umfang des Vorspiels, aber irgendwo ist Schluss mit lustvoll und das macht ihn dann auch nicht mehr an.Gruß Alre |
![]() | 31. Januar 2007 Der devote Ehemann Bei uns gibt es eine klare Verteilung - ich, die Sie, bin dominant, mein Ehemann ist devot. D.h. er erfüllt alle meine Wünsche, bedient mich, erledigt den Haushalt, massiert mich etc. Falls er öfters ungehorsam ist, gibt es schon manchmal die Peitsche oder den Umschnalldildo...aus Erziehungs-und Disziplinierungsgründen. Schmerzgeil ist mein Mann nur bei der Bearbeitung seiner Brustwarzen und seines Sackes...aber das ist Lustschmerz und ich würde das nicht masochistisch nennen. Unsere Begriffe sind Unterwerfung, Gehorsam, Hörigkeit. Und diese Rollenverteilung hat unsere Beziehung enorm belebt. Herzliche Grüße Eheherrin D. |
![]() | 31. Januar 2007 Devot aber nicht masochistisch... -------------------------------------------------------------------------------- ... ist nach meiner Erfahrung eine sanftere, noch nicht so weit fortgeschrittene (Einsteiger-)Spielart. Dem stimme ich nicht zu. Ich persönlich mag die Dominanz in mir und die Unterwerfung durch meine Partnerin. Ich sage was gemacht wird und sie tut es ohne zu widersprechen. Ich brauche keine "Zicke" Meine Partnerin geht darauf voll ein. Sie will nicht erzogen oder geschlagen werden, mag aber die Spannung, was denn nun kommen möge. Bei fortgeschrittenenr Erregung kann das auch einmal körperliche Schmerzen verursachen. Das muss nicht "soft" sein. Vor allem kann ich keine Tendenz zu einer "härteren" Gangart entdecken. Wir haben schon "harte" SM-Vorführungen gesehen und es hat uns nicht gereizt. Was heißt aber "hart" ? Im SM-Bereich geht dann die Tendenz zu mehr Schmerzen, im Ds-Bereich sind es raffiniertere Spiele. Das hat nichts miteinander zu tun. Wenn jemand Schmerzen mag, heißt das nicht zwangsläufig, dass er auch die Unterwerfung mag. Unser Kick ist mehr psychologischer Natur. So können wir durchaus auch mit Phantasien spielen. Hartes SM ist nicht unser Ding. Viele Grüße Jürgen Viele Grüße Jürgen |
![]() | 31. Januar 2007 Nachtrag Ein wichtiges Element habe ich vergessen. Es ist das Spiel mit der Angst. Wer es mag, kann das scho ganz schön wild treiben. Liebe Grüße Jürgen |
![]() | 02. Februar 2007 @ Schleckerle Ich lasse gerne jedem seine Ansicht, aber D/S als „sanftere, noch nicht so weit fortgeschrittene (EINSTEIGER-)Spielart“ zu sehen, ist definitiv falsch. Das mag für Dich gelten, weil Du scheinbar mehr masochistisch als devot veranlagt bist. Aber D/S kann viel tiefer gehen als S/M, da es weit mehr auf psychischer Ebene spielt. Es ist auch eine Ausbildung im D/S langwieriger als im S/M. Brutal gesprochen (und ich will darauf hinweisen, dass ich auch S/M praktiziere) kann jeder DOM (Depp-ohne-Mitleid) einer Sub den Hintern blutig klopfen. Aber um jemanden ohne physische Gewaltandrohung dazu zu bringen, nackt in einer normalen Bar einen Drink zu holen, gehört etwas mehr Fingerspitzengefühl dazu. Liebe Grüße, Nawashi Taka |
![]() | 02. Februar 2007 @nawashibari Du hast recht. Was du schreibst ist logisch und nachvollziehbar. Das Stichwort ist die Psyche. Diese markante Trennlinie zwischen dem subtilen und dem überwiegend körperlichen habe ich bisher nicht deutlich genug gesehen und daher übersehen. Ich habe etwas von dir gelernt. Danke! |
![]() | 02. Februar 2007 Ich kann mir D/S ohne S/M wunderbar vorstellen, aber nicht S/M ohne D/S. Oder anders: Ein Dom, der ohne Peitsche auskommt, erscheint mir völlig natürlich. Ein Mann/eine Frau mit Peitsche, der/die nicht dominant ist, erscheint mir suspekt bis gefährlich. Dominanz ist in meinen Augen eine rein mentale Eigenschaft, die es erlaubt, eine Situation und auch einen Menschen zu beherrschen, zu kontrollieren. Das geht nur mit Sensibilität und damit übernimmt der Dom automatisch die komplette Verantwortung. Dominanz braucht also keine Peitsche und auch keinen Schmerz. Die Peitsche, der Schmerz erfordert aber Sensibilität und Verantwortungsgefühl. Wie oben schon von nawashibari gesagt: tumbes "Draufhauen" ist für mich kein S/M. Jetzt zu der Eingangsfrage. Der Schmerz, ist eigenlich nur eines von vielen "Hilfsmitteln", die einem Dom zur Verfügung stehen. Er kann den Schmerz einsetzen, oder auch nicht. Tut er es, so steht ihm eine riesige Bandbreite zur Verfügung. Wo fängt denn eigentlich Schmerz an? Ist ein sanftes Knabbern an den Brustwarzen schon Schmerz? Ein etwas weniger sanftes Knabbern? Ist es nicht so, dass selbst beim Blümchensex der Lustschmerz schon zum Einsatz kommt, wenn die Partner wissen, dass mit zunehmender Lust die Schmerzschwelle steigt und z.B. die Brustwarzen etwas härter stimuliert werden können (müssen)? Schmerzen, Lustschmerzen können die Reise in die Lust sehr viel intensiver machen, weil sie eben, wie die Lust selbst, ein starkes Gefühl auslösen. Ich sehe den Schmerz als Begleiter der Lust, sozusagen als "Reisebegleiter" Lust und Schmerz gehören zusammen, die Frage ist nur in welcher Dosierung? Die Dosierung wird ausschließlich durch das individuelle Lustempfinden der/des Sub festgelegt. Ganz einfach (und deshalb schon wieder falsch) gesagt. 100% Lust und 0,1% Lustschmerz bei einem devoten, nicht masochistischen Partner. 1% Lust und 100% Lustschmerz, bei einem extrem masochistischen Partner. Dazwischen ist alles möglich. Der Fehler dieser Aussage liegt darin, dass man eigentlich Lust und Schmerz gar nicht trennen kann, weil aus Schmerz Lust entsteht und sich für die/den Sub untrennbar zu einem Gesamtgefühl verbindet. So lautet für mich die Frage "Devot und wieviel Lustschmerz?" Gruß NineTails |
