Warum lebt Man(n)/Frau in einer kaputten Beziehung?

30. September 2005
Warum lebt Man(n)/Frau in einer kaputten Beziehung?

Bei stöbern durch die verschiedenen Threads fiel mit eine Frage ein:

Warum hält man (Mann/Frau) an einer eigentlich nicht mehr intakten Beziehung fest?

Ich zweifle daran, dass es meist um Liebe geht.

Ist es Angst vor der Zukunft? Existenzangst? Oder Kinder? Das Ansehen? Kohle? Einfach nur Bequemlichkeit? Angst vor dem Alleinsein?

Was ist es, was Ehen erhält welche eigentlich kaputt sind?
30. September 2005
zu deinem

thema kann ich nicht viel betragen da wir immer noch zusammen sind und keine probleme haben
aber ich schätze auch das viele wegen der kinder zusammen bleiben bis sie mal gross sind dann kommt die trennung
30. September 2005

ich bin lange in meiner ehe geblieben grund
dachte ich liebe ihn und dann waren da eben die kinder hin zu kamm das ich kaum selbstbewustsein hatte dies enderte sich aber als ich anfing arbeiten zu gehen gegen seinen willen und dann sehr schnell feststellte das ich noch mehr kann als nur haushalt führen und kinder erziehen so ist es bei mir gewessen und dann hab ich die ehe die schon lange keine mehr war beendet und hab es bis heute nicht bereuht nur das ich viel früher hätte gehen sollen aber besser so als garnicht gehe
man kann sagen besser ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende man muß nur an sich glauben dann schaft man alles *ggg*
30. September 2005
man kann eine zeit lang

in einer kaputten beziehung der kinder wegen oder aus geschäftlichen/gesellschaftlichen gründen weiter zusammen leben. eines tages kommt meistens jedoch der zeitpunkt, an dem an einen fortbestand nicht mehr zu denken ist.

danach folgt streit, stress, scheidung, ärger um geld, immobilien (soweit vorhanden) und ein gewisser sozialer abstieg. nicht jeder hat den mut dazu, diesen abhang hinunter zu fallen.

einige arrangieren sich und leben immer noch zusammen, allerdings auf wegen, die in getrennte richtungen führen. es gibt auch hier ein bekanntes sprichwort: lieber den spazt in der hand, als die taube auf dem dach...
01. Oktober 2005
gewohnheit

ich selber war 5,5 jahre in einer beziehung, nicht verheiratet aber wir lebten in einer gemeinsamen wohnung, ich dachte auch immer wir seien glücklich, ansich ging es uns ja auch gut, schöne wohnung, schönes auto, genug geld
irgendwann kam ich dann zu dem entschluß das ich ja doch nicht so glücklich war, ich habe viel mit ihm geredet, bzw es versucht, aber ständig hatte ich das gefühl gegen die wand zu reden
dann mußte ich eine entscheidung treffen...alles aufgeben und neu anfangen oder bis an mein lebensende so dahinvegetieren
ich habe mich für einen neuanfang entschieden, es ist nicht leicht obwohl wir keine kinder haben, aber ich würde es immer wieder machen, ich bereue nix
ich bin der meinung man sollte in erster linie an sich denken, denn den kindern zuliebe eine kaputte beziehung aufrecht erhalten zu wollen geht nicht gut, die kinder bekommen es eh mit und die frage ist ob sie darunter nicht sogar mehr leiden als unter einer trennung
01. Oktober 2005

ich kann hier nur von beziehungen reden und nicht von ehen aber in beziehungen ists oft die gewohnheit und die angst vorm allein sein.... ne gute freundin von mir war über nen halbes jahr mit ihrem freund zusammen und hat mir jeden tag erzählt wie scheiße er doch ist aber trennen wollte sie sich nicht weil sie ein kind (nicht von ihm) hat und angst hat deswegen niemanden neues zu finden...
01. Oktober 2005
dieser Thema in einem Satz....

... zu beantworten ist nicht leicht aber ich versuch`s mal...

Menschen leben bequemer in der Abhängigkeit der Gewohnheit, als SELBST eine Entscheidung für SICH zu treffen um in Freiheit die Verantwortung für sein EIGENES Leben zu übernehmen....

>>>> FREIER WILLE <<<<
01. Oktober 2005
da

muss ich viva vollkommen recht geben.

ich bin und war noch nie verheiratet und möchte es auch nie. nämlich genau das ist der grund. was ist wenn alles zuende ist, man sich vorher was aufgebaut hat, was man auch nciht so einfach "teilen" kann.
vielleicht bin ich da auch ein gebranntes kind, weil ich es bei der scheidung meiner eltern vor über 20 jahren miterlebt habe.
sie blieben noch zusammen wegen uns kindern. und für uns kinder war es grausam.
darum kann ich auch nicht verstehen, wenn man da noch zusammenbleibt und sagt es ist wegen der kinder. ich kann das nur aus der sicht beschreiben und nicht aus der sicht einer mutter die sich trennen will, da ich von je her mit meiner tochter allein gelebt habe.


dann lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende.
02. Oktober 2005

Hallo!

Es ist vielleicht eifach nur Angst vorm Alleinsein, wenn Mann/Frau an einer Beziehung/Ehe festhällt, welche längst nicht mehr intakt ist.

Mir ging es ähnlich, als mein Ältester geboren war. Kaum aus dem Krankenhaus war der erste Gedanke "Mist! Nun hast du ein Kind und keinen Mann an deiner Seite!" Heute kann ich sagen, das wenn Mann/Frau einfach etwas Gedult aufbringt auch das klappt. Aber ich würde niemals mit meinem Schatz zusammenbleiben, nur wegen der Kids oder weil ich Angst vorm Alleinsein habe. Dann lieber rechtzeitig trennen und wegen der Kinder ein neutrales "Verhältnis" haben.

Vielleich spielt bei einigen eben auch die Bequemlichkeit eine Rolle. Aber was ist das denn für eine Bequemlichkeit *frage* *frage* *frage*

Das er/sie da ist und man nicht allein in der Wohnung hockt? Das man nicht lange nach einem eventuellen Partner für Sex suchen muß?
Das ein Sitter, wenn Kids da sind, immer in greifbarer Nähe ist?

Was bringt einem das????

Dann lieber, wie meine Vorredner sagen : Lieber ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende!!!
02. Oktober 2005
Das ist schon

nicht einfach wenn man Existenzängste hat.
Und dann dazu noch 2 kleine Kinder.
Ich bin auch viel zu lange bei meinem 1. Mann geblieben.
Unter anderem weil ich Angst hatte es alleine nicht zu schaffen.
Blackangel36
02. Oktober 2005
Keine Traute

Ich bin lange in der kaputten Ehe geblieben wegen der Kinder, weil ich ihnen nicht den Vater nehmen wollte, was für ein Quatsch! Aber damals habe ich so gedacht. Und weil ich es mir alleine nicht zugetraut hatte mit den Kindern zurecht zukommen. Habe mir halt das Werbefernsehen gewünscht: Mann, Kinder, Haus etc. Die äußeren Umstände hatte ich und ich bin emotional und sexuell verhungert, kurz vorm emotionalen Exitus konnte ich dann aussteigen und das war tierisch gut!
02. Oktober 2005

Ich fühl mich mal angesprochen...
Ich hab 6 Jahre in einer Beziehung gelebt.
Nach einem Jahr (nachdem die erste grosse Verliebtheit weg und die rosarote Brille weg war) sind mir die ersten Dinge aufgefallen, mit denen ich nicht wirklich leben konnte.
Er war eher kalt, nicht in der Lage Gefühle zu zeigen... etc
Auch alles andere stimmte nicht so ganz..
Er trank viel Alk, tat in der Wohnung nichts.. ich kam mir manchmal wie ne Putze vor. Sex gabs selten bis gar nicht.
Ich hab dann gedacht:
Nun gut, vielleicht ändert sich das doch mal..
Das typische Frauendenken halt..

Da ich ihn aber trotzdem irgendwo geliebt habe, hab ichs auch nicht geschafft, ihn zu verlassen..
Trotz seiner "Macken" hatte er eine liebe Art an der ich festhielt...

Nach 3 Jahren (wo ich wirklich schon gefrustet war..) wurde ich dann auch noch ungeplant schwanger...
Nachdem unsere Familien dann auf Heirat gedrängt haben (damit das Kind in ordentlichen Verhältnissen aufwächst... *roll* ) haben wir dann auch noch ganz schnell in der Schwangerschaft geheiratet...

Hätte ich nie tun dürfen....
Heute weiss ich, das unsere Beziehung einfach schon am Ende und nicht mehr zu kitten war. Oft hab ich ihm gesagt, was mich stört-interessiert hats ihn nicht.
Auch das ein Kind keine Beziehung rettet, ist mir dann klar geworden...

Es kam, wie es kommen musste.
Ich sass mit unserem Sohn alleine da.
Er sass nur vor dem TV, kümmerte sich um nichts.
Um unseren Sohn der schwer krank ist, kümmerte ich mich alleine.
Zu allen Ärzten, zu denen ich mit dem Kleinen musste, ging ich allein.
Auch 10 Euro für Windeln hatte er nicht übrig...

Dann kam der Punkt, wo ich mir gesagt hab:
Stop! Es reicht!
Zeitgleich habe ich übers Internet einen lieben Mann kennengelernt (mit dem ich heute noch zusammen bin) und habe die Scheidung eingereicht...
Mit 24 geheiratet, mit 26 geschieden..
Nicht wirklich schön....

Nachdem ich die Scheidung eingereicht habe, hat er all seine Fehler plötzlich eingesehen und stand mit Rosen vor mir..
Doch da war es schon zu spät...

Heute denke ich, das ich einfach Angst hatte, alleine zu sein.
Dann kam später die Angst, mit dem kleinen allein zu sein...
Schwanger und alleinerziehend.. wo hätte ich hinsollen? Dann das finanzielle?

Heute sitze ich hier und lache, wenn ich an damals denke.
Denke, das ich schon viel eher hätte gehen sollen, weil ich stark war/bin und es alleine mit dem Kleinen geschafft hätte.
Sogesehen war ich ja schon die ganze Zeit allein...
Mein Ex und ich haben zwar Haus und Bett geteilt, aber das zwischenmenschliche blieb schon längst auf der Strecke...
02. Oktober 2005
@sonnchen

sei froh das du den absprung geschafft hast.

und wenn wir mal ehrlich sind, alleinerziehend zu sein ist überhaupt nicht schlimm. ich kenne es auch gar nicht anders.
02. Oktober 2005

Schon...
Ich war schon die ganze Zeit trotz Ehe "alleinerziehend", da er ja keinen Finger krumm gemacht hat und ich alles allein erledigen musste...

Als er plötzlich nicht mehr da war, fiel es mir gar nicht auf...
Was mir auffiel war, das ich plötzlich keine Säcke voll leerer Bierdosen mehr in der Küche hatte *roll*
02. Oktober 2005
Ich lebte ...

... selbst in dieser "Art Beziehung / Ehe".

Irgendwann nach wohl 17 Jahren ging meine Ehe kaputt. Ich war sicherlich selbst schuld daran. Sehr viel unterwegs, selten zu Hause. Die ersten Jahre meiner Kids habe ich einfach verpasst. Als es soweit und klar war, dass diese Ehe gerade den Bach runter geht, wechselte ich den Job, ging weiter an meine Heimatgemeinde und versuchte, wieder in diese Ehe zu finden. Sie zu erhalten. Es war alles das, was gemeinhin als "Grund" angesehen wurde. Haus, Autos, Kinder, starkes soziales Umfeld.

Ich kam nie mehr in dieser Ehe an. Und meine Frau merkte es. Die Streitigkeiten wurden mehr, heftiger, größer, lauter. Meine Jungs - zwei klasse Schüler bis dahin - fielen um einen bis knapp zwei Notenpunkte ab. Irgendwann nach weiteren 1.5 Jahren war es dann so, dass ich mit den Jungs alleine war. Sie waren nur noch zerstreut, unkonzentriert. Meine Frage, was mit ihnen ist, wie es ihnen geht beantwortete der Große (damals 10 Jahre) mit: Papa! Wir hören alles. Wir schlafen nicht mehr und wir wissen, dass irgend etwas nicht stimmt. Aber wir wissen nicht, was!

Ich benötigte keine 10 Minuten um zu entscheiden, was richtig ist (aus meiner Sicht und vor allem auf die Kinder bezogen). Die Ehe beenden. Es war kurz vor den Ferien. Ich setzte als Punkt den letzten Schultag.

Als sie dann den ersten Ferientag hatten nahm ich meine die Jungs beiseite und sagte ihnen, dass ich jetzt ausziehen werde, dass die Ehe zwischen Mama und Papa nicht mehr funktioniert - und dass Papa die Mama nicht mehr liebt. Eine Stunde bittere Tränen war die erste Reaktion. Das Versprechen meinerseits, dass sie mich sehen können, wann sie wollen, dass ich, egal wo ich bin, immer für sie da bin, immer für sie erreichbar bin. Nach ca. einer Stunde wurde die Augen wieder klarer. Und sie fingen an zu planen. Was nimmt Papa mit, wie transportiert er alles, wann sehen wir Papa, wo wohnt er dann, usw.

Heute? Es war ein harter Weg. Das Haus konnte gehalten werden - für die Kinder, das soziale Umfeld brach gänzlich weg - zumindest für mich. Freunde waren plötzlich keine mehr. Die finanzielle Situation verschlechterte sich natürlich auch. Aber!!! Seit gut zwei Jahren gab es keine zwanzig Tage an denen ich die Jungs nicht gesehen habe. Die Zeit, welche wir zusammen verbringen ist das intensivste, was ich mir vorstellen kann. Meine Ex-Frau benötige Unmengen von Kraft, um mir den täglichen Kontakt zu den Jungs zu ermöglichen. Egal was zwischen uns ablief - diesen Kontakt hat sie nie verhindert.

Festgehalten habe ich auch aus Sicherheitsgründen. Wie bereits erwähnt: Haus, Kohle, Freunde / Bekannte, Bequemlichkeit. Von allem etwas.

Letztendlich war die Entscheidung gut. Die Jungs haben sich daran gewöhnt. Ab und an kommen ein paar kritische Fragen, warum ich nicht mehr "zu Hause" bin. Die haben wieder ihren Notenschnitt, und - das war das Schöne: Ihre Augen lachten irgendwann wieder. Und das tun sie noch heute!

Mehr zu Warum lebt Man(n)/Frau in einer kaputten Beziehung?


Interessante Gruppen zum Thema

  • Liebe

    Liebe

    Hier dreht sich alles um das stärkste, elementarste und wohl auch schönste Gefühl, das Menschen empfinden.
  • Bi in der Beziehung

    Bi in der Beziehung

    Gruppe die sich rund um das Thema Bi-Sexualität dreht, besonders in der Beziehung oder der Gesellschaft.
  • Die Zweite Frau

    Die Zweite Frau

    Frau sucht Paar - Paar sucht Frau. Der Treffpunkt für den Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten.
  • Neu hier? Kein Problem!