![]() | 04. Juli 2009 Du hast Recht! Der Fuß wächst nicht mehr nach und du wirst wohl nie wieder richtig laufen können. Aber das ist ja auch genau so, wenn du die Entschuldigung angenommen hättest. Ich hätte das besser gefunden. Denn er wird die Schuld und die Erfahrung ein Leben lang mit sich rum tragen und allein das er sich getraut hat, die unter die Augen zu treten um sich zu entschuldigen, das war doch schon was! Viele versuchen doch einfach, dem Unfallopfer einfach niemans zu begegnen und das ganze zu verdrängen. Es ist ein harter und langer Verarbeitungsprozess, für beide selbstverständlich! Bestimmt hätte es ihm geholfen, wenn er wüsste, du verzeihst ihm. Aber ich kann auch deine Reaktion nach vollziehen. Vielleicht nochmal in Kontakt treten??? |
![]() | 04. Juli 2009 Also.. ich habe jetzt nicht alle Seiten gelesen und weiß deshalb nicht, ob es bereits erwähnt wurde? Es gibt Anwälte die dem Unfallverursacher raten sich bei dem Geschädigten zu entschuldigen, weil das bei einer eventuellen Verurteilung, (dürfte ja aufgrund der Körperverletzung auf jeden Fall zu einer Verhandlung kommen) das Strafmaß mildert. Die Richter sehen das dann als eine Art Reue an. Aber ich selbst hätte wahrscheinlich genauso reagiert - und denjenigen rausgeschmissen. Also keine Gewissensbisse deshalb. Eifeltourer |
![]() | 04. Juli 2009 @Eifeltourer Das bedeutet man braucht sich nicht mehr entschuldigen, weil es Menschen gibt die es nicht ehrlich meinen? Ich für meinen Teil finde es wichtig ehrliche Entschuldigungen auszusprechen und auch diese anzunehmen. Es gehört für mich zum Heilungsprozess dazu, dem anderen zu Verzeihen und auch Mitgefühl für das Schicksal des "Übeltäters" zu haben. Ehrliche Entschuldigungen, dies bedeutet für beide Seiten eine unbedingte Auseinandersetzung mit der Situation des anderen. Eine Entschuldigung noch am Krankenbett kann die gesamte Situation somit nicht erfassen. Eine Entschuldigung beinhaltet nicht nur Verantwortungsbewusstsein für die Tat sondern auch ehrliches Mitgefühl. Eine ehrliche Entschuldigung auszuschlagen, bedeutet für mich eben dieses Mitgefühl mit Füßen zu treten. In dem Buch "Menoch der Teufel" von Anne Rice, können die Seelen aus der Hölle erst ins Himmelsreich auffahren, wenn sich die Opfer bei den Tätern entschuldigt haben, dass Opfer gewesen zu sein. Erst das Mitgefühl für die jeweils andere Seite konnte beiden den Seelenfrieden bringen. |
![]() | 04. Juli 2009 Brian: In dem Buch "Menoch der Teufel" von Anne Rice, können die Seelen aus der Hölle erst ins Himmelsreich auffahren, wenn sich die Opfer bei den Tätern entschuldigt haben, dass Opfer gewesen zu sein. Erst das Mitgefühl für die jeweils andere Seite konnte beiden den Seelenfrieden bringen. Erinnert mich ein bisschen an Hellinger, der in seinen Systemaufstellungen Vergewaltigungsopfer gezwungen hat, sich bei ihren Peinigern zu entschuldigen und selbst an den Taten schuld zu sein. Man muss nicht alles entschuldigen und nicht für alles gibt es einen Grund, auch wenn viele Situationen einfach so sind wie sie sind. Jetzt persönlich auf mich selbst, gibt es da nichts zu verzeihen. Vielleicht mal abgesehen von diesem Kurpfuscher, der eine Mittelohrentzündung nicht richtig behandelt hat, weshalb ich auf dem Ohr taub bin. Zu Verzeihen gibt es da nichts, der Arzt hat einfach seine Arbeit nicht gemacht. Allerdings hat das mein Leben jetzt auch eher beiläufig und nicht so negativ beeinflusst. Wenn ich jetzt wegen dem Nichtverzeihen in der Hölle lande, dann muss ich mir wenigstens mal um die Heizkosten keine Sorgen machen. |
![]() | 04. Juli 2009 Nein, die Opfer mussten nicht mitschmoren... darum ging es auch nicht, es ging in dem Buch darum, das eben auch ein Opfer nicht Frieden finden kann, wenn die Tat nicht aufgearbeitet wurde und der Hass auf den Täter ihn zerfrisst. Aber ansonsten stimme ich dir zu, "Was soll ich im Himmel, da kenne ich keinen" |
![]() | 04. Juli 2009 @Brian_Lorenzo Das bedeutet man braucht sich nicht mehr entschuldigen, weil es Menschen gibt die es nicht ehrlich meinen? Das bedeutet für mich: wenn der Verursacher nicht, wie hier, gesoffen hätte, wäre es aller Voraussicht nach nicht zu diesem tragischen Unfall gekommen. - Und somit würde sich eine Entschuldigung erübrigen! Ansonsten werden meine Knochen von seiner Entschuldigung nicht heil! Hart aber wahr! Eifeltourer |
![]() | 04. Juli 2009 Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär und Hätte der Hund nicht geschissen, dann hätte er den Hasen gefangen. Böse formuliert könnte man, somit auch sagen, wenn der TE aus dem Weg gegangen wäre, oder einfach noch mal pinkeln, dann wäre der Unfall anders verlaufen. Die Argumentation, Hätte, Wäre, Wenn - lässt sich in jede Richtung biegen, nicht nur in die des Verursachers und as bis runter auf den Urknall! @blackbird brachte die Systemaufstellung ins Spiel, dass Vergewaltigungsopfer eine Mitschuld treffen würde. (!!!Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass dieses nicht seiner Meinung entspricht, er nur diese Denkweise angesprochen hat!!!) Obwohl diese Denkweise moralisch verwerflich ist und vom Mainstream konsequent abgelehnt wird, so ist sie in meinen Augen psychologisch sogar sehr real und absolut relevant. Es gibt immer eine Geschichte, eine Entwicklung die uns zu entscheidenden Situationen führt, nichts ist zufällig, es ist nur chaotisch. Hätte sein Vater ihn nicht geschlagen, oder die Freundin ihn verlassen, oder der Chef nicht nicht gekündigt, dann hätte der Unfallverursacher sich nicht betrunken. Wäre das Kind selbstbewusster gewesen, energischer bei seiner Abwehrhaltung,weniger eingeschüchtert oder wäre der Täter nicht selbst missbraucht und jahrelang gedemütigt worden, hätte es die sexuellen Übergriffe eventuell nie gegeben. Ich halte die Frage: ""Was prädestiniert ein Opfer dazu ein Opfer zu sein", für eben so wichtig wie die Frage, "Was prädestiniert ein Täter dazu ein Täter zu sein."" Hätte, Wäre, Wenn -versucht jedoch meist nur die Schuldfrage zu zementieren, am besten mitstammt des Knöchels des Anderen. |
![]() | 05. Juli 2009 Als sich der Unfallverursacher besoffen hinters Steuer gesetzt hat, dann war es dessen freier Willen, den er wurde ja wohl kaum dazu gezwungen. Ganz unabhängig. wie dessen Leben sonst gelaufen ist. Ein Hätte, Wäre, Wenn bringt einen in den meisten Fällen nicht weiter. Ein Verzeihen oder Vergebung bringt einen manchmal nicht weiter. Nur was verhindert werden muss ist Hass, der dann viel zu viel unnötiger negative Energie erzeugt und Kraft kostet. |
![]() | 05. Juli 2009 Schließt nicht selbst Justizia, die nur nach der Schuld fragt, Betrunkenheit und freier Wille in einer Tat gegenseitig aus? Eines der wichtigsten Merkmale des Alkoholkonsums, ist doch der gravierende Verlust der Fähigkeit sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Ich frage mich ernsthaft, wie Hass vermieden werden soll, wenn gleichzeitig nur die Situation des Opfers Gewicht haben soll. |
![]() | 05. Juli 2009 @Brian_Lorenzo Ich frage mich ernsthaft, wie Hass vermieden werden soll, wenn gleichzeitig nur die Situation des Opfers Gewicht haben soll. ist das Opfer etwa Schuld, das es gerade da war, wo der "BESOFFENE" fuhr? Wer saufen kann(muss), kann(muss) auch Taxi fahren. Und wenn jetzt der seelische Aspekt eingebracht wird: Schuldgefühle und so... Laut Deiner eigenen Aussage, wußte der Fahrer ja nicht, was er tat. Verlust der Fähigkeit sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Aber das Opfer hat bei vollem Bewußtsein mitbekommen, wie es über den Haufen gefahren wurde.... *Sarkasmus an* Ist bestimmt ein Wahnsinnsgefühl *Sarkasmus aus* Ansonsten hört es sich für mich an, als ob man hier die Absolution sucht um Besoffen Auto zu fahren. Der Arme hat ja keine Schuld, er wußte ja nicht, was er tat..... und jetzt tut es Ihm ja so leid... Dem Blech tut nichts weh - und es läßt sich nunmal leichter ersetzen als Menschen! Eifeltourer |
![]() | 05. Juli 2009 @Eifeltourer Es ist sehr schade, dass für dich eine Entschuldigung nur ein Schuldeingeständnis ist und ansonsten keinerlei Wert besitzt. Eine Entschuldigung ist keine Absolution, aber ich denke, dass siehst du völlig anders. Brian |
![]() | 05. Juli 2009 @Brian_Lorenzo Eine Entschuldigung ist keine Absolution, aber ich denke, dass siehst du völlig anders. Falsch... ich denke, das ich das erst richtig beurteilen könnte, wenn ich in eine solche Situation käme. Was ich hoffentlich nie werde! Aber jetzt bin ich halt der Meinung, das ich für Besoffene kein Verständnis habe, wenn Sie besoffen Auto fahren! Es ist sehr schade, dass für dich eine Entschuldigung nur ein Schuldeingeständnis ist und ansonsten keinerlei Wert besitzt. Nochmals Falsch... Eine Entschuldigung ist für mich sehr viel WERT, aber es kommt sich doch sehr auf die Umstände an, weshalb man sich bei mir entschuldigt. Wenn ich massiven körperlichen Schaden genommen habe, dadurch das eine Person meinte sie müsse Besoffen Auto fahren, dürfte mir das wohl wesentlich schwerer fallen, als wenn jemand einen Fehler begangen hat indem er z.B. etwas Unwahres erzählte und sich dafür entschuldigt. Meine Meinung. Eifeltourer |
![]() | 06. Juli 2009 Entschuldigung annehmen oder nicht Hallo erstmal, ich habe damals nach meinem Unfall die Entschuldigung zunächst nicht angenommen. Der Betreffende hatte auf einer Kreuzung unser Fahrzeug obwohl er rot hatte schlichtweg ignoriert, ausgeblendet oder übersehen, ich weiß es nicht. Er hat uns auf jedenfall bei 1,8 Promille mit fast 80 Sachen gerammt und uns alle für recht lange Zeit ins Krankenhaus befördert. Gott sei Dank haben es alle überlebt, wenn auch der Kollege von nun an nur noch hinterm Schreibtisch sitzt mit einem steifen Bein und ich trotz zahltreicher Arztbesuche wohl immer mehr oder weniger Inkontinent bleiben werde. Auf jeden Fall kam der Mensch ein paar Wochen nach dem Unfall ins Krankenhaus um sich zu entschuldigen. Ich habe mir angehört was er zusagen hatte habe nur noch angefangen zubrüllen und hab ihn aus dem Zimmer werfen lassen, selber laufen konnte ich da noch nicht. Was mich am meisten aufregte war unter anderem die Tatsache das er nur Prellungen und Quetschungen hatte und wir in unsern Betten lagen uns es uns entschuldigt den Ausdruck "Scheisse" ging. Das lag wohl a daran das er ein sehr dickes Auto mit Stern fuhr und b) kam er von der Seite und hat uns aufs Dach gelegt. Nun ja was solls, es war eine recht kirchliches Krankenhaus und so hatte ich über die ganzen Wochen hinweg das ein oder andere Gespräch mit dem dazugehörenden Geistlichen, gebracht hat es mir damals nichts und meine Verbitterung wurde nicht wirklich weniger. Irgendwann kam es dann zur Verhandlung und wir sahen Ihn wieder. Dort saß ein komplett gebrochener Mann den seine gewissensbisse wirklich auffrassen. Von dem lockeren jungen Mann auf Zechtour war nichts mehr übrig. Er bat uns wieder um Verzeihung und diesmal war ich von seiner Reue überzeugt. Ich kann es ihm nie vergessen aber ich habe ihm verziehen. Mein Leben geht weiter und vieles hat sich seit damals für mich trotz oder vielleicht auch wegen des Unfalls verbessert. Gruß halbschatten |
![]() | 18. November 2009 Die andere Seite... eins vorweg, es tut mir sehr leid, was dir passiert ist. wie du damit umgehst ist für mich absolut bewundernswert und ich habe den allerhöchtsen respekt vor dir!!!! mit 3,8 promille auto zu fahren ist nur möglich, wenn man alkoholiker ist. es handelt sich um eine sehr ernste krankheit, welche eine beziehungskrankheit ist. die beziehung zu einem selbst ist absolut gestört. zu begreifen, dass man krank ist und hilfe benötigt,ist ein langer, schwerer weg und nicht jeder kann und will diesen gehen. ich entschuldige seine tat nicht im geringsten, doch diesen menschen so einfach abzustempeln und ihn als arsch oder idiot zu bezeichnen finde ich respektlos. um urteilen zu wollen, muß man beide seiten verstehen und kennen!!! dies möchte ich hier mal zu bedenken geben. es ist möglich, dass er eine therapie macht, um seine sucht in den griff zu bekommen. er kann sein, dass er begreift, was er getan hat und nun versucht, sich zu entschuldigen. dies wirst du aber nur wissen können, wenn du dich mit ihm unterhälst. die entscheidung, ob du die entschuldigung annehmen kannst, solltest du auf gefühlsebene treffen, denn nur dann ist es richtig für dich. liebe grüße aus leipzig jana |
![]() | 13. Juli 2010 Die Zeit heilt Wunden oder nicht Nun ist wieder einige Zeit ins Land gegangen und deshalb schreibe ich mal wieder.Nach 3 langen Jahren und sehr vielen Op,Streit mit der LVA und klage vorm Sozialgericht wurde mir nun die EU-Rente für die nächsten 3 Jahre anerkannt.Es ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig zu Hause zu sein den ganzen Tag aber man kann ja noch 400 Euro dazuverdienen was ich auch machen werde.Das nächste erfreuliche ist das ich seit einigen Monaten keine Op mehr hatte.So soll es auch sein.Eine neue Wohnung haben wir nun auch,auch wenn es nicht Erdgeschoss ist,aber mit Balkon.Ansonsten ist alles beim alten,schön wäre nur wenn wir noch jemanden in unserer Gegend kennen lernen würden.Auch wenn sich einiges zum Positiven Entwickelt hat,werde ich noch immer keine Entschuldigung Annehmen dafür war der Weg bis jetzt zu schwer dafür. |
