![]() | 08. Februar 2012 Frei und gut Wieder Abend – wieder Nacht und ich habe nichts vollbracht, vor mir liegt das Werden brach, doch noch habe ich ein Dach und noch bin ich nicht allein… Dennoch zeigt man auf mich, „Kain“! schreit der Pöbel und er will, daß ich auf mich, mein Gefühl, alles was ich bin verzichte – was ich täglich froh verrichte tauge nichts, sei überflüssig, meint er, meiner überdrüssig und weist mich danach schon mal, rigoros, derb, nonverbal, mit ehob’nem Fingerzeig auf den abgestorb’nen Zweig. Mich zu foltern, das sei richtig, da ich unbeugsam – untüchtig keinem einen Nutzen bringe und sogar die Eheringe hätt‘ ich schmählich frech verraten durch gelegentliche Taten, die zwar reichlich harmlos waren, doch berauscht vom Wunderbaren hätt‘ ich Kopf und Ziel verloren. Alle sind deshalb verschworen gegen mich zu intrigieren. So soll ich den Mut verlieren: alles darf man mit mir machen, mich betrügen, plagen – Sachen deren man mich selbst beschuldigt sei in hohem Maß gehuldigt! Wenn ich dann dabei krepiere, wüsste man daß ich kapiere was ich andern angetan… Das wirft mich aus jeder Bahn, denn mein dringlichstes Bestreben war nur frei und gut zu leben! (c) Sur_real |
