Midlife-Crisis

01. Februar 2012
Midlife-Crisis

Midlife-Crisis...alle kennen das Wort - oft wird es benutzt und ich unterstellen der Hälfte der Nutzer mal, dass sie nicht mal wissen wovon sie reden oder witzeln. Wie so oft mit vielen anderen Dingen.

Wie seht ihr die Midlife-Crisis, wie definiert ihr sie und warum taucht sie auf?

Wieso bekomme ich damit immer einen negativ abwertenden Beigeschmackt mit aufs Brot geschmiert?

Und ist sie am Ende wirklich zu recht betitelt?

Oder ist dort ein psychischer Prozess im Gange der seine Daseinsberechtigung hat?
01. Februar 2012

Oder ist dort ein psychischer Prozess im Gange der seine Daseinsberechtigung hat?

Nicht nur psychisch ... oftmals auch physisch messbar.


Al
02. Februar 2012

Die Midlife-Crisis bei Männern (denke mal, dass du die meinst) ist ein vielschichtiger Vorgang mit vielfältigen Ursachen.

Bei den Schwaben heißt es, ein Mann würde mit 40 vernünftig oder nie, in vielen Völkern hat dieses Alter beim Mann eine Übergangsbedeutung.

Eine ganz banale Erklärung bemerkt jeder, der viel (Leistungs-)Sport treibt. Die Höchstleistungen lassen in diesem Alter stark nach.
In der Psyche spielt bestimmt eine Rolle, dass Mann in diesem Alter viele Ziele erreicht hat, nicht mehr so hart darum kämpfen muss, und das erste Mal bewusst Bilanz über sein Leben zieht.


Wieso bekomme ich damit immer einen negativ abwertenden Beigeschmackt mit aufs Brot geschmiert?

Ist doch klar! Weil viele Männer sich entweder auf Ziele konzentrieren, die sie in ihrer Jugend hatten, also bevor sie sich in die Karrieremühle zwängen ließen, und viele andere Männer entscheiden, sich nicht mehr ausschließlich auf die Erfüllung der Pflichten, sondern mehr auf sich selbst zu konzentrieren.
Beide fallen also als malochendes Arbeitstier zumindest teilweise aus. Was in unserer auf Höchstleistung getrimmten Gesellschaft nicht gerade gerne gesehen wird.

Außerdem ist vielfach bewiesen, dass die Lust auf Sex bei Frauen um die 40 nachlässt und erst in späteren Jahren wieder ansteigt, während sie bei Männern dieses Alters nach einem Zwischentief in den 30ern wieder stark ansteigt und sehr oft der Lust junger Mädchen entspricht.

Und jetzt dürft ihr dreimal raten, wer die meisten Witze über die männliche Midlife-Crisis macht. *mrgreen*
02. Februar 2012

Ich definiere für mich die MC als Zeit, in der man realisiert, dass man -bevor der Körper all zu sehr nachlässt - noch "mehr vom Leben" haben will.

Sprich: man kommt unter Zeitdruck...

Die Häufung der Paare im JC so um die 40 ist doch auch schon auffällig.

ER von liefdevol
02. Februar 2012

Wie seht ihr die Midlife-Crisis, wie definiert ihr sie und warum taucht sie auf?

Die Krise in der Mitte des Lebens hat wohl jeder, egal ob Mann oder Frau.

Eine Bilanz des Lebens sozusagen ...
Was hab ich erreicht?
Ist es das, wo ich hin wollte?
Erfüllt es mich oder habe ich etwas verpasst?
Und ähnliche Fragen.

Sieht die Bilanz so aus, dass ich meine etwas verpasst zuhaben oder nachholen muss, dann beginnt meist eine Veränderung um dieses oder jenes nachzuholen, bevor es zu spät ist.

Es ist also gut möglich alles, was man bisher für gut befunden hat, über Bord zu schmeißen.

Fühlt ein Mann sich jedoch eher schlecht ( depressiv ), wäre eine Bestimmung des Testosteronspiegels angebracht, der evtl. zu niedrig sein könnte.

Wieso bekomme ich damit immer einen negativ abwertenden Beigeschmackt mit aufs Brot geschmiert?

Falls es von der Partnerin kommt, steckt oft die Angst dahinter was Dir wohl alles einfallen könnte zu tun.
02. Februar 2012

Sieh es als Chance.

Diese Kriese trifft bestimmt jeden Menschen einmal (oder mehrmals) im Leben.

Bilanz ziehen.

Ich finde es wichtig, sich einmal hinzustellen und zu hinterfragen:

In ungefähr der Lebensmitte muss man ja fast zwangsläufig einmal innehalten und zurückblicken. In der Arbeit läuft es soweit, den Kindern muss man auch nicht mehr ständig hinterherrennen, die Partnerschaft hat sich gefestigt, alles ist ruhiger geworden.

Und da ist sie, die vermeintliche Leere.

Was habe ich bisher aus meinem Leben gemacht, füllt es mich aus, habe ich gewisse Dinge schon längst erreicht und aus Faulheit keine neuen Ziele gesteckt?

Neue Ziele müssen gesteckt werden, ich persönlich halte Ziele für das wichtigste im Leben. Sie treiben uns an und vor sich her.


Glaub mir, es ist eine Chance. Und es ist ein ganz besonders guter Zeitpunkt

Man hat viele gute wie schlechte Dinge erlebt, seine Erfahrungen gemacht. Aus diesem großen Schatz der Erfahrungen kannst Du nun gelassen auf ein neues Ziel zusteuern, sobald Du weißt, was für Dich jetzt eigentlich wichtig sein könnte.

Ich gebe zu, das kann ein wenig dauern, nimm da den Druck raus. Wenn man sich auch mal ein wenig treiben lässt ist es auch sehr schön, irgendwann hat man davon genug.

Und dann packt man es.

Nicht bitter ist es...sondern eine tolle Herausforderung.
02. Februar 2012

vielleicht versuch ich ja vorurteile zu verscheuchen

erstes...ich stecke nicht in der krise drinne...mich intressiert es nur...zweitens das dies phänomen nicht nur Männer betrifft

naja und drittens..spielt es glaub ich ene rolle warum dafür ein spezifisches Alter da ist...


meiner meinung wird die Handlung die jemand vollführt bewußt minderwertig herabgesetzt,weil er mit einem mal den gewohnten gesellschaftlichen Trott verlässt,den er aber zu haben HAT und der ihm demnach auch(aus was weiß ich für Gründe) nicht zusteht. Unverständnis und Umgang damit.
Wohlmöglich hat man diesen Begriff kreiert um seine eigene Angst,sein eigenes Unvermögen etwas zu verändern zu überspielen??
02. Februar 2012

meiner meinung wird die Handlung die jemand vollführt bewußt minderwertig herabgesetzt,weil er mit einem mal den gewohnten gesellschaftlichen Trott verlässt,den er aber zu haben HAT und der ihm demnach auch(aus was weiß ich für Gründe) nicht zusteht.

Das verstehe ich jetzt irgendwie nicht.

Was meinst Du damit?
02. Februar 2012
@sunwind

na nehmen wir die äußerung : "pfffft, kuck dir den an, steckt bestimmt in der midelife crisis , so wie er sich jetzt verhält..und das in seinem alter"

und das natürlich incl. dazugehöriger Tonlage


denn nur so und nicht anders ist es ,wenn es mal kam, an mein gehör gekrochen... So auf was schauen denn dann die anderen Menschen beim betreffenden, und warum äußern sie sich so dazu?

ich hoffe du hast mich da irgendwie verstanden?
02. Februar 2012

Na ja, da gibt es viele Möglichkeiten:

-Sie selbst hatten noch keine (Sinn)krise

-Nicht zu vergessen: Neid.

Ich habe schon viele Menschen getroffen, die mit ihrem Leben oder Teilen ihres Lebens unzufrieden waren aber es einfach nicht schafften, ein paar Dinge zu ändern.


Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich in jüngeren Jahren auch ein wenig verächtlich darüber gedacht habe. Ältere Männer plötzlich in Jeans, Damen fortgeschrittenen Alters plötzlich freizügiger als man es von ihnen kannte, Paare trennten sich...

Heute sehe ich es anders.

Man traut sich einfach mehr, weil man ein positiveres Verhältnis zu seinem Körper hat als früher (das trifft zumindest auf mich zu, aber ich glaube auf viele andere Menschen auch)

Auch in der Partnerschaft finde ich es fast unumgänglich, dass eines Tages der Wunsch nach mehr Herzklopfen und Prickeln kommt. Ist in meinen Augen fast sicher. So einige Pärchen, die wegen der mangelnden Qualität der Sexualität nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten wollen finden eben Wege, ein wenig Abwechslung zu schaffen, wie auch immer sie diesen Weg wählen.

Das führt natürlich bei anders denkenden Menschen auf Unverständnis. Das ist so und daran wird sich sicher auch so schnell nichts ändern.

Und das ist jetzt wieder das Gute an dem fortgeschrittenen Alter:

Meistens ist es egal, was die anderen sagen.
02. Februar 2012
es ist schon auffällig...

....hier im JC sind viele Paare und Singles (diese entweder "noch" gebunden, in offener Beziehung oder wirklich "single" nach Trennung) im Alter 40-50, ich schliesse mich hier mal ein.........bei mir ist es jedenfalls so, dass ich über mein Leben nachdenke, Bilanz ziehe, resümiere und feststelle, dass es einfach an der zeit ist gewisse Dinge zu ändern......mein Leben läuft in so geregelten und eingefahrenen Bahnen dass ich mich frage: war das jetzt alles? mir geht es gut, gesundheitlich und finanziell, ich hab viel erreicht und müsste eigentlich "glücklich" sein, was ich aber nur bedingt bin, die Partnerschaft ist irgendwie eingefahren, man kennt sich so lange und eine Sehnsucht nach Abenteuer, Leidenschaft und Abwechslung wird immer stärker......habe mich auch deshalb hier angemeldet und viel gelesen um mir über meine veränderten Gefühle und Wünsche etwas klarer zu werden......bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft Dinge zu ändern (@sunwind, Du hast es ja auch schon geschrieben), aber ich kann mir die Reaktion meines Umfeldes gut vorstellen, wenn ich zum Entschluss käme mit meinem bisherigen Leben zu brechen und "neu" anzufangen, ich würde sicher viele Äusserungen wie:

"pfffft, kuck dir den an, steckt bestimmt in der midelife crisis , so wie er sich jetzt verhält..und das in seinem alter" (wie Joiman geschrieben hatte)

bekommen...........und ich kann nicht sagen dass es mir gar nichts ausmachen würde, jedenfalls im Moment noch nicht, aber das ist nicht der Grund der mich davon abhält zu Taten zu schreiten, ich muss mir selbst noch über ein paar Dinge klar werden.......

lg
02. Februar 2012

genau fox...verdrehte realität...vielleicht ist die midlife crisis ja garnicht der beginn der veränderung von jemanden ..sonder eher die erstarrung und verharrung im eigenen leben obwohl einem bewußt ist dies so nicht zu wollen. Quasi wie das paralysierte kaninchen vor der schlange.

also midlife-crisis haben gar nicht die ausbrecher ,eher die wartenden?
02. Februar 2012
für viele einfach ....

...unverständlich wenn sich Menschen im Laufe Ihres Lebens verändern.....viele Menschen haben - denke ich - auch gar nicht das Bedürfnis sich zu verändern (nicht umsonst gibt es so viele Unzufriedene in langjährigen Partnerschaften) und kommen nicht damit klar wenn andere es tun, bzw. halten diese dann für "nicht normal"..........ich weiss auch nicht ob ich es unbedingt als Krise bezeichnen würde, es ist einfach ein Prozess des sich "neu Besinnens", sicher mit vielen Schwierigkeiten und Unverständnis des Umfelds, aber ich sähe mich deshalb nicht in einer Krise, eher in einer Veränderung (ob zum Besseren oder Schlechteren weiss man eh erst hinterher, aber liebe eine Entscheidung getroffen als gar nichts entschieden).....oh Mann, viele schlaue Erkenntnisse die ich selbst im Moment nicht umsetzen kann (oder will) *nachdenk*
02. Februar 2012

Jedenfalls kann es eine (auch starke) psychische Belastung sein. Ob es schon den Krankheitsstatus hat, weis ich nicht.

Aber jedenfalls gibt es eine extreme Häufung in unserem Alter. Viele kaufen sich dann ein Moped oder fangen an, irgendwelche alten Autos zu restaurieren - oder aber sie schmeißen alles hin und fangen zumindest beziehungsmäßig komplett neu an. Und DAS ist dann wirklich oft tragisch. Wenn die Kinder schon aus dem Haus sind, gehts ja noch...

Wenn der Partner da mitspielt, ist es - denke ich - einfacher. Da kann man ja auch ein Paarprofil im JC erstellen *zwinker*

Ich halte die MC jedenfalls für eine Art Krankheit, die man nicht einfach so als spinnert abtun sollte.

ER von liefdevol
02. Februar 2012

Ich stimme dem Posting von sunwind zu! *bravo*

Die Mitte des Lebens muss nicht zwangsläufig mit einer Krise einhergehen! *nono*

Es ist DER Zeitpunkt, über sein bisheriges Leben nachzudenken und über das, was noch kommen kann/soll/muss. Auch in diesem Alter sollte man Pläne und Träume für die Zukunft haben, sonst kann man sich ja gleich begraben lassen. *gr*

Es gibt sooo viel, das man erst dann machen kann, wenn man beruflich Fuß gefasst hat, die Kinder aus dem Haus sind und die Beziehung (hoffentlich) die Höhen und Tiefen der "Mittdreißiger-Zeit" überstanden hat. *ja*

Außerdem ist vielfach bewiesen, dass die Lust auf Sex bei Frauen um die 40 nachlässt und erst in späteren Jahren wieder ansteigt, während sie bei Männern dieses Alters nach einem Zwischentief in den 30ern wieder stark ansteigt und sehr oft der Lust junger Mädchen entspricht.

DAS stimmt ja so nu' mal gar nicht!!! *aua*

Frauen ab 40 sind auf dem Höhepunkt ihrer sexuellen Lust und "Leistungsfähigkeit", und genau das ist der Grund, warum sich einige Männer in den 40ern lieber eine jüngere Frau suchen! Weil diese eben noch nicht so anspruchsvoll und erfahren sind und weil einige dieser Männer den Frauen in den 40ern scheinbar nicht gerecht werden können!
Wir haben dies in unserem Freundeskreis immer und immer wieder bestätigt bekommen, und viele unserer Freunde befinden sich mind. in der zweiten oder dritten langfristigen, festen Partnerschaft. Alle männlichen Freunde bestätigen ausnahmslos, dass wir Frauen um die bzw. über 40 "Nimmersatts" seien *zwinker*, wobei wir alle großen Wert auf Quantität UND Qualität (!) legen!

Aber vielleicht stürzt ja gerade dieser Umstand die Männer in die "Midlife-Crisis"! So wie bei vielen Frauen z.B. der Auszug der Kinder eine Krise hervorruft! *nachdenk*
Genau deswegen braucht man auch "in dem Alter" noch Ziele und Träume! *spitze*

Ich finde, man sollte die sog. "Midlife-Crisis" jedoch nicht überbewerten und das Beste daraus machen, in sich gehen und sich (neue) Ziele stecken, dann geht's auch ohne ausgewachsene Krise weiter und die 2. Lebenshälfte (Gott, das hört sich ja an! *kopfklatsch*) wird mindestens genauso schön wie die erste!

LG, Thova (w)

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