![]() | 31. Januar 2012 ...und liebe ich mich selbst genug... dann werd ich alles haben? Vermehrt häufen sich hier Threads in denen früher oder später der Hinweis verteidigt wird das man sich als erstes einmal selber lieben muß. Damit man es irgendwie "wert" ist überhaupt geliebt zu werden und Liebe geben zu können. Ich frage mich immer häufiger warum ich diesen Gedanken so gar nicht wirklich nachvollziehen kann. Es spricht nichts, gar nichts dagegen das jeder Mensch ein gesundes Selbstwertgefühl hat. Das bedeutet das man weiß das man etwas wert ist. Weil man ein Mensch ist, mit allem das dazu gehört. Gutem, wie Schlechtem. Da spricht jemand von Sehnsucht und Wünschen und irgendein mahnender Zeigefinger ruft: Lerne mal Dich selbst zu lieben. Ok, man sollte sich schon mögen, keine Frage. Aber wenn man sich selber liebt hat man nicht mehr die Sehnsucht nach einem Partner? Und die Wünsche sind weg? Was mich jedoch am meisten stört, und ich meine wirklich stört, ist diese mehr oder weniger deutlich ausgesprochene Botschaft: Wenn Du Dich nicht selber liebst, dann hast Du nichts zu geben, niemand wird Dich lieben weil Du ein Bedürftiger bist. Nicht das ich etwas gegen Meinungen habe. Aber ich habe etwas dagegen wenn Menschen sich dazu aufschwingen anderen mitzuteilen das sie nicht lieben könnten und das sie eigentlich nicht mal liebenswert sind. Grade jemand der von sich selber nicht viel hält wird sicher begeistert sein zu erfahren das er ja irgendwie berechtigt nichts von sich hält. Denn offenbar ist er nicht liebenswert genug um Liebe erfahren zu dürfen. Zu Geben hat er natürlich auch nichts. Das ist doch Paradox. Kann ich einen Menschen dazu motivieren an sich zu arbeiten und vielleicht so etwas wie ein Bewusstsein für seinen eigenen Wert zu entwickeln wenn ich ihm mit meinen Worten eigentlich zu verstehen gebe: So wie Du bist, bist Du nicht in der Lage zu lieben und wieder geliebt zu werden. Du hast Sehnsüchte und Bedürfnisse. Und weil Du diese hast und kommunizierst bist Du Bedürftig. Und Bedürftige lieben nicht. Ich frage mich immer wieder warum so vehement auf dieser Selbstliebe herum geritten wird. Irgendwas muß an ihr dran sein das ich nicht nachvollziehen kann. Sie scheint manchmal fast wie der Heilsbringer. Aber ich kann das so gar nicht wirklich sehen. Und ich erhoffe mir von dieser Diskussion ein Stück Erklärung, ein Stück Erfahrung. Und ein Stück Verstehen das mir offenbar fehlt. Ich wünsche mir eine Diskussion die weiter bringt. Die ein bißchen Verstehen und Verständnis für die jeweils andere Seite zeigt und bringt. |
![]() | 31. Januar 2012 Wie so oft, beschäftigt mich zu Anfang eine Verständnisfrage: Was genau meinen die, die so intensiv die Selbstliebe (Eigenliebe) predigen ? |
![]() | 31. Januar 2012 Du sprichst mir da ein wenig aus der Seele... Den Spruch "liebe dich selbst und die Welt liebt dich" kann ich nicht mehr hören. Meiner Meinung nach hat es nichts mit Selbstliebe zu tun, um anderen Liebe entgegen zu bringen. Gott, wenn an dem Satz wirklich was dran wäre, dann müsste die Scheidungsrate doch bei weit höheren Prozentwerten liegen. Wie definiert man die Selbstliebe? Wie sehr muss ich mich selbst lieben um Liebe erfahren zu dürfen und geben zu dürfen? Nur weil ich nicht mit mir so im Reinen bin, dass ich mich selbst bedingungslos liebe, heisst dass dann, dass ich niemals geliebt werde? Und wo ist die Grenze zwischen "sich selbst lieben" und "in sich selbst verliebt sein" (den sogenannten Narzismus, der ja in Fachkreisen als Persönlichkeitsstörung gilt). Die ganze "liebe dich selbst und du wirst geliebt" Rederei ist für mich auch nur ein Ausdruck von "du bist doch selbst Schuld daran, dass dich keiner lieben will, weil du dich selbst nicht genug liebst" also auch eine Form einem ein schlechtes Gewissen einzureden. Keine Frage, wenn ich mit mir so rein gar nicht im Reinen bin, dann wird meine Attraktivität auch nicht grade strahlend und anziehend sein. Aber gewisse Lebensumstände lassen sich nunmal auch nicht mit der großen Portion Selbstliebe ändern. Andererseits denk ich mir dann auch, es gibt so viele Menschen, die sich selbst lieben und sie sind trotzdem alleine. Somit kann das Prinzip gar nicht funktionieren wie es immer dargestellt wird. Ich bin jedenfalls gespannt |
![]() | 31. Januar 2012 Was genau meinen die, die so intensiv die Selbstliebe (Eigenliebe) predigen ? Vielleicht frage ich mich selber genau das! Weil ich es wohl irgendwie nicht wirklich fassen und packen kann. Nicht wirklich verstehe. Und ich würds doch gern |
![]() | 31. Januar 2012 warum wird drauf rumgeritten? oder kommt es einen nur so vor? möglicherweise erschließt sich das erst wenn man an den punkt gekommen ist die meinung zu besitzen sich selbst zu lieben um sich diese frage zu beantworten. "Der weg ist das Ziel" war mir eine gewisse zeit genauso unklar wie "Gott hilft denen die sich selbst helfen" der für mich absolute unSinn zeigte sich erst als Sinn nachdem ich ihn als solches erkannte |
![]() | 31. Januar 2012 Selbstliebe ist für viele das selbe wie Selbstakzeptanz ... Wiki sagt dazu Selbstannahme, auch Selbstakzeptanz bzw. Annahme seiner selbst, ist im Sinne der aristotelischen Mesotes-Lehre jene Tugend in der Mitte von Selbstsucht und Selbstverleugnung (verwandt: Selbstleugnung, Nietzsche: Selbstflucht). In diesem Sinne ist sie auch weitgehend, aber nicht vollständig synonym mit Begriffen wie Selbstliebe, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstwert. wenn man davon ausgeht, ist der Fall geklärt. denn du sagtest ja schon Ok, man sollte sich schon mögen, keine Frage. |
![]() | 31. Januar 2012 warum wird drauf rumgeritten? oder kommt es einen nur so vor? Kommt es mir so vor? Möglicherweise. Allerdings ist es mir grade in den letzten Wochen sehr gehäuft aufgefallen. In wirklich fast jedem Thread der mit Liebe auch nur ansatzweise zu tun hat kam die Selbstliebe auf. öglicherweise erschließt sich das erst wenn man an den punkt gekommen ist die meinung zu besitzen sich selbst zu lieben um sich diese frage zu beantworten. Ich bevorzuge ein Selbstwertgefühl. Mir etwas wert zu sein. Mich gut und richtig zu finden. Ob das Selbstliebe ist? |
![]() | 31. Januar 2012 Ich halte mittlerweile das Wort "Selbstliebe" für falsch. Ich würde es Selbstakzeptanz nennen oder Freundschaft mit sich selbst - das scheint mir verständlicher und klarer zu sein. "Selbstliebe" wird oft mit Egoismus und Eitelkeit verwechselt; das ist aber keine "Liebe", sondern Selbstbeweihräucherung und "Selbstverliebtheit" (= Narzissmus). Und der Spruch, dass alles okay ist, wenn man sich nur genug selbst liebt, ist aus meiner Sicht Unsinn und eine falsche Interpretation einer eigentlich sehr tiefen Weisheit. Wenn ich mit mir selbst soweit im Reinen bin, dass ich mich, meinen Körper und meine Gefühle einigermaßen so akzpetiere, wie sie nun mal sind, dann hab ich - logischerweise! - ein andere Ausstrahlung, als wenn ich verbiestert und unzufrieden mit mir selbst durch die Welt laufe. Ein sehr treffendes Beispiel sind die dicken Menschen, die ich kenne. Viele behaupten, sie würde ihre Pfunde lieben, aber man spürt genau und sieht es ihnen auch an, dass das nur gelogen ist. Sie wirken unzufrieden, verkniffen, frustriert, gereizt, aggressiv, resginiert ... Man spürt, dass sie sich damit selbst belügen. Und andere haben sich selbst tatsächlich so angenommen, wie sie nun mal sind - wirken fröhlich, zufrieden, sinnlich, rundum mit sich selbst im Reinen. Und man nimmt es ihnen sofort ab, dass sie trotz ihrer Körperfülle mit sich selbst in Freundschaft leben. Das ist, soweit ich das verstanden habe, genau das, was man "Selbstliebe" nennt. Und mit dieser völlig anderen Ausstrahlung wirkt man auch auf andere besser - und vieles klappt dann auch besser, Aber natürlich nicht alles. (Der Antaghar) |
![]() | 31. Januar 2012 @Anthagar Ich halte mittlerweile das Wort "Selbstliebe" für falsch. Ich würde es Selbstakzeptanz nennen oder Freundschaft mit sich selbst - das scheint mir verständlicher und klarer zu sein. "Selbstliebe" wird oft mit Egoismus und Eitelkeit verwechselt; das ist aber keine "Liebe", sondern Selbstbeweihräucherung und "Selbstverliebtheit" (= Narzissmus). Danke schön. |
![]() | 31. Januar 2012 ch frage mich immer wieder warum so vehement auf dieser Selbstliebe herum geritten wird. Irgendwas muß an ihr dran sein das ich nicht nachvollziehen kann. Sie scheint manchmal fast wie der Heilsbringer. Aber ich kann das so gar nicht wirklich sehen. Und ich erhoffe mir von dieser Diskussion ein Stück Erklärung, ein Stück Erfahrung. Und ein Stück Verstehen das mir offenbar fehlt. @ Amarinta Danke für diesen Thread! Du bist nicht die einzige die das so empfindet, mir geht es genauso und ich bin auch mal gespannt ob diese Diskussion zum Verstehen beiträgt. Viele Grüße |
![]() | 31. Januar 2012 ja ...man sollte schon auf distanz gehen und schauen woher ein wort bzw. ein sprichwort stammt...aus welcher zeit ..wie es daher auch gemeint sein könnte...und das es teilweise NICHT wörtlich zu nehemen ist einiges würde heutzutage andere Bedutungen haben..nur der inhaltliche sinn bleibt erhalten |
![]() | 31. Januar 2012 Wobei es im Leben von manchen Menschen oft Situationen gibt in denen sie nicht in der Lage sind sich weder zu akzeptieren bzw. sich zu reflektieren. Und selbst wenn sie in der Lage sind sich zu analysieren muß das noch lange nicht auf Selbstakzeptanz hinauslaufen. Und es hilft diesen Personen dann nicht wirklich wenn sie zu hören bekommen sich doch einfach mal so zu akzeptieren. Auch wenn das im Grunde stimmen mag, so wird das in dem Moment eher als Zustimmung zur Wertlosigkeit gesehen. Sprich: ich akzeptiere mich nicht, ergo bin ich ja selbst schuld, ergo kann mich ja auch niemand lieben, Folge mich braucht eh keiner......... |
![]() | 31. Januar 2012 @ Kelene Andersrum wird aber auch ein Schuh draus. Ich zitiere aus einer externen E-Mail an mich vor wenigen Tagen (die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Ausschnitts liegt mir vor): "Ich finde mich selbst nicht liebenswert. Wie kann mich dann jemand anderes lieben? Er sagt aber, dass er mich liebt, also lügt er, oder? Es kann auch sein, dass er einen so wenig liebenswerten Menschen wie mich wirklich liebt, aber dann muss er ja bescheuert sein. Was ich sagen will: Ich kann anderen weder ihre Liebe glauben noch sie fühlen, weil ich mich ja selbst nicht für liebenswert halte. Wie komm ich da bloß raus?" Was würdest Du antworten? (Der Antaghar) |
![]() | 31. Januar 2012 Interessantes Thema ! |
![]() | 31. Januar 2012 „Sprich: ich akzeptiere mich nicht, ergo bin ich ja selbst schuld, ergo kann mich ja auch niemand lieben, Folge mich braucht eh keiner.........“ Ja, so empfinde ich es schon seit längerem, Kelene Dauernd wird mir gesagt: "Du bist nicht gut genug" - oder bei einem Date "Verhalte Dich so, als wären wir nicht gemeinsam hier" oder in der Sauna "Zieh Dich wieder an und fahr nach Hause, ich blamiere mich nur mit Dir" oder bei der Jobsuche "Sie passen nicht in die Altersstruktur unseres Betriebes"... Wie soll ich mich bei diesen Sprüchen, die ich fast täglich zu hören bekomme, selbst lieben??? |
