Neu im SM Bereich - verwirrt

14. Januar 2012
Neu im SM Bereich - verwirrt

So...
ich hab mir schon länger gedacht, dass ich auf Schmerzen stehe, letztens hat mein Freund das umgesetzt. Und durch den Schmerz bin ich so heftig gekommen wie noch nie, ich fühl mich zum erstenmal total ausgeglichen und zufrieden, irgendwie im Reinen mit mir.

Er war total baff. Und als ich meinte: "Ich stehe auf den Schmerz" kam von ihm: "wow macht mich das geil".

Später saßen wir zusammen, und er was hälst du davon, wenn ich dir das nächste mal in die Nippel beiße, nachdem ich dich gefesselt habe? Ich: das wäre geil...

Alles in allem also prima. Ich habs lange unterdrückt, mir war das peinlich, aber dazu stehen zu können das mich der Schmerz zum Orgasmus bringt und ich es liebe wenn er mich demütigt und dominiert macht mich glücklich.

Aber wie geht man nun damit um? Ihm scheints ja auch zu gefallen, er hätte mich am liebsten noch 2x flachgelegt, meinte er fände das total geil das ich auf Schmerz so reagiere. Nun sind wir aber beide irgendwie überfordert. Wie redet man darüber? Man muss da ja denk Regeln abstecken oder nicht, soll man einfach mal austesten und dann drüber reden was gut war? Zum einen hätte ich nicht gedacht, dass ich mich so gut fühle danach, das es mich so heftig zum Höhepunkt treibt, ich hab noch Minuten danach gezittert. Ich hätte auch nie gedacht, dass er so reagiert, er hat genau gewusst was er tun muss was gerade das richtige ist, ohne das ich was sagen musste und ihn machte es total scharf.
Wir haben einfach gemacht, wir haben nicht drüber gesprochen aber muss man das nicht? Wieso scheuen wir uns so davor? Warum ist es so seltsam zuzugeben das man auf Schmerzen und Beschimpfungen steht und umgekehrt drauf steht dem Partner durch Schmerzen Lust zu verschaffen und den Partner zu dominieren?

Ich bin irgendwie total verwirrt, wie geht man nun als Paa damit um (wir sind seit 4 Jahren zusammen und das nun total neu)
14. Januar 2012

Wir haben einfach gemacht, wir haben nicht drüber gesprochen aber muss man das nicht?

Man kann, gerade in einer Beziehung, so manches ausprobieren und experimentieren. Nicht alles muss vorher en detail besprochen werden, wenn ausreichend Vertrauen und Einfühlungsvermögen vorhanden ist um sicher sein zu können, dass der/die Partner/in nichts macht, was einen selbst total abstösst.

Es hilt aber danach, darüber kommunzieren zu können, was und wie Ihr das jeweils erlebt habt.

Wieso scheuen wir uns so davor? Warum ist es so seltsam zuzugeben das man auf Schmerzen und Beschimpfungen steht und umgekehrt drauf steht dem Partner durch Schmerzen Lust zu verschaffen und den Partner zu dominieren?

Weil es nicht gesellschaftskoform ist? Weil es anerzogenen/ sozialisierten Vorstellungen wiederspricht? Weil man sich dafür schämt? Weil es nicht immer leicht ist neue Seiten an sich und am Anderen zu entdecken?

Habt gemeinsam Spaß, sprecht darüber, was Euch Vergnügen bereitet (vorher oder nacher - wie ihr wollt) und entdeckt eine neue Facette Eurer Sexualität! Es gibt keine allgemeingültigen Regeln, solanges es Euch beiden dabei gut geht.
14. Januar 2012

was ein schöner Beitrag...
und so beruhigend es ist gerade alles so neu so seltsam so anders... aber positiv..
Ich fühl mich wie auf Drogen, grinse seit Tagen nur noch vor mich hin und bei ihm hab ich das Gefühl, dass er wieder viel mehr sexuelles Interesse an mir hat...

Was mich so erstaunt hat, war das er sofort wusste was er tun musste. Das er den Schmerz gesteigert hat als mir das kneifen nicht mehr reichte im richtigen Maß zur richtigen Zeit, so als wüsste er genau was ich gerade will und brauch was mich dann auch zu so einem tollen Orgasmus geführt hat von dem sogar er leicht erstaunt war (so heftig war ich noch nie gekommen).
Dieses totale Vertrauen, diese totale Hingebung, das er genau wusste was in dem Moment ok ist und was nicht das er mich verstanden hat und ja auch so gut drauf eingestiegen ist. Man gesteht seinem Partner ja nicht alle Tage das man auf Schmerzen steht.

Das er mich danach in den Arm genommen hat, mir gesagt hat wie sehr er mich liebt und mir später vorgeschlagen hat was er beim nächsten mal machen könnte und ob mir das gefallen würde...und als ich ja sagte mich leidenschaftlich küsste und schon wieder n steifen hatte...

Ich bin so wahnsinnig glücklich, so erfüllt ...ich kanns gar nicht fassen und ich fühl mich ihm so nah...ich war so oft mit meinen Gedanken wo anders hab mir immer anderes vorgestellt etc. Aber nun fühl ich mich ihm so nah, mich geborgen und sicher bei ihm. Im Alltag bin ich übrigens mehr die Frau, die alles im Griff hat. Ich studiere, er ist einfacher Angestellter, also von der Rollenverteilung also genau umgekehrt zum sexualleben
14. Januar 2012

Wir " leben" seit 6 Jahren den BDSM.
Sie , die "O".
Ich, der Dom, bin immerwieder " erstaunt" was meine Sub alles machen möchte.
Nur
ist es MEINE Aufgabe, sie zuleiten.
Zu achten, das gesundheitliche Grenzen nicht überschritten werden.
Langsam die " Gewünschten Spiele" anzufangen.
Solange das alles eingehalten wird, OK.
Nur, der Dom darf sich nie gehen lassen!
Er ist verantwortlich für das geschehen.
Das muß und soll dein Freund wissen, und auch leben!

Dann stehen aufregenden Spielen nichts im Wege!
14. Januar 2012

@ Neugierige89:
Schön zu lesen, wie Euch der Einstieg in eine neue Facette gemeinsamer Lust so einfach und spielerisch gelingt... *zwinker*

Auf diese Art und Weise sind auch mir Probleme bzw. Überlegungen wie "Oh Gott, was ist mit mir los? Bin ich pervers?" sind zum Glück erspart geblieben. Mein BDSM hat sich in verschiedenen Beziehungen entwickelt und in jeder durfte ich neue Facetten von BDSM erfahren. EDurch Ausprobieren auf der Basis von Vertrauen, Verantwortung und Achtsamkeit... *g*

Viel Vergnügen beim Entdecken Eurer BDSM-Welt.
14. Januar 2012

Tss, warum die Leute immer gleich alles, was super war, hinterfragen müssen ... macht doch einfach weiter so wie bisher! Was einmal gut war, kann auch zwei, drei, viele Male gut sein. *zwinker*
14. Januar 2012

@neugierige:
also du bist mal ganz sicher nicht alleine mit deinen fragen! und genau weil das so ist gibt es deshalb hier auch eine eigene gruppe im joy, die sich genau damit beschäftigt:
BDSM für Anfänger

schau doch einfach mal rein, dort wirst du sicherlich viele antworten und noch viel mehr fragen finden! *ja* nur die echtheitsprüfung müsstest du vorher noch machen: Verifizierung *zwinker*
14. Januar 2012

ja cool...
es ist schön das Gefühl nicht alleine zu sein, weil ich muss gerade einfach irgendwo hin mit meinen Gefühlen...

Und klar genieß ichs, ich bin so froh das er was das angeht auch zu mir passt, das wirs so einfach geklärt haben ohne alles tod zu reden, aber es ist dennoch auch einfach irgendwie merkwürdig...
Es ist eben etwas ambivalent, wahrscheinlich auch weils in der Gesellschaft einfach nicht anerkannt ist und ich so angst hatte das er negativ drauf reagiert, wenn ich ihm sag das ich auf Schmerzen stehe und mein Glück gerade kaum fassen kann *g*
14. Januar 2012
Aufbruchstimmung und Infobedürfnis

kennen wir alle aus den Anfängen....
Zum Orientieren hilft da oft Gespräch mit Gleichgesinnten, die einem zeigen, daß "pervers" auch "normal" ist, und daß die meisten vernünftig mit Wasser statt Brennspritus kochen *zwinker*

Scherz beiseite: Ihr sitzt doch in Köln inmitten multipler Stammtische. Geht hin und bleibt, wo es Euch gefällt..

Hinsichtlich des Spielews: Stand gelegentlich auf der anderen Seite, also Masochistin und Schlampe in einer Frau entdecken zu dürfen...
Probiert, probiert mehr, geniesst. Und wenn was nicht gefällt, schnackt drüber, WAS nicht gekickt habt. Vor Ausprobieren zuregeln und zerreden geht m.E. in die Hose. Tabus festlegen und machen, mein Tip ;-))
15. Januar 2012
Wieso Regeln?

Kein Wunder, wenn immer wieder die Rede auf die geheimnisvolle SM-Bibel kommt, die immer noch nicht auf dem Markt ist.

Das Einzige, was ihr klären müsst, sind die Gehtnichts bzw.Tabus. Aber auch da solltet Ihr nur einen Rahmen schaffen, der nicht starr ist, denn manches, was heute noch fremd scheint, kann bald Gipfel der Lust sein.

Ansonsten habt Spaß miteinander und lasst den Euch nicht verderben, indem Ihr solche Fragen ins Netz stellt.
15. Januar 2012

Freut Euch, macht weiter so!
Dein Freund kennt Dich schon lange, Ihr passt offenbar gut zusammen, da ist es nicht sehr verwunderlich, dass er das "Richtige" tut.

Geniiiiiieß es! Hinterher in den Arm nehmen klingt super, miteinander reden tut Ihr ja auch, und nach einer Weile ist man auch geübter darin.

Lass Dich nicht verunsichern, mit Liebe und Hirn geht das ganz prima.
16. Januar 2012

Es istschön davon zu hören,daß ihr beiden Spass am SM habt.
Wie schon zu anderen Gelegenheiten empfehle ich Anfängern zu folgenden URL´s
BDSM.At
Links nur für Mitglieder
und dem SM-Handbuch von Grimme....

Bei diesem smappy test,kommt es nicht so darauf an,ob er nun die wahre Neigung in allen Facetten abdeckt,es geht vielmehr um einen kleinen Einblick was so alles im SM möglich ist.
Gerade beim SM ist ein wenig Theorie wichtig,vor allem geht es um die Verantwortung und das Wissen,daß Schäden auftreten können....
z.B. Wachsspiele niemals mit Bienenwachs durchziehen,wird zu heiss und kann zu Vebrennungen führen...
Es gibt also einiges neues zu entdecken.
Vor allem gilt eines:
Jedes Paar ist anders und betreibt auch ihren SM unterschiedlich zu anderen,wie schon angeführt,es gibt keine SM-Bibel,es gibt Hinweise und Spielmöglichkeiten...
Also,viel Spaß am Leiden und willkommen in der SM-Familie...

Mal ein abgewandeltes Sprichwort:

"Der SM ist ein See indem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann..."
16. Januar 2012

ihr habt doch super Voraussetzungen. Ihr liebt euch, seid geil aufeinander und habt Vertrauen. Viel Spaß und einfach genießen
16. Januar 2012
Ich fürchte hier fangen einige an zu überreagieren:

Lasst doch die beiden erstmal für sich rumprobieren und Spaß haben!

Gerade in der Anfangsphase - vorallem wenn es so gut klappt wie hier - halte ich Gespräche untereinander für deutlich sinnvoller als Verweise auf Literatur, Stammtische und ähnliches.

Das suchen sie auf, wenn sie einen Teil des Weges allein beschritten haben und Lust auf neue Dinge haben, zu denen ihnen im Moment noch die Phantasie oder das Wissen fehlt.
Die Hilfsangebote sind nicht schlecht, jedoch halte ich sowohl diese als auch den heutzutage üblichen "drohenden Zeigefinge" (was kann da nicht alles passieren wenn man die üblichen Sicherheitsrichtlinien nicht befolgt!) für völlig überzogen, und der gesunde Menschenverstand gepaart mit der Rückkopplung des Partners sagt doch was geht, was nicht geht, wo man steigern sollte, und wo besser nicht.
16. Januar 2012

Glückwunsch! *g*

Lebt es und freut Euch an der gemeinsam entdeckten und vor allem gegenteilig passenden Neigung!

Nur weil ihr jetzt Eure masochistischen und sadistischen Neigungen entdeckt habt, seid ihr nicht automatisch Teil einer Szene und müsst Euch auch nicht mit entsprechender Literatur/Websites auseinandersetzen.

Ihr seid auch nicht krank und müsst Euch auch nicht dadurch stigmatisiert fühlen. Krank ist es nur, wenn solch eine Neigung das Leben übermäßig bestimmt und man sie evtl. sogar übergriffig auslebt.

Dennoch solltet Ihr, wenn überhaupt, nur mit sehr guten Freunden darüber sprechen; die spießige Mehrheit der Gesellschaft grenzt schnell alles, was anders ist, aus.

Und keine Angst: alles, was er, sofern er verantwortungsbewußt ist und einen gesunden Menschenverstand hat, Dir zufügen kann, wird keine dauerhaften Folgen haben.

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