![]() | 20. Januar 2012 Eine Frage am Rande: "Kann ein Mensch einen anderen Menschen lieben und gleichzeitig verletzen?" Ich Diskussionen um das Fremdgehen, lese ich immer wieder, dass Beziehungen zu enden haben, wenn man den Menschen nicht mehr liebt. Um zu bestimmen ob noch eine Liebe existiert wird, Respekt und Vertrauen als Maßeinheit gewertet. Beispielhaft dazu: Und aus welchem Grund wäre jemand hörig, der die Gefühle seines Partners achtet und respektiert und nichts macht, was diese verletzen könnte - das ist für mich Liebe. Lieben bedeutet den anderen nicht zu verletzen? Ist dieses "Rücksichtnehmen" tatsächlich Liebe, oder liebt man nur die Sicherheit die einem der Partner vermittelt.Ich habe vielfach in meinem leben so empfunden, dass ich gerade den Menschen die mir am meisten beuteten die tiefsten Verletzungen zugefügt habe und das die Menschen mir wirklich weh getan haben, mit mir geweint haben, auch wenn sie der Grund für die Verletzungen waren. Liebe bedeutet für mich nicht Sicherheit und Schutz, Lieben bedeutet für mich vor allem Mitgefühl - in guten wie in schlechten Zeiten... LG Brian |
![]() | 20. Januar 2012 @Brian Liebe bedeutet für mich nicht Sicherheit und Schutz, Lieben bedeutet für mich vor allem Mitgefühl - in guten wie in schlechten Zeiten... Wenn du diesen Spagat an Empathie für dich kannst, Chapeau, das könnte ich nicht. Aber ich bin wohl von Kindesbeinen an darauf konditioniert, wer mich verletzt bekommt keine dritte Chance mehr. Man muss nur mit seiner dieser Entscheidung leben können. Sollte das ein fauler Lebenskompromiss sein, wirds auch nicht funktionieren und bringt bestimmt psychische Probleme mit sich. Das einzige Resultat solchen Verhaltensmusters ist, dass man sich halt nicht mehr Hundertprozentig in eine Beziehung einbringen wird. |
![]() | 20. Januar 2012 @ seeleverschenkt Du und ich leben zwar in verschiedenen Welten, wie es scheint, und haben völlig andere Vorstellungen vom Leben und vom Lieben - aber in diesem Punkt stimme ich Dir voll und ganz zu: Wenn ich von jemandem ständig verletzt und gekränkt werde, achtlos behandelt und nicht wertgeschätzt werde, dann gehe ich. Dann ist das nicht die richtige Beziehung für mich. Vorher aber sind drei Dinge zu klären: 1.) Ist es wirklich so, dass der andere mich ständig mit Absicht verletzt? Oder fühle ich mir nur immer gleich verletzt? Bin ich vielleicht überempfindlich oder reagiere ich mit Verletztfühlen auf Situsationen, die kaum ein anderer als Verletzung empfinden würde - und was ist mein Anteil daran? 2.) Was habe ich daraus zu lernen? Denn eines steht fest: Auch wenn Du eine Beziehung verlässt, nimmst Du Dich selber mit all Deinen Wunden und Macken und Verletzungen und Ecken und Kanten mit. Und ein zutiefst verwundeter Mensch (und so wirkst Du hier manchmal auf mich), der seine Wunden niemals heilt, weil er nichts für die Heilung tut als darauf zu hoffen, dem wird alles sofort weh tun, wenn ihn einer an dieser Wunde berührt. Das kennt jeder von uns, auch Du, auch von körperlichen Wunden und ist ganz normal und eine gesunde Reaktion. Deshalb ist es ja wichtig, seine Wunden endlich mal zu heilen. 3.) Ich werde niemals einen fehlerfreien Menschen finden, es kann immer was schieflaufen. Und ich kann auch aus Versehen verletzt werden - der andere meint es gar nicht böse, er ist eben so. Und ich bin nur ausgerechnet an diesem Punkt sehr empfindlich. Und dann sollte ich vielleicht, bevor ich eine neue Partnerschaft eingehe, erstmal bei mir selbst alles wieder auf Vordermann bringen und etwas dafür tun, dass meine Wunden heilen. (Der Antaghar) |
![]() | 20. Januar 2012 @BrianLorenzo Ich Diskussionen um das Fremdgehen, lese ich immer wieder, dass Beziehungen zu enden haben, wenn man den Menschen nicht mehr liebt. Wenn man einen Menschen frei gibt, weil man ihn liebt und eben sicher stellen möchte, daß dieser Mensch eine Vorstellungen leben kann, dann ist das mit Sicherheit kein einfacher Schritt und auch mit Schmerzen verbunden. Allerdings gibt es Beziehungen, die existieren obwohl die Liebe nicht mehr vorhanden ist, aber beiden noch lebbar ist, was sicher auch mit viel Respekt zu tun hat. Lieben bedeutet den anderen nicht zu verletzen? Ist dieses "Rücksichtnehmen" tatsächlich Liebe, oder liebt man nur die Sicherheit die einem der Partner vermittelt. Es macht einen Unterschied, ob man den Partner/in wissentlich verletzt und das nur um eigene Vorteile zu ziehen. Liebe hat eben auch etwas mit Respekt und Vertrauen zu tun. Ich habe vielfach in meinem leben so empfunden, dass ich gerade den Menschen die mir am meisten beuteten die tiefsten Verletzungen zugefügt habe und das die Menschen mir wirklich weh getan haben, mit mir geweint haben, auch wenn sie der Grund für die Verletzungen waren. Meist entstehen aber Verletzung auch aufgrund mangelnder Kommunikation. Es macht einen Unterschied, ob ich etwas annehme oder ob über einen Punkt der Basis ausführlich gesprochen wurde. Liebe bedeutet für mich nicht Sicherheit und Schutz, Lieben bedeutet für mich vor allem Mitgefühl - in guten wie in schlechten Zeiten... Sicherheit und Schutz in einer Verbindung, die von Respekt und Vertrauen getragen werden und das in guten und in schlechten Tagen zum Wohle BEIDER. Das verstehe ich unter lieben.... WiB |
![]() | 20. Januar 2012 So unterschiedlich kann man LIEBEN sehen und erleben. Allerdings hat Erich Fromm auch energisch betont, dass eine Beziehung Schutz und Sicherheit bieten kann und soll, aber dass Lieben etwas anderes ist, als eine Beziehung zu führen. Und den mut zur Unsicherheit beinhaltet. Und das wird hier leider häufig verwechselt: Liebe ./. Beziehung. (Der Antaghar) |
![]() | 20. Januar 2012 Meist entstehen aber Verletzung auch aufgrund mangelnder Kommunikation. und aufgrund liebloser, lustloser oder unbedachter Kommunikation. |
![]() | 20. Januar 2012 Allerdings hat Erich Fromm auch energisch betont, dass eine Beziehung Schutz und Sicherheit bieten kann, aber dass Lieben etwas anderes ist, als eine Beziehung zu führen. Wenn Erich Fromm immer als der Weisheit letzter Schluss angeführt wird, So unterschiedlich kann man LIEBEN sehen und erleben dann muss das was Fromm schreibt ja nicht unbedingt richtig sein. Oder sollten wir wie in der Chinesischen Kulturrevolution die Chinesen stets das Roten Büchlein bei sich hatten, nun Fromm bei uns haben? Leben und Lieben entwickelt sich doch offensichtlich nicht nach dem Inhalt von Fromms "Lebenshilfen". |
![]() | 20. Januar 2012 Nein, aber Erich Fromm wurde hier mehrmals zitiert und er ist auf jeden Fall lesenswert. Und das Liebe und Beziehung zwei unterschiedliche Dinge sind, müsste eigentlich jedem klar sein ... (Der Antaghar) |
![]() | 20. Januar 2012 Leben und Lieben entwickelt sich doch offensichtlich nicht nach dem Inhalt von Fromms "Lebenshilfen". Genauso wenig wie das Unglücklichsein nach Watzlawicks "Vorstellungen in seiner Anleitung". Für mich kann ich sagen, dass mir alle Beiträge sehr viel gegeben haben um meine Sichtweise zu verfeinern bzw. anderes mehr zu vertiefen. Mich selbst zu hinterfragen. Daher bedanke ich mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten sehr herzlich. |
![]() | 20. Januar 2012 Es macht einen Unterschied, ob man den Partner/in wissentlich verletzt und das nur um eigene Vorteile zu ziehen. Kaum jemand geht fremd um seinen Partner absichtlich weh zu tun oder um diesen zu demütigen. Sollte dies Ziel des Fremdgehends sein, dann ist Offenheit notwendig umd dem anderen die Verletzung auch spüren zu lassen. Ich strauchle immer wieder bei den Worten, Egoismus und eigenen Vorteil... Kann ich auch für jemand anderen fremdgehen? Bin ich nicht immer egoistisch wenn ich Sex habe, oder muss ich mir meinen Spaß am Sex abgewöhnen? "Schatz, ich bin fremd gegangen, und zwar nur für Dich. Ich hatte dabei überhaupt keinen Spaß..." *grübel* |
![]() | 20. Januar 2012 @Antaghar Und das Liebe und Beziehung zwei unterschiedliche Dinge sind, müsste eigentlich jedem klar sein ... Wir schreiben hier aber über das Lieben in einer Beziehung/Partnerschaft. Und da schreibt Fromm:"Man liebt, wofür man sich müht, und man bemüht sich für das, was man liebt.“ Achtung vor dem anderen sowie Erkenntnis gehören zusammen und geben die Fähigkeit, jemanden so zu sehen, wie er in seiner Individualität ist; jemanden so gut zu kennen, dass man weiß, wie er sich fühlt, auch wenn er etwas anderes sagt, und schließlich sogar das Wissen um den Grund seines Gefühls.." Allerdings ist es sicher ratsam, sein ganzes Werk zu lesen. Auszüge sind immer nur auf das bezogen, was der Poster damit verbindet. WiB |
![]() | 20. Januar 2012 @BrianLorenzo Sie tun es nicht um weh zu tun, aber sie nehmen es billigend in Kauf zum eigenen Nutzen. Das macht es ja so schwierig, denn damit ist es auch mit Betrug und mit Lügen verbunden und kann Vertrauen zerstören und der Respekt rutscht in den Keller. Erst bei demjenigen, der betrügt und dann auch beim Betrogenen, der seinerseits dann keinen Respekt mehr für die Handlungsweise hat. WiB |
![]() | 20. Januar 2012 "Man liebt, wofür man sich müht, und man bemüht sich für das, was man liebt.“ Korrekt ! So sehe ich das auch ! Daran erkennt man eindeutig wie und wer was liebt, und nicht daran, was man behautet zu lieben. Das macht es ja so schwierig, denn damit ist es auch mit Betrug und mit Lügen verbunden und kann Vertrauen zerstören und der Respekt rutscht in den Keller. Es gibt Menschen, die nicht anders können als das zu zerstören, was sie am meisten lieben. Warum das so ist, können wenn überhaupt, dann nur diejenigen selbst beantworten. Auch wenn das mit Erich Fromms Zitat im Widerspruch steht .... ... der eine bemüht sich und der andere zerstört um die selbe Sache. Die Sache kann alles sein ... auch man selbst kann es sein. Das größte Konfliktpotential in einer Partnerschaft besteht darin, ständig eine Entscheidung treffen zu müssen, nämlich für sich selbst und damit gegen den anderen oder für den anderen und damit gegen sich selbst. |
![]() | 20. Januar 2012 Das Leben und die Liebe sind viel zu differenziert um immer nur Bruchstücke werten zu können. Man macht es sich zu einfach, wenn man das Fremdgehen nur als Betrug und Respektlosigkeit beschreibt. Wenn man dies tut, dann wir man der Vielzahl von Liebenden nicht gerecht, die in ihrer Beziehungsstruktur, in ihrem sozialen Umfeld und ihrer Persönlichen Entwicklung fest hängen und nicht jede Handung einen falsche Handlung bedeutet. Ich kann für mich sagen, dass ich fremdgegangen bin, dass meine Frau mich betrogen hat und dass wir einander lieben. Gerade wenn es um Gefühle geht, (hat Fromm davon auch was geschrieben?) dann gibt es selten ein "absolut richtig" und ein "absolut falsch". Nicht mal ich würde mich je erdreisten jemanden zu sagen, was er richtig oder falsch fühlt. LG Brian |
![]() | 20. Januar 2012 Wegen Überfüllung geschlossen Dieses Thema hat die maximale Länge erreicht und wurde daher automatisch geschlossen. Wir möchten uns an dieser Stelle für die rege Beteiligung bedanken. |
